Bürokratie in Südamerika: Kolumbien

August/September 2021

Was die Einreise von Seglern angeht, haben die offiziellen Stellen in Kolumbien eine einfache Strategie: Keine direkte Interaktion. Es ist Pflicht, sich einen Agenten zu nehmen. Wir schreiben vorab einige in einschlägigen Führern für Cartagena gefundene Adressen an. Preislich nehmen sie sich alle nichts. 350$ muss man für den Zwangsservice einplanen. Wir entscheiden uns für José (White Light Agency). Von ihm erhalten wir einfach die netteste Antwort. Erst später stellt sich heraus, dass sein leider schon vor Jahren verstorbener Vater Manfred früher der Trans Ocean Stützpunktleiter in Cartagena war. Eine seitdem vakante Stelle.

Vor der Abfahrt müssen wir unserem Agenten Schiffspapiere, Crewliste, Pässe, das internationale Zarpe und unsere geplante Ankunftszeit (ETA) schicken. Damit meldet er uns bei den Behörden an. In Cartagena angekommen, gestalten sich die Formalitäten für uns denkbar einfach. Noch am gleichen Abend holt José die Pässe ab und bringt sie am nächsten Morgen frisch gestempelt wieder. Ich unterschreibe ihm ein paar Papiere. Danach kümmert er sich um den „temporären Import“ unserer Samai. Damit ist auch schon alles erledigt. Ach ja… ein wie auch immer gearteter, auf die Gesundheit zielender Test ist nicht nötig! Einige Tage später bekomme ich alle Unterlagen pragmatisch über WhatApp aufs Handy.

Die innerkolumbianische Weiterreise gestaltet sich noch unkomplizierter. Wir geben unserem Agenten das geplante Abreisedatum und das nächste Ziel durch, er kümmert sich um das obligatorische Zarpe. Ja, man kann hier nicht einfach mal so von Hafen zhu Hafen tingeln. Wie in den meisten zuvor besuchten süd- und mittelamerikanischen Ländern muss man auch in Kolumbien ziemlich genau wissen, wann man wohin will. Da ist es nur logisch, dass der nächste Hafen vorab über die eigenen Ankunft zu informieren ist… natürlich inklusive möglichst genauem ETA (= geschätzte Ankunftszeit).

Während in Cartagena ein „externer“ Agent notwendig ist, übernimmt das in Santa Marta die Marina. Vorab werden alle wichtigen Unterlagen (Schiffspapiere, Pässe, Einreisepapiere, Zarpe) per WhatApp zugeschickt. Der Rest geht seinen bürokratischen Gang.

Auch die Ausreise aus Kolumbien stellt sich für die bekannten Verhältnisse ausgesprochen unkompliziert dar. Um das Stempeln der Pässe kümmert sich der Agent bzw. das Hafenbüro ebenso zuverlässig wie um das internationale Zarpe. Und dann kann es auch schon weiter gehen…

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