Jenseits vom Suriname-Fluss (1) – Peperpot Nature Park

Suriname, 10. März 2022

Die Hauptstadt Paramaribo liegt am westlichen Ufer des Suriname Rivers. Gegenüber war früher Plantagenland. Im Osten und Süden durch den Suriname River, im Norden durch den einmündenden Commewijne begrenzt schlug das Herz von Kaffee-, Kakao- und Zuckerrohranbau sowie -verarbeitung. Unnötig zu sagen, dass diese Geschichte auch hier von Sklaverei geprägt ist. Doch diese Zeiten sind vorbei. Heute verfallen vielerorts Gebäude und der Dschungel holt sich sein Land zurück. Manche Plantage wurden aber auch restauriert und in Hotels und Unterkünfte mit teils durchaus gehobenem Anspruch umgewandelt.

Der Weg dorthin führt für uns über den Fluss. Mit dem Auto gibt es nur eine Option… die beeindruckende Jules Wijdenboschbrug. Mit ihren 41m Durchfahrtshöhe liegt sie nur einen Meter unter der Norm des Nord-Ostseekanals. Das Ausblick von hier oben über den Suriname River ist wirklich beeindruckend. Und ganz oft hat man ausreichend Zeit, diese zu genießen. Mangels Alternative gibt es hier recht häufig Stau. Stadteinwärts steht die Blechschlange regelmäßig bis über den Bogen. Wir haben ein gutes Timing (oder auch einfach nur Glück) und kommen flott rüber.

Unser erster Stopp gilt eben so einer alten Plantage, heute der Peperpot Nature Park. Ein Reiseführer nennt ihn „wunderschön, aber gespenstisch marode“. Ersteres können wir bestätigen. Die ehemaligen Felder sind seit Jahren sich selbst überlassen. Der fast schnurgerade Hauptweg führt etwa 3km durch sekundären Regenwald. Deutlich sind die alten Bewässerungskanäle zu sehen. Immer wieder gehen Seitenwege ab. Die wirken tatsächlich abenteuerlich. Es hat in letzter Zeit ungewöhnlich viel geregnet. Da wären eigentlich Gummistiefel angesagt. Wir wagen es trotzdem. Mal kommen wir nicht sehr weit, mal entdecken wir einen kleinen Rundweg durch das Unterholz…

Modelle der alten Plantagenhäuser
Stachelpalme
Sackgasse…

Wir erreichen den „Vogeltoren“. Auf Höhe der Baumwipfel entdecken wir hier zwar nicht sonderlich viele Vögel, genießen aber die schöne Aussicht. Auf Vogelpirsch ist Samuel ja ohnehin schon die ganze Zeit.

Jetzt halten wir uns auf dem Hauptweg. Es gibt wie immer viele kleine und größere Tiere und Pflanzen zu entdecken. Höhepunkt ist natürlich eine hungrige Gruppe Totenkopfäffchen, die sich an den Früchten beiderseits des Weges bedient.

Der Weg zieht sich ganz schön. Maila lässt mehr als einmal das Wort „endlos“ fallen. Doch wir laufen tapfer weiter bis zum verschlossenen Tor am Wendepunkt. Zeit für eine kleine Pause. Das gleich nebenan nistende Pärchen Schwarzgesichtameisenwürger lässt sich von uns nicht stören.

Schwarzgesichtameisenwürger (m)
Schwarzgesichtameisenwürger (w)
Los geht’s!

So, jetzt müssen wir eigentlich nur noch die 3km wieder zurück. Vielleicht hätten wir doch Fahrräder mieten sollen? Nicht wirklich. Damit wäre uns sicherlich viel entgangen. So auch eine ganz spezielle Begegnung von La Skipper. Plötzlich ertönt ihr lauter Ruf. Sie springt zurück. Eine Green Striped Vine Snake… und fast wäre sie drauf getreten.

Auf dem Rückweg sehen wir wieder eine (dieses Mal gemischte) Affengruppe und ein Aguti läuft uns auch noch über den Weg.

Und natürlich haben die Kinder auch wieder ein paar ganz besonders aufmerksame Augen für die kleinen Schönheiten des Dschungels.

Was haben wir denn hier?
Termiten!

Ein anstrengender, aber absolut lohnenswerter Ausflug.

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