¡Feliz Navidad!

Valdivia, 24. Dezember 2020

Heute ist Heiligabend, schon wieder ein Jahr vergangen. Es flog dahin und zog sich doch zugleich wie Kaugummi. Ich gebe zu, so manches Jahr zwar gelebt, das dabei erlebte aber nicht mehr der Jahreszahl zuordnen zu können. Der Mensch vergisst und oft brennen sich nur ganz besondere Ereignisse ins Langzeitgedächtnis. Unnötig zu sagen, dass 2020 da realistische Chancen auf einen der vordersten Plätze der nicht nur jüngeren Vergangenheit hat.

Nun also das zweite Weihnachtsfest auf unserer kleinen Reise. Im Gegensatz zum letzten Jahr haben wir heute sogar einen kleinen Weihnachtsbaum. Neben einigen mitgebrachten Kugeln unseres Baumschmucks der letzten Jahre hängen von den Kindern selbstgemachte Scherenschnittsterne. Maila hat noch einen besonders schönen großen Stern gebastelt und Samuel aus seinen Steckis einen Weihnachtsmann mit Zweitbäumchen beigesteuert. Von den leckeren Plätzchen ist kaum noch etwas übrig, doch gleich backen wir noch Kuchennachschub.

Gerade auf Langfahrt mit Kindern ist das mit den Geschenken ja ohnehin so eine Sache. Erschwerend kommt hinzu, dass unser letzter Stadtbummel sagenhafte sieben Monate her ist. Im Mai hatten wir zugegebener Maßen noch nicht an Weihnachten gedacht. Umso schöner ist die Hilfe, welche wir erfahren. Vor Ort organisiert unser Honorarkonsul mehr als nur Weihnachtspapier und aus Deutschland kam rechtzeitig zum Fest ein großes Paket an.

Wir haben der Versuchung widerstanden, es sofort aufzumachen. Es sind natürlich nicht nur Weihnachtsgaben, sondern auch einige Dinge für das Boot darin… aber die werden dann halt spontan in Geschenke für den Skipper umgewidmet. Wir alle können die Bescherung kaum noch erwarten.

Trotzdem ist das mit der Weihnachtsstimmung so eine Sache. Kinder haben es da naturgemäß leichter. Heute erwachten beide mit einem Lächeln und der Feststellung, dass nun endlich Weihnachten ist. Bei Erwachsenen gehört oft eine gehörige Portion Kindheitserinnerung dazu. Gelebte Traditionen. Natürlich schauen wir hier auch Weihnachtsfilme, über die Lautsprecher wechselt sich der Webchannel „Weihnachtshits“ von Radio Teddy mit alten und neuen Weihnachts-CDs ab. Und doch ist es – wenig überraschend – völlig anders. Einen Weihnachtsmarkt würden wir selbst dann nicht finden, wenn wir in die Stadt gehen dürften. Und Glühwein im Sommer passt auch nur bedingt. Zeit für neue Traditionen?!

Schließlich fehlt natürlich auch die daheim gebliebene Familie. Doch auch das wäre dieses Jahr anders gewesen. Sandra hätte wie üblich Weihnachtsdienst im Krankenhaus, eine angemessene Quarantäne zum Besuch der Eltern damit unmöglich. Selbst in der gleichen Stadt wären wir zum Fest genauso getrennt, wie wir es nun über Kontinente hinweg sind. Und auch den neuen Familiennachwuchs (Willkommen Lore!!!) hätten wir nicht persönlich in Mecklenburg-Vorpommern besuchen dürfen. Wenigstens haben wir hier ein gutes WiFi für Videotelefonie.

Weihnachten 2020 ist anders, doch der Kern bleibt unangetastet. Wir sind nicht nur dankbar uns zu haben, sondern gerade in diesen Zeiten froh, dass es uns und unseren Familien gut geht. Unsere Gedanken sind bei all den Menschen, die wir lieben und kennen und wünschen der Welt von Herzen ein frohes, friedliches und gesundes Weihnachtsfest!

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