Die Sache mit der Funkantenne

Anfang Juni 2021

Da hat sie uns nun verlassen. Auf Nimmerwiedersehen ist sie vom Mast geschlichen und hinterlässt ein schmerzliche Lücke. Samuel klettert als erster in die Spitze und dokumentiert die kläglichen Überreste.

Nun gut. So kann das natürlich nicht bleiben. Immerhin sind wir in Panama City. Da sollte sich doch Ersatz finden lassen. Allerdings nicht in Hafennähe. Sowohl beim kleinen Abernathy in Armador als auch dem kleine Centro Marino in der Marina Flamenco schüttelt man nur den Kopf. Da müssen wir schon bei den Hauptgeschäften in der Stadt nachfragen.

Gesagt getan. Mit Uber fahren wir zum Centro Marino. Direkt bis vor die Tür. Das sei in dieser Gegend dringend angeraten. Im Geschäft sind wir leidlich begeistert. Offensichtlich ist man weniger auf Segler, als eher auf Motor- und Angelboote ausgelegt. Doch immerhin findet sich dann doch genau ein Typ für die Mastspitze eines Segelbootes geeignete Funkantenne. Mit ca. 100$ (inkl. freundlichem Rabatt) ist sie durchaus bezahlbar. Coax-Kabel nehme ich dagegen nicht mit, da das ja noch im Mast vorhanden ist.

Wieder an Bord heißt es für den Skipper nun „auf in die Mastspitze“. Ich schraube die alte, gebrochene Halterung ab und die neue an. Glücklicherweise passen die zwei zusammen, so dass ich die alten Löcher und Schrauben wiederverwenden kann. Also zumindest die drei Schrauben, die mir nicht von da oben ins Wasser gefallen sind. Für die vierte Befestigung finde ich halbwegs passenden Ersatz in meinem Schraubenkästchen.

Passt! :-)

Der Versuch, das Kabel oben noch etwas aus der Mastspitze zu ziehen scheitert zunächst. Nachdem wir unten jedoch die UV-Schutz-Umwicklung am Borddurchlass weggenommen und etwas Lose von unter Deck hochgeschoben haben, funktioniert wenigstens das. Ich brauche also wohl keine Kabelverlängerung.

Ausblick vom Mast Richtung Panama City

So, jetzt muss ich ja nur noch die Antenne anschließen. Da wird mir nicht erstmals, nun aber so richtig bewusst, dass da oben ja nur noch ein abgerissenes Coax-Kabel aus der Mastspitze hängt. Irgendwann dieser Tage melde ich mich dann auch mal per WhatsApp bei unserem „guten Geist“ Nils von Blue Sailing. Er kennt die Installationen unserer Samai so gut wie kaum ein, wenn nicht kein anderer. Auch an dieser Stelle noch einmal vielen Dank für Deine Zeit und Deinen Input!

Wir schreiben etwas hin und her und kommen zu folgendem Schluss. Mit Stecker lässt sich das Kabel nicht im Guten durch den Mast ziehen. Ich habe also zwei Alternativen:

  • Entweder ein neues Kabel und zwei Stecker kaufen, an einer Seite einen Stecker anlöten, mit der anderen Seite von oben durch den Mast ziehen, unten den zweiten Stecken anlöten und alles verbinden.
  • Oder einen Stecker kaufen, diesen oben in der Mastspitze an das Kabel löten und alles verbinden.

Ich entscheide mich für letzteres! Den zuvor vergessenen Stecker bekomme ich dann doch im kleinen Centro Marino um die Ecke. Zur Sicherheit noch schnell ein Youtube-Video geschaut. Sollte machbar sein. Tasche packen: Coax-Stecker, Seitenschneider, Lötkolben, Lötzinn, Multimeter und Klebeband (kann man immer brauchen ;-). Für die Stromversorgung des Lötkolbens in knapp 20m Höhe sorgt unser Landstrom-Verlängerungskabel mit entsprechenden Schuko-Adaptern.

Ja, es dauert eine Weile. Nachdem ich den Stecker aufgesetzt habe, zeigt das Multimeter Durchgang, wo keiner sein sollte. Also nochmal neu. Irgendwann passt es. Jetzt noch löten. Doch irgendwie fließt mein Lötzinn einfach nicht so geschmeidig in die Lücken, wie es in den Videos zu sehen ist. Irgendwann passt auch das. Noch ein letztes mal durchmessen. Kein Durchgang. Sieht gut aus.

Der dritte Ausflug in die Mastspitze dient schließlich dem Aufschreiben und Anschluss der Antenne. Die ganze Verbindung wird abschließend noch mit vulkanisierendem Tape umwickelt. Auf das es nun länger hält.

Der finale Test erfolgt am Plotter. Vorher brauchte es einige Zeit, bis ich zumindest einige AIS-Signale aus der näheren Umgebung empfange. Jetzt dagegen erscheinen in wenigen Sekunden Signale von nah und fern… sogar von Schiffen auf der atlantischen Seite des Panamakanals. Ok, die neue Antenne scheint zu funktionieren. Mit ein ganz klein wenig Stolz und einem breiten Lächeln auf den Lippen lehne ich mich zurück. Geschafft!

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