Fotochallenge #13 – Unten

Costa Rica, 20. April 2021

Immer sonntags gibt es im Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ von ROYUSCH-UNTERWEGS den Aufruf, zu einem Thema (genau) ein Foto zu verlinken. Aktuell geht es um „Unten“.

Hmmm… was nehmen wir da? Das Offensichtliche ist ein Blick von oben nach unten. Natürlich gibt es da unglaublich viele schöne Motive und natürlich haben auch wir da das ein oder andere passable Bild im Archiv. Doch eigentlich möchte ich etwas anderes zeigen, denke an Menschen mit weniger Glück, ein bestimmtes Bild aus New York, aber das habe ich auf unserer kleinen Segelreise nicht dabei. So wird es also dann doch ein klischeehafter Klassiker… also fast! ;-)

Wir stehen auf dem 710m hohen Berg Corcovado und schauen zusammen mit Cristo Redentor auf das uns zu Füßen liegende Río de Janeiro hinunter. Ein toller Ausblick! Tausendfach fotografiert. Genau darum wechseln wir nun die Perspektive und setzen uns selbst nach unten. Mehr als 30m über uns schauen die Augen der Statue in die Ferne. Nein, zu uns herunter geht der Blick nicht. Unwürdig, klein wie Ameisen fühlen wir uns… hier UNTEN!

Bildernachtrag Überfahrt nach Costa Rica

Wir haben nun in die Beiträge der Überfahrt von Ecuador nach Costa Rica ein paar Bilder eingefügt. Für alle, die keine Lust haben, alle Beiträge (nochmal?!) einzeln aufzurufen hier die Übersicht…

Zurück im Norden
Wieder über den Äquator
Abschied von Puerto Amistad
Abschied von Bahía de Caráquez
Abschied von Ecuador
Wieder auf dem Ozean unterwegs…
Erster Sonnenuntergang der Überfahrt
Die Sache mit dem Wassermacher
Trotz Parasailor geht es nur langsam voran
Warum tröpfelt das beim Handwassermacher eigentlich nur?!
Auch heute geht die Sonne wieder unter…
Von Strom im Wasser und Lichtern am Himmel
Hmmm… gibt das noch „Wetter“?!
Von Lichtern im Wasser

Die Bilder zu diesem Artikel kann leider nur das menschliche Auge liefern…

Halbzeitgrüße von der kolumbianischen Küstenwache
Isla Malpelo steuerbord voraus
Auf in kolumbianische Gewässer!
Kleiner Besucher
Familiensonntag auf dem Pazifik
Bei Sonnenaufgang…
liegt Isla Malpelo achteraus.
Flügelschlag!
Samuel über tierischen Besuch auf der Samai
Zwischendurch wird auch am roten Ende gepickt…
Keine Lust zu fliegen?!
Nicht viel los…
Endspurt nach Costa Rica
Die großen Pötte sind wieder da…
Das regnet sich ganz entspannt da hinten aus!
Willkommen in Costa Rica

Dieser ansonsten schon mit Bildern veröffentlichte Beitrag hat noch eine Ergänzung bekommen…

Land in Sicht bei Sonnenaufgang

Leguane auf Isla Santiago und Kakteen auf Isla Rabida

Galápagos-Inseln, 17. Februar 2021

Wieder fahren wir die Nacht durch, zurück auf die Südhalbkugel, Richtung Isla Santiago. Doch trotz der (für uns ausgesprochen sachten, ja im Grunde angenehmen) Schaukelei geht es heute früh los. Wir wollen Leguane sehen und die mögen es in der heißen Mittagssonne nicht so sehr.

Dabei waren die Landleguane auf der Isla Santiago eigentlich schon ausgestorben. Charles Darwin war bei seinem 5-tägigen Aufenthalt einer der letzten, der sie noch in großer Zahl sehen konnte. Nicht viel später machten eingeschleppte Tiere, insbesondere Ratten, aber auch wilde Schweine und Ziegen dem ein Ende. Doch auf Seymour Norte gab es zu viele Landleguane. Da es die gleiche Art ist, wurden einige davon nach Isla Santiago verbracht. Heute leben hier wieder etwa 3.000 dieser Tiere.

Quelle: Bittmann / Fugger – „Galápagos“ (mit Ergänzungen von Maja Homberger)

Es ist also noch recht früh bei unserer Anlandung am schwarzen Lavastrand. Fast noch Morgendämmerung… Moskitozeit… Repellent Pflicht! Gleich fällt uns eine Hinweisplatte auf. Diese wurden früher auf „interessanten“ Inseln angebracht. Fischer brachten dann Touristen dorthin und haben sie einige Zeit später wieder abgeholt. Diese Zeiten sind zum Glück für die Natur inzwischen vorbei.

Isla Santiago ist momentan vergleichsweise grün. Der Sandsteinboden ist gut, Wicken und Winden fangen schon an zu wachsen und überall sind hübsche kleine Blüten zu entdecken.

Doch auch die Tiere lassen sich nicht lange bitten. Eine bunte Heuschrecke posiert fotogen, eine weibliche Lavaechse sonnt sich, ein kleiner, neugieriger Vogel mag offensichtlich Kameras und fliegt mich kurz an.

Quer über dem Weg wärmt sich ein erster, großer (Land-)Leguan in der Vormittagssonne. Vorsichtig schleichen wir uns vorbei.

Lavaechse

Wieder an der Küste angekommen, empfängt uns ein Pelikanskelett. Dieses Jahr sind wohl recht viele dieser schönen Vögel hier gestorben. Erst ein paar wenige Seebären ruhen sich nach ihrer nächtlichen Jagd zwischen den Felsen aus. Dafür finden sich umso mehr rote Klippenkrabben, ihre leeren T-Shirts und natürlich auch wieder (Meer-)Leguane.

Interessiert schauen wir den Leguanen bei ihren Gesprächen zu. Ja, das Verb ist korrekt gewählt! Die Kommunikation erfolgt mittels Kopfnicken. Da braucht es natürlich ein wenig Glück, dass der „Angesprochene“ auch gerade in die richtige Richtung schaut.

Hallo… ich rede mit dir!!!

Interessant ist auch die Zusammensetzung des groben Sandes. Natürlich sind es vor allem viele kleine Steine. Doch immer wieder finden sich dunklere, leicht rötliche Bereiche. Hier zeigen sich im Detail unzählige, zerbrochene Stachelreste von Griffelseeigeln. Ihre Stacheln sind so hart, dass man damit problemlos in flache Steine ritzen könnte… das ist auf Galápagos allerdings offiziell verboten!

Dann erlaubt man sich einen bösen Spaß mit dem Skipper. Die schon etwas vorgelaufene Gruppe ruft fragend, ob ich Maila gesehen hätte. Nein. Wo ist sie? Rundumblick, lautes Rufen… doch die lächelnden Gesichter der Anderen lässt mich innehalten. Plötzlich taucht Mailas Kopf aus einem Loch im Boden auf und sie winkt mir lachend zu. Reingelegt!

Zum Abschied entdecken wir noch ein paar Braunmantel-Austernfischer. In einem Nest ist gerade Wachwechsel. Eine anderes Elterntier ist schon weiter und sitzt mit den Kindern entspannt auf den Steinen.

Nach kurzer Fahrt (mit Saltos vollführenden Rochen) werfen wir den Anker bei der Santiago südlich vorgelagerten Isla Rabida und holen die Schnorchelsachen raus. Wieder sind wir an einer Felskante, die heute aber nicht so tief abfällt.

Hier geht es gleich ins Wasser!

Große Schwärme nicht nur von Doktorfischen umgeben uns, Robben spielen im Wasser und zweimal sichten wir einen – für Menschen ungefährlichen – Weißspitzenriffhai. Ein richtig toller Ausflug in die Unterwasserwelt.

Verspielter Seelöwe
Weißspitzenriffhai
La Skipper ist begeistert!

Dabei bekommt Samuel von unserem Fotografenpärchen an Bord eine richtig gute Kamera in einem richtig guten Unterwassergehäuse ausgeliehen und macht damit dann auch richtig gute Fotos… doch die zeigt er in seinem eigenen Beitrag.

Nerd-Wissen: Der Doktorfisch hat seinen Namen von hornartigen Klingen („Skalpellen“), die sie zur Verteidigung vor der Schwanzflosse haben. Man sollte einen Doktorfisch also niemals von hinten mit der bloßen Hand greifen…

Auf einer kleinen Fahrt mit der Angelito I rund um Isla Rabida werden wir dann leider Zeuge von touristischem Verhalten der weniger schönen Art. Drei bis vier vollbesetzte Zodiacs eines anderen Schiffes (nennen wir es „Evolution“) jagen johlend einer Delfinschule hinterher.

Es wird um sie herum, aber auch gerne mal einfach mitten durch gefahren. Dann wird mit Vollgas überholt, aufgestoppt und mit großen Erwartungen – nein, es ist tatsächlich Jagdfieber! – springen die Passagiere als knappes Dutzend ins Wasser, um einen Augenblick mit den offensichtlich wenig erfreuten Delfinen zu schnorcheln. Schnell sind die Eindringlinge wieder alleine, klettern zurück ins Zodiac und das Spiel beginnt von vorne. Ein Paradebeispiel dafür, wie es nicht sein sollte und in der Tat wird unser Guide Maja diesen Vorfall bei der Parkaufsicht melden… gut so!

Der Nachmittagsspaziergang auf Isla Rabida steht im Zeichen der Kakteen. Ok, eigentlich wären ein paar Flamingos auch schön gewesen, aber die kleine Lagune ist leider verwaist.

Quelle: Bittmann / Fugger – „Galápagos“ (mit Ergänzungen von Maja Homberger)

Dafür zeigen sich die stacheligen Freunde in wahrlich ungewohnter Form. Wie schon an anderer Stelle geschrieben, verdickt sich der untere Teil dieser Kakteen nach etwa 10 Jahren zu einem Stamm. Anfangs hat der Stamm auch noch Stacheln, doch die werden alt und fallen irgendwann ab. Die Energie für neue Stacheln wird jedoch nicht aufgewendet, die dicke Rinde ist Schutz genug.

Die großen, dicken Opuntia-Feigenkakteen werden so locker über 100 Jahre alt. Und wenn es sie dann doch mal umwirft, wachsen aus den alten Astteilen neue Kakteen. Zeit dafür ist genug, hier auf der Insel gibt es keine kakteenfressenden Tiere. Lediglich die Samen sind vor Darwinfinken nicht sicher.

Die bodennahen Büsche sind noch grau, doch die Balsambäume fangen schon an zu Grünen. Wenn man ihr ausgesprochen langsames Wachstum bedenkt, sind sie teils von beachtlicher Größe. Auch die aufsitzenden, den Bäumen aber nicht weiter schadenden Flechten, wachsen sehr langsam. Als Faustregel gilt: große Balsambäume mit vielen Flechten sind uralt!

Nerd-Wissen: Auf Floreana wurden Flechten einstmals von Sträflingen abgebaut, um daraus in einem recht komplizierten Prozess den Farbstoff Lackmus zu gewinnen.

Auf dem Weg entlang der Steilküste genießen wir das immer wieder schöne Panorama und sichten noch einen Goldrochen.

Zurück am Strand ignorieren wir die ebenfalls eingetroffenen Delfinjäger, wieder an Bord beobachten wir noch ein paar bei ihrer natürlichen Jagd aus dem Wasser springende Thunfische und nach einem erneut sehr leckeren Abendessen geht es auch heute nicht zu spät ins Bett… müde von einem weiteren, ereignisreichen Tag auf Galápagos.

Goldrochen

Begleiter der Angelito I

Galápagos-Inseln, Februar 2021

Wir sehen in Galápagos wirklich viele Tiere auf den Inseln und beim Schnorcheln. Tolle Eindrücke! Doch manche Sichtung machen wir auch von bzw. an Bord unserer Angelito I. Als erstes sind die Fregattvögel zu nennen. Dafür, dass sie exzellente Flieger sind, legen sie doch eine erstaunliche Faulheit an den Tag, wenn ein Boot vorbei kommt. Auf praktisch jeder Passage haben wir sie als blinde Passagiere an Bord.

Im Wasser begleiten uns auch mal Delfine oder man sieht Mantarochen springen. Das machen sie immer 2-3 Mal und drehen sich dabei sogar. Vermutlich wollen sie beim Aufschlag auf die Wasseroberfläche unerwünschte Parasiten von der Haut vertreiben.

Abends, also wenn wir nicht mal wieder viel zu müde sind, schauen wir noch ein bisschen hinten am Schiff raus. Die Schiffslichter leuchten über das Wasser und darin tummelt sich das Leben. Meist sehen wir nur „normale“ Fische, doch oft schwimmen auch Haie herum. Früher konnte man vor dem Frühstück noch rasch eine Runde ums Schiff schwimmen. Das ist jetzt, nach dem Einbau neuer Generatoren, nicht mehr möglich. Anscheinend senden diese Vibrationen in einer von Haien gerne wahrgenommenen Frequenz aus.

Abends sitzen auch gerne mal ein bis zwei Seelöwen auf der Plattform. Auch hier gilt wohl, dass die ebene, von Menschenhand geschaffene Fläche bequemer ist, als die meisten Steine.

Hin und wieder machen wir morgens auch einen Fund auf dieser Plattform. Da flüchtet ein Fisch vor seinem Jäger und landet auf dem Trockenen. Pech gehabt. Ein Fundstück hatte sogar doppelt Pech… so ein Parasit am Auge stelle ich mir alles andere als angenehm vor.

Vögel auf Isla Genovesa

Galápagos-Inseln, 16. Februar 2021

Über Nacht fahren wir nach Norden über den Äquator. Ziel ist Isla Genovesa, eine Vogelinsel. Keine Untertreibung. Mit dem Sonnenaufgang fahren wir, begrüßt von „Fregatti-Schwärmen“, in die große Kraterbucht auf der Südseite ein.

Quelle: Bittmann / Fugger – „Galápagos“ (mit Ergänzungen von Maja Homberger)

Schon am Strand werden wir, neben den üblichen Seelöwen, ausgesprochen gefiedert empfangen. Auf den ersten Blick erklärt Maila die Gabelschwanzmöwe zu ihrem neuen Lieblingsvogel. Es ist aber auch wirklich ein schönes Tier. Weißer Bauch, graue Flügel und aus Ihrem schwarzen Kopf stechen die rot umrandeten Augen hervor.

Dazu hat sie noch rote Füße, die sich die Möwe auch gerne mal intensiv anschaut. Frei nach dem Motto: „Sind sie noch da?“

Die Gabelschwanzmöwe ist die einzige nachtaktive Möwe. Wenn es dunkel ist, zieht es sie aufs Meer, um Kalmare zu jagen. Ein Grund dafür sind die Fregattvögel. Die gehen ihrem diebischen Geschäft nur tagsüber nach, so dass die Möwe im Morgengrauen recht angstfrei ihre Kinder füttern kann. Normalerweise legen sie zwei Eier. Herrscht jedoch aus welchem Grund auch immer Nahrungsmangel, wird spontan beschlossen, nur ein Ei zu legen. Das erhöht die Überlebenschancen des Nachwuchses.

In den Mangroven nisten überall Rotfußtölpel. Auch hier ist der Name Programm… mit dem zweiten großen Unterschied, dass der Rotfußtölpel sich im Gegensatz zu seinem blauen Verwandten an Zweigen festkrallen kann.

Was den Körper angeht, sind die meisten Rotfußtölpel eher bräunlich. Nur etwa 2% zeichnen sich durch ein weißes Federkleid aus.

Der Nistplatz in den Mangroven ist gut gewählt, bietet er doch Schutz vor den größeren Fregattvögeln. Die kommen hier nicht rein und können demnach auch nicht beim Füttern stören. Natürlich verhindert das nicht, dass sie die Tölpel ersatzweise in der Luft angehen. Wir kommen zur richtigen Zeit. Viele kleine Tölpel-Plüschbälle schauen uns neugierig aus ihren schwarzen Knopfaugen an.

Dagegen treffen wir die Nascartölpel bevorzugt am Boden an. Sie sind größer und können sich daher auch besser zur Wehr setzen.

Auch die Flora bietet interessante Eindrücke. Die gelb blühenden Kakteen haben hier weiche Stacheln. Fast schon wie Haare. Der Grund ist simpel. Es gibt niemanden, der sie frisst. Da braucht man auch keine Energie in harte Stacheln stecken. Ok, die Früchte sind vor Dawinfinken nicht sicher, doch daran würden auch harte Stacheln nichts ändern.

Das Alter junger Kakteen kann man recht gut an der Anzahl Blätter abschätzen. Einfache Regel: ein Blatt = ein Jahr. Bei älteren Kakteen ist das dagegen schwieriger, da hier die unteren Blätter zu einem Stamm verwachsen. Da bleibt nur eine Schätzung mehr oder weniger weit über 10 Jahren.

Faszinierend ist die Fortpflanzungsstrategie der roten Mangrove. Aus den Knopfsamen bilden sich längliche, bohnenförmige Sprösslinge mit Sollbruchstelle. Sie bilden im Grunde schon eine komplette kleine Pflanze mit Stiel und Blatt. Nach dem Runterfallen bleiben sie oft gleich im Sand stecken und schlagen schnell Wurzeln. Aber es macht ihnen auch nichts aus, ein Jahr mit den Gezeitenströmen zu treiben.

Hin und wieder sehen wir noch Galápagos-Spottdrosseln, Nachtreiher und große Darwinfinken. Wie schon gesagt… ein Vogelparadies.

Junger Nachtreiher
Ausgewachsener Nachtreiher
Großer Darawinfink

Am Wendepunkt unseres kleinen Spazierganges gehen wir auf Meeresgrund. Zumindest bei Hochwasser ist hier alles überflutet. An den Steinen kleben Austern und Muscheln. Die lila gefärbten sind besonders alt, kleine Galápagos-Winkerkrabben machen auf sich aufmerksam, ein paar hier besonders kleine Meeresleguane laufen durch die Steine und natürlich liegen auch Seelöwen herum. Wie immer alles sehr entspannt und wenig scheu. Eine Ausnahme bildet lediglich der Steinwälzer. Der überwintert in Kanada und lernt dort, dass ein wenig Vorsicht nicht schaden kann.

Na wo ist denn die…
Galápagos-Winkerkrabbe
Kleiner Meerleguan
Steinwälzer

Zum Schnorchelausflug fahren wir heute an einen steilen Abbruch. Hier geht es schnell tief runter. Wieder sehen wir ein paar Seelöwen, dazu auch drei Meeresschildkröten, natürlich viele bunte Fische und auch einen kleinen, gelben Kugelfisch. Ganz anders als gestern, aber nicht weniger schön.

Der Nachmittagsausflug führt uns in eine andere Ecke der Isla Genovesa. Wir steuern die Prinz-Philip-Treppe an und werden natürlich wieder von Seelöwen und -bären empfangen.

An Land dann wieder – wenig überraschend – viele Vögel. Allgemein finden sich auf der Insel mehr Bindenfregattvögel. Sie zeichnen sich im Gegensatz zu den bisher öfters gesehenen Prachtfregattvögeln durch einen herzförmigen roten Kehlsack sowie teils grünliche Flügelfedern aus.

Am Boden stehen kleine Nascartölpel, die sich die Wartezeit bis zu Rückkehr der Futter bringenden Eltern vertreiben. Ganz wichtig ist das Spiel mit dem Stöckchen. Immer wieder wird es hoch geworfen und nach einer Drehung wieder aufgefangen. So lernt man den Umgang mit den später hoffentlich gefangenen Fischen. Dabei hat von den Kindern normaler Weise nur eines realistische Chancen. Die zwei Eier werden im Abstand von fünf Tagen gelegt. Entsprechend schlüpfen die Küken. Anfangs bekommen noch beide Futter gebracht, doch irgendwann wird der Schwächere aus dem Nest gedrängt. Meistens ist das der Zweitgeschlüpfte…

Bei diesem Spaziergang erzählt uns Maja auch die Geschichte der Wollsackschildlaus. Sie wurde eingeschleppt und hat sich ohne natürliche Feinde sogleich daran gemacht, ganze Abschnitte von Mangroven und anderen Pflanzen zu vernichten. Es wurde einiges versucht, um die Plage in den Griff zu bekommen, doch Abhilfe schaffte erst die „kalifornische Lösung“. Dort hatte man das gleiche Problem mit Hilfe von australischen Marienkäfern gelöst. Diese fressen die Wollsackschildlaus und sterben selbst, wenn letztere nicht mehr da ist. Nach jahrelangen Studien gab es für dieses auf Galápagos eigentlich undenkbare Vorgehen grünes Licht und es hat funktioniert. Werden heute irgendwo von einem der aufmerksamen Guides Wollsackschildläuse gemeldet, müssen nur ca. 40 dieser Marienkäfer ausgesetzt werden und das Problem hat sich in 2-3 Wochen erledigt.

An der Meerseite wachsen Algen(!) an den Bäumen…

Dann beginnt die große Suche. Wo ist die Sumpfohreule? Recht klein und perfekt getarnt hält sie sich zur Jagd vor allem am Boden auf. Zuerst finden wir Gewölle mit Kopf und Schnabel. Die Sumpfohreule frisst bevorzugt ganze Tiere. Schließlich entdeckt La Skipper das erste Exemplar regungslos neben einem Stein stehend. Die zweite Sichtung geht auf eines der Schweizer Kinder.

Suchbild mit Eule…

Was für ein Glück. Vogelfreunde und Ornithologen würden vor Neid erblassen. Aber wo auch sonst sollte man solche Beobachtungen machen können, wenn nicht auf Genovesa, der Isla de los pájaros.

Adiós!