400sm – Quer durch die Karibik bis zur Goldmakrele

3. Februar 2022, Bordzeit 13:20 Uhr
Position: 16 Grad 35 Minuten Nord / 065 Grad 31 Minuten West

Die letzte Nacht war mal wieder etwas unruhiger. Wir sehen sogar ein paar wenige andere Schiffe. Vor Mitternacht bauen sich einige dunkle Wolkenbänder vor uns auf. Das ist letztlich aber weniger wild, als es aussieht. Etwas mehr Wind und ein bisschen Regen. Mit dem Großsegel im ersten Reff segeln wir entspannt durch. Bis dann gegen 3 Uhr spontan die Leine vom ersten Reff „bricht“. So sagt man das an Bord, wenn eine Leine schlichtweg reißt. Die „Sollscheuerstelle“, welche schon unsere erste Reffleine auf dem Gewissen hat, schlägt erbarmungslos zu. Erst einmal ist das aber egal. Der Wind ist ohnehin wieder etwas runter. Seitdem segeln wir einfach mit Vollzeug. Spätestens in Barbados ziehe ich eine neue Reffleine durch den Baum.

Ein weiterer Tag neigt sich dem Ende zu…
Hier ist die Reffleine noch in Ordnung…
Guten Morgen!
Ja, ich fange ja gleich mit der Schule an…

Der Tag präsentiert sich sonnig. Ein guter Tag für Bordschule. Bis um 11:20 Uhr mal wieder die Angel anschlägt. Irgendetwas zieht ordentlich Leine raus und hört auch gar nicht mehr auf damit. Und da hinten springt ein beachtlicher Fisch aus dem Wasser. Das sieht vielversprechend aus. Schnell nehmen wir die Fahrt aus dem Schiff und Samuel holt den Fang souverän an das Heck der Samai. Der Skipper bugsiert ihn dann weitaus weniger souverän, aber letztlich erfolgreich ins Netz.

Geschafft!
Eine schöne Goldmakrele

Wow! Eine wunderschöne (und ausgesprochen leckere ;-) Goldmakrele. Von der Schwanzspitze zum Maul misst sie einen ganzen Meter und bringt dabei 5,5kg an die Waage. Damit ist sie zwar nicht unser schwerster Fang. Den Titel hält der fette 80cm-Thunfisch vor Isla Robinson Crusoe mit gut 7kg. Aber einen längeren Fisch haben wir bisher noch nicht rausgezogen. Und natürlich sogleich filetiert. Davon wird heute Abend locker die ganze Familie satt.

Stolzer Angler
Vom Fisch zum Filet

Theoretisch könnten wir schon morgen einen Landfall machen. Das wäre dann allerdings in Saint Croix (USVI – amerikanische Jungferninseln). Nur noch knapp 80sm und wir erreichen das nördliche Ende des karibischen Antillenbogens. Da wollen wir aber immer noch nicht hin. Also werden wir uns schon bald wieder auf Südost-Kurs begeben. Der Wetterbericht verspricht für heute Nachmittag passende, auf Nordost drehende Winde. Damit müssten wir Barbados sogar fast direkt anliegen können und endlich mal ordentlich Meilen zum Ziel gutmachen. Das können wir gut gebrauchen…

Zwischenbericht „Luftlinie Samai-Barbados“ nach gesegelten Meilen:

  • in Bonaire ca. 520sm (auf 84 Grad)
  • nach 100sm ca. 485sm (auf 94 Grad)
  • nach 200sm ca. 425sm (auf 95 Grad)
  • nach 300sm ca. 405sm (auf 108 Grad)
  • aktuell ca. 400sm (auf 121 Grad)

Ja, wir sind, gerade was die Entfernung zum Ziel angeht, echt langsam unterwegs. Nun ja, über das leidige Thema der nervigen Strömungen habe ich wohl schon genug erzählt. Immerhin erarbeiten wir uns einen immer besseren Winkel Richtung Barbados. Aktuell rechnen wir mit einer Ankunft am Montag. Und wenn es einen Tag später wird, ist das auch egal. Siempre tranquilo! :-)

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