Chichime Cays: Touristischer Auftakt

27./28. Juni 2021
Nach einer ruhigen Fahrt kommen schon gegen Mittag die westlichen Inseln von Guna Yala in Sicht. Wir lassen den kleinen Flughafen der Hauptinsel El Povenir an Steuerbord liegen und peilen die Chichime Cays an. La Skipper besteht auf eine unkomplizierte Zufahrt zum ersten Ankerplatz. Dazu sollte ich ein paar Worte zu den allgemeinen topografischen Begebenheiten hier verlieren.
Dem Festland vorgelagert sind insbesondere im Westen von Guna Yala eine Vielzahl von kleinen Inseln (Dup) bzw. Inselgruppen (Cays). In den Karten des Panama Cruising Guide sind diese Landflaechen als kleine graue Flecken zu erkennen. Den weitaus groessere Teil der Karte nehmen dagegen weitlaeufige gelbe Gebiete ein. Dicht unter der Wasseroberflaeche liegende Korallenriffe. Den Rand zum offenen karibischen Meer kann man meist leicht an den brechenden Wellen erkennen. Doch hinter dieser schmalen Linie wird es schwierig. Vom Schiff erkennt man bei guter Sicht (Sonnenstand beachten!) nur Verfaerbungen des Meeres sowie hin und wieder unmotiviert plaetschernde Wellen. Trotzdem ist das eine absolute No-Go-Area. Ja, wir koennen unseren Tiefgang dank aufholbarem Schwert auf fast schon katamaran-aehnliche 1,1m verringern. Doch das reicht nicht. Schon so manches Schiff hat Leichtsinn (z.B. eine Ansteuerung bei Nacht) teuer bezahlt.
So empfangen uns selbst nahe der im Grunde einfachen Einfahrt zum Ankerplatz der Chichime Cays zwei hoch auf dem Riff liegende Wracks. Der Rumpf eines Segler blendet mit seiner fast noch weissen Faerbung. Etwas weiter draussen ist es ausgerechnet eine San Blas Ferry die durch ihre schiere Groesse unuebersehbar als Mahnmal darniederliegt. Wie wir spaeter in einer alten YachtRevue lesen, geht beides auf das Konto eines Oesterreichers. Schon 2012 versenkt er einen mit 16(!) Touristen voll(ueber)ladenen Katamaran 45sm vor Cartagena. Die kolumbianische Kuestenwache rettet. Im Jahr 2016 setzt er dann erst das von uns gesichtete Segelboot und beim Bergungsversuch die ihm ebenfalls gehoerende Faehre auf das Riff bei Chichime. So etwas macht bei den einheimischen Kunas nicht gerade beliebt. Spaeter zieht er ein anderes Wrack von einem Riff und macht es ohne Wissen oder gar Einverstaendnis des Eigners wieder schwimmfaehig, um damit Backbacker-Ueberfahrten zwischen Panama und Kolumbien anzubieten. Eine nicht nur abenteuerliches, sondern fuer seine Gaeste lebensgefaehrliches Geschaeftsmodell.
Die Bucht selbst ist eigentlich fast schon verwaist zu nennen. Auf dem Luftbild im Revierfuehrer zaehlen wir in dieser very polpular anchorage sage und schreibe 16 Ankerlieger. Bei unserer Ankunft sehen wir nur derer drei (plus ein Ueberbleibsel in Ufernaehe). Wir legen uns in die hintere Ecke.
Schon hier an unserem ersten Ankerplatz in Guna Yala merken wir schnell, dass sich im Vergleich zu den im Panama Cruising Guide beschriebenen Verhaeltnissen inzwischen einiges getan hat. Dort heisst es noch no permanent village, usually some people here collecting cocnuts or fishing. Wir sehen dagegen einen festen Steg und mehrere Haeuser. Ein paar Tage spaeter erfahren wir von einem anderen Segler, dass dort eine kleine Restaurant-Bar (kalte Getraenke immer, Essen am Wochenende) betrieben wird und fuer die Anlandung 2$ pro Person faellig sind.
Uns ist das alles von Anfang an zu viel Trubel. Als dann noch eine Gruppe Tagestouristen weggeschifft wird und man uns auf eine begleitete, natuerlich kostenpflichtige Schnorcheltour einlaedt steht der Entschluss. Nur etwas Badespass vom Boot aus genossen, jedoch ohne den Fuss auf eine der Inseln gesetzt zu haben, verabschieden wir uns nach nur einer Nacht. Es muss hier doch auch noch ruhigere Ecken geben?!
Hinweis: Dieser Eintrag wurde per Kurzwelle/Satellitentelefon eingestellt! Das hat zwei Auswirkungen. Einerseits gibt es weder Umlaute noch sz. Andererseits beinhaltet er keine Bilder. Ersteres wird korrigiert, letztere nachgereicht… bei Gelegenheit…
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