Birdwatching im Nebelwald

Mindo, 12. März 2021

Schon bei unserem ersten Besuch in Mindo wollten wir eine hier obligatorische Birdwatching-Tour machen. Doch erst lag La Skipper flach, dann war der designierte Guide am Husten. Wurde also nichts draus. Doch jetzt sieht es gut aus. Also nicht perfekt, aber immer noch gut. Mit Julia ist eine Führerin mit langjähriger Erfahrung gebucht. Um sechs Uhr früh ist sie vor Ort um uns abzuholen. Nur leider regnet es noch. Nicht so gut zur Vogelbeobachtung. Doch der Wetterbericht verspricht Besserung. Wir gönnen uns also noch einen Kaffee bzw. zwei heiße Schokoladen und dann fahren wir los. Den Anfang machen wir an der uns schon bekannten Station der Tarabita. Gerade gestern waren wir hier auf dem Weg zum Erlebnisbad vorbei gekommen. Jetzt suchen wir hier bunte Piepmätze.

Auf geht’s…

Julia ist super ausgestattet. Zwei gute Ferngläser sowie ein Beobachtungsfernrohr auf Stativ holen die munteren Vögel näher. Der Beginn ist aber noch recht zäh, Regen lockt nun mal keine Vögel hervor. Nur ein paar kleinere Freunde zeigen sich, unter anderem ein im Dachgebälk nistender Kolibri. Doch schon bald darauf macht Maila unsere erste richtig tolle Sichtung: ein Küstentukan!

Küstentukan

Im Regenwald hatten wir diese wunderschönen Tiere immer nur aus einiger Entfernung in den Bäumen beobachten können. Ok, im Zoo von Baños hatte sie auch Tukane, aber das ist nicht das Gleiche… nun also wieder zumindest im Fernrohr gut erkennbar in ihrer natürlichen Umgebung.

Julia holt uns die Vögel sicher ins Visier…

Nach einer Weile beginnen wir eine kleine Wanderung bergab. Dabei zeigt uns Julia kleine Nester an ungewohnter Stelle…

Ja, das ist tatsächlich ein Vogelnest!

… und auch die Pflanzenwelt präsentiert sich bunt und beeindruckend.

Immer wieder hören und sehen wir – ok, vor allem unsere Führerin – kleine und größere Vögel in den Zweigen und der Luft. Natürlich sind es dann zwei Goldkehltukane, die einen abschließenden Höhepunkt bilden.

Wenig später, nach einem schönen Blick über das im Grün des Nebelwaldes fast schon versteckte Mindo erreichen wir nach ca. 6km den Fluss. Die letzten Meter bringt uns wieder der Wagen… und dieses Mal lassen sich die Kinder den Platz mit Ausblick nicht nehmen!

Doch man muss nicht einmal zwingend auf eine Birdwatching-Tour gehen. Schon von unserem Frühstückstisch aus schauen wir allmorgendlich ins Grüne. Und das Bananenbuffet ist auch schon bereitet. In der Tat stecken unsere Gastgeber regelmäßig ein paar Früchte in das Geäst. Eine von Vögeln gern genommene Spende. Teilweise entsteht ein regelrechter Wettstreit um den besten Platz an der Banane, bei dem die kleineren Vögel doch allzu oft das Nachsehen haben.

Auch Kolibris schauen gerne vorbei…

Die nur kleine Auswahl an Bilder gibt dabei durchaus einen falschen Eindruck vom gefiederten Artenreichtum im Nebelwald. Alleine auf der morgendlichen Wanderung markieren wir in der empfohlenen App „eBird“ trotz wahrlich nicht idealer Bedingungen fast dreißig verschiedene Arten, von Kolibris und Tukanen über viele verschiedene Tangare bis hin zu Papageien, Quetzals und noch einiges mehr. Ja, der Nebelwald ist wirklich ein Vogelparadies!