Teures Costa Rica

Die Schweiz Mittelamerikas, so wird Costa Rica oft genannt. Das bezieht sich zwar eher auf die strikte Neutralität des Landes. Aber glaubt uns, auch hinsichtlich der Preise ist das absolut nicht unbegründet.

Es fängt schon bei den offiziellen Hafengebühren in Golfito an: 2,50$… pro Tag… pro Fuss Länge! Da sind wir also für unsere Samai schon mal bei locker 100$. Pro Tag! Geringfügige Entspannung bringt der Monatspreis: 25$… natürlich pro Fuss. Mit anderen Worten bei mehr als 10 Tagen lohnt der Monat. Auch wenn das dann locker 1000$ sind (in Valdivia haben wir dank Nachlass etwa die Hälfte für vier Monate bezahlt… Danke Jorge!!!), bleiben wir. Die Gewissheit, dass das Boot während unserer kleinen Rundreise durch das wunderschöne Costa Rica sicher liegt, ist ja auch was Wert. Und bei der Abschlussrechnung wird dankenswerterweise ganz offensichtlich zu unseren Gunsten abgerundet.

Auf unserer kleinen Rundreise müssen wir bei den Preisen mehr als einmal ordentlich schlucken. Grundsätzlich werden die meisten touristischen Angaben in US-$ gemacht. Das ist wohl auch ein Zugeständnis an die Hauptzielguppe… ca. 45% der Touristen kommen aus Nordamerika. Denen möchte man die Last der Umrechnung in die lokale Währung sowie auch die Handhabung großer Beträge offenbar ersparen… 1$ sind immerhin gut 620 Colones.

Egal in welcher Währung die Rechnung aufgemacht wird ist es manchmal grenzwertig heftig. Insbesondere bei den gerne besuchten Touristenattraktionen. Ganz übel sind die großen Erlebnisparks, beispielsweise in Monteverde. Wir buchen einen Spaziergang über die Hängebrücke und das Faultier-Sanktuarium. Den Kolibri-Garten bekommen wir über unseren Guide geschenkt. Trotzdem werden 280$ abgebucht. Da ist das „Original Canopy“ für gut 50$ ja fast ein Schnäppchen.

Allgemein muss man als Familie mit zwei Kindern oft ganz tief durchatmen. Ein gut 1-stündiger Reitausflug schlägt mit plus-minus 200$ zu Buche. Bei den La Paz Waterfall Gardens kommt man uns nach einen netten Plausch freundlicher Weise entgegen. Statt den erwarteten knap 230$ werden uns „nur“ gut 150$ berechnet. Wir haben die Preise für „local and residents“ bekommen… Danke!

Ja, hier wird (wie auch schon in Ecuador) mit zweierlei Maß gemessen. Einheimische zahlen wenn nicht immer, so doch meist ausgesprochen angemessene Preise. Für Touristen sieht das anders aus. Es wird zur Kasse gebeten!

Die Kindheit endet hier anscheinend auch recht früh. Der Erwachsenenpreis wird üblicherweise ab 12 Jahren fällig. Da ist es eine kleine Freude, wenn wir unsere, insbesondere für hiesige Verhältnisse ausgesprochen groß gewachsene, Jüngste für ihre tatsächlichen neun Jahre durch die Kasse bringen.

Ja, Costa Rica hat ein ambitioniertes Preisniveau. Das wird auch in einem Gespräch mit Schweizern deutlich: „Das ist hier ja fast so teuer wie zu Hause!“, klagt der verwöhnte Alpenländler. Doch die Schweiz Mittelamerikas kann es sich offensichtlich leisten. Dem Land geht es gut. Woran das liegen könnte? Gedanken dazu folgen ein anderes Mal.

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