Delfine unter der Milchstraße

Papa und ich haben Nachtwache auf der Biskaya gemacht. Ich bin ab und zu eingedüselt, bis Papa mich dann – wie er so schön sagte – „entdüselt“ hat, weil er Delfine gesehen hat. Dann habe ich mir die Rettungsweste angezogen und bin mit Papa nach vorne zum Bug gegangen, um die Delfine besser zu sehen. Es war eine wolkenlose Nacht, wo man die Milchstraße besonders gut sehen konnte. Und darunter sprangen die Delfine, anscheinend sehr vergnügt. Es waren am Anfang über ein Dutzend Delfine, die am Bug gespielt haben. Da waren zwei Delfine, die die ganze Zeit dort waren. Ich habe ihnen wegen ihres besonderen Merkmals einen Namen gegeben: der eine hieß „Platschi“, der andere „Spritzer“. Ich habe Ihnen diese Namen gegeben, da meine Füße und Schienbeine fast die ganze Zeit nass waren, weil diese beiden Delfine mich ständig nassgespritzt haben, teils durch Ausatmen, teils durch Schwanzflosse aufs Wasser Schlagen.

Nach einiger Zeit habe ich dann glitzernde Punkte gesehen, die über das Wasser hüpften. Ich habe sie Papa gezeigt und behauptet, es seien Fische. Papa hat mir das anfangs nicht geglaubt. Doch als die Delfine dann mit Spielen aufgehört und mit einem komplett anderen Verhalten angefangen hatten, wurde uns beiden klar, dass jetzt für sie Essenszeit war. Die zwei Positionslichter am Bug (rot/grün) haben Fische angelockt, die dann auch gesprungen sind. Als das geschah hat Papa mir geglaubt, dass die Lichtpunkte Fische sind. Genau diese Lichtpunkte = Fische wurden jetzt von den Delfinen gejagt. Aber „Platschi“ und „Spritzer“ haben (leider) nicht aufgehört mich nasszumachen.

Papa hat gesagt: „Wollen wir nicht so langsam wieder reingehen?“. Da habe ich dann gesagt: „Nein, ich gehe erst, wenn die Delfine weg sind!“. Und dann wurden es immer weniger Delfine und Papa dachte schon: „Ok, jetzt können wir endlich reingehen!“. Doch dann sind wieder mehr gekommen. Das geschah drei oder vier Mal, und Papa hat ein bisschen geflucht, dass die Delfine immer noch beim Boot waren. Schließlich, nach 1 ½ Stunden waren die Delfine weg… offensichtlich satt und fertig mit Spielen.

Dann sind wir wieder nach hinten gegangen, ich habe mich wieder in meine Ecke gekuschelt und habe mich noch ein bisschen mit Papa unterhalten. Am Ende bin ich wieder ein bisschen eingedüselt.

Diese Nacht werde ich nie vergessen!!!

Samuel

3 Kommentare zu „Delfine unter der Milchstraße“

  1. Mit großer Freude habe ich heute deinen Beitrag “ Delfine unter der Milchstraße “ gelesen. Du schreibst jedes Mal so schön und anschaulich, dass man fast denken kann, man hat alles selbst erlebt! Bitte weiter so!!!!

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