Nachwuchs bei den Eseln… Chamito ist da!

Montag, 25. Oktober 2021

Eigentlich sind die Esel im Donkey Santuary alle kastriert. Die Jungs wollen zwar immer mal wieder, aber sie können nicht. Da ist die heutige Nachricht von einem Esel-Baby natürlich eine große Überraschung. Eine Erklärung findet sich schnell. Die frischgebackenen Mama Woods kam vor knapp einem Jahr ins Donkey Sanctuary. Die Tragzeit von Eseln beträgt jedoch bis zu 14 Monate. Und schon ist er da, der kleine Chamito.

Seine Überlebenschancen sind leider nicht sonderlich hoch. Stichwort: „Genpool“. Anfang der 1970‘er gab es noch 20 Esel auf Aruba. Und von denen stammen alle knapp 150 heutigen Esel ab. Da stehen die Chancen auf eine ordentliche Erbkrankheit nicht allzu schlecht. Es ist schon eine Weile her, dass hier geborener Nachwuchs das Erwachsenenalter erreicht hat. Hoffentlich durchbricht Chamito diesen Fluch.

Willkommen auf der Welt!

Dienstag, 26. Oktober

Nur einen Tag nach seiner Geburt nimmt Jörg uns zu einem Besuch des neuen Erdenesels mit. Echt süß der Kleine. Kaum zu glauben, dass er gerade gestern geboren wurde. Er sieht fast schon wie ein fertiger Esel aus. Nur halt etwas kleiner und viel flauschiger.

Chamito ist noch etwas wacklig auf den Beinen, aber findet zielstrebig die Milchbar seiner Mutter. Wenn sie ihn denn lässt. Woods ist mit der Gesamtsituation nicht so ganz zufrieden. Zuviel Unruhe. Oft würdigt sie den Kleinen keines Blickes und lässt ihn auch nur widerwillig trinken.

Sonntag, 31. Oktober

Chamito ist nun schon knapp eine Woche alt und natürlich der unangefochtene Liebling im Donkey Sanctuary. Trotzdem läuft es noch nicht so richtig rund. Woods gibt zwar endlich etwas mehr Milch, lässt ihren Sohn aber nur hin und wieder mal ran. Zu selten. Im Moment sieht er wirklich nicht so gut aus. Die Tierärztin gibt ihm eine Kochsalzlösung und empfiehlt, die zwei besser von den anderen Eseln zu separieren. Auch in der freien Wildbahn würde sich die Mutter mit ihrem Kind zunächst etwas von der Herde absondern. Hoffentlich hilft es.

Freitag, 5. November

Wieder einmal schauen wir unter der Woche vorbei. Mama Woods und der Kleine haben inzwischen ihren eigenen Bereich inklusive großem Außengehege. Chamito geht es sichtlich besser. Erstmals tobt er unter freiem Himmel herum und versucht sich in schnellerem Lauf und übermütigen Hüpfern. Auch wenn er natürlich immer noch Milch trinkt, schnuppert er schon einmal neugierig an Mamas Kraftfutter. Es geht bergauf.

Sonntag, 7. November

Heute dürfen wir zum ersten Mal zu Woods und Chamito in das Freigehege. Natürlich kommen wir mit Gastgeschenken: Mohrrüben für die Mama! Woods kommt nah ran und lässt sich füttern. Chamito bleibt immer an ihrer Seite und kommt so auch sehr dicht zu uns. Er kann sich nicht so recht zwischen Scheu und Neugier entscheiden. Die Mama lässt ihn gewähren.

(c) SY Sissi

Freitag, 12. November

Es ist wirklich ein Auf und Ab. Eigentlich gedeiht Chamito prächtig. Doch Mama Woods gibt immer weniger Milch. Das Heu ist auch noch nicht wirklich was für ihn und Ersatzmilch verschmäht er bislang. Noch hat er ein paar Reserven…

Sonntag, 14. November

Nun also doch ein wenig Heu? Chamito scheint zumindest mal zu probieren. Doch ohne ausreichend Milch sieht es düster aus. Wir wollen nicht an die möglichen Konsequenzen denken. Sollte es nach all den überwundenen Anfangsschwierigkeiten wirklich kein Happy-End für den Kleinen geben?

Sonntag, 21. November

Gute Nachrichten! Chamito trinkt nun endlich auch die mit der Flasche dargebotene Ziegenmilch und ist sichtlich munterer. Weiter so!

Sonntag, 28. November

Heute ist ein besonderer Tag für Chamito. Und für Maila. Dem Kleinen geht es offensichtlich immer besser. Darum trauen wir uns mit einer ordentlichen Portion Mohrrüben bewaffnet in das Freigehege. Mama Woods hat wieder einmal nur Augen für die mitgebrachten Leckereien. Doch auch Chamito schnuppert neugierig an der nach Gemüse duftenden Hand. Dann versuchen wir es. Vorsichtig hält Maila dem nun gerade mal gut einen Monat alten Baby-Esel ein kleines Stück Mohrrübe hin. Anfangs findet die kleine Schnute das begehrte Stück noch nicht. Vorsichtig wird die reichende Hand abgetastet. Doch dann verschwindet das orange Stück im Maul und Chamito kaut zum ersten Mal in seinem Leben auf einem Stück Mohrrübe.

Sonntag, 5. Dezember

Unser letzter Besuch um Donkey Sanctuary. Chamito macht riesige Fortschritte. Er isst nicht nur gerne Mohrrüben, sondern lernt darüber hinaus nun auch schon so langsam die flehend-bettelnden Blicke, denen kein Baby-Esel-liebender Mensch widerstehen kann. Seine Scheu hat er weitgehend abgelegt, so dass unser erneute Ausflug in das separate Freigehege eine wunderschöne Abschiedserfahrung wird. Der Kleine knabbert das dargereichte Gemüse fast so genüsslich die Mama Woods und lässt sich so ausgiebig wie nie zuvor durch sein super-flauschiges Fell streicheln. Soooooo süüüüüüß!

So wollen wir den kleinen Chamito in Erinnerung halten. Alles Gute für den weiteren Lebensweg… Du hast einen Platz in unseren Herzen!

Chamito und Woods

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