Aller guten Dinge sind drei… obwohl es natürlich auch so manche eher schwer verdauliche Trilogie gibt. Doch hin und wieder braucht es halt drei Teile, um eine Geschichte zu Ende zu erzählen. Hier nun also nach Wahlen in Ecuador und Wahlergebnisse in Ecuador das große Finale… wir küren den Sieger!
Nach der ersten Wahlrunde dauerte es ja eine gefühlte Ewigkeit, bis die zwei Kandidaten für die abschließende Stichwahl feststanden. Platz 1 war schon früh an den Sozialisten Arauz (32,72%) vergeben. Das Rennen um Platz zwei war denkbar knapp. Letztlich musste sich der indigene Pérez (19,39%) geschlagen geben. Seine Anhänger waren alles andere als einverstanden, errichteten teilweise Straßenblockaden. Doch im offiziellen Endergebnis erhielt der konservative Lasso (19,74%) nun einmal etwa 32.000 Stimmen mehr.
Die große Frage war nun, wem sich die Wähler des unterlegenen Pérez zuwenden würden. Zur Erinnerung, in Ecuador herrscht Wahlpflicht. Und auch wenn dabei natürlich nicht selten leere oder ungültig gemachte Stimmzettel in die Urne geworfen werden, so sind über 80% gültige Stimmen beachtlich.
Ein Blick auf die nach Kandidaten eingefärbten Karten der Provinzen bringt eine schnelle Antwort. Arauz (orange) konnte vor allem in den gleichen, bevölkerungsreichen Küstenprovinzen punkten, die er auch im ersten Wahlgang gewonnen hat. Der gesamte Oriente und die südliche Sierra stimmten da noch hauptsächlich für den indigenen Pérez (pink). Obwohl dessen Partei Pachakutik offiziell keinen Kandidaten der Stichwahl unterstützt hat, gingen diese Stimmen dann aber offensichtlich vor allem an Lasso (blau).
Da hat er es nun also endlich geschafft. In seinem sage und schreibe dritten Anlauf wurde Guillermo Lasso tatsächlich zum neuen Präsidenten Ecuadors gewählt. Sicherlich eine Überraschung und vermutlich auch ein gewisser Richtungswechsel für das Land. Ob nun zum Guten oder Schlechten, vor allem für wen das letztlich gilt, bleibt abzuwarten.
Ein fader Beigeschmack liegt im Ergebnis: 52,36% zu 47,64%. Offensichtlich ist das Land gespalten. Auch wir haben auf unserer Reise Anhänger beider Kandidaten getroffen und jeder hatte gute Argumente für sich (und gegen die Anderen). Es ist zu hoffen, dass die Gräben – nicht nur in diesem Land! – überwunden werden können… zum Wohle aller!
Mehrmals haben wir in den tropischen Breiten von Süd- und Mittelamerika gehört und gesehen, dass zwei Dinge bei der Arbeiten in der Natur unverzichtbar sind: Gummistiefel (gegen Schlangen) und eine Machete.
Ersteres findet man auch in Deutschland immer mal wieder bei einer einschlägigen Aktionswoche im Supermarkt um die Ecke. Dass letzteres für gerade mal um die 4$ sogar im Standarsortiment eines Supermarktes zu finden ist, haben wir vorher so noch nicht gesehen.
Supermarkt in Bahía de Caráquez (Ecuador)
Natürlich haben wir uns auch entsprechend ausgerüstet. Vor der Rückkehr ins hinreichend reglementierte Deutschland brauchen wir uns trotzdem keine Sorgen machen. Eine Machte gilt als Werkzeug und fällt damit (z.B. im Gegensatz zu einem kleinen Butterfly-Messer) nicht unter das Waffengesetz…
Eigentlich wäre heute ja unser Abflug von den Galápagos-Inseln vorbei. Abgesehen von einem kurzen 1h-Ausflug vor dem Frühstück steht normaler Weise nichts mehr auf dem Programm. Doch wir haben Glück, es ist Fasching. Aus diesem Grund sind die Flüge am heutigen Sonntag extrem begehrt und entsprechend teuer. Da hat die Angelito I beschlossen, uns einfach noch einen Tag ranzuhängen, damit wir uns bei der Rückreise nicht dumm und dämlich zahlen müssen. Danke!!!
Quelle: Bittmann / Fugger – „Galápagos“ (mit Ergänzungen von Maja Homberger)Stephanie, Maila, Stefan, Samuel, Sandra (… und Michael am Drücker ;-)
Wir bekommen also erst einmal ein Frühstück. Danach machen wir eine ausgedehnte Zodiac-Tour in die Mangroven. Gleich zu Beginn empfangen uns jagende Pelikane. Doch was ist das? Das sind tatsächlich kleine Seeschwalben, die sich gleich nach dem Wiederauftauchen auf den größeren Pelikan setzen. Sie lauern darauf, ob etwas für sie abfällt.
Etwas weiter drinnen begegnen uns gepunktete Adlerrochen in verschiedenen Größen. Die Mangroven sind für viele Meeresbewohner eine gute Kinderstube. Die hier auch oft zu entdeckenden Hammerhai-Babys sehen wir zwar nicht, dafür aber viele andere kleine Baby-Haie. Leider ist das Wasser so trüb, dass die rein gehaltene GoPro nicht wirklich viel zeigt… abgesehen von ein paar ganz besonders neugierigen Besuchern…
Ebenso beobachten wir Meeresschildkröten. Bei der Paarung! Kein besonders intimer Moment. Während in der Mitte ein Pärchen gerade bei der Sache ist, schwimmen einige andere Männchen rund herum. Wer weiß?! Vielleicht kann man sich ja als nächster in der Reihe profilieren. Dem Weibchen ist das ziemlich egal. Es legt so viele Eier, dass auch mehrere Partner mit der Befruchtung mehr als genug zu tun haben.
Die Vielzahl an Schildkröteneiern ist auch dringend notwendig. Die Überlebensquote ist miserabel. Von 1.000 gelegten Eiern schaffen es vielleicht 1-2 bis ins Erwachsenenalter. Immerhin reicht das zur Arterhaltung. Zumindest solange nicht zu viele Plastiktüten vermeintlich schmackhaft durch die Meere treiben und den armen Tieren volle Mägen ohne Nährwert verschaffen. Oder auch gut beleuchtete Küstenstraßen und Hotels in der Nähe entsprechender Strände die frisch geschlüpften Schildkröten vom richtigen Weg ins Meer abbringen. Das sind leider echte Probleme!
Am Nachmittag besuchen wir dann so einen von Meeresschildkröten zur Eiablage genutzten Strand. Ok, eigentlich ist der Ausflug mit „Badespaß“ überschrieben. Aber so ein kleiner Spaziergang kann ja nicht schaden. Insgesamt finden sich alleine an diesem Strand mehrere hundert Nester, die hier gewissenhaft beobachtet, gezählt und dokumentiert werden. Ein kleines Zeltcamp mit wechselnden Freiwilligen nimmt sich dieser Aufgabe im Sinne der Forschung seit über 15 Jahren begeistert an.
Überall Nester von Meeresschildkröten…… und natürlich auch Spuren!
Der Spaziergang endet an einer kleinen Lagune. Und nun sehen wir nun die an anderer Stelle vermissten Flamingos. Immerhin zwei der über das Archipel verstreut etwa 1.000 Tiere haben sich hierher verirrt und sind fleißig auf Futtersuche.
Zum Abschluss des Tage, letztlich unserer kleinen Kreuzfahrt, geht die ganze Familie dann nochmal ausgiebig baden. Eine durchaus anstrengende, aber unglaublich schöne und ereignisreiche Zeit liegt hinter uns. Da ist so ein entspanntes Bad ein wirklich schöner Ausklang…
Zurück an Bord gab es dann noch ein grandioses Gala-Dinner. Der Koch hat seiner Freude am Dekorieren freien Lauf gelassen und sich selbst übertroffen.
Die gesamte Crew nimmt Abschied von unserer kleinen Gästegruppe. Ja, es ist wirklich ein Abschied. Das ob der Erlebnisse freudig lachende Auge liegt bei uns allen dicht neben dem ob des Endes der Reise traurig weinenden Auge.
Der letzte Eintrag über die Tiere in Galápagos geht über das Leben der Vögel. Direkt nach unserer Ankunft, sehen wir Pelikane, wie wir sie auch schon auf dem Pazifik gesehen haben. Na ja, genau genommen, sind wir ja auch auf dem Pazifik. Es ist kein für Galapagos spezifisches Tier, weshalb ich sie überspringe.
Wir betreten die erste Insel, wo wir mit der Angelito I hingefahren sind und werden sogleich von Vögeln begrüßt. Es sind die Vögel, die wir irgendwie auf so gut wie jeder Insel sehen. Ich spreche von den Fregattvögeln. Wir sind glücklicherweise genau in der Paarungszeit nach Galápagos gekommen. Also in der Zeit, in der die Fregattvogelmännchen Weibchen suchen. Dazu haben die Männchen ein rotes Säckchen, das vom Kinn bis zum Bauch geht. In der Paarungszeit bläht er sich auf, um den Weibchen zu imponieren. Die Weibchen sind übrigens gut zu erkennen, da sie ein weißes Federkleid an ihrem Hals haben. Leider sind die Fregattvögel auf andere Vögel angewiesen. Sie können nämlich nicht tief tauchen und ernähren sich von Fisch. Und den klauen sie von anderen. Darum geht es nun zu den bestohlenen Vögeln.
Fregattvogel vor Blaufußtölpel
Beim Überleben hilft ihnen die zweite Art Vogel. Der Blaufußtölpel. Er ist ein guter Taucher und Fischer. Das müssen sie auch sein, weil sie sonst verhungern würden. Das liegt daran, das der Fregattvogel ständig seine Beute klaut. Wie der Name schon sagt, hat der Blaufußtölpel blaue Füße sowie einen blauen Schnabel. Sehr süß. Die Männchen versuchen den Weibchen mit einem bestimmten Tanz zu imponieren, wo das Männchen seine Füße der Frau entgegenstreckt und ab und zu die Flügel ausbreitet. Ach so, der Blaufußtölpel kann sich übrigens nicht auf Äste setzen. Seine schönen blauen Füße sind einfach zu unbeweglich.
Blaufußtölpel im TanzDa ist dann doch noch ein Pelikan
Wenn wir schon bei Tölpeln sind, machen wir doch einfach dort weiter. Der zweite Tölpel hat rote Füße und heißt somit auch Rotfußtölpel. Der Schnabel ist aber wie der des Blaufußtölpels blau. Es gibt aber noch einen weiteren Unterschied. Der Rotfußtölpel kann im Gegensatz zu seinem blaufüßigen Verwandten auf Bäumen und Ästen sitzen. Seine Füße sind viel beweglicher! Und mindestens genau so schön.
Rotfußtölpel
Das waren viele Tölpel ja, aber es gibt noch einen. Den Galápagos-Maskentölpel oder den Nascartölpel. Es ist ein und dieselbe Art, wurde aber umbenannt. Er hat ein seltsames Gesicht, das wie eine Maske aussieht. Daher der Name. Er ist ähnlich wie die anderen Tölpel, hat aber keine farbigen Füße und keinen blauen Schnabel.
Nascartölpel
Das waren jetzt aber wirklich alle Tölpel. Kommen wir zu den nächsten Tieren. Dem Nachtreiher und dem Krabbenreiher. Es sind beides hübsche und geduldige Vögel, doch besonders der Krabbenreiher und seine Miene sehen immer gelangweilt und/oder genervt aus. Er hat ein hübsches strähniges Federkleid mit weißen Streifen auf schwarzem Grundgefieder.
Junger NachtreiherErwachsener Krabbenreiher (c) Stefan Tschumi
Es gibt aber auch flugunfähige Vögel auf Galápagos. Den Galápagos-Pinguin. Ich behandele ihn hier aber nicht. Wer etwas über ihn wissen will, schaut bitte bei Samuel über die Tierwelt in Galápagos – Land.
Der nächste Vogel ist eine Möwe. Ja, es gibt hier Möwen, aber eigentlich auch nur eine Art. Diese Art heißt Gabelschwanzmöwe und sie ist nachtaktiv. Das muss sie auch sein, weil nur dann ihre Leibspeise aus den Tiefen des Pazifiks hoch kommt. Am Tag ist ihre Leibspeise viele hundert Meter tief unter Wasser und die Möwe kann nicht so tief tauchen, auch wenn sie wollte. Die Leibspeise der Gabelschwanzmöwe ist, wie ihr vielleicht erraten konntet, der Kalmar. Bei Nacht kommt er hoch und die Möwen können ihn fangen und fressen. Dabei hilft es, dass der Kalmar hoch springt, was wir auch schon bemerkt haben. Erinnert euch an einen früheren Artikel, wo beschrieben wurde, dass Morgens auf dem Meer oft ganz viele Kalmare an Bord liegen?
Gabelschwanzmöwe
Wir haben ein Paar Gabelschwanzmöwen mit einem Baby gesehen. Leider ist das Stück Kalmar, das ein Elternteil gefangen hat, zu groß für den Kleinen und der Partner erhält ihn um ihn zu zerkleinern. Und dann bekommt auch die Babymöwe etwas ab. Die Möwe hat rote Augenlider. Wozu genau die gut sind, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass sie richtig cool aussehen. Es ist Mailas Lieblingsmöwe.
Das Futter ist zu groß für das Kleine
Ich weiß, es sind viele Vögel, aber ich fasse mich schon kurz. Nun folgt eine Taube. Manche Leute mögen sie nicht besonders, weil sie einen am Morgen immer wecken oder schöne Statuen vollscheißen. Aber die Galápagos-Taube ist anders. Sie sieht im Gegensatz zu ihren, in anderen Ländern lebenden Verwandten, echt hübsch aus. Ich sprach doch im Abschnitt mit der Gabelschwanzmöwe über farbige Augenlider oder? Warum ich das erwähne? Ganz einfach. Die Galápagos-Taube hat ebenfalls welche. Nur sind sie eben nicht rot, sondern strahlend blau.
Galápagos-Taube
Ein weiteres auf Galápagos lebendes fliegendes Tier ist eine Drossel und zwar die Galápagos-Spottdrossel. Ihre langen Beine und ihr grau-schwarzes Gefieder sind auffällig, wie ihr langer Hals.
Galápagos-Spottdrossel
Ein kleiner goldener Vogel mit dem Namen „Gold-Wald-Sänger“ ist erstens sehr süß, aber ähnlich wie die meisten kleinen Vögel. Das besondere an ihm ist, dass er knallgelb ist! Darum das „Gold“ in seinem Namen.
Zu meiner Überraschung haben wir auf Galápagos auch Austernfischer gesehen, die ich dort nicht vermutet hätte. Sie haben lange Beine und einen langen roten Schnabel. Ihr Gefieder ist pechschwarz.
Eine weitere Überraschung ist eine dort lebende Eule. Die Sumpfohreule. Sie ernährt sich von den Wellenläufern. Die Wellenläufer brüten gerade, was der Eule die Gelegenheit bietet, die Jungtiere oder Eltern, die in Hektik sind, zu fangen und zu fressen.
Eine andere Eule ist die Schleiereule, die wir aber nur in einem künstlichen Käfig sehen, den die Eule aber immer verlassen kann.
Ein ebenfalls sehr süßer Vogel ist der Rotschnabel Tropic Vogel. Es ist aber schwer ihn zu beschreiben, also seht selbst:
„Man, kann der nicht mal fertig werden?“ fragt ihr vielleicht, aber keine Angst, es gibt nur noch eine letzte Vogelart. Die Darwinfinken. Es gibt ca. ein Dutzend Unterarten mit verschiedenen Schnäbeln, verschiedenen Größen und dementsprechend verschiedener Nahrung. Aber zusammengefasst kann man sie als klein, süß und dunkelbraun bis pechschwarz bezeichnen.
Überstanden! Das waren die wichtigsten Vogelarten auf Galápagos. Die anderen Tiere, die im Wasser oder an Land leben, beschreibe ich in meinen vorherigen Artikeln über die Tierwelt in Galápagos… Wasser und Land.
Nach halb durchfahrener Nacht, erreichen wir im Morgengrauen die ausgesprochen trockene Isla Santa Fé. Hier erwartet uns wieder einmal ein weltweit einzigartiges Tier: der Santa Fé – Leguan. Ja, schon gut… wieder ein Leguan, den ein Laie kaum von seinen Verwandten auf anderen Inseln unterscheiden kann?! Mitnichten. Seine Besonderheit ist, dass seine Nackenstacheln im Gegensatz zu allen anderen Leguanen nicht aufgestellt sind, sondern konsequent nach rechts fallen. Also immer. Wahrscheinlich war irgendwann mal ein Tier mit solch einem Nackendefekt auf der Insel und hat die hiesige Population begründet.
Das Problem ist, dass man diese Tiere wieder einmal nur früh morgens beobachten kann, wenn sie zum Fressen aus ihren Höhlen kommen. Folgerichtig jagt uns Maja mal wieder früh aus den Federn. Trotzdem macht sie uns bei der Besprechung am Vorabend keine großen Hoffnungen. Es gab die letzten drei Jahre fast nichts Grünes zu fressen. Wir können froh sein, wenn wir vielleicht fünf (der insgesamt ca. 2000) Exemplare sehen.
Quelle: Bittmann / Fugger – „Galápagos“ (mit Ergänzungen von Maja Homberger)
Wir ankern vor einer großen Lagune und fahren mit den Zodiacs rein. An der Wasseroberfläche wuseln Schwärme von Doktorfischen, auf den Steinen am Ufer stehen Blaufußtölpel und natürlich gibt es auch ein paar Seelöwen.
An Land werden wir dann erstaunlich schnell fündig und sehen einige der speziell frisierten Langleguane. Die sind hier übrigens ganz scharf auf gelb. Es ist wohl kein Zufall, dass das auch die Farbe der Kaktusblüten ist. Da ist es nur logisch, wenn ein gelber Schirm, bunte Schnürsenkel oder auch eine Mütze die Neugier wecken. Gerade in der Trockenzeit können die ansonsten doch eher trägen Leguane da erstaunliche Geschwindigkeiten erreichen.
Zwischen den Büschen und auch auf dem Weg liegen immer mal wieder Seelöwen. Einige sind farblich markiert, um die Standorttreue bzw. Wanderlust zu erforschen. Ein Jungtier hat dagegen ganz andere Probleme. Wir können nur hoffe, dass es sich von seiner Augenverletzung erholt.
Gute Besserung!
Ansonsten fallen hier wieder einmal die Kakteen auf. Wie Bäume stehen diese Überlebenskünstler in einer ansonsten weitgehend trostlos wirkenden Landschaft.
Doch wird uns versichert, dass das bei Regen hier sehr schnell ganz anders, viel grüner aussieht. Und die Anlagen dafür sind alle auf dem ausgedörrten Boden vorhanden. Darum ist es auch hier wieder so wichtig, dass wir die Wege nicht verlassen. Ohne es zu wissen, würden wir dabei einiges zerstören.
Erst etwas näher an der Küste wird es etwas farbiger. Der Spaziergang führt uns zurück zu einem von neugierigen Seelöwen bevölkerten Strand und durch die Lagune geht es zurück an Bord.
Früher durfte man noch in der großen Lagune schnorcheln. Inzwischen ist das zu gefährlich geworden. Es treiben sich nun viele „Machos“, also tendenziell raufwillige Seelöwen-Männchen, umher. Darüber hinaus sind auch größere, vor allem Tiger- und Bullenhaie gekommen, die mit ihren 3-4m Länge auch für Menschen gefährlich werden können.
Da ist es nur vernünftig, dass wir unseren Schnorchelausflug des Tages ein Ecke weiter unternehmen. Und dieser ist heute ziemlich verregnet.
Hier unten brauche ich keinen Regenschirm
Zum Glück ist das im Wasser nicht wirklich ein Problem. Das sehen die vielen Fische, zwei verspielte Seelöwen und selbst ein paar jagende Pelikane genauso.
Pelikane bei der Jagd von unten
Eine wirklich auffällige Entwicklung ist bei Maila auszumachen. An den ersten Tagen wollte sie, obwohl eigentlich sichere Schwimmerin, beim Schorcheln gerne noch einen Ring zum Festhalten mitnehmen. Auch wenn der dann immer recht schnell an Mama abgegeben wurde. Inzwischen ist sie sicherer und mutiger geworden. Ok, an ihrem im Wasser zum Fisch mutierenden Bruder kommt sie noch nicht ran. Das schafft keiner aus der Familie. Aber auch unsere Jüngste taucht inzwischen schon selbstständig in immer größere Tiefen.
Toll!!!Quelle: Bittmann / Fugger – „Galápagos“ (mit Ergänzungen von Maja Homberger)
Der Empfang für unseren Nachmittagsspaziergang könnte schöner kaum sein. Mehrere Landleguane und nistende Gabelschwanzmöwen unter blühenden Kaktusbäumen.
Sehr idyllische und ein Anblick, an dem wir uns kaum sattsehen können. Doch als dann ein Leguan beschließt, vergleichsweise dicht an einem Nest vorbeizugehen, zeigen die Gabelschwanzmöwen, dass sie unter „Idylle“ einen gewissen Mindestabstand verstehen.
Plaza Sur ist ein nur etwa 200m breites Inselchen. Unter „Machos“ ist sie für ihren Erholungsbereich bekannt und beliebt. Mit seinem Harem von 3-4 Weibchen hat ein männlicher Seelöwe zwar Spaß, aber keine Ruhe. Oft findet er weder Schlaf noch Zeit zum Essen. Die Pflicht zur Verteidigung verlangt alles ab. Nach ca. 15 Tagen wird es zu viel, die Niederlage gegen einen ausgeruhten Herausforderer ist unvermeidlich. Dann braucht man erst einmal Ruhe. Genau dafür kommen erschöpften Männchen hierher. Die abgewetzten Steine und ein gewisses Aroma zeugen von der jahrelangen Nutzung dieser Junggesellenkolonie. Heute ist jedoch niemand anzutreffen. Dafür sehen wir kurz danach die andere Seite der Paarung… eine Seelöwenmutter säugt ihr kleines Kind.
Leere JunggesellenbudeMutter und Kind
Auch was den Vogelreichtum angeht, ist das kleine Fleckchen Land beeindruckend. Doch hier fasse ich mich zugunsten der nächsten „Tierwelt“ kurz und beschränke mich auf eine kleine Bilderauswahl.
Schließlich ist auf Plaza Sur noch ein Wiederaufforstungsprogramm erwähnenswert. Eine eingeschleppte Maus verhinderte lange Zeit, dass sich die hier heimischen Kakteen fortpflanzen konnten. Nach und nach starben viele von ihnen ab. Inzwischen ist die Maus von der Insel verbannt und es wird anhand alter Fotos von Kakteenwäldern wieder aufgeforstet. Natürlich nur dort, wo sie früher waren und natürlich nur mit der inseltypischen Art. Und solange sie jung sind, werden sie zur Sicherheit noch vor den hungrigen Leguanen geschützt.
Hier soll es irgendwann wieder aussehen wie früher.Ein Teppich von Sesuvium-Pflanzen bedeckt den Boden.
Am Abend fahren wir bei Hochwasser durch die Meerenge zwischen Santa Cruz und Baltra. Trotzdem werden Kurs und Fahrwasser penibel eingehalten. Hier ist schon mehr als ein Schiff verunglückt. Nach der Passage erwarten uns ein großes Ankerfeld voller momentan zur Untätigkeit verdammter Kreuzfahrer. Kaum eine Handvoll Schiffe ist aktuell auf Fahrt. Da liegen Existenzen, soweit möglich vor Schaden bewahrt, und warten auf einen Zeitenwechsel. Aber damit sind sie in diesen Tagen, Wochen, ja inzwischen sogar Monaten wahrlich nicht alleine.