Ausrüstungsprobleme auf Langfahrt (5): Ärgerlich

Auf einer Langfahrt gehen Dinge kaputt, die sich jedoch entweder mit Bordmitteln oder Unterstützung von Land wieder reparieren lassen… viele davon sind mehr als nur Kleinigkeiten, sondern grenzwertig ärgerlich.

  • Skipper-Handy: Nach Wasserschaden in den Niederlanden ließ sich das Handy nicht mehr aufladen. Ein Reparaturversuch in England schlug fehl, daher gönnte sich der Skipper ein neues Handy in Lissabon (Happy Birthday to me ;-)
  • Aquarium: Im Salontisch haben wir eine im Grunde gut abgedichtete Sichtluke zum Schwert. Auf der Atlantiküberquerung wurde diese jedoch undicht es kam Wasser rein. Die Abdichtung ließen wir in Cabedelo (Brasilien) erneuern.
  • Shunt: Die Information über den Ladezustand sowie die aktuellen Verbrauchs- bzw. auch Ladedaten ist insbesondere für die Verbraucherbatterien sehr hilfreich. Für die Messung ist ein sogenannter Shunt zuständig, der sich jedoch kommentarlos in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet hatte. Ersatz kam aus Deutschland in Ushuaia an und wurde sogleich eingebaut. In der Zwischenzeit behalfen wir uns mit Spannungsmessung direkt an der Batterie.
  • Markierungsboje: Wir haben eine aufblasbare Markierungsboje. Einfach den an der Reling angebrachten Kasten öffnen und der Rest geschieht von selbst. Als diese Boje mal im Werkraum verstaut war, löste sie leider aus. Wieder zusammenlegen ist kein Thema, Ersatzpatrone ist auch an Bord… alleine die genaue Inbetriebnahme letzterer muss ich mir nochmal anschauen. Nicht, dass die gleich wieder auslöst…
  • Großsegel: Wenn das Großsegel vor dem Wind weit offen ist, scheuert es bei noch so großer Achtsamkeit gerne mal an den Salingen. Dabei können mit der Zeit kleine Löcher entstehen. Diese hatten wir vor Abfahrt in Deutschland fachmännisch flicken lassen, aber das wirkt natürlich nicht vorbeugend. Segeltape ist an Bord. Aber allerspätestens zurück in Deutschland wird es wohl ein neues Großsegel geben…
  • Vorsegel: Während der nächtlichen Aktion bei Plénau Island (Antarktis) haben auch die Vorsegel etwas abbekommen. Der UV-Schutz wurde in Ushuaia, wenn auch leider nicht mit Kreuzstich, wieder genäht. Der kleinen Riss in der Kutterfock haben wir mit Segeltape geklebt. Aber allerspätestens zurück in Deutschland wird es wohl neue Vorsegel geben…
  • Wasserpumpe: Sie musste natürlich in der Antarktis ihren Geist aufgeben. Nun gut, Ersatz war an Bord und die Pumpe dementsprechend auch sogleich getauscht. Erneuter Ersatz wurde uns nach Valdivia geschickt.
  • Bordfahrrad (Pedale, Reifen): Schon in Lissabon knackte es komisch im Pedal. Beim Auseinandernehmen zeigte sich ein kaputtes (Plastik-)Kugellager. Inzwischen sind neue Pedale dran. Des Weiteren war dann in Ushuaia der Hinterreifen ganz spontan platt, aber Flickzeug ist an Bord und wurde seiner Bestimmung zugeführt.
  • Außenborder: Bei seinem ersten Einsatz nach längerer Zeit war die Familie auf dem Weg zu einer chilenischen Gletscherkante. Da klang der Außenborder plötzlich komisch. Bei höheren Drehzahlen „stotterte“ er und es kam etwas Benzin raus. Der erste Gedanke vermutet eine aufgefallene Zündkerze. Inzwischen habe ich einen passenden (kleinen) Zündkerzenschlüssel und noch ein paar weitere Ersatzzündkerzen an Bord… jetzt muss ich mich nur noch an die Arbeit machen. Solange wird halt gepaddelt.
  • Antennenadapter Satellitentelefon: Das dünne Kabel an diesem Adapter war uns schon von Anfang an etwas suspekt. Das soll dauerhaft halten? Nun ist es passiert: Kabelbruch. Nur mit viel Liebe und zarter Hand bekam man noch eine funktionierende Verbindung hin und auch nach dem provisorischen Kleben musste man SEHR vorsichtig damit umgehen. Es hat dann auch gar nicht lange gedauert, bis das Kabel endgültig durch war. Mit dem letzten Paket aus Deutschland haben wir Ersatz bekommen. Als erstes wurde dieses dünne Kabel mit vulkanisierendem Tape stabilisiert. Das sollte nun länger halten.
  • Heizungsauslass: Von unserer Dieselheizung für der Abluftschlauch hinten durch den Stauraum am Heck nach draußen. Dieser Stauraum wird natürlich genutzt. Auf dem Atlantik hatten wir den Außenborder da drin (als Unterlage diente ein Dinghy-Cover) und seit der Antarktis kommen da unten Dieselkanister rein. Das Problem mit dem Heizungsrohr ist, dass es heiß genug wird um Plastik zu schmelzen. Sowohl das Dinghy-Cover als auch ein (zu dem Zeitpunkt leider gefüllter) Dieselkanister mussten schon dran glauben. Im Valdivia haben wir uns nun eine große Holzplatte besorgt und diese mit der Stichsäge in passende Formen gebracht. Das Heizungsrohr ist damit nun abgedeckt und der Stauraum endlich gefahrlos nutzbar. Die Zündtemperatur von Holz sollte dann wirklich etwas zu hoch sein.

>>> Weiter mit Teil 6: Sch….!!!