Samuel über (unnütze?) Neuanschaffungen auf der Samai

Was? Keine Tiere? Richtig! In diesem Artikel spielen Tiere keine Rolle. Aber nun zum Thema. Wieso sollte sich die Samai Sachen anschaffen, die sie nicht braucht? Das ergibt doch keinen Sinn! Wieder richtig! Das macht keinen Sinn. Sie sind auch nicht direkt unnütz. Sie sind einfach nicht wichtig für das Boot, wie zum Beispiel eine Funkantenne.

Aber mal wieder zum Anfang. In der Nähe unseres Hafens liegt die Albrook Mall mit mehr als 700 Geschäften. Dort gibt es auch Apple Geschäfte. Maila hat vor circa eineinhalb Jahren in Brasilien meinen iPad Mini aus der Hängematte fallen lassen und das Display ist gesprungen. Wir haben ihn in eine wasserdichte Hülle gelegt, um das Display später reparieren zu lassen. Dies gelang, bis wir nach Panama gekommen sind, nicht.

In den Apple Geschäften in der Albrook Mall in Panama heißt es erstaunlicherweise, dass man nur umtauschen könne, dafür aber nur 80 Prozent des Preises für ein Neugerät bezahlen muss. Am darauf folgenden Tag wollen wir ihn nach einem Backup umtauschen, aber nichts da! Uns teilte man mit, dass es mindestens 10 Tage dauern würde, eines aus der USA herzubestellen. Aber wir können das neue iPad Air hier sofort kaufen. Das ist mir aber viel zu klobig und auch einen ganzen Zacken teurer. Die 10 Tage sind natürlich zu viel, wenn wir in etwa einer Woche durch den Panamakanal durch wollen.

Direkt gegenüber gibt es ein anderes Geschäft mit Elektronik und wir fragen dort nach. Auch sie haben keinen iPad Mini. Was für eine Überraschung! Allerdings sehen wir dort GoPros. Die Ausgaben 6 bis 9. Wir erinnern uns, dass Stefan, den wir in Galápagos kennen gelernt haben, auch eine hat, die von sich aus wasserdicht ist. Das ist sehr praktisch. Da fragen wir nach und kaufen schließlich die GoPro 9 für einen heruntergesetzten Preis. Super! Korallenriffe ich komme!

Das war unsere erste unnütze Anschaffung.

Zwar eine sehr coole, aber sie ist trotzdem irgendwie unnütz, weil wir ja auch noch eine alte GoPro haben. Zwar ist sie weder so gut noch ohne Schutzhülle wasserdicht, aber sie funktioniert trotzdem.

Uns wird in dem Laden noch ein anderer Shop empfohlen, in dem wir vielleicht den iPad Mini bekommen. Er heißt Panafoto. Alles in allem sind wir nicht begeistert und gehen erst einmal in den Supermarkt.

Danach gehen wir zur Straße, um uns Uber zu bestellen, als wir einen großen Laden an der Ecke sehen, mit den dicken Buchstaben PANAFOTO. Natürlich bitte ich Papa noch mal hineinzuschauen und er willigt ein. Wir gehen mit unserem Gepäck hin und schauen uns darin um. Sie haben zwei verschiedene iPads aber keinen Mini. Panafoto hat sehr viele Elektronik. Von Handys bis zu großen Waschmaschinen und Kühlschränken. Um das unterzubringen, sind zwei Etagen nötig.

Wir schauen mal zu den Tablets von Samsung und sehen dort zwei Modelle. Das S6 lite und das S7. Das S6 ist nicht sehr viel älter, aber nur halb so teuer. Nach einer kurzen Überlegung entscheiden wir uns für den. Er macht einen guten Eindruck und ist blau. Es muss ja nicht immer Apple sein.

Da also die zweite unnütze Anschaffung auf der Samai.

Papa schaut sich noch einmal um, bevor er zum Bezahlen geht. Dabei sieht er auch ein Fernrohr. Es ist wie das, was die Birdwatcher immer benutzen oder generell die Guides. Damit kann man unter einer tollen Vergrößerung super Fotos von Vögeln machen. Papa und ich grübeln ob wir eine der drei Möglichen mitnehmen sollen. Anfangs ist gleich klar: wenn dann das kleinste für nur knapp 160 Dollar. Die der Birdwatcher kosten über 1000 Dollar.

Nach einiger Grübelei ist die Entscheidung für das Fernrohr gefallen. Es hat einen 15-45 fachen Zoom. Cool!!!

Die dritte und letzte unnütze Neuanschaffung.

Wir bezahlen und bestellen dann unser Uber-Taxi. Wieder auf der Samai zeigen wir es dem Rest der Crew und sie freuen sich auch über die Neuanschaffungen. Bis zum heutigen Zeitpunkt haben wir das Fernrohr bereits oft verwendet und mein neues Tablet sowieso. Die GoPro ist eingerichtet und aufgeladen und wartet auf ihren ersten Einsatz unter Wasser auf den San Blas Inseln. Schon bald geht es los zu den Korallenriffen.

Samuel

Shopping in Panamá City

Anfang Juni 2021

Heute geht um unsere Einkaufserfahrungen in Panamá City. Für viele von euch ist das sicher todlangweilig. Kann ich voll und ganz verstehen! Gegebenenfalls einfach spontan mittendrin mit dem Lesen aufhören?! Bin nicht böse!!! Andererseits gibt es da draußen aber vielleicht auch noch ein paar andere Segler, die uns hierher folgen und denen solche Informationen helfen?! In diesem Sinne…

Panamá City ist die große Hauptstadt eines kleinen Landes. In ihrem Ballungsraum leben gut 1,2 Mio. der insgesamt 4,2 Mio. Einwohner Panamas. Da sollte man doch gut „shoppen“ können?!

Albrook Mall

Gleich neben dem Flughafen liegt DAS Einkaufszentrum der Stadt. Im Jahr 2015 war es mit seinen 380.000m2 das größte in den Amerikas und Nummer 14 in der Welt. Über einen Kilomenter lang zieht es sich. Laut Eigendarstellung finden sich hier über 700 Geschäfte. Darunter je ein großer Supermarkt am Süd- und (der bessere) am Nordende sowie drei Gastrobereiche (aka Fressmeilen ;-). Uber-Fahrer setzen gerne am Südende ab. Das ist kürzer. Allerdings ist dieser Bereich auch in weiten verwaist. Anfangs wundern wir uns über den Leerstand. Doch spätestens ab der Mitte ist es brechend voll… Pandemie hin oder her.

Ein zentraler Anlaufpunkt ist das Warenhaus El Costo. Hier bekommt man fast alles. Teilweise zu Preisen, die einen fast schon die Schamesröte ins Gesicht treiben. Einen ersten Eindruck von der Größe bekommt man durch die Hinweise an den Eingängen. Pandemiebedingt dürfen „nur“ 1.750 Personen ins Geschäft. Wer zählt das bitte schön?

Am Nordende ist der kleine I love my mobile zu erwähnen. Hier bekommt das Skipper-Handy für kleines Geld eine neue Ladebuchse. Die alte ist schon nach weniger als zwei Jahren an Bord ins Unbrauchbare korrodiert.

Es würde zu weit führen, bei diesem Konsumtempel noch weiter ins Detail zu gehen. Doch vielleicht erzählt ja Samuel demnächst noch etwas dazu?! ;-)

Lebensmittel

Es gibt einige Supermarktketten (z.B. Xtra, Super 99), doch für die muss man teilweise ordentliche Wege zurück legen. Am Ende des Causeways in Armador, also nahe der Marinas gibt es nur zwei Optionen. Einerseits kleiner, dürftig sortierter, dafür reichlich überteuerter Mini-Markt in der Häuserzeile des Vergnügungszentrums. Andererseits der Felipe Motta Wine Store & Deli bei der Marina Flamenco. Offiziell ein Weinhändler führt er auch eine gewisse Auswahl an anderen Lebensmitteln des täglichen Bedarfs. Des großen Duty-Free-Laden nebenan haben zugegebenermaßen wir nicht besucht.

Für einen Großeinkauf sucht man sich am Besten einen der über die Stadt verteilten Großhändler. Wir sind mit dem riesigen PriceSmart in der Via Brazil sehr glücklich. Allerdings braucht man hier eine Mitgliedskarte, bzw. jemanden, der einen mit seiner Karte rein und einkaufen lässt (Danke Rogelio!). Und dann sollte man ausreichend Dollar mitbringen. Bezahlung geht nur mit der persönlich Kreditkarte des Mitglieds oder halt Cash. Immerhin stehen am Ausgang zwei ATM bereit.

Abstand halten!?
Jetzt nur noch zum Boot bringen…

Bootsbdarf

Theoretisch gibt es eine große Auswahl. Praktisch sind wir leider etwas enttäuscht. Der Fokus liegt ganz klar auf Motorboot, Außenborder und Angelbedarf. Uns werden insbesondere zwei Ladenketten empfohlen: Abernathy und Centro Marino. Beide haben auch kleine Außenstellen in Armador, also nahe der zwei großen Marinas. Aber die sind wirklich sehr klein. Die Hauptgeschäft liegen in der Stadt gar nicht mal so weit voneinander entfernt. Trotzdem sollten man sie nicht mit einem Spaziergang verbinden. Die Gegend ist nicht wirklich sicher.

Im Centro Marino bekommen wir immerhin eine dringen benötigte UKW-Antenne, beim Abernathy etwas Kette (zum Sichern des Dinghys in der Karibik), Ersatz-Positionslaternen und noch etwas Kleinkram. Ansonsten gibt es hier eine große Angelabteilung, in der ich mich von Samuel zu einigen Anschaffungen breitschlagen lasse. Aus der dritten Abteilung mit Tauchbedarf brauchten wir nichts mehr.

Was wir leider gar nicht bekommen, sind Leinen. Ich brauche insbesondere neue Reffleinen für die Vorsegel, ein neues Großfall steht demnächst mal an. Fehlanzeige. Auch auf Rückfrage in den besuchten Geschäften ernte ich hauptsächlich Kopfschütteln. Festmacher ja, aber sonst?!? Wer in Panama wirklich auf Nachschub für das Segelboot angewiesen ist, muss sich wohl an einen der vielen großen US-amerikanischen Ausrüster (Chandler) wenden… die liefern eigentlich alle hierher.

Maritime Literatur und Karten gibt es im Islamorada. Auch wenn es laut Eigenwerbung das größte maritime Buchgeschäft Lateinamerikas ist, zeugt die vergleichsweise eingeschränkte Auswahl eher von der noch schlechteren Versorgungslage im Rest des Kontinents.

Schluss

So, das soll es auch schon gewesen sein. Wir haben natürlich keine umfassende Marktanalyse vorgenommen. Das alles ist rein subjektiv und spiegelt lediglich unsere persönliche Eindrücke wieder. Wer andere, in den bemängelten Punkten bessere Erfahrungen gemacht hat ist herzlich eingeladen, diese hier mit uns zu teilen.

Biomuseo

6. Juni 2021

Schon auf unserer erste Fahrt rein nach Panamá City fällt uns dieses Gebäude am Anfang des Causeway Armador auf. Es ist bunt. Also richtig bunt im Sinne von farbenfroh fast bis zur Sonnenbrille. Wir erfahren, dass das vom Stararchitekten Frank Gehry entworfene Haus das 2014 eröffnete Biomuseo beherbergt.

Aktuell ist es nur am Wochenende geöffnet, aber das reicht uns locker. Gleich an unserem ersten Sonntag in Panama fahren wir hin. Und stehen an. Durch die eingeschränkten Öffnungszeiten ist der Andrang groß. Mit Sicherheitsabstand warten wir an der Kasse. Mit den Eintrittskarten (es gibt sogar ein Familienticket!) werden wir wegen starkem Besucherandrang zunächst in die Sonderausstellung gebeten. Diese beschäftigt sich ganz aktuell mit dem Klimawandel und dessen Auswirkungen auf Panama.

Die ständige Ausstellung unterteilt sich in acht Galerien. Dabei besteht der Anspruch zu zeigen, wie Panama die Welt verändert hat. Wow! Aber mal ganz ehrlich. Ob das nun überzeugend gelingt oder auch nicht ist letztlich egal. Es ist ein wirklich tolles, modernes Museum.

So stellt man sich Wissensvermittlung heutzutage vor. Multimedial, zum Anfassen und Staunen, der virtuelle Führer auf dem Handy erklärt im Detail das, was einen interessiert (also für den Skipper praktisch alles ;-), Mitarbeiter vor Ort bieten Hilfe und Information… da kann sich so manch anderes Museum eine dicke Scheibe von abschneiden. Ob die Selfie-Hinweise am Boden wirklich sein müssen, wissen wir jetzt nicht. Trotzdem sind wir brave Touristen und nehmen die Gelegenheit wahr…

Im Schaufenster der Biodiversität wird und Artenreichtum Panamas näher gebracht, aber auch deren Gefährdung nicht zuletzt durch den Menschen thematisiert.

Rechts oben der offizielle Nationalvogel Panamas: eine Harpyie!

Danach geht es in Panamarama weiter mit einer 5 minütigen Videopräsentation von Lebensräumen, Tieren und Pflanzen des Landes. Man taucht förmlich ein in die insgesamt 10 Szenen.

Nord- und Südamerika waren einstmals getrennte Kontinente. Die Brücke entsteht über Jahrmillionen hinweg. Über die genauen Zeiträume streiten die Wissenschaftler, doch spätestens vor ca. 3,5 Mio. Jahren was der Isthmus von Panama wohl geschlossen.

Denn ungefähr zu dieser Zeit begann der große Austausch. Auf den getrennten Kontinenten haben sich die Spezies unabhängig voneinander entwickelt. Mit der Landbrücke begann ein großer Austausch und neuer Konkurrenzkampf, dem viele Arten zum Opfer gefallen sind.

Echter Schädel eines Riesenfaultiers

Der menschliche Fußabdruck prägt das Land seit Jahrtausenden. Auf 16 in vier Themengebiete eingeteilte Säulen wird diese Geschichte von der Frühzeit über die Kolonisation bis in die Gegenwart erzählt.

Im nächsten Bereich werden die unterschiedlichen Lebensräume der getrennten Ozeane Pazifik und Atlantik in zwei großen und einigen kleineren Aquarien gegenübergestellt.

Karibik-Aquarium

Das lebende Netzwerk der Natur ist oft unsichtbar für unsere Wahrnehmungsdimensionen. Pflanzen, Tiere, Insekten und Mikroorganismen interagieren auf komplexe Weise, was hier beispielhaft in großen Skulpturen veranschaulicht wird. Für uns ist das ein Déjà-vu von in Costa Rica interessiert aufgenommener Informationen.

Erkunden wir das lebende Netzwerk…

Unter dem Motto Panama ist das Museum wird abschließend zu aufgefordert, das Museum zu verlassen um Panama und seine herausragende Biodiversistät zu erkunden. Einen kleinen Eindruck erhält man schon im das Musum umgebenden Garten.

Nach dem Museumsbesuch warten wir noch ein wenig, bis der Nachmittagsregen etwas abebbt und machen dann einen kleinen Spaziergang durch eben diesen Garten.

Schöner Abschluss eines absolut lohnenswerten Museumsbesuches. Sogar den Kndern hat es gefalle! Einen kleinen Eindruck bekommen man auf der virtuellen Tour. Doch wer die Chance hat, vor Ort vorbeizuschauen, sollte sich das nicht entgehen lassen.

Maila unter Waschbären

Panama, Anfang Juni 2021

Ja, dieses Mal geht es um Waschbären. Wir liegen gemütlich in einer Marina. Da erzählt Papa, dass er hinter dem Tor, dort wo die Duschen und der Parkplatz sind, Waschbären gesehen hat. Natürlich waschen die Bären keine Wäsche. Man hat aber beobachtet, wie sie ihr Essen waschen. Daher der Name: Waschbären.

Als Papa uns das erzählt hat, wollten wir natürlich auch einmal die Waschbären sehen. Wir brauchten eine Chipkarte. Mit der konnte man vorne das Tor öffnen. Und wirklich liefen dort Waschbären rum. Ich wusste aus Tierbücher, dass Waschbären auch mal kratzen oder zubeißen können. Deswegen war ich vorsichtig. Wir haben als erstes drei gezählt. Ihr Aussehen war wie ein Waschbär halt aussieht. Ein leicht gestreifter Schwanz, eine schwarze Augenmaske, darum etwas weiss und sonst grau. Und sehr scharfe Krallen.

Zum Glück haben die Waschbären erstmal Abstand gehalten. Immer wenn wir in die Stadt wollten, waren sie da und kommen auch einmal neugierig näher. Samuel und Mama fanden sie sehr süß und verstanden mein Misstrauen überhaupt nicht. Mit jedem Tag hatte ich das Gefühl, dass es mehr wurden. Wir laufen gerade über den Parkplatz und entdecken vier Waschbären. Sie laufen einfach hier in der Marina herum. Aber meistens ignorieren sie uns.

Einmal als wir den Steg hoch gegangen sind, haben wir an den Steinen, die am Wasser liegen, etwas entdeckt. Da sind ein paar Höhlen. Da kam gerade ein Waschbär raus und kletterte die Steine hoch. Ein anderes Mal war Mama gerade Müll entsorgen und hat erzählt, dass sie gerade den Müllsack in die Mülltonne tun wollte. Dann kam plötzlich aus der Mülltonne ein Waschbär. Cool! Das hätte ich gerne gesehen.

Sie wurden immer neugieriger. Letztendlich haben wir fünf gezählt. Nach einem Großeinkauf von Mama und Papa musste ich im Hafen auf das Gekaufte aufpassen. Leider bin ich die Kleinste. Schon kommen zwei Waschbären und sind immer näher gekommen. Einer hat sich unter einem Auto angeschlichen. Ich habe mir ein Schubkarre in die Hand und die beiden genau ins Auge genommen. Endlich sind sie gegangen. Dann kam auch Mama und hat mich abgelöst. Erst dann habe ich gemerkt, dass ich elf Mückenstiche bekommen habe. Na toll! Danach war meine Laune nicht mehr so gut.

Auch sonst haben wir sie immer wieder gesehen. Langsam wurde ich mir sicherer, dass sie uns wohl nicht attackieren. Ich war aber immer auf der Hut wenn Waschbären in der Nähe waren. Und das war im Hafen fast immer.

Im Wasser bei uns am Steg war auch etwas Interessantes. Nämlich Kugelfische. Ja Kugelfische! Als wir als das erste Mal einen gesehen haben, waren wir sehr erstaunt. Ich wusste gar nicht, dass es hier Kugelfische gibt. Aber warum nicht ? Aber hier im Hafen? Das Rätsel bleibt ungeklärt. Obwohl wir uns nicht ganz einig sind ob es Kugelfische oder Kofferfische sind. Es könnte auch ein Kofferfisch sein. Der Kugelfisch, ich nenne ihn so, war braun mit dunklen Flecken. Er hatte Stacheln. Da sind wir uns sicher! Der Kugelfisch hat am Steg die Algen und Muscheln gegessen. Dabei war auch mal eine Flosse aus dem Wasser. Er war gerade nicht aufgeblasen. Warum auch?

Immer wieder haben wir ihn gesehen. Auch mal auf der anderen Seite des Stegs. Am Abend haben wir zwei im Wasser gesehen. Einer war etwas größer. Am Tag haben wir dann auch den größeren gesehen. Nur am Abend haben wir sie zu zweit gesehen. Sonst immer einzeln. Komisch. Warum nur? Die beiden, zumindest glauben wir das es zwei waren, konnte man gut an der Größe unterscheiden. Der große und der kleine sahen sich ziemlich ähnlich. Obwohl ich mir nicht 100% sicher bin, ob der große auch Stacheln hatte. Zumindest haben beide uns immer mal wieder besucht.

Andere Fische haben wir auch gesehen, nämlich unter unserem Boot. Dort knabbern sie die Algen ab. So vermuten wir. Es sind verschiedene. Ein paar haben schwarz-gelbe Zebrastreifen. Und andere sind ganz grau.

Auch in der Luft sind ein paar Tiere hier. Am meisten Geier. Sie fliegen über uns hinweg, setzten sich auf Bäume und beobachten ihre Umgebung. Sie heißen Rabengeier. Sie haben auch eine ähnliche Färbung wie Raben. Immer waren sie da und haben beobachtet. Doch es gab auch kleinere Vögel. Einer hieß Bindenmeisenwürger. Er ist ziemlich klein und weiß-schwarz gestreift. Sieht schick aus! Es war ein Männchen. Auf dem Kopf hat er eine schwarz Krone. Zumindest sieht es so aus. Ihn haben wir leider nur einmal gesehen und kein Foto gemacht. Dafür von anderen Vögeln.

Silberreiher
Humboldtscharbe
Weibliche Großschwanzgrackeln
Aztekenmöve

Hier im Hafen gibt es überraschende Tiere.

Maila

Liegeplätze in Panamá City

Anfang Juni 2021

Vor unserer Ankunft in Panama haben wir uns natürlich versucht schlau zu machen, wo man sich mit dem Boot sinnvoll hinlegen kann. Die Informationen dazu sind verstreut und anscheinend nicht immer vollständig. Daher wollen wir hier mal kurz unsere Erkenntnisse zusammenfassen. Natürlich handelt es sich um eine subjektive Sicht, unter anderem weil wir nicht alles persönlich ausprobiert haben, sondern auch auf Informationen anderer, vor Ort getroffener Segler zurückgreifen. Trotzdem ist es hoffentlich eine kleine Hilfe.

Also… vor Panama City finden sich für durchreisende Langfahrtsegler im Wesentlichen folgende Liegeplatzoptionen:

Flamenco Marina

Wir nennen die Flamenco Marina nicht zuerst, weil wir sie für die beste Wahl halten, sondern weil sie oft als einzig sinnvolle Wahl genannt wird. Das sehen wir allerdings ganz anders. Das Feedback anderer Segler ist ebenso niederschmetternd wie eindeutig. Zunächst einmal ist es die teuerste Option vor Ort. Selbst ein kleines Boot wie unseres kann mit knapp 100$ pro Tag rechnen. Wenn man sich dafür willkommen fühlen würde, wäre es ja zwar schmerzlich aber halbwegs ok. Doch auch hier hapert es wohl sehr. Von „sehr unfreundlich“ und „keinerlei Service“ bis zu „die wollen nur dein Geld“ reichen die uns gegenüber geäußerten Kommentare.

Positiv anzumerken ist die Ausstattung an Land. Hafenkapitän und Immigration vor Ort bieten eine Ein- bzw. Ausreise mit sehr kurzen Wegen. Ein kleiner Markt hat eine gute und nicht allzusehr überteuerte Auswahl an Wein, Bier, Snacks, (sehr gutem) Käse und ähnlichem. Es gibt zwei kleine Bootsausstatter (mit eingeschränkter Auswahl), einen großen Duty-Free-Laden (haben wir allerdings nicht besucht) und diverse Restaurants. Die Stege dagegen sind augenscheinlich in die Jahre gekommen. Schließlich liegt gleich neben der Ausfahrt die große Baustelle für einen neuen (Kreuzfahrer-?!)Pier.

=> Von uns gibt es für die Flamenco Marina definitiv keine Empfehlung.

La Playita Marina

Einmal um die Halbinsel herum liegt an der Einfahrt zum Panamakanal die La Playita Marina (VHF Ch.09). Hier haben wir zwei Wochen gelegen und die Entscheidung nicht bereut. Ja, auch sie ist nicht günstig, aber mit aktuell 1,50$ pro Fuß und Tag (zzgl. Steuern) immer noch billiger als die o.a. Alternative. Der Empfang ist ausgesprochen freundlich, die Damen im Hafenbüro ebenso nett wie alle Mitarbeiter auf den Stegen. Für 130$ kommen zwei Taucher und befreien unseren Rumpf endlich von den letzten Bewuchsresten aus Ecuador. Weitere Hilfe wird angeboten, z.B. für elektrische Arbeiten. Aus La Playita fahren täglich Fähren zu den vorgelagerten Inseln und es kommt bei ungünstigem Wind etwas Schwell rein. Etwas unangenehm, wenn man weit außen liegt, aber nach unseren Information auch kein exklusives Problem dieser Marina.

Direkt vor der Tür findet sich Amador, ein gerade am Wochenende beliebtes Ausflugsziel mit Restaurants, Geschäften (darunter ein kleiner Abernathy), Fahrradverleih, (recht teurem) Minimarkt, einer Kartbahn(!) und ähnlichem.

=> Wenn man Wert auf einen Steg legt, ist die La Playita Marina vor Panama City unsere Empfehlung.

La Playita Anchorage

Direkt vor der Einfahrt zur Marina liegt eine kleine Ankerbucht. Diese ist jedoch vom Schwell der Einfahrt zum Panamakanal ebenso betroffen wie von ungemütlicher See bei falschem Wind. Ein dicht vor dem Ufer aus dem Wasser ragender Mast rundet den Eindruck ab.

=> Für die Übernahme des Advisors perfekt, als Liegeplatz nur bei starkem (Nord-)Ostwind empfehlenswert.

Causeway Anchorage

An der Ostseite des sogenannten Causeways, an dessen Ende Amador und die zwei Marinas liegen, findet sich ein großes, intensiv genutztes Bojen- und Ankerfeld. Das hat seinen Grund. Kostenlos und vergleichsweise gut geschützt (außer bei starken östlichen Winden). Allerdings herrscht auch ein gewisser Trubel. Dinghys flitzen zwischen Booten und Anleger umher, von hier liegenden großen (Party-)Katamaranen tönt schon mal Musik. Doch die Aussicht auf Panama City ist genial!

=> Unserer Meinung nach die beste kostenlose Liegemöglichkeit in der Gegend.

Balboa Yacht Club

Der Balboa Yacht Club ist ein Hafen ohne Stege. Man liegt an einer Boje. Die ist kostenpflichtig, aber günstiger als die o.a. Marinas. Die Lage ist mit grandioser Aussicht auf die Puente de Las Américas direkt neben der Einfahrt zum Panamakanal. Das bringt natürlich Schwell mit sich, der sich aber in Grenzen halten soll, da gleich nebenan viele Pilotboote liegen… und da fahren die Jungs dann halt etwas vorsichtiger. Für den Landgang darf nicht das eigene Dinghy benutzt werden, dafür gibt ein einen kostenlosen rund-um-die-Uhr Transportservice.

=> Eine sinnvolle und auch beliebte Mischung aus rudimentärem Service, nicht zuletzt Sicherheit (Kameraüberwachung), zu einem vergleichsweise günstigem Preis.

Wir hatten in der aktuellen Nebensaison keine Probleme, einen Liegeplatz zu bekommen. In der Hauptsaison ist bei den drei kostenpflichtigen Optionen jedoch eine Reservierung angeraten. Wenn man für den Transit einen Agenten bemüht, übernimmt der das normaler Weise gerne. Dann steht entspannten Tagen in Panama City nichts mehr im Weg.