Heute müssen wir in der Tat nicht lange überlegen. Ok, das Foto ist schon in unserem Beitrag über Bahía de Caráquez zu sehen. Aber der ist ja nun auch schon wieder eine Weile her und der Aufruf fordert dankenswerter Weise keine Exklusivität! ;-)
Wir sind also in Ecuador, kommen aus dem Supermarkt und treten auf den leidlich beleuchteten Gehweg. Der Blick geht nach oben und erspäht die uns Licht spendende Laterne. Nun ja, zumindest ist es eine „geschützte, selbst leuchtende Lichtquelle“. Und ganz offensichtlich ist diese nicht nur für Menschen hilfreich, sondern auch bei Vögeln ausgesprochen beliebt.
Ebenso Beachtung finden sollte die Stromversorgung. Nicht nur in Ecuador, nein in ganz Südamerika sehen wir immer wieder die abenteuerlichsten Kabelkonstruktionen. Ganz offiziell so installiert. Sporadisch gehen Kabel zu einem Haus. Ob diese wiederum immer ganz offiziell da hängen, bleibt ein Geheimnis. In jedem Fall versorgen sie alles in der Umgebung mit Strom… so auch diese Laterne.
Schon im Aufruf wird auf die schöne Doppeldeutigkeit dieses trotzdem nicht ganz einfachen Themas hingewiesen. Zahl oder Verb? Warum nicht beides??? Auch wenn man dafür ein klein wenig um die Ecke denken muss… ;-)
Wir sind zwar nicht auf allen sieben Weltmeeren unterwegs, doch für salzige Aerosole in der Luft ist das auch gar nicht notwendig. Es erstaunt uns immer wieder, was für Auswirkungen die derartig angereicherte Atmosphäre mit sich bringt. Inzwischen hat es unser Sieb erwischt. Wer nimmt auch Küchengeräte aus rostanfälligem Metall mit auf Langfahrt? Eines möchte man damit jetzt jedenfalls nicht mehr machen… sieben. Zumindest nicht, wenn das gesiebte Gut anschließend verzehrt werden soll.
Tatsächlich scheint das Sieb am Ende seines Lebens irgendwo zwischen antiquiert und verrottet. Doch extra für diese Fotochallenge haben wir es ein letztes Mal aktiviert. In der windigen Morgensonne von Aruba siebt es das einzige, was wir seinem verrosteten Gitter noch zumuten wollen: Luft. Atmosphäre. Genauer gesagt zu ca. 78% Stickstoff (N). Und jetzt ratet mal, welche Ordnungszahl dieses Element im Periodensystem hat… genau: sieben!
Klingt leichter, als es für uns dann letztlich ist. Herbstliche Farbenpracht fällt gleich aus doppeltem Grund weg. Einerseits zeigt Roland das schon in seiner schönen Vorlage. Andererseits sind wir seit Monaten in einer Region unterwegs, die nur zwei verschiedene Jahreszeiten kennt: Regenzeit und Trockenzeit.
Samuel schlägt natürlich umgehend einen bunten Vogel vor, zückt sein Handy und präsentiert den Schnappschuss eines Fischertukans in Costa Rica, der gerade aus seinem Baumhöhlennest schaut. Ja, das ist wirklich ein wunderschöner, bunter Schnabel. Auch wenn wir kürzlich (Thema: Drei) schon einen Vogel gezeigt haben, kommt das Bild in die engere Auswahl.
Der Skipper denkt an eine Kollage der bunten Bootsflaggen aller Länder und Regionen, die wir auf unserer kleinen Reise schon besucht haben. So bunt wie die Flaggen sind, ist auch die Welt selbst. Das wäre zugegebener Maßen dann aber nur eine kleine Auswahl unserer Flaggenbestände. Aus aktuellem Anlass durchgezählt kommen wir tatsächlich auf etwa 80 verschiedene Bootsflaggen an Bord. Natürlich finden sich da nicht nur Länder, sondern auch regionale Flaggen wie z.B. Patagonien. Ja, ich gebe zu einen kleinen Sammeltick zu haben. Aber wir wollten ja eigentlich auch mal um die Welt segeln und haben in deutscher Gründlichkeit schon mal alle geplanten Ziele vorbereitet. Nun gut, vielleicht können wir sie ja später einmal gebrauchen?!
Die Mädels sind sich darin einig, dass es vor allem bunt sein soll. Schon klar ;-)
Letztlich stellt unser Motiv nun doch eine gewisse Wiederholung dar. Vor einiger Zeit (Thema: offen) zeigten wir ein Graffiti aus Kolumbiens zentraler Hauptstadt Bogotá. Heute sind wir im Norden des Landes: Cartagena, die sogenannte „Perle der Karibik“. Ein Grund für diesen Ruf ist sicher das neben der Altstadt gelegene Barrio Getsemaní. Überall bunte Graffiti, kleine Kunsthändler, auch mal sonnenschützende Regenschirme über der Gasse und vor allem eine sehr entspannte Atmosphäre. Im Zentrum befindet sich der Plaza de la Trinidad. Und genau hier steht auch ein besonders farbenprächtiges Haus, von dem wir hier ein buntes Detail zeigen.
P.S. Der ausführliche Bericht über unsere Spaziergang in der Altstadt von Cartagena findet sich hier. Am Ende ist auch ein Bild des ganzen bunten Hauses zu sehen ;-)
Die Vorgabe zeigt ein altes Walfängerboot auf Deception Island. Ein sehr schönes Motiv, dass bei diesem Thema auch bei uns in die engste Auswahl gekommen wäre. So fliegen unsere Fotos der Whalers Bay als erstes raus.
Für einen Segler ist das dankenswerter Weise ausdrücklich weit gefasste Thema natürlich eine besondere Versuchung, das eigene Boot in Szene zu setzen. Tatsächlich überlegen auch wir kurz, welches Bild unserer Samai wir zeigen könnten. Doch dann widerstehen wir der Versuchung.
Letztlich gewinnt ein Motiv, das wir auch vor zwei Wochen beim Thema „Ruine“ gerne gezeigt hätten… doch ein Wrack ist halt doch etwas anderes als eine Ruine. Aber ein ehemaliges 😉 Boot ist es allemal.
Ende Juni 2020. Wir befinden uns in Patagonien. Der etwa 96sm lange Canal Smyth ist ein gut geschützter Wasserweg von der Magellanstraße weiter nach Norden die chilenische Küste entlang. Hier ist man zwar vor Wellen sicher, doch der Wind kann ordentlich wehen. Aufmerksame Navigation ist unabdingbar. Gerade im sich windenden, ca. 8sm langen Abschnitt Paso Shoal (=Untiefenpass) ist der Name Programm…
Im Jahr 1904 läuft der Dampfer Hazel Branch auf eine der gefährlichen Flachstellen. Von ihm ist heute jedoch nichts mehr zu sehen. Auch die Überreste der Dampfschiffe Moraleda, Magada, Ponte Verde und Recreo verbergen sich vor unserem Auge. Ganz anders das Wrack der US-amerikanischen SS Santa Leonor. Sie havariert am 31. März 1968 und ist noch heute zugleich Mahnmal wie Erinnerung an den Respekt, den jeder der Natur entgegenbringen sollte, der auf einem schwimmenden Untersatz egal welcher Größe auf Reise ist… mit anderen Worten auf einem Boot!
SS Santa Leonor
P.S. Der ausführliche, zweiteilige Bericht über unsere Reise durch den Canal Smyth findet sich hier und hier.
Eine passender Alternativtitel lautet sicher „Qual der Wahl“. Wir haben in den letzten zwei Jahren so viele unterschiedliche Landschaften sehen dürfen. Und ich wage zu behaupten, dass da auch das ein oder andere schöne Foto bei rausgekommen ist. Die erste Frage lautete also: welche Landschaft wollen wir zeigen?
Natürlich kommt schnell die Antarktis in den Sinn. Aber aus diesem Fundus haben wir uns nun schon einige Male für die Fotochallenge bedient. Da wollen wir doch lieber mal etwas Abwechslung bieten. Aktuell wären Impressionen aus Kolumbien. Alternativ kommen die verschiedenen Landschaftstypen Ecuadors in Frage… Galápagos, Sierra, Nebelwald und natürlich Regenwald. Oder Costa Rica oder Panama… wie gesagt eine landschaftlich schöne Qual der Wahl.
Die Entscheidung fällt schließlich auf ein Motiv, das wahrscheinlich noch seltener fotografiert wird, als die Eiswüsten ganz im Süden. Wir befinden uns in Patagonien, genauer gesagt am westlichen Ende der berühmten Magellanstraße. Fast auf den Tag genau vor 501 Jahren fand der mutmaßlich erste Weltumsegler (tatsächlich starb er ja im April 1521 auf den Philippinen) die östliche Einfahrt zu dieser Passage. Wären wir Ende November 1520 hier gewesen, könnten wir seine Schiffe dort hinten auf dem Weg in den Pazifik segeln sehen.
Wir schreiben dagegen den Juni 2020. Kein anderes Schiff weit und breit. Nur unsere Samai liegt sicher in der Bahía Wodsworth, während die Crew am Ufer herumkraxelt… und den atemberaubenden Ausblick auf eine wunderschöne Landschaft genießt:
Ausführliche Berichte zu diesem imposanten Zwischenstopp finden sich hier, sowie aus Samuels (schmerzhafter) Sicht hier. Dem aufmerksamen Beobachter wird dabei nicht entgehen, dass wir offensichtlich nicht ganz so abwechslungsreis sind, wie vorgegeben. Ausgerechnet in dem allgemeinen Beitrag zur Bahía Wodsworth findet sich schließlich auch unser Foto zu einer anderen, blauen Fotochallenge… :-)