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Moderner Kreuzweg in Sé de Angra do Heroísmo

19. Juni 2022

Jetzt bitte nicht gleich wegklicken! Mit ist schon klar, dass ich hier schon einige Kreuzwege gezeigt habe und der Eine oder die Andere mag mehr als genug davon gesehen haben. Eigentlich wollte ich auch gar keinen weiteren Kreuzweg thematisieren. Doch dann besuchen wir die Kathedrale von Angra do Heroísmo…

Und mein Vorsatz ist dahin. Der Grund erschließt sich schon auf den ersten, flüchtigen Blick. Der moderne Kreuzweg besteht aus 2014 von unterschiedlichen Künstlern gemalten Bildern. Jedes ist anders, einzigartig und auf seine Art beeindruckend. Das kann ich euch nicht vorenthalten…

I Jesus wird zum Tode verurteilt
II Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
III Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
IV Jesus begegnet seiner Mutter
V Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz zu tragen
VI Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
VII Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
VIII Jesus begegnet den weinenden Frauen
IX Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
X Jesus wird seiner Kleider beraubt
XI Jesus wird ans Kreuz genagelt
XII Jesus stirbt am Kreuz
XIII Jesus wird vom Kreuz genommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt
XIV Der heilige Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt

Angra do Heroísmo (1) – Regatta, Monte Brasil und Kirchen

19. Juni 2022

Einer unserer ersten Ausflüge führt uns zurück in den Ort, wo es mit dem Liegeplatz nicht geklappt hat… Angra do Heroísmo. Im reichhaltigen Programm der Sanjoaninas steht eine Sonnenwendregatta. Die wollen wir uns anschauen. Und wir haben auch schnell eine Idee, von wo wir einen schönen Blick haben könnten. Die Bucht wird vom 205m hohen Hausberg Monte Brasil überragt. Da müsste sich doch ein Logenplatz finden lassen.

Doch erst einmal müssen wir da rauf. Natürlich könnten wir den offiziellen Wanderweg PCR 4 TER nehmen. Doch dafür sind wir heute zu faul. Wir haben einen Wagen und die Straße führt bis zum Gipfel. Inklusive zwei netter Aussichtspunkte zur Küste und in den Krater. Letzterer wird im Sommer gelegentlich als Stierkampfarena verwendet.

Auf dem weiteren Weg halten wir für eine kleine Gruppe süßer Rehe. Nicht nur die Kinder sind begeistert.

Dann beginnt die Suche nach einem Plätzchen mit Blick auf die Regatta. Das gestaltete sich schwieriger als gedacht, da alle offiziellen Aussichtspunkte keine freie Sicht auf die Bucht vor Angra bieten. Letztlich halten wir einfach am Rand der engen Piste und setzten uns auf die Leitplanke. Perfekt!

Neun Boote gehen auf die Regattabahn. Eines prescht gleich voran. Es sieht nach einem langweiligen Rennen aus. Doch dann macht „der Racer“ nach dem ersten Wendepunkt kehrt und segelt zurück zur Startlinie. Das nenne ich mal ein Handicap. Letztlich rollt er jedoch das Feld von hinten auf und wird noch guter Vierter.

Kurz vor dem Start
Grüppchenbildung mit von hinten aufholendem Racer

Überhaupt geht es vorne erstaunlich eng zu. Obwohl der lange Kurs zweimal abgesegelt wird, ist es ein spannendes Finale. Zumindest auf den vorderen Plätzen. Am Ende kämpfen zwei Pärchen mit weitem Abstand jeweils tapfer um den 8. bzw. 6. Platz. Doch natürlich warten alle Teilnehmer bei der Ziellinie, bis das Rennen von allen beendet wurde.

Spannender Zieleinlauf

Auf der Spitze des Monte Brasil erinnert ein Säulenmonument an die Entdeckung Terceiras und bietet einen tollen Blick auf Angra do Heroísmo.

Etwas tiefer duftet es lecker von den in Beschlag genommenen Grillplätzen. Um uns herum watscheln Hühner, Graugänse und Moschusenten.

Samuel geht natürlich auf Vogelpirsch…

Mittelmeermöwen
Buchfink…
… nach „Azoren-Art“
Rotkehlchen
Kanarengirlitz

Wieder unten angekommen lassen wir den Wagen an unserem designierten Lieblingsparkplatz am Fuß des Monte Brasil (kostenlos, immer was frei, in Gehweite zur Altstadt) und spazieren ins Zentrum. Die Straßen sind für das Fest geschmückt.

Für heute stehen noch zwei Kirchen auf unserem Besuchsprogramm. Die Igreja da Misericórdia aus dem 18. Jahrhundert steht direkt am Hafen und schaut mit ihrer schönen blau-weißen Fassade über die Boote hinweg auf das Meer. Auch der Innenraum lohnt den Besuch.

Die Igreja de Santíssimo Salvador da Sé aus dem 16. Jhdt. wird meist nur Sé Catedral genannt. Auch sie ist mit ihrer rosa-weißen Fassade nicht nur von außen schön anzusehen. Innen bietet sie eine nicht ganz so prunkvolle, aber trotzdem beeindruckende Atmosphäre. Der ungewöhnliche Holzaltar sticht ebenso hervor wie die bunten Fahnen und der moderne Kreuzweg.

Zum Abschluss stärken sich die Kinder auf dem zentralen Praça Velha im Angesicht des schmucken Rathauses noch mit einer Leckerei, die sie nun schon seit Jahren nicht mehr bekommen haben: Zuckerwatte! So können auch kleine Dinge für große Freude und selbst nach einem so anstrengenden Rundgang für ein Lächeln auf den verklebten Lippen sorgen…

Rathaus am Praça Velha
Mjam!!!

Mit Birdwatching von Faial nach Terceira

15./16. Juni 2022

Samuel…

Wir verlassen den Hafen und ich bin gespannt. Wir wollen zu dem Felsen fahren, wo die Sepiasturmtaucher brüten. Uns wurde gesagt, das sie dabei rumkreischen würden. Und kreischen ist das richtige Wort. Die Männchen machen ein Geräusch wie „Aua aua bäh bäh“ die Weibchen haben einen tieferen und ganz anders klingenden Gesang.

Abfahrt!
Blick zurück nach Horta
Blick voraus zum Pico

Es dämmert bereits als wir einen Felsen passieren, auf dem sehr viele Mittelmeermöwen sitzen.

Vorbei am Monte da Guia…
… voller Möwen

Um uns herum fliegen dutzende Sepiasturmtaucher. Viel mehr als wir auf dem Atlantik gesehen haben. Der Felsen ist schon in Sicht. Es ist nicht mehr weit. Leider kann man auch die dunkle Wolkenfront gut erkennen, die genau hinter dem Felsen bleibt.

Wir fahren nicht hinein, trotzdem haben wir 6‘er Böen um die 25kn. Damit muss sich der Skipper rumschlagen, während wir das Schauspiel der sich sammelnden Sepiasturmtaucher bewundern. Es werden inzwischen Hunderte. Man sieht sie auch in schwindelerregender Höhe, die wir so von den Sepiasturmtauchern noch nicht gesehen haben. Nur sind sie leider recht leise! Man hört nur sehr vereinzelt und sehr leise Rufe.

Als es nach einer halben Stunde immer weniger Sepiasturmtaucher werden, denken wir, sie wären zu ihren Nistplätzen geflogen, doch nichts da. Sie haben sich alle einfach aufs Wasser gesetzt. Vermutlich halten die Tiere uns für einen Feind, der zu ihren Nestern will. Darum sind sie vermutlich nicht zu ihren Nestern geflogen, sondern warten, bis wir weg sind. Das machen wir dann auch. Ab hier erzählt Papa aber besser weiter.

Skipper…

Kaum machen wir kehrt Richtung Osten lassen die Böen nach. Gegen den Strom motoren wir über eine Stunde zurück Richtung Horta, dass wir nun aber links liegen lassen. Weiter motoren wir durch die Nacht. Wie angesagt glänzt Wind durch Abwesenheit. Ich nutze das um immerhin den Wassermacher zum Auffüllen unserer großen Trinkwasserflaschen anzuwerfen. Ansonsten bleibt es ruhig. Wir fahren zwischen Pico und São Jorge bevor es im Morgengrauen auf direkten Kurs Terceira geht.

Süd-Ost-Ecke von São Jorge
Terceira voraus

Wir peilen den im Süden der Insel gelegenen Hauptort Angra do Heroísmo an. Allerdings informiert uns die kurz zuvor angekommene SY Sissi, dass der Hafen voll und der Rezeptionssteg furchtbar sei. Mit beidem behalten sie Recht. In Anbetracht unseres Dinghy machen wir trotzdem kurz fest, nur um zu hören, dass der Hafen nicht nur voll sei, sonders das es die nächsten zwei Wochen auch so bleiben werde. Im Ort beginnt morgen Sanjoaninas. Währen der 10 tägigen Festivitäten platzt alles aus den Nähten. Dank mehrerer Regattas auch auf dem Wasser.

Rezeptionssteg beim Hafenmeister
Dahinter verschandelt ein Hotel die Landschaft :-(
Der Ort selbst sieht einladend aus.

Was tun? Wir könnten ankern. Dagegen legt La Skipper jedoch ein entschiedenes Veto ein. An der Hafenmauer wird gerade sehr lautstark gebaut. Laut Hafenmeister geht der Lärm jeden (Werk-)Tag mindestens bis 16 Uhr. Da wissen wir noch nicht, dass sich auch das Sanjoaninas-Musikprogramm weit in die Nacht zieht. Die letzten DJs starten gegen 3 Uhr! Der Entschluss steht. Wir fahren direkt weiter zum im Osten der Insel gelegenen Alternativhafen.

SY Sissi liegt vor Anker… noch!
Ehemaliger Vulkan Ilhéus das Cabras bei Angra do Heroísmo

In Praia da Victória empfangen uns wiederum Ankerlieger vor der kleinen Marina. Über Funk wird uns wiederum bestätigt, dass der Hafen voll sei. Nachdem ich unser Dinghy-Problem geschildert habe, solle ich mich in 10 Minuten nochmal melden. Dann die erlösende Nachricht. Ja, er habe einen Platz für uns gefunden. Was für ein Glück. Dabei spielt vielleicht auch rein, dass am heutigen Fronleichnam nur der eine… der richtige Kollege im Büro sitzt. Wir bedanken uns überschwänglich.

Die Einfahrt ist eng und führt direkt an kleinen Bojen vorbei, die den Badebereich des angrenzenden Strandes markieren. Der angewiesene Platz ist eng. Sehr eng. Die andere Hälfte wird von einer Pogo 12,5 belegt. Ein Racer mit SEHR breitem Heck. Doch ohne Wind und mit unseren Lieblingsfendern schleichen wir uns entspannt rein.

Kaum sind die Leinen fest, werden wir sehr nett von unseren österreichischen Nachbarn der Maeva Piti begrüßt. Und auch die befreundete Sissi ist schon auf dem Weg nach Praia. Die Erkenntnis unserer direkten Weiterfahrt gepaart mit dem Baulärm hat auch sie davon gejagt. Leider bekommt die Sissi keinen Platz mehr im Hafen. Das hält uns jedoch nicht von einem netten Anlegerbier am Abend ab. Willkommen auf Terceira.

Mitte rechts liegt unsere Samai… :-)

Mit dem Boot in Horta

Anfang Juni 2022

In Seglerkreisen hat der Name Horta einen besonderen Klang. Es ist DER Hafen der Azoren. Es soll sogar Skipper geben, die ihr Segelboot in keinen anderen Hafen des Archipels lenken. Da stellt sich die Frage, woher das kommt?! Zunächst einmal ist es ein recht großer Hafen mit den für Segelboote besten Ausrüstungs- und Reparaturmöglichkeiten der Azoren. Und die werden hier mitten im Atlantik wohl auch dringend gebraucht. So hatte beispielsweise die befreundete SY Sissi auf ihrer Fahrt über den Atlantik Probleme mit dem Achterstag. Wohin kann man das gut nachbestellen? Richtig… nach Horta. Der Ersatz kommt trotz der Feiertage schnell an und beim Befestigen hilft Samuel gerne aus.

Das die maritimen Shoppingmöglichkeiten vor Ort angeht, darf man sich nämlich trotz des guten Rufs keiner Illusionen hingeben. Es gibt zwei eher überschaubare Geschäfte mit dem Grundbedarf. Kein Vergleich mit AWN oder Budget Marine. Trotzdem sehr nützlich, um ein neues Ersatz-Toilettenventil zu erstehen. Man kann ja nie wissen.

Eine Besonderheit in Horta ist der bunt bemalte Pier. Es hat sich zu einer Tradition entwickelt, dass viele Segler sich hier mit einem kleinen Bildchen verewigen. Auf den Hauptwegen sind die gut sichtbar, aber auch schnell abgelaufen… dann malt halt die nächste Crew. In geschützteren Ecken findet man aber auch Bilder von beträchtlichem Alter. Wie auch immer. Wir kennen sowohl unsere künstlerischen Fähigkeiten als auch den nicht vorhandenen Farbenvorrat und schließen uns dieser Tradition nicht an.

Eine weitere Insitution in Hora ist das 1918 eröffnete Peter Café Sport. Decke und Wände sind geschmückt mit Bootswimpeln aus aller Welt, wobei der Platz bei weitem nicht für alle ausreicht. Es ist seit vielen Jahren DIE Seglerkneipe schlechthin. So ihr Ruf.

Dieses Rufs ist sich der Eigentümer ausgesprochen bewusst. Wer mag es ihm verdenken, daraus Umsatz schlagen zu wollen. Die gegenüber halb auf den Gehweg gebaute Außenterrasse ist nicht nur leidlich ansehnlich, sondern bietet darüber hinaus 10% Preisaufschlag wegen… ja weswegen eigentlich? Wohl eine Mischung aus Ausblick, passierenden Autos und dem längeren Weg der Kellner.

Doch damit nicht genug. Im Obergeschoss zeigt das 1986 eingerichtete Peter’s Scrimshaw Museum lokales Kunsthandwerk. Letztlich sind es mit Schnitzereien und Gravuren versehene Knochen von bis 1983 auf den Azoren noch bejagten Walen. Rechts nebenan werden Ausflüge (z.B. Walbeobachtung, Schnorcheln…) angeboten. Links nebenan bietet ein Shop mehr oder weniger verzichtbare Souvenirs zu selbstbewussten Preisen. Uns ist das alles ehrlich gesagt etwas zu viel des Guten.

Die Marina selbst ist soweit ok. Der Sanitärbereich mit Duschen (1,55€) und Wäschereiservice ist von unserem Liegeplatz einen mittleren Spaziergang entfernt. Mit einem langen Schlauch erreichen auch äußere Päckchenlieger einen Wasseranschluss. Die Anzahl Steckdosen passt dagegen nicht so recht zur Nachfrage. Nun gut, unser Landstrom funktioniert nach dem Blitzschlag ja immer noch nicht und unsere normale Verteilersteckdose können wir über die benachbarte Sissi freundlicherweise anschließen.

Wir erleben jedoch auch die Nachteile der hier üblichen 3er-Päckchen, also von drei an einer groben Steinmauer nebeneinander liegenden Segelbooten. Eine Zeitlang haben wir recht kräftigen nordöstlichen Wind, der in dem großen Hafenbecken für eine unangenehme Welle und natürlich ordentlich Druck auf die innersten Boote sorgt. Hinter uns arbeiten sich die Fender raus und der dunkelblaue Lack des inneren Aluminiumschiffes bekommt unansehnliche Kratzer. Auch unseren Innenlieger erwischt es. Seine obere Reling bricht ob der Belastung durch die daran befestigten Fender. Letztere gehen komplett verloren und das arme Boot liegt mit der Sissi und der Samai außen dran direkt an der Mauer. Der Hafenmeister hilft mit schnell organisierten Fendern aus. Der Schaden ist da schon eingetreten.

Da mag man vermuten, dass das Boot bei starkem Wind vor Anker sicherer liegt. Doch auch das kann ein Trugschluss sein. Die Sissi berichtet, dass bei dem Starkwind kurz vor unserer Ankunft so in etwa jedes 7. Boot auf Wanderschaft im ohnehin eng belegten Hafenbecken ging. Weder Spiel noch Schokolade, dafür Spannung und zumindest für Zuschauer auch ein Hauch von Spaß…?

Uns zieht es nach eineinhalb Wochen weiter. Einen bezahlbaren Mietwagen haben wir nicht bekommen. Die begehbare Umgebung haben wir in den seltenen Momenten besseren Wetters erkundet. Die Vorräte sind aufgefüllt. Weiter geht es nach Terceira…

Zu Fuß in Horta

Anfang Juni 2022

Auch wenn in Horta nur etwa 2.500 der insgesamt um die 15.000 Einwohner von Faial leben, ist es der unbestrittene Hauptort der Insel. Angeblich ist es (neben Angra de Heroísmo auf Terceira) einer der schönsten Orte der Azoren. Nun ja. Ein gewisser Charme ist ihm sicher nicht abzusprechen. Von den Kirchen der Stadt öffnet aber leider nur die 1861 fertiggestellte Igreja de Nossa Senhora das Angústias ihre Tore für uns. Der Besuch lohnt sich.

Igreja de Nossa Senhora das Angústias

Weitere Gotteshäuser sind dagegen weder unter der Woche noch am frühen Sonntagnachmittag wirklich auf Besucher vorbereitet. Die am 12. November 1700 eröffnete Igreja de Nossa Senhora do Rosário hat schon einiges mitgemacht. Insbesondere, aber nicht nur Erdbebenschäden in 1926 und 1998 erforderten umfangreiche Restaurationsarbeiten.

Igreja de Nossa Senhora do Rosário
Davor der kleine Jardim Comendador Eduardo Bulcão

Über der Stadt thront die Igreja de Nossa Senhora do Carmo. Ihr Bau dauerte ganze 99 Jahre von 1698 bis 1797. Bei schönem Wetter hat man hier einen tollen Blick auf den höchsten Berg Portugals.

Igreja de Nossa Senhora do Carmo
Ausblick zur Nachbarinsel Pico
Wieder hinunter Richtung Küste

Die kleine Heiliggeistkapelle Império do Divino Espírito Santo dos Nobres von 1759 gehört zu den Ältesten der Azoren. Sie wurde zur Erinnerung an einen großen Vulkanausbruch im Jahre 1672 erbaut.

Império do Divino Espírito Santo dos Nobres

Auch beim Museu da Horta stehen wir vor verschlossener Tür. Mittagspause. Eine in Deutschland inzwischen weitgehend unbekannte, hier jedoch oft gelebte Angewohnheit.

Das Museum…
… hat Mittagspause

Wir spazieren Richtung Norden bis zum Torre do Relógio. Dieser steht einsam ohne seine Kirche da. Sie wurde durch Erdbeben im 18. Jahrhundert beschädigt. Da in Portugals revolutionären Zeiten nicht an eine Restaurierung gedacht werden konnte, wurde sie 1825 kurzerhand abgerissen. Inzwischen freut sich auch der Turm selbst über Stütze. Insbesondere nachdem er bei einem Erdbeben am 9. Juli 1998 beschädigt wurde. Maila freut sich über den gut asphaltierten Weg rundherum. Eine perfekte Rollerbahn. Nördlich schließen sich der kleine Jardim Florêncio Terra sowie eine Außenstelle der Universidade dos Açores an.

Torre do Relógio… dahinter Garten und Uni

Es ist Sonntag und die Straßen sind wie leergefegt. Das gilt jedoch auch für so manches Haus und Grundstück. Immer wieder sehen wir Schilder, die mit „à venda“ den Verkaufswunsch der Eigentümer bekunden. Bei manch einer Immobilie wäre der Kauf sicher ein gewagtes Unterfangen für handwerklich und gärtnerisch begabte Menschen mit ausreichend Zeit.

Eine Ausnahme ist die Sociedade Amor da Pátria. Der Bau im Art-Deco-Stil von 1934 steht zwar etwas gedrängt und zugeparkt, überstrahlt trotzdem seine Umgebung. Er beherbergt die am 28. November 1859 gegründete Freimaurerloge, die sich zu einer der angesehensten Vereinigungen von Faial entwickelt hat.

Letztlich ist man mit der Altstadt aber schon recht schnell durch. Rundherum findet sich eher modern anmutende Bebauung und Kommerz. So spazieren wir vorbei am Ufer gelegenen Forte de Santa Cruz da Horta zurück Richtung Hafen.

Gerade für Segler ist dieser Hafen natürlich eine der wichtigsten Attraktionen… nicht nur von Horta oder Faial, sondern fast schon der ganzen Azoren. Doch davon berichten wir das nächste Mal…