So noch nicht gesehen: Variable Kochzeit für Nudeln

Heute machen wir einen kleinen Ausflug in die Vergangenheit. Vor ein paar Tagen stehen Nudeln auf dem Plan. Ich greife in unser „Nudelschapp“ unter der Salonbank an Steuerbord und hole eine Packung „tallarines – spaguetti“ raus. Der Aufdruck „mi comisariato“ verrät, dass diese bereits vor über einem Dreivierteljahr in Ecuador verproviantiert wurden. Das ist an Bord eines (zumindest unseres) Segelbootes aber nichts besonderes.

Nudeln aus Ecuador

Dann schaue ich gewohnheitsmäßig auf die empfohlene Kochzeit und sehe, was ich zwar schon vor Monaten in Ecuador, davor aber so noch nicht gesehen habe: Geografisch bedingt unterschiedliche Kochzeiten!

Mein erster (zugegebenermaßen ziemlich blöder) Gedanke war, dass die Bewohner der Sierra Nudeln wohl gerne matschiger essen als ihre Landsleute der Costa. Weit gefehlt! Es gibt tatsächlich einen ganz banalen, physikalischen Grund, an den ein durchschnittlicher Mitteleuropäer aber auch erst einmal erinnert werden muss.

Ecuadors Hauptstadt Quito beispielsweise liegt mitten in der zentralen Sierra auf knapp 3000m Höhe. Hier oben hat Wasser nun einmal die Eigenschaft schon bei ca. 90°C zu kochen. Mehr geht nicht. Und plötzlich macht es absolut Sinn, dass die Nudeln in der Sierra länger kochen müssen als an der Costa. Soviel Sinn, dass das auf jeder Nudelpackung steht. Zumindest in Ecuador. Anderswo stehen die Chancen gut, das so noch nicht gesehen zu haben.