Parque Nacional Galápagos

Der Galápagos-Nationalpark umfasst 97% Landfläche der am Äquator gelegenen Inseln und inzwischen auch 99% des sie umgebenden Meeres. Ausgenommen sind im Grunde nur die bei Gründung 1959 bereits bewohnten Bereiche. Es ist der erste Nationalpark Ecuadors und seit 1978 UNESCO Weltnaturerbe. Interessante Fakten sind dabei einerseits, dass es das Welterbe mit der offiziellen Nummer 1 ist. Andererseits wurde in der gleichen Sitzung des Welterbekomitees auch die Altstadt von Quito als Weltkulturerbe in die damals noch kurze Liste aufgenommen… mit der Nummer 2.

Oberstes Ziel ist der Schutz der einzigartigen Flora und Fauna. Mit strengen Vorschriften und nicht zuletzt auch für dieses Land ungewohnt konsequenter Umsetzung wurde es 2010 geschafft, dass die Galápagos-Inseln nach 9 Jahren wieder von der roten Liste des bedrohten Welterbes gestrichen werden konnten. Das bedeutet jedoch nicht, dass nun alles in bester Ordnung ist. Immer noch sind viele heimische, oft endemische Tier- und Pflanzenarten bedroht. Nicht zuletzt durch von Menschen eingeschleppte Arten. Auch ist der Zuzug auf die Inseln nun streng reglementiert und kontrolliert. Das hält immerhin den Zuwachs der dauerhaften Einwohner klein. Trotzdem kommen immer mehr Touristen. Zuletzt (also in „normalen“ Zeiten) waren es knapp 300.000 Besucher (… und damit übrigens immer noch gut 5x so viele wie in in die Antarktis ;-).

Trotzdem ist nicht alles schlecht. Durch strenge Parkregeln werden die Touristenströme sehr eng geführt. Auch wir bekommen vor unserem ersten Besuch im geschützten Bereich des Nationalparks eine kleine, dafür umso deutlichere Einführung in diese obligatorischen Verhaltensregeln. Eine Auswahl:

  • Grundsätzlich geht rein gar nichts ohne zertifizierten Führer, der als „agreement“ beim Landgang voran geht. Für uns kleine Gruppe nicht relevant ist das Verhältnis von einem Guide auf 16 Gäste.
  • Wir dürfen uns nur auf den markierten Wegen bzw. in entsprechend abgesteckten Bereichen bewegen. Damit gilt für den absolut überwiegenden Teil des Landes ein klares „Betreten verboten!“.
  • Lebende Tiere werden nicht berührt, gefüttert oder erschreckt.
  • Dementsprechend darf auch nur ohne Blitz fotografiert werden.
  • Allgemein ist ein Mindestabstand von 2m zu den Tieren einzuhalten. Wenn neugierige Tiere (vor allem junge Seelöwen) näher kommen, zieht man sich ruhig zurück.
  • Ansonsten dürfen wir die Natur gerne „begreifen“… wohlgemerkt ohne Spuren zu hinterlassen. So ist es beispielsweise auch nicht gestattet, etwas auf Steine oder Pflanzen zu ritzen oder gar zu schreiben.
  • Außer hoffentlich schöner Erinnerungen und Fotos wird nichts, aber auch rein gar nichts mitgenommen. Nein, auch keine Muschel. Die einzige (naheliegende) Ausnahme ist das Einsammeln von gefundenen Abfällen.
  • Und es wird natürlich auch nichts da gelassen (… vorher also alle nochmal auf Klo ;-)
  • Uns ist es ebenso verboten, auf den Landgängen etwas anderes als Wasser zu konsumieren. Nun ja, Raucher sind zum Glück nicht dabei und an Hunger leiden wir an Bord ohnehin nicht…

Man braucht jetzt übrigens nicht zu denken, dass das alles zwar schön klingt, aber in der Praxis wohl doch ganz anders aussieht. Mitnichten! Jeder Guide achtet sehr penibel auf die Einhaltung der Regeln. Gegebenenfalls wird da auch schon mal als solches wahrgenommenes Fehlverhalten anderer Gruppen oder Führer gemeldet. Und da die Guides praktisch immer mit dabei sein müssen, hat die Verwaltung des Nationalparks ihre Augen und Ohren überall. Insgesamt wird es dem einzelnen Touristen ziemlich schwer gemacht, größeren Schaden anzurichten. Und das ist auch gut so! Richtig gut!!! Auf dass der Welt dieses kleine Naturparadies noch möglichst lange erhalten bleibe…

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