Baiona… oder wo ist der Sommer… oder wohin mit dem Dinghy?

Hier lagen wir nun direkt neben den zwei Marinas von Baiona vor Anker (im Beitragsbild oben links) und erwarteten das angesagte Wetter. Auch wenn so manche Beschwerde über die nicht immer akkurate Vorhersage an der iberischen Atlantikküste durchaus berechtigt ist, dieses Mal behielten die Wettergurus leider Recht. So schnell wie er (zumindest für uns) in A Coruña gekommen war, hatte sich der Sommer auch wieder verabschiedet. Geschlossene Wolkendecke, gerne auch mal Wasser von oben, und selbst in der Landabdeckung hatten wir immer noch so viel Wind, dass man gar nicht wissen möchte, wie das bei den am Horizont erkennbar brodelnden Wellen gerade aussieht. Es stand also Bordalltag auf dem Programm, einige offene Punkte wurden abgearbeitet und auch die Schule kam nicht zu kurz.

Nach zwei entsprechend wechselhaften Tagen, an dem auch der Anker mal wieder das ihn gesetzte Vertrauen bestätigen konnte, kam der Sommer dann doch wieder etwas um die Ecke gebogen. Altstadt und Festung von Baiona warten ebenso wie der Nachbau eines der Kolumbusschiffe im Hafen. Also ab ins Dinghy zum Landausflug. Bei zwei benachbarten Marinas werden wir schon einen Schwimmsteg finden, an dem wir festmachen können ohne jemanden zu stören. Und tatsächlich gab es solche Plätze reichlich. Alleine die Spanier überraschten uns. Nichts war zu spüren von südländischer Lässigkeit und Gastfreundschaft. Wir waren noch nicht richtig fest, da wurde wir auch schon wieder verjagt. „This is a private marina, I cannot let you have the dinghy here when your boat is not using (and paying for) one of our moorings.“ Im Hafenbüro des Nachbarhafen kam als einziger Lösungsvorschlag, uns einen Tagessatz für den kleinsten Liegeplatz zu berechnen… also ca. 20€ für ein paar Stunden Dinghy festmachen.

Der Dinghy-Anker fliegt achteraus…

Aber wir könnten es ja dahinten an der eingehauenen Treppe in der Kaimauer versuchen. Wohlgemerkt bei ca. 3m Tidenhub. Nun gut, welche Wahl hatten wir schon. Künstlerisch wertvoll, sogar unter Verwendung des Dinghy-Ankers und mit hoffentlich ausreichend Spielraum für Wasserstandänderungen festgemacht lassen wir unser Beiboot mit gemischten Gefühlen zurück.

Erstes Ziel war die Pinta. Mit solch einem Boot sind sie damals ins Ungewisse aufgebrochen, von Europa nach Westen, ohne Karte, nur mit der Hoffnung, irgendwann auf Indien zu treffen. Unglaublich, aber wahr. Und natürlich auch ein Produkt jener Zeit. Wer weiß heute schon, was die Menschen in 100 oder 200 Jahren über unsere heutige Zeit denken… ich vermute zumindest, dass die heutigen Jabsco-Bordtoiletten dann nicht mehr „State-of-the-art“ sind. Und nur die besten Erinnerungen werden es wohl leider auch nicht sein. Jetzt schon sehen wir immer wieder vereinzelt Müll auf dem Wasser treiben, die Abgase der Frachter, Tanker und Kreuzfahrtschiffe(!) sind meilenweit zu riechen. Dabei haben wir die richtig großen Sünden noch gar nicht erreicht… Produkte unserer Zeit, auf die wir gerne verzichten können.

Zurück nach Baiona. Es folgte ein Rundgang auf der Festungsmauer mit schönem Blick auf Stadt und Umgebung, draußen immer noch reichlich Schwell und Brandung, das obligatorische Eis für die Kinder, ein wenig Altstadtbummel und ein Supermarkt lieferte alles für das abendliche Grillen an Bord. Und nach insgesamt vier Nächten ging es dann auch schon wieder weiter Richtung Süden… Portugal, wir kommen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s