Pinguine, Pinguine und nochmals Pinguine bei der chilenischen Gonzales Videla Base

Es ist der 15. Februar um 03:23 Uhr Bordzeit (UTC-3). Ich höre gerade etwas Bruckner, das ist besser als die ganzen anderen Geräusche hier. Wir liegen mit 100m Ankerkette auf gut 20m Wassertiefe nördlich von Pléneau Island. Der Wind weht mit 2-5 Bft. (4 bis 21kn) und streut immer mal wieder Böen mit 8-9 Bft. (34 bis über 40kn) ein. Was für ein Tag, was für eine Nacht… aber der Reihe nach!

Der gestrige Tag begann entspannt in der geschützten Bucht südlich der argentinischen Brown-Station. Die Sonne kam durch, der Gletscher gegenüber und die Berge strahlten uns an. Was für ein An- und Ausblick. Ein kleines Frühstück später nahmen wir den Anker auf und fuhren durch Paradise Harbour zu der weniger als eine Stunde nördlich gelegenen chilenischen Gonzales-Videla-Station.

Dort angekommen sammelte ein Kreuzfahrer gerade seine letzten Gäste ein. Über Funk wurden wir von der Station willkommen geheißen und setzen dann auch gleich mit dem Dinghy über.

Diese Station hat zwei Besonderheiten. Einerseits ist es eine – eher unüblich – rein militärische Station. Airforce und etwas Navy verrichtet hier welchen Dienst auch immer. In erster Linie geht es wohl darum, Flagge zu zeigen… natürlich in Sichtweite der lieben argentinischen Nachbarn. Doch das sollte uns nicht weiter stören, wir waren insbesondere wegen der zweiten Besonderheit hier… die Station befindet sich inmitten einer großen Kolonie von Eselspinguinen, nach letzter Zählung gut 5000 Tiere.

Ein Betreten der Kolonie ist natürlich nicht angemessen, zwischen den Gebäuden weisen betonierte Pfade dem Menschen den Weg. Das hindert die kleinen Tierchen allerdings nicht daran, diese auch selbst in Beschlag zu nehmen. Es ist praktisch unmöglich den geforderten Sicherheitsabstand von 5m einzuhalten, wenn es sich ein halbes Dutzend Pinguine auf dem Weg vor einem mehr oder weniger bequem gemacht haben. Da bleibt nur geduldiges Warten und gaaaaaanz vorsichtigies Hindurchschleichen.

Freundlicher Empfang.
Angeblich der einzige Albino-Pinguin der Antarktis.

Der Empfang war sehr freundlich. Der Stationsleiter kam persönlich, jeder grüßte freundlich, wir konnten uns draußen entspannt umschauen, …

Ein bisschen Kuscheln kann nicht schaden.
Kinder jagen Eltern…

… dann auch noch einen Blick in die Station selbst werfen und bekamen zum Abschied noch eine kleine Erinnerungsmedaille geschenkt.

Familienfoto im Aussichtszimmer…

Nicht nur die Kinder waren begeistert… leichte Trauer mischte sich bei Maila nur unter, weil sie den kleinen Baby-Pinguin, der ihr und ihren pinkfarbenen Gummistiefeln immer hinterherlief nicht mitnehmen durfte. Die Familie war sich einig… dieser Abstecher hatte sich gelohnt!

Die Skua hat alles im Blick.
Wir müssten hier mal durch zu unserem Dinghy…

Doch das Trödeln war uns nicht gegeben, hatten wir heute doch noch einige Seemeilen Richtung Süden vor uns. Folglich ging gleich nach unserer Rückkehr auf die Samai der Anker auf und der Bug Richtung Lemaire-Kanal.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s