Atlantiküberquerung (5): Fazit

Ja, wir haben es geschafft. Aber was genau haben wir eigentlich geschafft? In Interviews und auf Blogs liest man immer wieder große Worte zu dem Thema „Ozeanüberquerung“. Diese Worte sind sich, unabhängig davon ob das Unterfangen noch bevorsteht oder schon hinter einem liegt, erstaunlich ähnlich. Da ist die Rede von den physischen und psychischen Herausforderungen, der Einheit mit der Natur, ganz besonders wertvoller Familienzeit, alles wird / war toll, ein einmaliges Erlebnis und so weiter und so fort. Selbsterfüllende (oder -herbeigeredete) Prophezeiung? Allgemein liest man auf Seglerblogs ganz oft, wie toll und schön und harmonisch alles ist. Nur selten werden mehr oder weniger unterschwellig auch mal Unstimmigkeiten und schwierige Zeiten an Bord zugegeben (Dank dafür z.B. an Serenity und Flora!).

Also entweder sind wir eine ziemlich gestörte Seglerfamilie oder wir sind doch recht normal, aber wenigstens ansatzweise ehrlich. Ja, wir sind zwei Wochen am Stück mit dem Segelboot unterwegs gewesen, ohne Land und nur ganz vereinzelt mit anderen Schiffen in Sicht. Wie die meisten Atlantiküberquerer hatten wir dabei keinen nennenswerten Wetterprobleme, ja nicht einmal die berüchtigten Squalls sind auf dem Weg von den Kap Verden nach Brasilien ein echtes Thema. Also… was haben wir nun eigentlich geleistet?

Wir sind jetzt nicht andere Menschen als vorher und waren es auch unterwegs nicht. Es gab gesundheitliche Unpässlichkeiten, durchaus auch mal schlechte Stimmung und an dieser Stelle sei sogar zugegeben, dass den Kindern streckenweise langweilig war. Und unserer Meinung nach ist das alles ganz normal und auch gut so! Also ja, wir sind mit unserem eigenen Segelboot in Brasilien… ja, wir sind auch etwas stolz darauf, aber alles in allem sind wir (zumindest noch) nicht der Meinung, eine überragende Leistung vollbracht zu haben. Zumal wir ja immer noch am Anfang unseres Vorhabens „Weltumseglung“ stehen. Wir sind gespannt und freuen uns auf alles, was da noch kommen mag.

Und wir sind sehr dankbar für Euch alle, die ihr es als lohnenswert erachtet, uns in dieser Zeit auf diesem kleinen Blog zu begleiten. Wir werden gerne weiter berichten und über die tatsächliche Leistung, die wir hier erbringen (oder auch nicht) bilde sich gerne jeder seine eigene Meinung… Feedback jeder Art ist natürlich immer willkommen. In diesem Sinne ganz liebe Grüße (von den „Atlantiküberquerern“ ;-) aus Brasilien!

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