Und täglich grüßt der Sonnenuntergang!

Jararé ist ja wohl durchaus touristisch erschlossen. Allerdings liegt der Atlantische Strand nach Osten ausgerichtet. Wer schon wach ist, kann hier also schöne Sonnenaufgänge genießen, die um vieles romantischeren Sonnenuntergänge gibt es jedoch nur vor einer Stadtkulisse. Es sei denn, man macht sich auf den Weg zum Rio Paraíba auf der anderen Seite. Hier geht die Sonne allabendlich vor wild-romantischer Wasser-Wald-Kulisse unter. Und ebenso allabendlich wird genau dieses zu einem Event hochgeschaukelt.

Tagsüber noch recht verlassen, füllt es sich am späten Nachmittag immer mehr. Parkplatzeinweiser wollen sich was dazu verdienen, Touristenbusse kommen im Pulk und auch die (Touristen-)Polizei zeigt jeden Abend Präsenz. Es gibt Restaurants, Läden verkaufen Souvenirs, fliegende Händler(innen) Popcorn, Getränke und Kokosnüsse mit Strohhalm, jeden Abend geigt ein Geiger auf seiner kleinen Bühne, dazwischen streunen Katzen und Hunde… eine klassische „Tourist-Trap“ im besten Sinne.

Und dann stehen sie da am Ufer und schauen der Sonne beim Untergehen zu als gäbe es kein Morgen.

Doch das alleine wäre natürlich viel zu langweilig. Auf dem Wasser fahren noch bis zu einem halben Dutzend Partyboote mit tanzenden und feiernden Masse umher. Kurz vor dem magischen Moment neigen sie sich ob der ungleichen Verteilung ihrer Passagiere grenzwertig zur Seite. Und dann der absolute Höhepunkt: Ravels Bolero! Auf einem kleinen Boot steht ein weiß gekleideter Saxophonspieler und gibt allabendlich die vertrauten Töne von sich. Mit an Bord ein tapferer Ruderer, der sein Paddel auch dann enthusiastisch in die Fluten stößt, wenn tatsächlich noch der Außenbordmotor mitläuft. Show must go on!

Besonders erwähnenswert ist noch ein kleiner Laden, in dem der geneigte Tourist T-Shirts und Kleider erwerben kann. Doch nicht von der Stange, sondern jedes einzelne ein individuell vor den Augen des Kunden angefertigtes Unikat. Bezahlt wird nach Größe: Maila 10 Real, Samuel 20 Real, Skipper 30 Real… in Berlin würde mindestens das Dreifache fällig! So erwirbt man zum Beispiel ein weißes T-Shirt, wählt die gewünschte Farbe und eine Stimmung. Dann hängt der barfüßige Künstler das T-Shirt auf, wirft die Musik an, nimmt seinen Sprayer, schaut dich an und legt los.

Klar, das ist nicht jedermanns Sache, aber wir finden es echt lässig!

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