Wolkiger Canal Wide – Caleta Refugio

3. – 4. Juli 2020

Canal Wide

Und wieder wehte uns mehr Wind als angesagt entgegen. Eigentlich sollte es sich ja im Laufe des Tages aufklaren, doch davon war nichts zu merken. Eine dichte Wolkendecke lag kaum 100m über dem Wasser und war gekommen um zu bleiben. Ganz anders zeigte sich dagegen der von Osten kommende, fast 20sm tiefe Seno Pengüin. Dort lag die Wolkendecke auf dem Wasser, darüber blauer Himmel, Sonne und weiße Berge. Hier gab es einige von diesen „Senos“ genannten tiefen Einschnitten. Am Ende findet sich häufig ein Gletscher, deren Eis gerade in der kalten Jahreszeit gerne mal den Kanal erreicht. Davon blieben wir jedoch verschont.

Seno Pengüin

6.5 Caleta Refugio (Isla Wellington)

Die idyllische Caleta Refugio machte ihrem Namen alle Ehre. Gut geschützt ließen wir die Samai mal wieder alleine und machten einen Ausflug.

Los geht’s!

Die nahen Hügel waren einfach zu verlockend und boten dann auch einen tollen Ausblick auf den Canal Wide und den, wie nun zu erkennen war, anscheinend zugefrorenen Seno Penüin.

Seno Penüin

Die Fauna zeigte sich wieder einmal beeindruckend. Jeder halbwegs geschützte Millimeter ist zugewachsen mit dichten Moosen, Gräsern, Flechten, knorrigen Bäumen und Büschen… all das malte ein fast schon surreales, zu allem Kitsch dann auch noch von einem leicht gefrorenen Binnensee hinterlegtes Bild.

Tiere waren dagegen so gut wie gar nicht zu finden. Keine lästigen Mücken oder Spinnen(netze) störten, größere Tiere hielten sich entweder versteckt oder waren erst gar nicht da. Obwohl letzteres am nächsten Morgen dann von einem lauten Röhren widerlegt wurde. Doch gesehen hatten wir natürlich weiterhin nichts.

6.5 Caleta Refugio

Canal Wide

Auch am nächsten Tag zeigte sich der Kanal Wide unverändert mit einer dicht geschlossenen, teilweise nun sogar unter 100m „hohen“ Wolkendecke.

Abwechslung brachte da eigentlich nur der entgegenkommende Segler „Saoirse“, mit der wir allerdings auch gerechnet hatten. Wir waren schon über Sailmail davon informiert worden, dass sie sich von Puerto Edén zur „Faraway“ aufmachen würde, um diese in den sicheren Hafen zu schleppen.

Von Herzen alles Gute für John und Rusty!

Im ausgesprochen netten Funkgespräch wurden wir dann unter anderem eindringlich vor jeglichem Kontakt mit anderen Booten sowie insbesondere auch Fischern gewarnt. In Chile sei die Lage mit diesem Virus gerade „am explodieren“. Das fügte sich leider nur allzu gut in das im kürzlich erhaltenen Bericht einer im nördlichen Antofagasta festsitzenden Yacht gezeichnete Bild. Auch die Nachricht des TO-Stützpunktleiters aus dem noch auf unserem Weg liegende Puerto Aguirre stimmte nicht optimistisch. Vor dem alles beherrschenden Thema des Jahres 2020 gab es offensichtlich kein Entkommen.

Für uns war es zu diesem Zeitpunkt die Bestätigung, es weiterhin nicht allzu eilig angehen zu lassen. Wir hatten noch reichlich Vorräte und da nun der eigentlich für den Tausch mit Fischern gedachte Wein nicht seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt werden würde, hatten wir auch wieder etwas mehr Luft beim Thema „Traubensaft“. Am Abend gönnten wir uns dann nicht nur gleich mal einen selbstgemachten Glühwein, sondern passten auch unser „ETA“ (Estimaed Time of Arrival = erwartete Ankunftszeit) für Valdivia an… statt dem 31. Juli stand da nun der 16. August. Mal sehen, was uns dort dann erwarten würde.

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