Piedra de Peñol & Guatapé

9. September 2021

Nach einem intensiven Tag in Medellín zieht es uns heute in die Umgebung. Zwei auch bei Kolumbianern sehr beliebte Ausflugsziele locken uns an die Ufer des Guatapé-Stausees.

Piedra de Peñol

Das erste Ziel ist der Fels von Guatapé. Mitten in der zwar hügeligen, an herausragenden Landmarken jedoch eher armen Landschaft ragt unvermittelt ein wie von einem Titan dort fallengelassener Stein in die Höhe. 220m erhebt sich der Granit über seinen Fuß, insgesamt bis auf 2.137m über Normalnull.

Ein Fels in der Landschaft!

Die Felsspalten sind sicher ein Leckerbissen für Kletterer. Das wäre aus touristischer Sicht allerdings suboptimal. Folgerichtig hat man in eine davon eine Treppe gebaut. Ach was, es sind derer gleich zwei. Eine führt hinauf, die andere wieder herunter. Mithin kann nun auch der ungeübte Alpinist vielleicht nicht mühelos, aber doch mit absehbaren Aufwand die 659 Stufen bis zum Gipfel erklimmen. Machen wir natürlich auch.

Zwischenstation…

Wie so oft auf einer Berg- bzw. auch Felsenspitze entschädigt der Ausblick für alle Mühen. Das verästelte Ufer des großen Stausees reicht fast bis zum Horizont. Dazwischen wogen grüne Hügel und baumbestandene Inseln. Schnell ist klar, warum die Gegend so ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Endlich ganz oben…
Guatapé
Stolze Bezwinger des Piedra de Peñol :-)

Guatapé

Danach geht es in das benachbarte Guatapé. Das historische Zentrum des vor 220 Jahren von den Spaniern gegründeten Ortes ist in dieser Gegend bekannt und beliebt. Kopfsteinplasterstraßen führen zwischen bunt angemalten Häusern, deren Sockel (Zócalos) oft mit Reliefkunst gestaltet, zumindest aber schön bemalt sind.

In einer besonders herausgeputzten Gasse stellt sich dann die übertragene Frage nach der Henne und dem Ei. Wieder einmal gehen wir im Schatten über uns aufgehängter Regenschirme. Cartagena rühmt sich dessen in Getsemaní, auch in anderen Orten unserer kleinen Rundreise haben wir sowas schon in kleinem Maßstab gesehen und nun also hier in Guatapé. Es wird sich wohl nie abschließend klären lassen, wer die Idee zuerst hatte und ob das überhaupt ein Kolumbianer war.

Nach kurzem Weg öffnet sich der von fast schon absurd bunten Häusern umgebene Plazoleta de Los Zócalos. Hier sind die namensgebenden Zócalos besonders liebevoll ausgeführt. Und sich auf der ebenfalls fast schon blendenden Treppe fotografieren zu lassen, ist erste Touristenpflicht. Dem kommen wir brav nach. Und als Entschädigung gönnt sich die Familie ein leckeres Eis.

Natürlich gibt es auch in Guatapé einen zentralen Dorfplatz und natürlich steht da eine schmucke Kirche, die Parroquia Nuestra Señora del Carmen. Treue Leser kennen sie schon aus den kolumbianischen Kreuzwegen

Nach dem Dorfrundgang und dem obligatorischen Besuch von Andenkenläden, wobei Maila ihre immer noch heißgeliebte Tasche findet, schlendern wir noch etwas am Ufer entlang. Ein kleines Klettergerüst weckt Jugenderinnerungen des Skippers. Arbeitslose Touristenboote reihen sich aneinander. Mehrmals werden wir auf Seerundfahrten angesprochen, aber als Segler hat das dann doch nur einen geringen Reiz. Bald machen wir uns auf den Rückweg nach Medellín.

Der Andenkenhandel ist vorbereitet!
Meine tolle neue Tasche!!! :-)

Medellín

Den Abend lassen wir auf Empfehlung und Einladung(!) unserer Reiseorganisatorin von KonTour-Travel im besten Dönerladen der Stadt, wenn nicht des Landes ausklingen. So sitzen wir im deutsch-türkisch geführten Turab Kebab und genießen unseren ersten (dazu wirklich guten) Döner seit Berlin, während im Hintergrund unüberhörbar das kolumbianische Länderspiel in der südamerikanischen WM-Qualifikation läuft. Wir fühlen uns wohl in diesem Land!

3 Kommentare zu „Piedra de Peñol & Guatapé“

  1. Ist ja der Wahnsinn, der Treppenaufstieg zum Fels von Guatapé. Ganz tolle Leistung von euch allen, ich ziehe meinen Hut!!! Gab es da keine Seilbahn?
    Liebe Grüße,
    Roland

    1. Na man kann ja Pausen machen… und ehrlich gesagt haben das so manche ambitionierte Treppensteiger (womit ich jetzt nicht unsere Familie meine! 😇) auch bitter nötig.Besonders lustig ist es aber, wenn jemand die Hinweispfeile nicht versteht und den Aufteigern entgegen wieder mach unten läuft… nun ja, soooo lustig ist das Andererseits auch wieder nicht… 🤪
      Liebe Grüße,
      Micha

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