Eisbaden auf den Isles of Scilly

Bevor ich doch mal „aus Versehen“ über Bord gehe, beteilige ich mich natürlich sehr gern am Blog. Zumal ich gerne die Blogs anderer Reisenden lese, also… Die Isles of Scilly wurden mir, nachdem Micha dort bereits mit Kojencharter war, angepriesen. Es gäbe Palmen und Grün und den „Mermaid Pub“ – in veränderbarer Reihenfolge. :-)

Ich sah erstmal nur Steine und Regen und das viele Fahren über eine grüne Fläche auf dem Plotter (heißt es fällt trocken, blau ist sicherer) war doch sehr gewöhnungsbedürftig und ich beschloss, hier mal nicht selbst zu steuern um, falls wir auf einen Stein treffen, nicht schuld zu sein. Dann kann ich wenigstens sagen, ich hab`s gewusst. Aber ich könnte natürlich auch die Gezeiten lesen. Wir stellten allerdings fest, dass selbst die unter Wasser liegenden Steine gut in den Plotterkarten dargestellt wurden und somit wenig Gefahr bestand. Dann sah ich auch schon ein Kreuzfahrtschiff. Na gut, die trifft man ja mittlerweile an allen Orten. Micha suchte uns eine geschützte Bucht (also eine kleine Düse stand da schon drin) mit vielen Unterwassersteinen. Dort fühlten sich auch Robben wohl, so dass es für uns trotz Wind, Kälte und leichtem Regen einen netten Abend gab.

Da die Kinder ja unbedingt Baden wollten und es an unserem Strand aufgrund der vielen strandnahen Steine nicht ging, holten wir (in Persona Micha) am nächsten Tag den Benzintank raus und fuhren an den idyllischen Nachbarstrand mit kleiner Burg. Wohlweislich hatten die Kinder die Badesachen bereits an und ich habe als gute Ehefrau natürlich Michas Badehose mitgenommen. Meine natürlich vergessen. Wie schade. Die Kinder sprangen fröhlich ins Wasser und sammelten Muscheln. Dann sollten wir mit rein. Am Strand sitzen ist allerdings auch schön. Aber einer musste ein Opfer bringen und Micha schwang sich ins Wasser. Er sagte, vor Kälte zitternd nicht viel, nur das Wort KALT fiel sehr oft. Aber er blieb tapfer, zur Freude der Kinder, im Wasser. Das ist eher ungewöhnlich, da er in unseren sonstigen Urlauben im Norwegen und Schweden den Wasserkontakt unterhalb einer gewissen Temperaturgrenze eher vermieden hat. Und es war wirklich KALT!

Als Belohnung besuchten wir am nächsten Tag die „Mermaid“. Wir verholten uns zur Hauptinsel St. Mary und besuchten Hugh Town. Wobei es eher ein Dorf ist, aber immerhin gab es Eisläden, einen Supermarkt und mehrere Pubs. Die versprochenen Palmen (für mich ein Zeichen von wärmeren Temperaturen) musste ich ganz schön suchen und sie wirkten auch etwas traurig. Wenigsten es waren sogar mehrere Palmen.

Palmen!!!

Abends gab es Fish & Chips und leckeres Bier im wirklich urigen Pub (The Mermaid). Das Essen hat sehr gut geschmeckt und Samuel hat auch nur 3-mal den Tisch umgestoßen. Aber das ist in so einem Pub nicht so schlimm. Bleibt nur die Frage nach dem wievielten Bier??? Natürlich gab es keins für ihn!! Wer weiß, wie es mit Bier gewesen wäre?! ;-)

So, jetzt posten wir auch mal ein Bild mit vollen Tellern ;-)

Am nächsten Tag besuchten wir noch ein englisches Seenotretterboot und die kleine Festung. Die Kinder wollten auch sehr gerne unser neues Kajak ausprobieren und ich(??) hätte es ihnen versprochen. Gegenüber meinem Mann konnte ich mich nicht mehr daran erinnern, denn ich kann das Kajak gar nicht aufbauen. Das musste wieder Micha machen. Mit leicht finsterer Miene (er hatte eine andere Zeitplanung, denn er muss als einziger noch nebenbei für seinen Beruf arbeiten) zerrte er die Kajak Tasche aus einer der großen Backskisten am Heck und verteilte es auf dem Boot. Da es ein aufblasbares Kajak ist, mussten erstmal einige Sachen zusammengesucht werden. Es mussten sogar Schrauben benutzt werden. Da fand ich das iSUP einfacher. Natürlich war die Anleitung an Bord nicht auffindbar und es mussten das iPad dazu befragt werden. Dann fing es noch an zu regnen und die Kinder fragten, wie lange es noch dauert. Da tat mir Micha schon etwas leid. Als es dann aufgebaut war, sah es aber echt cool aus. Zum Glück hörte es dann auf zu regenen. Ich versuchte die Paddel zusammenzustecken, was nur teilweise gelang. Micha rief nur ernüchtert, dass es bei ihm vorher noch ging. Na gut. Samuel und Maila hatten echt viel, sehr viel Spaß. Sie haben das echt super gemacht. Kinder sind da eher intuitiv. Maila schrie zwar am Anfang ständig, dass Samuel nicht so wackeln soll, aber es hat sich super eingespielt. Auch Micha ist gefahren, aber dann doch sicherheitshalber allein.

Es ist hier wirklich schön… also wenn die Sonne scheint. Aber die Sonne hat sich echt bemüht. Für das Sturmtief, das uns dann später von einer Bucht in die andere getrieben hat, kann sie ja nichts. Ein weiterer Grund, warum wir laut Micha unbedingt hierher mussten, war lustiger weise seine SHS (Sporthochseeschifferschein) Prüfung. Dort wurde in seiner mündlichen Prüfung u.a. die Biskaya abgefragt. Dabei bot er den drei Kapitänen natürlich Brest und die Scillies an. Sie sagten dann, dass er jawohl von den Scillies fahren würde, und er stimmte natürlich gottergeben zu (er wollte ja bestehen). Nun war es im Kopf und schon sind wir hier. Ob das wirklich der beste Absprungort ist, werden wir sehen, aber soweit West wie möglich, ist hier bei vorherrschenden Westwinden immer gut.

In einer unserer letzten Badebuchten mit Strand war ich dann auf liebevollen Zwang meiner Kinder doch auch mal EISBADEN. Und natürlich habe ich auch das Kajak ausprobiert… aber die Geschichte möchte Samuel viel lieber selbst erzählen. Also bis dahin, Eure La Skipper!

Seenotretter mal kitschig.

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