Stehpissoirs sind zwar praktisch, aber oft nicht gerade wassersparend… insbesondere, wenn ein Defekt für ständig laufendes Nass sorgt. Seit Jahren werden daher immer öfter wasserlose Installationen angebracht. Spart Wasser, aber man muss in deren Nähe normalerweise auch SEHR flach atmen.
In Costa Rica ist uns sozusagen ein Mittelweg begegnet. Es läuft im eigentlichen Sinne kein Wasser. Dafür ist die gesamte Rinne voller Eiswürfel. Der stetige Rinnsal an Schmelzwasser sorgt für geruchsarmen Abfluss. Ganz ehrlich, das haben wir vorher so noch nicht gesehen.
Herrentoilette im La Paz Waterfall Gardens Nature Park (Costa Rica)
Aller guten Dinge sind drei… obwohl es natürlich auch so manche eher schwer verdauliche Trilogie gibt. Doch hin und wieder braucht es halt drei Teile, um eine Geschichte zu Ende zu erzählen. Hier nun also nach Wahlen in Ecuador und Wahlergebnisse in Ecuador das große Finale… wir küren den Sieger!
Nach der ersten Wahlrunde dauerte es ja eine gefühlte Ewigkeit, bis die zwei Kandidaten für die abschließende Stichwahl feststanden. Platz 1 war schon früh an den Sozialisten Arauz (32,72%) vergeben. Das Rennen um Platz zwei war denkbar knapp. Letztlich musste sich der indigene Pérez (19,39%) geschlagen geben. Seine Anhänger waren alles andere als einverstanden, errichteten teilweise Straßenblockaden. Doch im offiziellen Endergebnis erhielt der konservative Lasso (19,74%) nun einmal etwa 32.000 Stimmen mehr.
Die große Frage war nun, wem sich die Wähler des unterlegenen Pérez zuwenden würden. Zur Erinnerung, in Ecuador herrscht Wahlpflicht. Und auch wenn dabei natürlich nicht selten leere oder ungültig gemachte Stimmzettel in die Urne geworfen werden, so sind über 80% gültige Stimmen beachtlich.
Ein Blick auf die nach Kandidaten eingefärbten Karten der Provinzen bringt eine schnelle Antwort. Arauz (orange) konnte vor allem in den gleichen, bevölkerungsreichen Küstenprovinzen punkten, die er auch im ersten Wahlgang gewonnen hat. Der gesamte Oriente und die südliche Sierra stimmten da noch hauptsächlich für den indigenen Pérez (pink). Obwohl dessen Partei Pachakutik offiziell keinen Kandidaten der Stichwahl unterstützt hat, gingen diese Stimmen dann aber offensichtlich vor allem an Lasso (blau).
Da hat er es nun also endlich geschafft. In seinem sage und schreibe dritten Anlauf wurde Guillermo Lasso tatsächlich zum neuen Präsidenten Ecuadors gewählt. Sicherlich eine Überraschung und vermutlich auch ein gewisser Richtungswechsel für das Land. Ob nun zum Guten oder Schlechten, vor allem für wen das letztlich gilt, bleibt abzuwarten.
Ein fader Beigeschmack liegt im Ergebnis: 52,36% zu 47,64%. Offensichtlich ist das Land gespalten. Auch wir haben auf unserer Reise Anhänger beider Kandidaten getroffen und jeder hatte gute Argumente für sich (und gegen die Anderen). Es ist zu hoffen, dass die Gräben – nicht nur in diesem Land! – überwunden werden können… zum Wohle aller!
Nein, ich meine jetzt nicht die „große-ganze“ Planung unserer kleinen Segelreise. Dazu kommt schon bald eine „offizielle Bekanntmachung“. Auch im Kleinen können sich Pläne ändern.
Wir sind ja gerade mit dem Mietwagen auf Rundreise in Costa Rica. Als wir heute morgen aufwachen, erwarten wir noch am Abend in der Hauptstadt San José wieder einzuschlafen. Doch dann beginnen die Hirnzellen zu kreisen. Unser Hotel beim Volcano Poás, nördlich von San José, muss nächste Woche sein angeschlossenes Restaurant zumachen. In der zentralen Region von Costa Rica wird das Leben wegen hoher Fallzahlen eine Woche lang runter gefahren. Betrifft das auch die Museen?
Ja. Geschlossen. Bis einschließlich 9. Mai. Nun ist San José nicht gerade für eine malerische Altstadt mit eindrucksvollen Spaziergängen bekannt. Die drei wichtigsten Museen sind fest eingeplant. Man nehme das alles zusammen und kommt schnell zum Schluß, dass die aktuelle Planung unserer kleinen Rundreise keinen Sinn mehr macht.
Was nun? Den für die Rückfahrt eingeplanten Volcano Turrialba vorziehen? Doch dessen Webseite verkündet ebenso überraschend, dass der Park aus Gründen der Sicherheit aktuell geschlossen sei. Es ist halt ein aktiver Vulkan.
Zum Glück sind wir nicht alleine. Wir machen die Fahrt in Begleitung von puravida.travel. Das ist unsere Rettung. Planänderung. Das Hotel in der Hauptstadt wird problemlos storniert. Stattdessen fahren wir ein gutes Stück länger bis an die gesundheitlich unbedenklich Karibikküste. In Cahuita wird in Absprache eine günstige Eco-Lodge für uns reserviert. Bei Ankunft sind wir begeistert. Großer, gemütlicher Bungalow mit Küche. Dazu noch ein Pool. Zur Begrüßung turnt eine Gruppe Klammeraffem durch die Bäume. Hier fühlen wir uns wohl.
So sind wir nun also in einem Ort, der nicht eingeplant war. So wie auch die Länder Ecuador und Costa Rica nicht in unserem ursprünglichen „großen Plan“ standen. Es lohnt sich trotzdem… es sind tolle Länder und Erfahrungen, die wir ohne die aktuellen Ereignisse nicht gesehen und gemacht hätten. Das gilt sicher auch für das, was noch vor uns liegt. Doch davon ein anderes Mal mehr.
Mehrmals haben wir in den tropischen Breiten von Süd- und Mittelamerika gehört und gesehen, dass zwei Dinge bei der Arbeiten in der Natur unverzichtbar sind: Gummistiefel (gegen Schlangen) und eine Machete.
Ersteres findet man auch in Deutschland immer mal wieder bei einer einschlägigen Aktionswoche im Supermarkt um die Ecke. Dass letzteres für gerade mal um die 4$ sogar im Standarsortiment eines Supermarktes zu finden ist, haben wir vorher so noch nicht gesehen.
Supermarkt in Bahía de Caráquez (Ecuador)
Natürlich haben wir uns auch entsprechend ausgerüstet. Vor der Rückkehr ins hinreichend reglementierte Deutschland brauchen wir uns trotzdem keine Sorgen machen. Eine Machte gilt als Werkzeug und fällt damit (z.B. im Gegensatz zu einem kleinen Butterfly-Messer) nicht unter das Waffengesetz…
Wie immer werden auch bei diesem Thema einige Interpretationsmöglichkeiten mitgegeben. Und diese Woche halte ich mich mal ganz brav (langweilig?) daran. Einfach so. Ganz ohne Perspektivenwechsel oder um-die-Ecke-Denken.
Das Bild entstand Juni 2020 im patagonischen Winter. Zu sehen ist ein kleiner Ausschnitt der Sprayhood unserer SY Samai (ursprüngliche Bedeutung „Gewebetextur“), die nach frostiger Nacht von Eiskristallen überzogen ist (angeführtes Bespiel „Chemie, Technik“).