Kosten in Guna Yala

Juli/August 2021
Wie sagt man so schoen makaber? Umsonst ist nur der Tod! Natuerlich wollen wir hier nicht ins Philosophische abdriften. Daher folgt auch nur eine kleine Uebersicht der uns gegenueber in Guna Yala aufgerufenen Begehrlichkeiten monetaerer Art. Also letztlich nichts anderes, als wir uns selbst als ersten Anhaltspunkt gewuenscht haetten. Gerade bei von Kuna-Kanus gemachten Angeboten darf dabei natuerlich gerne gehandelt werden.
Eintritt: Wir haben gehoert, dass jeder Guna Yala besuchender Segler eine allgemeine Gebuehr zu entrichten hat. So eine Art Eintritt. Ein amerikanischer Skipper erzaehlte von 20$ fuer das Boot plus 20$ pro Person, die bei Ihnen gerade paar Tagen zuvor am aktuellen (Hotspot-)Ankerplatz eingetrieben wurden. Wir bleiben davon verschont, haben aber auch die administrative Hauptinsel Porvenier an Steuerbord liegen lassen.
Ankern: Insbesondere vor groesseren Ortschaften kommt es vor, dass ein Obolus fuer das Ankern erhoben wird. So beispielsweise vor Achutupu. Meist sind das 10$ pro Schiff die dann der Dorfkasse zufliessen. Offiziell koennen auch duenner besiedelte Inselgruppen (Cays) solch eine, freilich bar jeder Gegenleistung daherkommende Gebuehr erheben. Ausser im Segel-Hotspot BBQ-Island (Holandes Cays) blieben wir davon verschont.
Strandnutzung: Diese (in unseren Augen Un-)Sitte scheint gluecklicherweise nicht sehr verbreitet zu sein. Es konzentriert sich tendenziell auf die beliebten und gern frequentierten Segel-Hotspots wie Chichime Cays (2$) oder BBQ-Island (3$). Die Preise verstehen sich pro Person.
Kokosnuesse: In Guna Yala hat jede Kokosnuss einen Besitzer. Selbst, wenn sie noch an der Palme baumelt. Selbst pfluecken ist tabu! Dementsprechend oft werden sie angeboten. Im touristischen Westen zahlt man 1$ pro Nuss. In Achutupu sind es 60Ct.
Ananas: Die wohl am haeufigsten angebotene Frucht kommt frisch geerntet an Bord. Manchmal ist sie noch gruen, dann aber nach ein paar Tagen verzehrbereit und soooooo lecker! Im touristischen Westen handeln wir von 3$ pro Stueck auf 5$ fuer zwei Stueck. Im traditionelleren Achutupu kostet sie 2$.
Kochbananen: Diese sued- und mittelamerikanische Spezialitaet eignet sich auch an Bord hervorragend fuer selbst gemachte Bananan-Pommes. In Achutupu bekommen wir sie fuer 50Ct. pro grossem, gruenen Stueck. Sie werden aber auch vom Kanu angeboten. Achtung: Nicht mit den kleinen, suessen Snack-Bananen verwechseln. Diese werden oft auch noch gruen angeboten, reifen aber an Bord schnell nach.
Limetten: Die Zitrusfruechte sind wichtiger Bestandteil der Kuna-Kueche und entsprechend oft im Angebot. Uns wurden sie vor Achutupu als kleine Geschenke gemacht, so dass wir hier keine Preisvorstellung haben. Zwiebeln: Im Laden in Achtupu 75Ct. pro Stueck. Dafuer frisch und recht gross.
Eier: Im Laden in Achutupu knapp 5$ fuer eine 30er-Palette. Achtung: Bevor diese an Bord kommen, sind Inspektion und (Salzwasser-)Reinigung sowie Entsorgung der Pappe dringend angeraten.
Huehnchen: Im Laden in Achtupu 6,50$ fuer ein ganzes Huehnchen aus der Kuehltruhe. Dafuer frisch und recht klein (… der Skipper hatte ein vegetarisches Abendessen ;-). Am Ankerplatz bei Tupbak wird uns Gefluegel sogar direkt am Schiff angeboten. Eine Tuete mit fuenf grossen Haehnchenschenkeln fuer 9$. Verkauft von einem Schnellboot voller Kuehlboxen. Frisch aus Kolumbien! Wir verkneifen uns Rueckfragen und freuen uns ueber die Abwechslung auf dem Speiseplan. Déjà-vu in der Bahía Carreto, nur dass die etwas besser gefuellte Tuete dieses Mal abgewogen wird und 11$ kostet.
Fisch: Im Gegensatz zu Langusten oder auch grossen Krebsen ist frischer Fisch eher selten im Angebot. In unserer (allerdings Abseits vom Hotspot gelegenen) Ankerbucht in den Lemmon Cays haben wir einem alten Mann 5$ fuer drei nicht allzu grosse Fische gegeben. Bei Green Island kostete ein von zwei juengeren Maennern (faktisch auf Bestellung) gebrachter grosser Fisch 10$. Das war sicher etwas zu viel, ist im Vergleich zu Deutschland aber immer noch guenstig.
Langusten: Gerade fuer dieses immer wieder gemachte Angebot haben wir leider keine Info. Der Skipper liebt sie zwar, der Rest der Familie (insbesondere die Maedels) schmecken das jedoch anders. Wir haben lediglich eine kleine Languste als Zugabe zum groesseren Fisch rausgehandelt.
Bier: Die 4xSixpack-Palette Balboa kostet in Achutupu direkt vom Versorgungsschiff erstaunlich guenstige 18$. Achtung: Bei uns hatte sich darin eine kleine Kakerlake versteckt. Inspektion und Entsorgung von Pappverpackung noch im Dinghy sind wie immer Pflicht!
Mola: Sie sind DAS Souvenir aus Guna Yala. Mehrlagige, je nach Fertigkeit der Kuenstler(in) wunderschoen bestickte, Applikationen. Sie gehoeren zur traditionellen Kleidung der Kuna-Frauen, gefallen aber auch so. Im touristischen Westen bekommen wir gleich zweifach Besuch von Mola-Meister(innen). Je nach Aufwand der traditionell-abstrakten oder modern-figuerlichen Motive schwanken die Preise zwischen 10$ und 30$. Wir koennen bei Mola Lisa (sic!) jedoch einen kleinen Mengenrabatt raushandeln. Alternativ bekommt man sie auch in praktisch jedem Ort angeboten.
Guide: Bei Río Diablo kommt der oertliche Guide zwar vorbei. Allerdings duerfe er uns nur Einkaeufe vorbei bringen. Darauf verzichten wir. Auch das Angebot zur Muellmitnahme lehnen wir mit Ausblick auf die landseitigen Strand-Deponien ab. In Achutupu kommt der oertliche Guide mit Bananen und Limetten als Willkommensgeschenk an Bord. Er fuehrt uns ausgiebig und informativ durch die Siedlung. Wir besuchen seine Familie und er hilft beim Einkauf. Bei meiner abschliessenden Frage nach der Gegenleistung druckst er etwas herum. Mit 30$ scheinen wir beide zufrieden auseinander zu gehen.
Hinweis: Dieser Eintrag wurde per Kurzwelle/Satellitentelefon eingestellt! Das hat zwei Auswirkungen. Einerseits gibt es weder Umlaute noch sz. Andererseits beinhaltet er keine Bilder. Ersteres wird korrigiert, letztere nachgereicht… bei Gelegenheit…
Nur sporadisch koennen wir Kommentare lesen und die zur Veroeffentlichung notwendige Genehmigung erteilen. Auf Kommentare antworten koennen (und werden) wir jedoch erst, wenn mal wieder richtiger Internetzugang besteht das soll jedoch bitte niemanden vom Schreiben abhalten!

Isla Pinos (Tupbak): … und der blitzende Wal

Isla Pinos (Tupbak): … und der blitzende Wal
29./30. Juli 2021
Zugegeben, die Ueberschrift erinnert doch sehr an an eine in Deutschland ebenso bekannte wie langlebige Hoerspielreihe. Tatsaechlich haben wir vor einiger Zeit damit angefangen, alle(!) Abenteuer der Drei Fragezeichen von Anfang an durchzuhoeren. Der Skipper hat im Elternhaus aus seiner fruehen Jugend noch die ersten gut 30 Geschichten als Erstausgabe auf MC. Fuer die juengeren Leser: das sind Musikkassetten… so richtig mit Magnetband, das an einem Tonkopf vorbeigefuehrt wird! Obwohl das letzte Hoeren fuer mich schon in Jahrzehnten zu bemessen ist, so habe ich bei den ersten Faellen doch immer wieder Déjà-vu Erlebnisse. Inzwischen sind wir aber schon fast bei der Nummer 50… von mittlerweile ueber 200! Wir haben also noch eine Weile zu tun. Doch zum Thema…
Nach gut einer, von einem sehr interessanten Besuch des Ortes Achutupu gekroenten Woche holen wir endlich wieder den Anker auf und fahren weiter. Wenn wir denn vorankommen. Genau in der engen Ausfahrt zwischen Inseln und Korallenriffen treiben braune Teppiche. Vor allem sind es pflanzliche Reste, doch auch der allgegenwaertige Plastikmuell mischt sich darunter. Wir haben keine echte Wahl. Wir muessen da durch. Klappt zunaechst auch gang gut. Bis die Motordrehzahl runter geht. Wir bleiben genau an der engsten Stelle fast stehen. Rueckwaerts volle Drehzahl, dann wieder vorwaerts, klappt… wir kommen voran. Fuer wenige Sekunden. Dann beginnt das Spiel von vorne. Mehrmals. So hangeln wir uns durch, bis endlich wieder freies Wasser den Rumpf umspuelt.
Diese grossen, braunen (vor allem) Pflanzenteppiche scheinen hier eine lokale Spezialitaet zu sein. Bisher noch nicht gesehen, zeigen sie sich auf der heutigen Fahrt immer wieder in erstaunlichen Ausmassen. Dazu kommen noch ein paar gar nicht so kleine Extras. Teilweise sind es ganze Baumstaemme, die da groesstenteils dicht unter Wasseroberflaeche umhertreiben. Da hilft nur ein guter Ausguck.
Voraus taucht unser Tagesziel auf. Die gut 150m hohe Isla Pinos erinnert mit ihrer geschwungenen Form an den auftauchenden Kopf eines grossen Meeressaeugers. Da ist der Kuna-Name Tupbak nur richtig. Er bedeutet Wal. Doch dieser Wal zeigt sich nur schemenhaft. Erst scheint es nur diesig, dann ziehen an der Kueste dunkle Wolken auf. Blitze zucken ueber und in die Berge an Steuerbord und voraus sieht es auch immer ungemuetlicher aus.
Die schmale, nur knapp 5m tiefe Engstelle zwischen zwei rechts und links in die Einfahrt ragenden Riffe treffen wir dank Wegpunkt und sichtbarer Brandung problemlos. Dahinter wird das Wasser ruhiger und noch flacher. Dafuer zeigt sich der Himmel immer unruhiger. Ueber der Kueste suchen sich die Blitze den direkten Weg zum Boden. Wir zaehlen Sekunden. Einige Kilometer koennen so nah erscheinen. Wir vertrauen darauf, dass die im Revierfuehrer gegebenen Koordinaten ausreichend Schwoikreis bietet und werfen direkt den Anker… auf erwarteten 2,5m Wassertiefe. Dann passiert es.
Die Familie sitzt im Cockpit unter dem Bimini. Der Skipper steht mit der Fernbedienung der Ankerwinsch etwa zwei Meter hinter dem Bug der Samai. Ein grelles Leuchten. Maila sieht den Blitz direkt neben uns im Sendemast auf der Wal-Insel einschlagen. Der Skipper sieht nicht den Blitz, sondern den aus Aluminium gefertigten Bugspriet (… die vordere Bootsspitze, ueber den auch die Ankerkette laeuft). Ein Knistern erreicht mein Ohr und ich sehe kleine Funken ueber das Metall tanzen. Sekundenbruchteile spaeter folgt der laute Donner.
So ein Schauspiel haben wir vorher auch noch nicht erlebt. Ok, einen Blitz in solcher Naehe ist ehrlich gesagt nicht neu. Aber knisternde Funken auf dem Bugspriet? Wow! Der Vollstaendigkeit halber sei erwaehnt, dass nichts weiter kaputt gegangen ist.
Die Nacht bringt Nachschlag. Gegen drei Uhr wecken uns der Wind einer Wolkenfront und die damit einhergehenden Propellergraeusche unseres Windgenerators. Erinnerungen an die Drake Bay in Costa Rica werden wach. Immer wieder leuchtet der Himmel grell auf. Meist bleibt es still. Nur manchmal grollt auch dumpfer Donner, denn man unter Deck nicht nur hoert, sondern auch spuert. Trotz dicht bewachsenem Grund und nur 30m Kette haelt der Anker zuverlaessig. Regen prasselt auf das Deck. Nach gut einer Stunde ist der Spuck vorbei. Als wenn nichts gewesen waere, schaukelt die Samai sanft in der Nacht.
So auch jetzt. Am Morgen danach. Es ist kurz vor 9 Uhr. Der Skipper geniesst seinen Kaffee. Die Familie liegt noch im Bett. Draussen ist es grau. Doch das ist es morgens oft. Mal schauen, was der Tag noch bringt… hier vor Anker… neben dem blitzenden Wal… ;-)
Hinweis: Dieser Eintrag wurde per Kurzwelle/Satellitentelefon eingestellt! Das hat zwei Auswirkungen. Einerseits gibt es weder Umlaute noch sz. Andererseits beinhaltet er keine Bilder. Ersteres wird korrigiert, letztere nachgereicht… bei Gelegenheit…
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Schoenes Guna Yala

24. Juli 2021
Hmmm… wenn ich mir die letzten Eintraege so anschaue, koennte man auf die Idee kommen, dass hier alles bloed ist. Ist aber nicht alles bloed… also nicht ALLES! (Sorry, wer mich kennt weiss, dass ich mir den nicht verkneifen kann… ;-)
Ok, zum Thema. Wir sind hier nach Meinung vieler weit gereister Segler in einer der schoensten Ecken der Karibik. Und ja, es ist auch wirklich schoen hier. Wir haben zwar keinen Vergleich mit dem Rest der Karibik oder anderen, vergleichbaren Gegenden. All das war einfach nicht auf unserer bisherigen, etwas abseits gelegenen Route. Aber schoen ist es hier wirklich.
Im Westen von Guna Yala dominiert die Inselwelt. Ueberall rundherum kleine Flecken im Meer, oft mit strahlend-gelbem Sandstrand und tief-gruenen Palmen bestandene Inseln und Inselchen. Andere Eilande sind dagegen von dichten Mangroven ueberzogen. Pelikane fliegen majestaetisch ueber das Wasser oder stuerzen sich auf der Jagd todesmutig mit lautem Platsch hinein. Das ist nicht einmal uebertrieben. Gerade fuer junge, noch ungeuebte Pelikane kann ein falscher Eintauchwinkel des uebergrossen Schnabels schnell unangenehm enden.
Unter Wasser findet sich eine unglaubliche Zahl an Korallenriffen verschiedenster Groesse und Art. Was bei der Einfahrt aufmerksames Steuern und gewissenhaften Ausguck verlangt, entfaltet sich mit Schnorchel und Flossen ausgeruestet zu einer nicht immer knall-bunten, aber stets faszinierenden, lebendigen Unterwasserwelt.
Auch wenn wir bisher leider immer noch keine Siedlung besuchen durften, so haben wir doch oft Kontakt zu den hier heimischen indigenen Kuna. Weiter im Westen sind sie merklich tourismus-orientiert, doch selbst dann niemals aufdringlich. Das Angebot wird freundlich praesentiert und wenn wir nichts moechten, fahren sie mit laechelndem Gruss weiter.
Aktuell liegen wir vor dem Ort Achutupu. Hier an der weiter oestliche gelegenen Kueste ist es urspruenglicher. Weniger Segler und weniger Angebote. Dafuer faehrt oefters einfach mal ein Kanu neugierig vorbei. Wir bekommen sogar (kinderreichen) Besuch an Bord. Alles sehr entspannt. Wenn nicht ausgerechnet jetzt der grosse Guna Yala – Kongress aller Siedlungsoberhaeupter hier stattfinden wuerden, duerften den Ort auch besuchen. So sind wir noch unschluessig, ob wir warten oder weiterfahren sollen.
Natuerlich ist Guna Yala nicht DAS Paradies auf Erden. Ein solches gibt es doch schon lange nicht mehr. Auch hier truebt manche Kleinigkeit (nicht zuletzt immer wieder umhertreibender Plastikmuell) die Illusion unberuehrter Natur. Und doch ist es ein wirklich schoenes Fleckchen Erde, das wir gerade zu besuchen das Privileg haben. Fuer uns ist es eine andere Welt und wir sind ebenso froh wie dankbar, diese mit eigenen Sinnen erleben zu duerfen.
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Alltagsprobleme an Bord: Schon wieder ein Handy

18. Juli 2021
Manche munkeln ja, dass technische Geraete heimliche Sollbruchstellen verbaut haben. Sei es nun die streikende Waschmaschine direkt nach einem langen Urlaub, das dunkle Display des vor 2 Jahren und 3 Tagen gekauften MP3-Players oder die ebenfalls puenktlich nach Garantieende auftretenden Pixelfehler des Fernsehers. Ganz oben auf der Liste der Verdaechtigen steht das Handy. Bei vielen Nutzern ist das zwar gar nicht noetig. Sie verfallen im Schnitt schon nach weniger als zwei Jahren den Verlockungen der Werbung und sind felsenfest von der zweifelsfreien Wahrheit ueberzeugt, dass nur das gerade herausgekommene, neueste Modell ihres (wieder zunehmend weniger) kleinen Begleiters das Leben lebenswert macht. Es sei ihnen gegoennt. Ich sehe das anders. Ich benutze meine Mobiltelefone gerne so lange, biss sie ihren Geist aufgeben. Bevorzugt darf es mehrere Jahre lang bei mir bleiben.
Meine letzte Neuanschaffung war vor knapp zwei Jahren in Lissabon. Ein Wasserschaden raffte den Vorgaenger dahin. Folgerichtig war das Attribut wasserdicht ein wesentliches Auswahlargument. Doch an Bord eines Segelbootes reicht das anscheinend nicht. Schliesslich gibt es immer noch Oeffnungen. Und in der salz(wasser)haltigen Umgebung auf den Weltmeeren korrodiert einem die darin verbaute Qualitaetsware gerne mal unter den Fingern weg. In Panama City wird eine neue Ladebuchse faellig. Musik bekomme ich auch nur noch ueber Bluetooth-Kopfhoerer. Und dann die Batterie. Die haelt schon seit einiger Zeit kaum mehr einen Tag durch, ist dafuer verdaechtig schnell aufgeladen. Auch sie wird in Panama City ersetzt. Mit dem Ergebnis, dass sie gefuehlt nun noch mieser drauf ist.
Die neueste Ueberraschung zeigt sich dieser Tage in Guna Yala: das Display! Erst sporadisch gruenstichig, dann gerne mal schwaecher beleuchtet mit dunklen Streifen, neuerdings reduziert es sich auf einen schmalen Streifen am oberen Rand. Erst nur manchmal. Inzwischen nahezu dauerhaft. Das Geraet ist damit faktisch unbrauchbar. Und alle das wohlgemerkt bei einem nicht einmal zwei Jahre alten S-Modell von Samsung. Mit einem Mal scheint die Theorie von (gerne auch mehrfach) eingebauten Sollbruchstellen nicht mehr ganz so abwegig.
Zusammengefasst bin ich maessig begeistert. Wir haben aktuell ohnehin unsere Baustellen, sind in einer Gegend mit eher eingeschraenkten Nachschuboptionen und es ist ja auch nicht so, als ob der Wassermacher nebenbei noch Dukaten spuckt. Mal sehen, welchem Hersteller ich fuer welches (wasserdichte) Modell wann und wo die naechsten auf das Firmenkonto werfen darf.
Es gibt aber auch das glorreiche Gegenbeispiel. Mein grosses iPad haelt nun schon echt lange durch. Im Grunde ist es antiquiert. Aelter sogar als unsere Samai dient es mir nun schon um die acht Jahre! Ohne Probleme. Selbst der Akku haelt immer noch gut. Ja, ich schreibe hier von einem elektronischen Unterhaltungsgeraet! Aber wahrscheinlich war am Tag seiner Produktion lediglich ein wichtiger Mitarbeiter erkrankt… der Kollege mit einer ganz bestimmten Zustaendigkeit… ihr wisst schon wer! ;-)iter erkrankt… der Kollege mit einer ganz bestimmten Zuständigkeit… ihr wisst schon wer! ;-)
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Rio Diablo: Deja-vu

15. Juli 2021
Inzwischen tingeln wir seit mehr als zwei Wochen durch die westliche Inselwelt des San Blas Archipels bzw. Guna Yala. Inseln voller Palmen, mal unbewohnt mal mit kleinen Haeuschen, Mangroven, Badespass, Korallenriffe, Schnorcheln und mehr (… ausfuehrliche Berichte hierzu folgen :-).
Mal finden wir eine Bucht fuer uns alleine, mal sehen wir andere Segler. Wenn es gefaellt, bleiben wir 2-3 Tage. Wenn nicht, ziehen wir nach einer kurzen Nacht weiter. Wir lassen uns treiben. Insgesamt ist es trotz der fuer uns immer noch etwas ungewohnten Zahl immer wieder gesichteter Segelboote recht leer. Dafuer sorgen Regenzeit und Pandemie.
Auch in der Regenzeit haben wir neben grau-in-grau durchaus auch mal Tage mit sonnigen Stunden. Nachts ist es dagegen normalerweise mindestens regnerisch, oft recht windig, regelmaessig mit Wetterleuchten oder so manchem handfestem Gewitter. Abwechslung auf allen Ebenen.
So steuern wir heute zur Abwechslung unsere erste groessere Siedlung in Guna Yala an. Auf zwei der Muendung des Rio Diablo vorgelagerten Inseln liegen die Kommunen Nargana und Corazon de Jesus. Die Einwohner haben beschlossen, dem traditionellen Lebensstil der Kuna nicht zu folgen. Hier soll es sogar Internet geben und auch der Biernachschub kein Problem sein. Dazu vielleicht noch etwas frisches Gemuese und Sachen fuer den Grill? Schliesslich lockt der nahe Rio Diablo zu Dinghy-Erkundungen und Spaziergaengen an seinem Ufer. Klingt vielversprechend, doch es kommt mal wieder anders.
Bei der Einfahrt in die grosse Ankerbucht sehen wir einen deutschen Katamaran, den wir schon aus der Linton Bay Marina kennen. Kurz danach geht sein Dinghy laengsseits. Dabei ist der auch im Revierfuehrer genannte lokale Guide Federico. Er begruesst uns mit der ernuechternden Information, dass wir nicht anlanden duerfen. Fuer einen Besuch der Siedlungen gibt es kein Permit. Damit nicht genug. Gleiches gilt fuer den Rio Diablo. Faktisch sind wir damit auf unsere Samai beschraenkt.
Das kommt uns irgendwie unangenehm bekannt vor. Es ist nun tatsaechlich schon ein ganzes Jahr her, als wir am Ende unserer Fahrt durch die chilenischen Kanaele Patagoniens die Insel Chiloé erreichen. Auch dort wurde uns jeder Landgang verboten. Aus dem gleichen Grund wie hier. Natuerlich stellen wir heute wie damals nach wochen- bzw. monatelanger Bootsquarantaene keine gesundheitliche Gefahr dar. Das ist in diesen Zeiten jedoch kein Argument, das offene Ohren findet.
Dann ist da noch etwas anderes, das uns bekannt vorkommt. Sei es aus erster Hand am ecuadorianischen Wahltag oder in der Quarantaene von Bahía de Caráquez. Sei es als glaubwuerdige Information aus zweiter Hand als disziplinierende Massnahme in Franzoesisch-Polynesien und auf anderen Inseln: Alkoholverbot. Federico kann uns gerne Obst und Gemuese besorgen. Bier? Keine Chance. Wegen der Pandemie.
Nun gut. Auf die Bestellung frischer Ware verzichten wir. Andere Segler berichten ueber teilweise enttaeuschende Qualitaet. Da wuerden wir also gerne selbst aussuchen. Geht aber nicht. Und wenn es dann noch nicht einmal Gerstenkaltschale gibt haelt und nichts. Nicht der herueberwehende Geruch der Stadt, nicht das zu keinem Bad einladende truebe Wasser, nicht die Aussicht auf landseitige Ansammlungen von Plastikmuellsaecken… nach einer kurzen Nacht fahren wir weiter.
Hinweis: Dieser Eintrag wurde per Kurzwelle/Satellitentelefon eingestellt! Das hat zwei Auswirkungen. Einerseits gibt es weder Umlaute noch sz. Andererseits beinhaltet er keine Bilder. Ersteres wird korrigiert, letztere nachgereicht… bei Gelegenheit…
Nur sporadisch koennen wir Kommentare lesen und die zur Veroeffentlichung notwendige Genehmigung erteilen. Auf Kommentare antworten koennen (und werden) wir jedoch erst, wenn mal wieder richtiger Internetzugang besteht das soll jedoch bitte niemanden vom Schreiben abhalten! ;-)