Bildernachtrag Überfahrt nach Costa Rica

Wir haben nun in die Beiträge der Überfahrt von Ecuador nach Costa Rica ein paar Bilder eingefügt. Für alle, die keine Lust haben, alle Beiträge (nochmal?!) einzeln aufzurufen hier die Übersicht…

Zurück im Norden
Wieder über den Äquator
Abschied von Puerto Amistad
Abschied von Bahía de Caráquez
Abschied von Ecuador
Wieder auf dem Ozean unterwegs…
Erster Sonnenuntergang der Überfahrt
Die Sache mit dem Wassermacher
Trotz Parasailor geht es nur langsam voran
Warum tröpfelt das beim Handwassermacher eigentlich nur?!
Auch heute geht die Sonne wieder unter…
Von Strom im Wasser und Lichtern am Himmel
Hmmm… gibt das noch „Wetter“?!
Von Lichtern im Wasser

Die Bilder zu diesem Artikel kann leider nur das menschliche Auge liefern…

Halbzeitgrüße von der kolumbianischen Küstenwache
Isla Malpelo steuerbord voraus
Auf in kolumbianische Gewässer!
Kleiner Besucher
Familiensonntag auf dem Pazifik
Bei Sonnenaufgang…
liegt Isla Malpelo achteraus.
Flügelschlag!
Samuel über tierischen Besuch auf der Samai
Zwischendurch wird auch am roten Ende gepickt…
Keine Lust zu fliegen?!
Nicht viel los…
Endspurt nach Costa Rica
Die großen Pötte sind wieder da…
Das regnet sich ganz entspannt da hinten aus!
Willkommen in Costa Rica

Dieser ansonsten schon mit Bildern veröffentlichte Beitrag hat noch eine Ergänzung bekommen…

Land in Sicht bei Sonnenaufgang

Leguane auf Isla Santiago und Kakteen auf Isla Rabida

Galápagos-Inseln, 17. Februar 2021

Wieder fahren wir die Nacht durch, zurück auf die Südhalbkugel, Richtung Isla Santiago. Doch trotz der (für uns ausgesprochen sachten, ja im Grunde angenehmen) Schaukelei geht es heute früh los. Wir wollen Leguane sehen und die mögen es in der heißen Mittagssonne nicht so sehr.

Dabei waren die Landleguane auf der Isla Santiago eigentlich schon ausgestorben. Charles Darwin war bei seinem 5-tägigen Aufenthalt einer der letzten, der sie noch in großer Zahl sehen konnte. Nicht viel später machten eingeschleppte Tiere, insbesondere Ratten, aber auch wilde Schweine und Ziegen dem ein Ende. Doch auf Seymour Norte gab es zu viele Landleguane. Da es die gleiche Art ist, wurden einige davon nach Isla Santiago verbracht. Heute leben hier wieder etwa 3.000 dieser Tiere.

Quelle: Bittmann / Fugger – „Galápagos“ (mit Ergänzungen von Maja Homberger)

Es ist also noch recht früh bei unserer Anlandung am schwarzen Lavastrand. Fast noch Morgendämmerung… Moskitozeit… Repellent Pflicht! Gleich fällt uns eine Hinweisplatte auf. Diese wurden früher auf „interessanten“ Inseln angebracht. Fischer brachten dann Touristen dorthin und haben sie einige Zeit später wieder abgeholt. Diese Zeiten sind zum Glück für die Natur inzwischen vorbei.

Isla Santiago ist momentan vergleichsweise grün. Der Sandsteinboden ist gut, Wicken und Winden fangen schon an zu wachsen und überall sind hübsche kleine Blüten zu entdecken.

Doch auch die Tiere lassen sich nicht lange bitten. Eine bunte Heuschrecke posiert fotogen, eine weibliche Lavaechse sonnt sich, ein kleiner, neugieriger Vogel mag offensichtlich Kameras und fliegt mich kurz an.

Quer über dem Weg wärmt sich ein erster, großer (Land-)Leguan in der Vormittagssonne. Vorsichtig schleichen wir uns vorbei.

Lavaechse

Wieder an der Küste angekommen, empfängt uns ein Pelikanskelett. Dieses Jahr sind wohl recht viele dieser schönen Vögel hier gestorben. Erst ein paar wenige Seebären ruhen sich nach ihrer nächtlichen Jagd zwischen den Felsen aus. Dafür finden sich umso mehr rote Klippenkrabben, ihre leeren T-Shirts und natürlich auch wieder (Meer-)Leguane.

Interessiert schauen wir den Leguanen bei ihren Gesprächen zu. Ja, das Verb ist korrekt gewählt! Die Kommunikation erfolgt mittels Kopfnicken. Da braucht es natürlich ein wenig Glück, dass der „Angesprochene“ auch gerade in die richtige Richtung schaut.

Hallo… ich rede mit dir!!!

Interessant ist auch die Zusammensetzung des groben Sandes. Natürlich sind es vor allem viele kleine Steine. Doch immer wieder finden sich dunklere, leicht rötliche Bereiche. Hier zeigen sich im Detail unzählige, zerbrochene Stachelreste von Griffelseeigeln. Ihre Stacheln sind so hart, dass man damit problemlos in flache Steine ritzen könnte… das ist auf Galápagos allerdings offiziell verboten!

Dann erlaubt man sich einen bösen Spaß mit dem Skipper. Die schon etwas vorgelaufene Gruppe ruft fragend, ob ich Maila gesehen hätte. Nein. Wo ist sie? Rundumblick, lautes Rufen… doch die lächelnden Gesichter der Anderen lässt mich innehalten. Plötzlich taucht Mailas Kopf aus einem Loch im Boden auf und sie winkt mir lachend zu. Reingelegt!

Zum Abschied entdecken wir noch ein paar Braunmantel-Austernfischer. In einem Nest ist gerade Wachwechsel. Eine anderes Elterntier ist schon weiter und sitzt mit den Kindern entspannt auf den Steinen.

Nach kurzer Fahrt (mit Saltos vollführenden Rochen) werfen wir den Anker bei der Santiago südlich vorgelagerten Isla Rabida und holen die Schnorchelsachen raus. Wieder sind wir an einer Felskante, die heute aber nicht so tief abfällt.

Hier geht es gleich ins Wasser!

Große Schwärme nicht nur von Doktorfischen umgeben uns, Robben spielen im Wasser und zweimal sichten wir einen – für Menschen ungefährlichen – Weißspitzenriffhai. Ein richtig toller Ausflug in die Unterwasserwelt.

Verspielter Seelöwe
Weißspitzenriffhai
La Skipper ist begeistert!

Dabei bekommt Samuel von unserem Fotografenpärchen an Bord eine richtig gute Kamera in einem richtig guten Unterwassergehäuse ausgeliehen und macht damit dann auch richtig gute Fotos… doch die zeigt er in seinem eigenen Beitrag.

Nerd-Wissen: Der Doktorfisch hat seinen Namen von hornartigen Klingen („Skalpellen“), die sie zur Verteidigung vor der Schwanzflosse haben. Man sollte einen Doktorfisch also niemals von hinten mit der bloßen Hand greifen…

Auf einer kleinen Fahrt mit der Angelito I rund um Isla Rabida werden wir dann leider Zeuge von touristischem Verhalten der weniger schönen Art. Drei bis vier vollbesetzte Zodiacs eines anderen Schiffes (nennen wir es „Evolution“) jagen johlend einer Delfinschule hinterher.

Es wird um sie herum, aber auch gerne mal einfach mitten durch gefahren. Dann wird mit Vollgas überholt, aufgestoppt und mit großen Erwartungen – nein, es ist tatsächlich Jagdfieber! – springen die Passagiere als knappes Dutzend ins Wasser, um einen Augenblick mit den offensichtlich wenig erfreuten Delfinen zu schnorcheln. Schnell sind die Eindringlinge wieder alleine, klettern zurück ins Zodiac und das Spiel beginnt von vorne. Ein Paradebeispiel dafür, wie es nicht sein sollte und in der Tat wird unser Guide Maja diesen Vorfall bei der Parkaufsicht melden… gut so!

Der Nachmittagsspaziergang auf Isla Rabida steht im Zeichen der Kakteen. Ok, eigentlich wären ein paar Flamingos auch schön gewesen, aber die kleine Lagune ist leider verwaist.

Quelle: Bittmann / Fugger – „Galápagos“ (mit Ergänzungen von Maja Homberger)

Dafür zeigen sich die stacheligen Freunde in wahrlich ungewohnter Form. Wie schon an anderer Stelle geschrieben, verdickt sich der untere Teil dieser Kakteen nach etwa 10 Jahren zu einem Stamm. Anfangs hat der Stamm auch noch Stacheln, doch die werden alt und fallen irgendwann ab. Die Energie für neue Stacheln wird jedoch nicht aufgewendet, die dicke Rinde ist Schutz genug.

Die großen, dicken Opuntia-Feigenkakteen werden so locker über 100 Jahre alt. Und wenn es sie dann doch mal umwirft, wachsen aus den alten Astteilen neue Kakteen. Zeit dafür ist genug, hier auf der Insel gibt es keine kakteenfressenden Tiere. Lediglich die Samen sind vor Darwinfinken nicht sicher.

Die bodennahen Büsche sind noch grau, doch die Balsambäume fangen schon an zu Grünen. Wenn man ihr ausgesprochen langsames Wachstum bedenkt, sind sie teils von beachtlicher Größe. Auch die aufsitzenden, den Bäumen aber nicht weiter schadenden Flechten, wachsen sehr langsam. Als Faustregel gilt: große Balsambäume mit vielen Flechten sind uralt!

Nerd-Wissen: Auf Floreana wurden Flechten einstmals von Sträflingen abgebaut, um daraus in einem recht komplizierten Prozess den Farbstoff Lackmus zu gewinnen.

Auf dem Weg entlang der Steilküste genießen wir das immer wieder schöne Panorama und sichten noch einen Goldrochen.

Zurück am Strand ignorieren wir die ebenfalls eingetroffenen Delfinjäger, wieder an Bord beobachten wir noch ein paar bei ihrer natürlichen Jagd aus dem Wasser springende Thunfische und nach einem erneut sehr leckeren Abendessen geht es auch heute nicht zu spät ins Bett… müde von einem weiteren, ereignisreichen Tag auf Galápagos.

Goldrochen