Canal Errázuriz – Estéro Garza

25. Juli 2020

Endlich gab es mal wieder keinen Gegenwind. Zumindest laut Wetterbericht. Nur schwach sollte es aus Südwest wehen, die angesagten 6‘er Böen inzwischen Standard. Bei der Ausfahrt aus der Caleta Jaqueline begrüßten uns dann aber erst einmal Strom und Kabbelwelle. Die entsprechenden Zeichen sind in der Seekarte ganz offensichtlich nicht ohne Grund hier eingezeichnet.

Kaum in den Canal Errázuriz eingebogen wurde es ruhig. Also zumindest das Wasser. Der Wind zeigte sich wie erwartet von seiner wechselhaftesten Seite. Mal 4-5 Bft. mit 6‘er Böen war er wenige Minuten später wieder weg. Der Fock wurde vom ständigen Ein- und Ausrollen fast schon schwindlig. Erst am frühen Nachmittag gab es mal eine beständige Segelstunde. An Backbord öffnete sich der Canal Darwin und schickte uns seine kanalisiertes Mikrowetter mit konstanten 6 Bft. und ob des kurzen Fetch erstaunlich nerviger Welle. Kaum hatten wir die Kreuzung passiert, was es auch schon wieder vorbei.

3.19 Estéro Garza (Isla Melchor)

Von vielen, insbesondere den kleineren Buchten hier unten gibt es nur eine eher grobe Karte. Das galt auch für unser Tagesziel. Auf dem elektronischen Plotter war alles mal wieder einfach nur undifferenziert blau… also flach. Dazu lag die Karte auch nicht zum ersten Mal gut 0,2sm daneben. Ein Grund mehr für aufmerksame Sichtnavigation.

Tatsächlich lagen wir IN der Bucht!

Umso wichtiger sind die Detailkarten der Revierführer. Doch auch hier ist Vertrauen gut, aber Kontrolle besser. Wie sonst auch überprüften wir also erst einmal den geplanten Liegeplatz und legten uns bei weitem nicht so tief in die hintere Ecke, wie ursprünglich geplant. Trotzdem war jedes Detail am Grund gut zu erkennen. Unter dem weit überhängenden Baum an der Seite wurde es richtig flach. Man hatte fast das Gefühl, rüber laufen zu können. Immer wieder kontrollierten wir mit dem Handecholot die Tiefe. Schon bei mittlerem Wasserstand hatten wir kaum mehr als 3m am Heck. Schließlich verholten wir uns noch etwas nach vorne… auch La Skipper sollte ruhig schlafen können.

Eigentlich wollten wir ja dort liegen, wo das Dinghy gerade ist…

Dann genossen wir die Abendsonne in dieser mal wieder sehr idyllische Bucht. Allerdings hatten wir sie dann doch nicht ganz für uns alleine. Ein süßer Chungungo (südlicher Seeotter) schwamm neugierig heran und die gesamte Crew stand an Deck. An diesem Anblick kann man sich ebenso schwer sattsehen, wie an am Bug spielenden Delfinen. Ein anderes Mal durften wir einen seiner Artgenossen sogar beim Frühstück beobachten… es gab frisch gefangene Krebse.

Neugieriger Otter :-)

Nach einer ruhigen Nacht mit etwas Mini-Schwell schauten wir am nächsten Morgen nicht schlecht. Gemäß Gezeitenkalender sollte der Wasserstand kaum anders als bei unserer Ankunft sein. Aber warum musste sich der Skipper dann so strecken, um an die Landleine zu kommen?

Auch die am Vortag noch überfluteten Steine neben der Einfahrt waren nun deutlich sichtbar. Wenigstens darauf war Verlass.

3.19 Estéro Garza

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