Überfahrt zu den Kap Verden (1)

Widmung

Ganz liebe Grüße nach Bayern… ihr habt es ja nicht anders gewollt! (s. Kommentar zur Biskaya)

Eins

Nachdem alles vorbereitet war, ging es endlich los. Raus aus Europa, weg vom immer noch latenten Urlaubsgefühl. Gut 800sm nach Cabo Verde. Nun beginnt die Weltumseglung doch erst so richtig! Und sie begann unter Motor. Aber nun gut, das gab immerhin die Gelegenheit, mit dem Wassermacher die leeren Trinkflaschen und -kanister nochmal aufzufüllen. Und schon an der Südostecke von Gran Canaria, in Sichtweite des malerischen Urlaubszentrums um Playa Ingles und Maspalomas wurden die Segel gesetzt.

Und dann machte der Skipper etwas, was er sicher schon öfters mal hätte machen können, aber erst jetzt war der richtige Moment gekommen: Duschen! Nein, das soll jetzt nicht bedeuten, dass das die erste Dusche seit dem 8. Juli war. Aber dieses Mal war es nicht in einer Hafeneinrichtung oder der wunderbaren Nasszelle der Samai… es war an Deck. Der Wind blähte die Segel, im Kielwasser noch die Silhouette von Gran Canaria zu sehen, an Steuerbord der Gipfel des Teide auf Teneriffa zu erahnen und vom Himmel brannte die Sonne. Da begab sich der Skipper wie Gott ihn schuf zur Heckdusche und übergab den in den letzten Tagen angesammelten Schweiß und Dreck einem wohlverdienten Grab in der See.

Pathosalarm: Ein großartiges Gefühl von Freiheit!

Die erste Nacht zeigte uns dann mal etwas deutlicher die Bedeutung des Wortes „Meeresleuchten“. Glitzerndes Wasser am Heck sieht man ja regelmäßig. Lustig auch, wenn es beim nächtlichen Spülen in der Kloschüssel glitzert. Und einmal hatte ich aus einer nächtlichen Laune heraus an der tagsüber nass gewordenen „Bootsdecki“ von Maila geklopft… auch sie glitzerte. Aber seit dieser Nacht gibt es regelrechte Unterwasserblitze zu sehen. Zwischen all den kleinen Glitzerpunkten tauchen immer wieder dicht unter der Wasseroberfläche größere Lichtflecken auf, teils mehrfach an einer Stelle. Insbesondere natürlich im vom Boot „gestörten“ Heckwasser, aber auch sonst rundherum… gerne auch mal so hell, dass man unwillkürlich an das Leuchtfeuer einer Tonne. Doch glaubt man den Erzählungen von erfahrenen Langfahrtseglern ist auch das nur der Anfang. Unvergleichlich sei der Anblick einer nächtlich heraneilenden Delfinschule, die das Meer zum Leuchten bringt… wir sind gespannt!

Auch auf die Gefahr hin, dass es langweilig wird: schon wieder ein blinder Passagier mit Tentakeln… inzwischen der dritte. Wir befragten dann mal die Bordbibliothek und wurden tatsächlich in „Was ist Was – Geheimnis Tiefsee“ fündig. Augenscheinlich handelte es sich um einen mit gut 20cm voll ausgewachsenen Glaskalmar. Diese Tiere leben normalerweise in einer Tiefe von 1.600 bis 2.500 Metern, beteiligen sich aber rege an der nächtlichen Wanderung von Tiefseebewohnern zur nährstoffreichen Wasseroberfläche. Dabei nutzen sie eine Art wasserbetriebenen „Düsenantrieb“. Das ist schnell, führt aber ganz offensichtlich auch dazu, dass die Wasseroberfläche gerne mal „übersehen“ wird. Und wenn dann zufällig so ein Segelboot vorbeikommt, kann es ganz schnell der letzte Besuch hier oben gewesen sein.

Zwei

Einem guten Rat folgend versuchten wir am nächsten Tag unser Angelglück mit dem Tiefseebesucher der letzten Nacht als Köder. Leider hielt er sich nicht lange, so dass wir dann doch wieder auf die bunten Plastikköder umgestiegen sind. Weiterhin ohne Erfolg.

Überhaupt beglückte uns die Tierwelt bisher mit weitgehender Abwesenheit. Dafür schwammen eine Leuchtstoffröhre sowie ein großer blauer Plastikkanister vorbei… doch zum Thema Meeresmüll hatte ich mich ja schon an anderer Stelle geäußert. Wir wollen unseren Beitrag dazu natürlich möglichst geringhalten, weshalb mit Abfahrt von Gran Canaria und den folgenden Zeiten auf See und vermehrt vor Anker an Bord der Samai ein neues Müllmanagement praktiziert wird:

  • Plastikmüll wird abgewaschen(!) und im normalen Mülleimer gesammelt. Die Entsorgung erfolgt ausschließlich bei geeigneter Gelegenheit an Land.
  • Papier und Pappe (einschließlich Toilettenpapier) wird gesammelt und bei entsprechenden Windbedingungen (erstmalig voraussichtlich vor Sal) in einem eigens dafür vorgesehenen Eimergrill verbrannt. Und nein, wir werden das nicht mit einem BBQ verbinden!
  • Organische (insb. Koch- und Essens-) Abfälle werden in Landnähe gesammelt und ansonsten zur Resteverwertung der offenen See übergeben.

Schon am Morgen hatte der Wind soweit nachgelassen, dass wir leider schon wieder die „eiserne Genua“ anwerfen mussten. Aber die Wettervorhersage versprach Besserung. Und dann bekamen wir noch einen gefiederten Gast. Immerhin gut 120sm (über 220km) vor der afrikanischen Küste besuchte uns ein kleiner, schwalbenähnlicher Vogel, der hier irgendwie nicht hingehörte. Das war kein Seevogel, der uns auf der Suche nach einem Landeplatz umkreiste. Und dann wurde er dabei auch noch von der Crew gestört, die am Bug unbedingt Delfine beobachten (und fotografieren und filmen ;-) wollte. Allerdings war in dieser Zeit das Heck ungestört, was das Vögelchen auch gleich für Kurzbesuche unter Deck nutzte! Letztlich fand es in den Falten des Großsegels einen geschützten Ruheplatz für die Nacht.

Die zweite Nacht begann recht abwechslungsreich. Dieses Mal hatte sich Maila als Übernachtungsgast in der Pflicht (also unter freiem Himmel an Deck) angesagt. Ihr Bericht dazu folgt demnächst. Als die restliche Crew dann im Land der Träume weilte, wähnte sich der Skipper auf den Gewässern der Überraschung.

  • Harmloser Auftakt war das Licht Steuerbord voraus. Kein AIS, eventuell ein aufgehender Stern? Nein, da kam noch mehr Licht, ein Schiff. Mal auf dem Radar schauen… nichts?!? Tatsächlich zeigte sich der Fischer erst recht spät als auf die Karte gelegtes Radarecho.
  • Ungefähr zu der Zeit, hatte er uns auch schon mal ausgeleuchtet. Doch dann wurde es plötzlich fast taghell an Deck. Der Blick schnellte nach rechts oben und ich fragte mich ungläubig, ob da jemand eine – zugegebenermaßen recht flotte – weiße Signalrakete abgeschossen hatte. Es war dann aber wohl doch ein Meteorit in von mir bisher nicht gesehenen Strahlkraft.
  • Der Fischer war gerade entspannt durchgegangen, da sah ich ein ganz anderes Licht, dass mich verwundert um Fernglas greifen ließ: Fl(1) W 10s! Für nicht-Segler: das bezeichnet die sog. Kennung eines Leuchtfeuers (Tonne, Leuchtturm etc.), in diesem Fall ein einzelner, kurzer, weißer Lichtblitz alle 10 Sekunden. An Steuerbord. Bei gut 3km Wassertiefe laut Karte, auf der für diese Stelle sonst nichts verzeichnet ist. Dann, gut 2 Seemeilen weiter, das gleiche nochmal. Gemäß Kreuzpeilung sind wir in nur etwa 400m Entfernung daran vorbeigefahren. Unsere beste Vermutung ist, dass es sich um beleuchtete „Fischerfähnchen“ handelte, die ein – zugegebener Maßen recht langes – Netz kennzeichnen… aber wir lassen uns da auch gerne eines Besseren belehren.
  • Während ich dieses zweite Feuer beobachtete, sah es so aus, als wenn sehr viel dichter etwas am Boot vorbeizieht… irgendeine Reflexion… Augen?! Halluzinationen schon in der zweiten Nacht? Das wäre persönlicher Rekord. Wozu haben wir einen Suchscheinwerfer an Bord?! In dessen Licht zeigten sich dann immer wieder orange leuchtende Reflexionen, die gerne auch mal aus dem Wasser sprangen. Die „echten Fliegenden Fische“ dagegen flattern länglich silbern durch den Lichtkegel. Einer zog sogar in Augenhöhe dicht am Boot vorbei. Besonderer Mut, Leichtsinn oder nur guter Aufwind? Zum Glück landeten sie wieder im Wasser (noch!). Schließlich schwamm dann noch so ein komisches, rundliches Ding orange umher… aber das war mir einen Zwischenstopp dann doch nicht Wert.

Gegen Mitternacht gab es auch endlich wieder genug Wind zum Segeln, nur leider war der Bullenstander (eine Sicherung, die ein unkontrolliertes Umschlagen des Baumes = Patenthalse bei Wind von hinten verhindern soll) auf der falschen Seite. Und beim Umbauen sah ich dann den Schwanz unseres kleinen gefiederten Gastes vorne in den Falten des Großsegels. Den konnte ich nun wirklich nicht wecken. Also dann doch nur mit Vorsegel platt vor dem Wind weiter Richtung Kap Verden.

Alltagsprobleme an Bord: Küchenwaage

Der Skipper ist ja jemand, der in der Pantry (= Küche an Bord) gerne ausprobiert und improvisiert. Die Basis mag dabei hin und wieder auch ein echtes Rezept sein, das beim ersten Mal dann durchaus akribisch nachgekocht werden kann. Aber mal abgesehen davon, dass im beengten Umfeld eines Segelbootes Rezeptesammlungen und Kochbücher recht weit oben auf der Liste auszusortierender Dinge stehen, ist das ja nur die Pflicht als Vorbereitung zur Kür. Natürlich kann man bei letzterer auch mal auf die Nase fallen, aber bisher musste ich immerhin (fast ;-) noch nie etwas fertig Gekochtes mangels Essbarkeit wegwerfen. Bei dieser Vorgehensweise ist die Verwendung einer Küchenwaage naturgemäß eher zweitrangig.

Etwas anders sieht das beim Backen aus. An Bord der Samai sind das insbesondere Brot, Pizza und Muffins. Kurz und gut, wir hatten so ein Ding zu Hause in der Küche und sie ist folgerichtig in die Pantry des Bootes gewandert… eine schöne, kompakte, elektrische(!) Küchenwaage. Doch da hatten wir die Rechnung ohne die Wellen gemacht. Funktioniert dieser Küchenhelfer in der ruhigen Umgebung daheim wunderbar (solange die Batterien halten), reichen zumindest bei uns an Bord schon kleinste Bewegungen außerhalb eines Hafens für einen Totalausfall. Immerhin haben wir sie an einen ruhigen Ankerplatz mal benutzen können, nachdem La Skipper sie auf den Boden gestellt hatte… da wackelte es halt noch ein bisschen weniger. Aber selbst dort schwankte das angezeigte Gewicht munter vor sich hin.

Im Grunde kommt das einem Trend entgegen. Immer wieder hört man Bedenken ob der zunehmenden Elektrifizierung und Automatisierung des Segelns. Damit gehe doch der Kern des Ganzen verloren. Und zugegebenermaßen trägt auch die Samai einiges an moderner Technik mit sich rum. Dagegen musste ja endlich mal ein Zeichen gesetzt werden. Ausgerechnet von der Küchenwaage?! Lässt sich einrichten. Auf Gran Canaria haben wir das folgerichtige Downsizing vorgenommen: eine mechanische Küchenwaage.

Im Übrigen die einzige mechanische Alternative, welche im Küchenwaagenregal des großen El Corte Inglés zu finden war. Was soll ich sagen… sie funktioniert… ganz wie in den guten alten Zeiten.

Kurze Zeitreise in die Gegenwart

Heute ist Montag, der 7. Oktober 2019. Ja, ein Blick in den Kalender bestätigt das… zumindest am Tag der Veröffentlichung. Heute sind wir in Mindelo auf den Kap Verden, im Blog dagegen haben wir jetzt gerade mal die Kanarischen Inseln fertig geschrieben. Heute werfen wir die Leinen in „Afrika light“ los und setzen Segel Richtung Südamerika. Die Doldrums (also der Bereich mit wenig Wind am Äquator) sind aktuell leider recht breit. Also werden wir nicht nur den Dieseltank füllen, sondern auch noch gut 100 Liter Diesel in Kanistern bunkern. Das sollte dann eigentlich reichen. Der Kurs geht erst Richtung Süden, so dass wir den Äquator in etwa bei 27 Grad West überqueren. Danach schlägt dann irgendwann der Südost-Passat durch, so dass wir die zweite Hälfte mit halbem oder sogar am Wind segeln (aber wohl wenigsten nicht motorn) müssen.

Mit der „zweiten Hälfte“ meinen wir übrigens etwa eine Woche. Ja, der direkte Weg sind „nur“ 1.550sm (immerhin gut 2850km) und damit nicht mal doppelt soviel wie die 820sm von den Kanaren zu den Kap Verden. Diesen Weg hatten wir in etwas mehr als sechs Tagen geschafft. Wegen der vorherrschenden Winde werden wir den direkten Weg nach Brasilien aber nicht fahren. Der geplante Kurs packt schon mal 100sm drauf. Und dann hatten wir zu den Kap Verden auch recht vernünftigen Wind. Das wird nach Brasilien (zumindest in der ersten Hälfte) wohl nicht so. Daher rechnen wir mit ca. 2 Wochen für die Überfahrt. Wenn es weniger wird, sind wir nicht böse. Wenn es länger dauert, dann ist es halt so. Verhungern oder verdursten werden wir jedenfalls nicht.

Damit sind wir auch – abgesehen von der SEHR langsamen Kurzwelle sowie dem Iridium-Satellitentelefon – zwei Wochen offline. In meiner Email-Abwesenheitsmeldung schreibe ich immer „not within reach of modern communication infrastructure“. In der heutigen Zeit ein ungewohntes, aber auch nicht schlechtes Gefühl.

Damit an dieser Stelle keine Funkstille herrscht, haben wir einige Beiträge schon fertig geschrieben und zur Veröffentlichung im 2-Tages-Rhythmus eingeplant… es lohnt sich also vielleicht durchaus, hin und wieder mal reinzuschauen?! Unsere Position werden wir über Kurzwelle etwa alle 2-3 Tage auf Spotwalla veröffentlichen. Und da sich Nachtschichten auf See ja wunderbar zum Schreiben von Blogeinträgen eignen, werden wir bei Ankunft in Südamerika auch wieder einiges zu veröffentlichen haben… in der Hoffnung, dass es den geneigten Leser(inne)n nicht irgendwann mal langweilig wird.

Wir freuen uns über jeden Besucher und jedes Feedback und jeden „Like“… also bitte… bleibt uns gewogen!

Gran Canaria

Die Überfahrt von Lanzarote nach Gran Canaria war unspektakulär. Gegen 17 Uhr den Anker aufgeholt, waren die knapp 100sm am nächsten Morgen rechtzeitig vor Öffnung des Hafenmeisterbüros ins Kielwasser gesegelt. Pünktlich zum Sonnenuntergang hatten wir eine große Delfinschule zu Gast und Samuel verbrachte die Nacht mal wieder „düselnd“ an Deck (natürlich mit Rettungsweste und eingepickt). Der Skipper saß dagegen auch einige Zeit in der wärmeren Navi-Ecke. Schon auf der Überfahrt zu den Kanaren merkte ich, dass das Schreiben von Blogbeiträgen ein probates Mittel gegen aufkommende Schlafneigung ist… und wir waren ja ohnehin noch etwas hinterher.

Die Insel hatten wir schon vor einigen Jahren im Landurlaub ausgiebig erkundet. In Las Palmas standen daher insbesondere letzte Einkäufe vor unserer Abreise aus dem sicheren Schoß Europas auf dem Programm. Frische Lebensmittel, ein paar Sachen zum Angeln und Baden und auch die Liste mit Kleinigkeiten für das Boot war in den letzten Tagen immer länger geworden. Doch für solche Erledigungen ist dieser größte Hafen der Kanarischen Inseln ideal. Im Gegenzug lässt erwartungsgemäß der Aspekt „idyllische Ruhe“ etwas zu wünschen übrig.

Dazu kam dann noch das Wetter. Nicht, dass die leichte Abkühlung unwillkommen gewesen wäre. Auch mit Regen kommen wir ja grundsätzlich klar. Doch hier hat eben dieser Regen dann erstmal die Sahara aus der Luft gewaschen. Das ganze Deck war sandig. Da sind sogar diejenigern Segler machtlos, die zur Schonung des Decks grundsätzlich die Schuhe am Steg lassen. Ok, wir machen das jetzt wegen der Kakerlakengefahr. Aber gegen diesen Sand helfen nur Wasserschlauch und Schrubber. Aber zu diesem Zeitpunkt konnten wir ja noch nicht ahnen, was da auf den Kap Verden auf die arme Samai zukommen bzw. draufgeweht werden würde.

Wie es der Zufall will, konnte der Skipper auch noch am wöchentlichen Treff der deutschen (bzw. deutschsprachigen) Segler teilnehmen und wieder einmal feststellen, wie klein die Welt ist. Es war unter anderem ein wirklich nettes Gespräch mit den Eignern der „Seabra“… ein großer Katamaran, der uns bereits in Lissabon aufgefallen war, als ihm direkt hinter uns gelegen ein neuer Anker verpasst wurde. (Ihre Post war anscheinend im Hafen angekommen ;-). Besonderer Dank geht auch an die „Mary“ aus Köln für den netten Austausch, sowie die Tipps und Informationen für unsere weitere Route. Und irgendwann schaute dann auch noch der TO-Stützpunktleiter mit seinem Dinghy bei uns vorbei. In Las Palmas konnten wir wieder einmal das gute Miteinander unter Seglern erfahren, so wie es sein sollte!

Dann kam der Tag, an dem sich der Skipper auf das Bordfahrrad schwang, um den Weg zur „Policia Fronteras“ anzutreten. Dort wurde das gleiche Formular wie schon beim Hafenmeister noch einmal ausgefüllt und nun mit Stempel versehen zu den wichtigen Bootsunterlagen geheftet: damit hatten wir offiziell aus der EU ausklariert!

Schnell noch mal (für weniger als 1€ pro Liter!) vollgetankt, raus aus dem Hafen und gleich nebenan für zwei letzte Nächte in Europa vor Anker gelegt. Hier konnten wir auch das Flair der vielbefahrenen Uferstraße viel direkter genießen. Als letzte Vorbereitungen mussten wir noch den Außenborder ans Heck hängen (nicht ohne zuvor das in kürzester Zeit nur Unbenutzbarkeit zugerostete Vorhängeschloss zu knacken), das Dinghy aufs Vorschiff verfrachten und die Windsteueranlage anbringen. Auf den letzten mehrtägigen Schlägen hatte uns der Autopilot über Nacht ganz schön die Batterien leergesaugt… mal sehen, wie das mit diesem neuen „Spielzeug“ wird.

Maila im Wasser bei Lanzarote

Wir waren in einer wunderschönen Badebucht bei den Papagayo-Stränden. Ich und Mama sind mit einer Luftmatratze und auch ohne eine Luftmatratze zum Strand geschwommen und hatten da unseren Spaß. Und dann sind wir irgendwann wieder zurückgeschwommen und haben erst einmal die paar Tage da gebadet. Das letzte Mal als wir zum Strand wollten, waren schon ganz schön große Wellen. Trotzdem sind wir zum Strand geschwommen. Da waren so große Wellen, dass man kaum die Chance hatte wieder ins Wasser zu kommen. Nach einer Zeit, als mir das Salzwasser ins Auge gegangen war, sind wir dann auch wieder zurückgeschwommen.

Adventure-Girls im Einsatz!

Ein anderes Mal war es noch mehr Wind und Welle. Wir sind vom Boot aus ins Wasser gegangen. Wie immer hatten wir die Schwimmleine rausgeholt. Diese Mal mussten wir uns aber daran festhalten, weil es waren ganz schön große Wellen und viel Strömung. Mama sagte die ganze Zeit „Ihr müsst Euch irgendwo festhalten“. Ich blieb immer nah beim Boot und habe mich irgendwo festgehalten. Samuel natürlich ist trotzdem nach vorne geschwommen um das Boot herum. Wir hatten Spaß und am Ende kamen plötzlich besonders große Wellen. Mama hat mich hochgeschubst und zum Glück habe ich nichts ins Auge bekommen und dann haben wir beschlossen erstmal wieder rauszugehen, weil die Strömung schon sehr stark war.

Kakao nach dem Baden

Wir waren auch sehr lange im Hafen und dort war es sehr, sehr, sehr, sehr doll schmutzig im Wasser. Nur im Wasser, weil wir an einer besonderen Ecke waren, wo alles hin geschwemmt wurde. Das war immer furchtbar eklig. Eines Abends, es war schon sehr spät und dunkel, ist was Schlimmes passiert. Als Mama gerade duschen war hatte sie ihren Badeanzug in der Dusche vergessen. Wir wollten zur Dusche gehen, um ihn zu suchen. Ich hatte ein sehr langes Kleid an und bin an der Klampe zum Runterweg mit dem langen Kleid hängen geblieben. Ich war mit einem Fuß in der Luft und konnte mich nicht mehr halten und deswegen bin ich ins Wasser geplatscht. Mama wollte mich noch festhalten, aber ich bin trotzdem ins Wasser gefallen. Zum Glück zwischen Boot und Steg, ohne mir wehzutun. Mama kam sofort und hat meine beiden Handgelenke geschnappt. Sie war aber in so einem Winkel, dass sie mich nicht rausziehen konnten. Und dann kam Papa und hat mich rausgehoben. Ich hatte eine Karte in der Hand, damit man in die Dusche und in die Toilette kann. Zum Glück habe ich die aber festgehalten bei dem Sturz. Und ich habe mich ganz schön doll erschrocken. Und dann mussten wir erst recht in die Dusche, weil das Wasser ja so eklig war. Danach habe ich eines meiner Lieblingskleider verflucht(!), weil ich seinetwegen ins Wasser geflogen bin.

Maila