Canal Messier (1) – Langer Schlag zur Caleta Point Lay

9. – 10. Juli 2020

Canal Messier

Der Canal Messier ist eine rund 70sm lange, vergleichsweise breite, wichtige Wasserstraße. Nun gut, von Überfüllung konnte man natürlich nicht sprechen, doch immer mal wieder sahen wir tatsächlich Frachter und Fischer, wobei letztere aber doch eher seltener wurden. Leider erging es uns hier so, wie schon den größten Teil unserer Zeit in Chile… mit Segeln war nicht so viel zu wollen, Motorfahrt war angesagt. Dabei zeigte sich auch wieder einmal, dass eine Vorhersage von Strömungen in den Kanälen nahezu unmöglich ist. Zwar gilt die Grundregel, dass die Flut nach Süden geht. Trotzdem hatten wir auch bei auflaufenden Wasser zwischenzeitlich guten Strom mit.

Bei der Bajo Cotopaxi, eine Flachstelle mitten im breiten Kanal, mahnten dann wieder einmal die Reste menschlicher Ingenieurskunst vor den Gefahren menschlicher Navigationskunst. Hier havarierte mehr als ein Schiff. Herauszuheben sind die namensgebende Cotopaxi (1889) sowie die heute noch wie falsch geparkt im Wasser stehende Captain Leonidas (1968).

Der Seno Iceberg ist ein 12sm tiefe Einbuchtung mit Gletschern am Ende. Der Umweg lohne sich definitiv. Trotzdem ließen wir ihn rechts liegen und fuhren nicht hinein. Ja, es war natürlich verlockend, aber halt auch ein kräftiger Umweg. Und es ist ja nicht so, dass wir nicht schon den einen oder anderen imposanten Gletscher in der Antarktis gesehen hätten. Also fuhren wir vorbei, nicht jedoch ohne davor das Phänomen des hier typischen, milchig-grünen Wassers zu kommen. Scharf abgegrenzt stießen die unterschiedlichen Farben aufeinander. Auf einem Bild würde man an der Realitätswahrnehmung des Malers zweifeln, doch die Natur weiß es mal wieder besser.

5.13 Caleta Point Lay (Isla Little Wellington)

Und schon wieder fuhren wir in einen selbst im uns empfangenden Regen absolut malerischen Fjord. In der Einfahrt ein kurzer Slalom zwischen mit Kelp markierten Steinen, vorbei an einem schönen Wasserfall und waren wir in der gut geschützten, hintersten Ecke.

Einziger Nachteil war der mal wieder dichte Bewuchs, welcher einen Landgang eher schwierig gestalten würde. Doch der graue, von Schneeregen durchzogene Tag lud ohnehin nicht dazu ein.

Uns blieben der wunderschöne Ausblick sowie Bordalltag, bevor es nach zwei Nächten weiter ging.

5.13 Caleta Point Lay

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