Ein mexikanisches Prosit der Gemütlichkeit

Ushuaia, 15. März 2020

Vor ein paar Tagen schrieb ich als Kommentar auf einen anderen Blogeintrag, wie froh wir doch sind, dass wir hier unten mit dem großen Hype-Thema unserer Tage nicht viel zu tun haben. Doch so schnell kann es gehen.

Unser Plan ist, bzw. anscheinend war es, morgen aus Argentinien auszureisen und rüber nach Puerto Williams zu fahren um dort die Einreiseformalitäten für Chile zu erledigen. Das gleiche wollte heute unser Brasilianischer Stegnachbar machen. Er stand also bei der Immigration, seine Papiere waren schon halb fertig gestellt, da kam eine offensichtlich wichtige Nachricht rein… Puerto Williams ist geschlossen. Keine Schiffe kommen rein oder raus. Der Skipper bekam seine unfertigen Papiere zurück und musste unverrichteter Dinge wieder abziehen. Die Immigration schloss dann wohl auch sogleich ihre Pforten! Ein anderer Segler war etwas früher dran und bekam hier in Ushuaia noch seine Papiere… wurde dann aber in Puerto Williams abgewiesen. Wir erwarten ihn am Nachmittag zurück.

Ja, es gibt zugegebener Maßen recht viele Touristen hier in Ushuaia. Aktuell liegen drei kleinere Kreuzfahrer im Hafen. Wie sind echt gespannt, wie es mit denen weiter geht. Fakt ist aber auch, dass es in ganz Feuerland noch nicht einen Krankheitsfall gibt. Trotzdem scheint die Seegrenze zwischen Argentinien und Chile erst einmal dicht zu sein. Die aktuellen Zeitangaben schwanken zwischen 15 und 30 Tagen.

Wir sind noch etwas unschlüssig, was wir jetzt machen. Natürlich laufe ich morgen mal prophylaktisch die offiziellen Stellen ab. Fakt ist, dass unsere Aufenthaltsgenehmigung offiziell in fünf Tagen ausläuft (wir hatten uns für den Monat in der Antarktis ja nicht aus Argentinien abgemeldet). Treiben wir uns trotzdem noch in Ushuaia oder sonst wo in Argentinien herum? Oder reisen wir in ein „offenes“ Land aus, schalten AIS aus uns schleichen uns durch die Kanäle bis ins Chilenische Punta Arenas? In jedem Fall werden wir nachher nochmal zum Supermarkt und schauen, ob wir denn hier auch mexikanisches Bier bekommen… wir wollen schließlich stilecht auf die Neuigkeiten anstoßen können.

5 Kommentare zu „Ein mexikanisches Prosit der Gemütlichkeit“

  1. Oh. Ich hatte für Euch gehofft, es würde dort unten noch etwas länger dauern, bis die Restriktionen so scharf sind. Aber es hilft nix, wir müssen das Beste draus machen. Ihr seid als Familie zusammen und keiner von Euch hängt von den anderen getrennt in einem Hotelzimmer, einer Kreuzfahrtschiffkabine oder sonst irgendwo außerhalb des eigenen Zuhauses (und das ist das Boot ja für uns Langfahrer) fest.
    Liebe Grüße aus Barbuda

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  2. Moin,

    auch wenn man es sich anders wünscht, seht das Gute darin. Ihr seid als Familie zusammen in Eurem Heim (denn das ist das Boot ja für uns Langfahrer). Quarantäne von den Lieben getrennt in irgendeinem Hotelzimmer oder der Kabine eines Kreuzfahrtschiffes oder allein gestrandet auf irgendeinem Flughafen, puuh! Ganz zu schweigen von denen, die selbst oder deren Angehörige von den Auswirkungen der Covid-19 und nicht nur von den Eindämmungsmaßnahmen betroffen sind.
    Irgendwie wird uns der Luxus unserer bisherigen Möglichkeiten zu Reisen jetzt, wo die Restriktionen greifen erst wirklich bewusst.

    Liebe Grüße aus Barbuda

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    1. Hallo,
      habe gerade beim Auswärtigen Amt gelesen, dass Kreuzfahrtschiffe in Chile nicht mehr anlegen dürfen… bis zum 30. September!!! Ansonsten gibt es aber wohl keine besondere Beschränkung, wenn man aus Argentinien kommt… abgesehen von der aktuell üblichen „eidesstattlichen Erklärung“ zu Aufenthalt und Gesundheit. Alle für uns nutzlos, wenn die Häfen geschlossen sind. Aber mal schauen, heute soll wohl über eine Ausnahmereglung für Segler diskutiert werden.
      Gruß, Micha

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  3. Lieber Michael, ich möchte Ihnen einige Fragen stellen, die vielleicht verrückt erscheinen, aber erklärbar sind, weil ich keine Erfahrung in der Navigation oder in den Verfahren von Häfen und Liegeplätzen habe. Bitte fühlen Sie sich nicht verpflichtet, mir sofort zu antworten. In meinem wenig informierten Gedanken stelle ich mir vor, dass Sie, wenn Sie Ihre Vorräte voll an Bord haben, einfach mitten in der Nacht Segel setzen, Ihr GPS-Signal ausschalten und überall hin navigieren können, um die Orte zu erkunden, die Sie an der Küste am interessantesten finden, und einige Inseln, die erscheinen. Habe ich recht Ist das möglich Oder ist es nur ein verrückter Tagtraum?

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