Oranjestad mit Straßenbahn

25. November 2021

Wir geben der Straßenbahn noch ein Chance. Frisch geimpft sind wir ohnehin schon in Oranjestad. Damit ist eine Fahrt erledigt. Da wir gerade kein Auto zur Verfügung haben, ist das durchaus ein Thema. Jörg hat uns freundlicherweise vom Animal Shelter zum DVG gefahren. Zurück zur Marina sollte es mit dem Bus klappen. So denken wir jetzt noch.

Egal, der erste Weg führt ohnehin zum Frisör. Ja, der Skipper muss auch mal wieder, aber die Kinder haben Priorität. Maila kommt mit der Bürste kaum noch schmerzarm durch und möchte ihre Haare dringen kürzer haben. Bei Samuel ist es eher eine extrinsische Motivation… ;-) Wir folgen einer Empfehlung und gehen nicht in einen der vielen Barbershops, sondern zu einem richtigen Frisör. Eigentlich geht das nur mit Termin, aber die Dame hat gerade Mittagspause und keinen Hunger. Spontan schiebt sie uns rein und schon eine knappe halbe Stunde später sind unsere Kinder haartechnisch wieder vorzeigbar.

Wir gehen weiter Richtung Stadtzentrum. Dabei nehmen wir nun auch bewusst die immer schon wieder einmal gesehenen blauen Pferde des Projektes Paarden Baai wahr. Derer acht sind seit 2015 zu entdecken. Jedes hat seinen Namen und eine kleine Geschichte. Zusammen erinnern sie an eine längst vergangene Zeit, als der Pferdehandel in der Bucht von Oranjestad blühte.

Eufrosina genießt aus der „Quelle des Lebens“… im Hintergrund Sinforosa

Nun aber endlich zur Straßenbahn. Fahrpläne sucht man ohnehin vergeblich, aber im Hafen liegt ein Kreuzfahrer. Damit stehen die Chancen gut, dass sie fährt. Wir gehen die Gleise entlang. Nichts. Wir kommen am Depot vorbei. Die Tür steht offen. Ein Zug fehlt. Ok, das sieht eigentlich nicht schlecht aus. Trotzdem schauen wir auch an der Endhaltestelle vergeblich.

Nun gut, machen wir halt in der Zwischenzeit ein obligatorisches „I Love Aruba“-Foto. Wir sind ja auch nur Touristen.

Eine neue Strategie muss her. Wir gehen entgegen der mutmaßlichen Fahrrunde der Straßenbahn die Schienen entlang. Sie wird schon nicht falsch in der Einbahnstraße der Autos fahren. Und dann sehen wir sie. Die Augen weiten sich. Die Straßenbahn steht an einer Haltestelle. Schaffen wir aber nicht. Sie fährt an uns vorbei. Wir hinterher. Hey, da ist noch eine Haltestelle. Schnell reingehüpft. Geschafft. Wir fahren tatsächlich die einzige Straßenbahn der Karibik.

Dabei sollte man das jetzt nicht mit einer echten Straßenbahn (aka Tram) verwechseln. Dient diese in der Regel dem Personentransport, ist das hier ein – immerhin kostenlose! – Touristenfahrt. Und die ist auch schnell wieder vorbei. Am Kreuzfahrterminal ist erst einmal Schluss. Wir müssen aussteigen. Aber in 5 Minuten sei sie zurück. Perfekt.

Langer Rede kurzer Sinn… wir drehen noch eine komplette Runde mit dieser sagenumwobenen Straßenbahn. Und wieder einmal haben wir Glück. Es ist die letzte Fahrt des Tages.

Auf Logenplätzen…
… vorbei am Museo Arqueologico Nacional Aruba
… fahren wir ENDLICH die einzige Straßenbahn der Karibik.
Zurück an der Endhaltestelle… Schluss für heute!

Danach müssen wir noch etwas Zeit rumbringen, bis unser Bus fährt. Das ist immerhin 5x am Tag. Die nächste Fahrt ist in 1 ½ Stunden. Da möchte La Skipper noch etwas essen gehen. Immerhin schon das zweite Mal seit unserer Ankunft in Aruba. Welch Luxus! Am Ufer werden wir in „Lucy’s Retired Surfers Bar & Restaurant“ satt und machen uns pünktlich auf den Weg zum Busbahnhof.

Da sitzen wir nun und warten. Hmmm… ganz schon leer hier. Ein Mann kommt vorbei und fragt, ob wir auf den Bus warten. Dann erklärt er uns, dass die heute streiken. Noch gut eine Stunde. Perfektes Timing. Noch einmal fast zwei Stunden rumbringen ist keine Option. Da erinnere ich mich an die Minibusse. Mit denen kommt man zwar nicht von der Marina weg, aber für einen kleinen Aufpreis machen sie den Umweg und bringen einen dort hin. Doch wo ist die Minibus-Haltestelle?

Rosa Touri-Kitsch…
… und pittoresker Verfall…
… liegen manchmal, wie hier in grün, …
… direkt auf gegenüberliegenden Straßenseiten.

Nett gefragt ist halb gefunden. Wir sehen zwei Minibusse, die eigentlich in das südliche San Nicolas fahren. Wir fragen, ob sie uns zur Marina bringen. Ok, geht klar. Gut, es kostet uns knapp doppelt soviel wie der normale Bus, aber immer noch den Bruchteil eines Taxis. Aber genau das ist es letztlich dann. Wir vier steigen ein und der Fahrer fährt los. Zweimal winken Fahrgäste am Straßenrand und sind wenig erfreut, nicht in den halb leeren Bus gelassen zu werden, doch sie kennen ja nicht unser Ziel. Zurück zur Varadero Marina. Zurück zur Samai. Nach einem langen Tag mit Tierheim, Impfung, Frisör und – ganz wichtig – einer Straßenbahnfahrt in Oranjestad.

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