Jacaré Yacht Village

Diese kleine Marina mit ihren zwei Stegen wurde speziell für die Bedürfnisse von Langfahrtseglern eingerichtet. Obwohl nicht übermäßig voll, sah man nur folgerichtig noch eine andere Allures, eine Garcia sowie weitere Aluminium- und offensichtliche Langfahrer-Boote. An Land gab es eine kleine Bar mit Mittagessen, Wäsche- sowie „Diesel-in-Kanistern-an-Bord-bringen“-Service, Nasszellen, weitgehend funktionierendes Wifi, sogar Hängematten und einen kleinen Pool. Die Kombination der letzteren erwies sich als wahres Kinderparadies: erst etwas baden, dann mit iPads in die Hängematten und über Wifi zusammen Mindcraft gespielt. Und es gab natürlich ausgesprochen nette Menschen, immer ein offenes Ohr und freundliches Wort… letzteres jedoch bevorzugt auf Französisch!

Oder auf Portugiesisch… da ist es manchmal das Beste, jemanden einfach mit sich zu nehmen und den im wahrsten Sinne des Wortes „Stein des Anstoßes“ zu zeigen. Es war gegen halb fünf morgens, als wir von einem komischen Geräusch am Rumpf geweckt unseren Augen kaum trauten, die einen großen, schwimmenden(!) Stein von der Strömung zwischen uns und dem Nachbarboot eingeklemmt sahen. Da würde am benachbarten Schwimmsteg nun wohl ein Teil fehlen. In der Frühe nur provisorisch in die große Lücke auf der anderen Seite gezogen erfolgte der Abtransport dann gegen Mittag bei gekipptem Strom. 

Ebenso hilfsbereit ist TO-Stützpunktleiter Christoph, dem unser besonderer Dank für die Unterstützung mit der Brasilianischen Post gilt. Außerdem bietet er auch weitere Dienstleistungen rund um das Boot an und hat sich schnell und professionell um das undichte Sichtfenster zum Schwert gekümmert.

Interessant ist auch, wie hierzulande ein Boot (mit stehendem Mast) ganz ohne Traveller-Kran an Land gebracht wird. Dazu reicht ein Traktor mit Anhänger. Echt klasse mitanzusehen, trotzdem habe ich die vage Vermutung, dass sich das in Deutschland so nicht durchsetzen wird (… schade eigentlich ;-)

Etwas, das sich hoffentlich auch nicht bei uns durchsetzt sind einerseits die regelmäßig aufscheinenden Feuer am anderen Flussufer. Wir wissen natürlich nicht, ob es sich um Brandrodung, jahreszeitliche Erscheinungen oder gar Müllverbrennung handelt. Aber die Regelmäßigkeit mit der der rote Schimmer über Bäumen und Palmen auftaucht hinterlässt ein unschönes Gefühl. Andererseits ist es unglaublich, wie man bei jedem Einkauf mit kleinen Plastiktüten überschüttet wird. Wenn wir diesen Service mit Seesack und blauen Ikea-Tüten bewaffnet freundlich ablehnten, kamen wir uns regelmäßig wie die Hauptdarsteller in einem Kuriositätenkabinett vor. Da finden wir den zu Hause eingeschlagenen Weg doch deutlich nachhaltiger.

Doch bitte nicht falsch verstehen! Der Chronist beschreibt, wertet sicher auch, aber er meckert nicht. Das können und wollen wir gar nicht über die Sitten und Gebräuche in Ländern, deren Gast zu sein unser Privileg ist. Wir sind aufgebrochen, die Welt zu sehen… so wie sie ist, nicht wie wir sie uns wünschen. Letzteres zu erreichen ist ein ganz anderes Thema.

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