Biomuseo

6. Juni 2021

Schon auf unserer erste Fahrt rein nach Panamá City fällt uns dieses Gebäude am Anfang des Causeway Armador auf. Es ist bunt. Also richtig bunt im Sinne von farbenfroh fast bis zur Sonnenbrille. Wir erfahren, dass das vom Stararchitekten Frank Gehry entworfene Haus das 2014 eröffnete Biomuseo beherbergt.

Aktuell ist es nur am Wochenende geöffnet, aber das reicht uns locker. Gleich an unserem ersten Sonntag in Panama fahren wir hin. Und stehen an. Durch die eingeschränkten Öffnungszeiten ist der Andrang groß. Mit Sicherheitsabstand warten wir an der Kasse. Mit den Eintrittskarten (es gibt sogar ein Familienticket!) werden wir wegen starkem Besucherandrang zunächst in die Sonderausstellung gebeten. Diese beschäftigt sich ganz aktuell mit dem Klimawandel und dessen Auswirkungen auf Panama.

Die ständige Ausstellung unterteilt sich in acht Galerien. Dabei besteht der Anspruch zu zeigen, wie Panama die Welt verändert hat. Wow! Aber mal ganz ehrlich. Ob das nun überzeugend gelingt oder auch nicht ist letztlich egal. Es ist ein wirklich tolles, modernes Museum.

So stellt man sich Wissensvermittlung heutzutage vor. Multimedial, zum Anfassen und Staunen, der virtuelle Führer auf dem Handy erklärt im Detail das, was einen interessiert (also für den Skipper praktisch alles ;-), Mitarbeiter vor Ort bieten Hilfe und Information… da kann sich so manch anderes Museum eine dicke Scheibe von abschneiden. Ob die Selfie-Hinweise am Boden wirklich sein müssen, wissen wir jetzt nicht. Trotzdem sind wir brave Touristen und nehmen die Gelegenheit wahr…

Im Schaufenster der Biodiversität wird und Artenreichtum Panamas näher gebracht, aber auch deren Gefährdung nicht zuletzt durch den Menschen thematisiert.

Rechts oben der offizielle Nationalvogel Panamas: eine Harpyie!

Danach geht es in Panamarama weiter mit einer 5 minütigen Videopräsentation von Lebensräumen, Tieren und Pflanzen des Landes. Man taucht förmlich ein in die insgesamt 10 Szenen.

Nord- und Südamerika waren einstmals getrennte Kontinente. Die Brücke entsteht über Jahrmillionen hinweg. Über die genauen Zeiträume streiten die Wissenschaftler, doch spätestens vor ca. 3,5 Mio. Jahren was der Isthmus von Panama wohl geschlossen.

Denn ungefähr zu dieser Zeit begann der große Austausch. Auf den getrennten Kontinenten haben sich die Spezies unabhängig voneinander entwickelt. Mit der Landbrücke begann ein großer Austausch und neuer Konkurrenzkampf, dem viele Arten zum Opfer gefallen sind.

Echter Schädel eines Riesenfaultiers

Der menschliche Fußabdruck prägt das Land seit Jahrtausenden. Auf 16 in vier Themengebiete eingeteilte Säulen wird diese Geschichte von der Frühzeit über die Kolonisation bis in die Gegenwart erzählt.

Im nächsten Bereich werden die unterschiedlichen Lebensräume der getrennten Ozeane Pazifik und Atlantik in zwei großen und einigen kleineren Aquarien gegenübergestellt.

Karibik-Aquarium

Das lebende Netzwerk der Natur ist oft unsichtbar für unsere Wahrnehmungsdimensionen. Pflanzen, Tiere, Insekten und Mikroorganismen interagieren auf komplexe Weise, was hier beispielhaft in großen Skulpturen veranschaulicht wird. Für uns ist das ein Déjà-vu von in Costa Rica interessiert aufgenommener Informationen.

Erkunden wir das lebende Netzwerk…

Unter dem Motto Panama ist das Museum wird abschließend zu aufgefordert, das Museum zu verlassen um Panama und seine herausragende Biodiversistät zu erkunden. Einen kleinen Eindruck erhält man schon im das Musum umgebenden Garten.

Nach dem Museumsbesuch warten wir noch ein wenig, bis der Nachmittagsregen etwas abebbt und machen dann einen kleinen Spaziergang durch eben diesen Garten.

Schöner Abschluss eines absolut lohnenswerten Museumsbesuches. Sogar den Kndern hat es gefalle! Einen kleinen Eindruck bekommen man auf der virtuellen Tour. Doch wer die Chance hat, vor Ort vorbeizuschauen, sollte sich das nicht entgehen lassen.