Alltagsprobleme in der Antarktis: Feuchtigkeit

Dieses Problem klingt zunächst vielleicht paradox wenn man bedenkt, dass die Antarktis nicht nur der kälteste sondern auch der trockenste Kontinent unserer Erde ist. Trotzdem stellt sich allmorgendlich die Frage: Warum ist unser Boot eigentlich eine Tropfsteinhöhle? Ok, für Stalagmiten und -titen reicht es noch nicht. Aber der Tropfenreigen ist schon beeindruckend. Besonders im Bereich über dem Bett sammeln sie sich an den Kanten in Reih und Glied. Und tropfen nachts auch runter. Auf den arglos schlafenden Menschen. Man bekommt recht schnell mit, wie man sich betten sollte, damit nicht der regelmäßige kalte – Achtung: Wortspiel! – Tropfen Kondenswasser den Stein des erholsamen Schlafes höhlt. Alternativ zieht man sich halt eine ausreichend dicke Kapuze oder Decke über das Gesicht… das bleibt jedem selbst überlassen.

Grundsätzlich reicht schon die Feuchtigkeit des menschlichen Atems für eine heimelige Atmosphäre. Besonders schön ist es jedoch erst dann, wenn La Skipper abends nochmal kurz die Heizung anmacht oder auch schön gekocht, anschließend aber nicht mehr kräftig durchgelüftet wird. Dann ist viel Feuchtigkeit in der vergleichsweise warmen Luft. Und nachts wird es kalt. Und kalte Luft hat es bekannter Maßen nicht so sehr mit Feuchtigkeit. Sie kann schlichtweg nicht soviel aufnehmen. Da ist es nur folgerichtig, dass das H2O sich an jedem Quadratzentimeter Innenschale des Bootes absetzt.

Morgens geht es also erst einmal mit zwei großen, extra dafür abgestellten Badetüchern über alle zerfließenden Fenster und bewässerten Kanten. Das ist aber auch nur ein – Achtung: noch ein Wortspiel! – Tropfen auf den kalten Stein, denn auch so sammeln sich in der Bilge (also dem tiefsten Bootsbereich unter den Bodenbrettern) im Laufe der Zeit einige Liter Süßwasser an. Und unter den Matratzen und Polstern (ja, da wird es auch ordentlich feucht!) sowie hinter der Wand- und Deckenverkleidung, gestaltet sich die Trocknung doch eher aufwändig.

Ein wesentlicher Punkt auf der 2DO-Liste nach Rückkehr aus der Antarktis ist somit das grundsätzlich Trockenlegen des Bootsinneren inkl. Bilge durchputzen, Matratzen und Polster in die (hoffentlich scheinende) Sonne legen, lüften-lüften-lüften und was uns in dieser Hinsicht noch so einfällt.

Schimmelbeseitigung in Ushuaia…

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