Catedral de Sal

30. August 2021

Das 1600 gegründete (spanische) Zipaquirá liegt auf ca. 2.600m Höhe keine 50km nördlich von Bogotá, war lange Zeit ein Zentrum für den Salzabbau und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Ein Grund dafür ist sicher El Parque de la Sal, eine Art salziger Landschaftsthemenfreizeitpark mit der Salzkathedrale als Hauptattraktion.

Blick auf Zipaquirá
Ziemlich leer ist es heute! :-)
Minenerbe

Dabei ist der Name Catedral de Sal im Grund etwas hochtrabend, da es sich nicht um eine offizielle, einem Bischof unterstehende Kathedrale handelt. Wohl aber ist es ein richtige katholische Kirche. Genau genommen sogar schon die zweite ihrer Art. Erste Ideen gibt es 1932. Die alte „Kathedrale“ wird 1954 eingeweiht, jedoch 1990 aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit geschlossen. Direkt im Anschluss beginnen 60m tiefer die Arbeiten an einer neuen Kathedrale, die im Dezember 1995 eingeweiht wird.

Die Besonderheit der Salzkathedrale schwingt am Rande schon mit. Sie befindet sich in einem ehemaligen Salzbergwerk bis zu 180m tief unter der Erde. In Kolumbien ist sie ein Monument ersten Ranges. 2007 wird sie „La Primera Maravilla de Colombia“, das erste Wunder Kolumbiens. Nicht ganz unverdient, wie wir finden.

Oben rechts der Eingang, dann durch den Kreuzweg nach unten links in die eigentliche Kirche…

Ein langer, gerader Gang führt unter die Erde in die Minenstollen und zum Beginn des Kreuzwegs. Die vierzehn Stationen sind auf den ersten Blick immer gleich, auf den zweiten Blick aber dann doch sehr individuell und passend umgesetzt. Im Hintergrund ertönt kirchliche Musik. Eine schöne Stimmung.

Im Kreuzweg…

Leider kann La Skipper den Besuch nicht uneingeschränkt genießen. Sie wird von Bauchkrämpfen geplagt. Trotzdem verwirft sie zum Glück schnell den Gedanken im Auto zu warten, schlägt sich tapfer, erlebt unter der Erde aber trotzdem ihren eigenen kleinen Kreuzweg. Wenigstens gibt es viele Möglichkeiten zur Rast und wir machen ganz langsam…

Oh weh!!!

Nach dem Kreuzweg durchschreiten wir die (symbolische?!) Kuppel der Kathedrale und erreichen den Balkon des Chores. Ein erster Blick hinunter ins Hauptschiff verschlägt uns fast den Atem. So etwas haben wir wahrlich nicht erwarten.

Blick vom Balkon…
… in das Hauptschiff.

Durch den Narthex gehen wir die Treppenstufen hinab in das eigentliche Gotteshaus. Einige Arbeiter sind noch mit dem weiteren Bau beschäftigt, direkt daneben rasten wir in der Capilla Virgen de Guasá, einer Kapelle für die Schutzpatronin der Minenarbeiter.

Capilla Virgen de Guasá

Die Kirche selbst ist dreigliedrig. Im Seitenschiff der Geburt (Nave del Nacimiento) finden wir die Krippe und das Taufbecken, hinter dem ein erstarrter „Salzfall“ die Illusion fließenden Wassers erzeugt.

Krippe
Taufbecken

Im Hauptschiff des Lebens (Nave de la Vida) findet sich der Hauptaltar vor einem 16m hohen Kreuz. Im Boden ist die Marmorplastik der Erschaffung des Menschen (La Creación del Hombre) eine überdeutliche Hommage an Michelangelo.

Schließlich gehen wir in das Seitenschiff der Auferstehung (Nave de la Resurrección).

Wie es sich für eine Touristenattraktion gehört, schließt sich auch hier unten noch ein kommerzieller Bereich an. Einzig interessant ist für uns ein flacher See, der still daliegend und die Umgebung reflektierend Erinnerungen an Lanzarote wachruft…

Ohne Zweifel wird uns auch dieser Besuch noch lange in Erinnerung bleiben. Tief unter der Erde liegt ein weltweit wohl einzigartiges Gotteshaus, das unabhängig vom persönlichen Glauben des Besuchers eine besondere Faszination ausübt. Schön, dass wir das erleben durften.