Fotochallenge #35 – bunt

Aruba, 24. Oktober 2021

Immer sonntags gibt es im Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ von ROYUSCH-UNTERWEGS den Aufruf, zu einem Thema (genau) ein Foto zu verlinken. Aktuell geht es um „bunt“.

Klingt leichter, als es für uns dann letztlich ist. Herbstliche Farbenpracht fällt gleich aus doppeltem Grund weg. Einerseits zeigt Roland das schon in seiner schönen Vorlage. Andererseits sind wir seit Monaten in einer Region unterwegs, die nur zwei verschiedene Jahreszeiten kennt: Regenzeit und Trockenzeit.

Samuel schlägt natürlich umgehend einen bunten Vogel vor, zückt sein Handy und präsentiert den Schnappschuss eines Fischertukans in Costa Rica, der gerade aus seinem Baumhöhlennest schaut. Ja, das ist wirklich ein wunderschöner, bunter Schnabel. Auch wenn wir kürzlich (Thema: Drei) schon einen Vogel gezeigt haben, kommt das Bild in die engere Auswahl.

Der Skipper denkt an eine Kollage der bunten Bootsflaggen aller Länder und Regionen, die wir auf unserer kleinen Reise schon besucht haben. So bunt wie die Flaggen sind, ist auch die Welt selbst. Das wäre zugegebener Maßen dann aber nur eine kleine Auswahl unserer Flaggenbestände. Aus aktuellem Anlass durchgezählt kommen wir tatsächlich auf etwa 80 verschiedene Bootsflaggen an Bord. Natürlich finden sich da nicht nur Länder, sondern auch regionale Flaggen wie z.B. Patagonien. Ja, ich gebe zu einen kleinen Sammeltick zu haben. Aber wir wollten ja eigentlich auch mal um die Welt segeln und haben in deutscher Gründlichkeit schon mal alle geplanten Ziele vorbereitet. Nun gut, vielleicht können wir sie ja später einmal gebrauchen?!

Die Mädels sind sich darin einig, dass es vor allem bunt sein soll. Schon klar ;-)

Letztlich stellt unser Motiv nun doch eine gewisse Wiederholung dar. Vor einiger Zeit (Thema: offen) zeigten wir ein Graffiti aus Kolumbiens zentraler Hauptstadt Bogotá. Heute sind wir im Norden des Landes: Cartagena, die sogenannte „Perle der Karibik“. Ein Grund für diesen Ruf ist sicher das neben der Altstadt gelegene Barrio Getsemaní. Überall bunte Graffiti, kleine Kunsthändler, auch mal sonnenschützende Regenschirme über der Gasse und vor allem eine sehr entspannte Atmosphäre. Im Zentrum befindet sich der Plaza de la Trinidad. Und genau hier steht auch ein besonders farbenprächtiges Haus, von dem wir hier ein buntes Detail zeigen.

P.S. Der ausführliche Bericht über unsere Spaziergang in der Altstadt von Cartagena findet sich hier. Am Ende ist auch ein Bild des ganzen bunten Hauses zu sehen ;-)

Fotochallenge #34 – Boot

Aruba, 17. Oktober 2021

Immer sonntags gibt es im Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ von ROYUSCH-UNTERWEGS den Aufruf, zu einem Thema (genau) ein Foto zu verlinken. Aktuell geht es um „Boot“.

Die Vorgabe zeigt ein altes Walfängerboot auf Deception Island. Ein sehr schönes Motiv, dass bei diesem Thema auch bei uns in die engste Auswahl gekommen wäre. So fliegen unsere Fotos der Whalers Bay als erstes raus.

Für einen Segler ist das dankenswerter Weise ausdrücklich weit gefasste Thema natürlich eine besondere Versuchung, das eigene Boot in Szene zu setzen. Tatsächlich überlegen auch wir kurz, welches Bild unserer Samai wir zeigen könnten. Doch dann widerstehen wir der Versuchung.

Letztlich gewinnt ein Motiv, das wir auch vor zwei Wochen beim Thema „Ruine“ gerne gezeigt hätten… doch ein Wrack ist halt doch etwas anderes als eine Ruine. Aber ein ehemaliges 😉 Boot ist es allemal.

Ende Juni 2020. Wir befinden uns in Patagonien. Der etwa 96sm lange Canal Smyth ist ein gut geschützter Wasserweg von der Magellanstraße weiter nach Norden die chilenische Küste entlang. Hier ist man zwar vor Wellen sicher, doch der Wind kann ordentlich wehen. Aufmerksame Navigation ist unabdingbar. Gerade im sich windenden, ca. 8sm langen Abschnitt Paso Shoal (=Untiefenpass) ist der Name Programm…

Im Jahr 1904 läuft der Dampfer Hazel Branch auf eine der gefährlichen Flachstellen. Von ihm ist heute jedoch nichts mehr zu sehen. Auch die Überreste der Dampfschiffe Moraleda, Magada, Ponte Verde und Recreo verbergen sich vor unserem Auge. Ganz anders das Wrack der US-amerikanischen SS Santa Leonor. Sie havariert am 31. März 1968 und ist noch heute zugleich Mahnmal wie Erinnerung an den Respekt, den jeder der Natur entgegenbringen sollte, der auf einem schwimmenden Untersatz egal welcher Größe auf Reise ist… mit anderen Worten auf einem Boot!

SS Santa Leonor

P.S. Der ausführliche, zweiteilige Bericht über unsere Reise durch den Canal Smyth findet sich hier und hier.

Fotochallenge #33 – Landschaft

Santa Marta, 10. Oktober 2021

Immer sonntags gibt es im Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ von ROYUSCH-UNTERWEGS den Aufruf, zu einem Thema (genau) ein Foto zu verlinken. Aktuell geht es um „Landschaft“.

Eine passender Alternativtitel lautet sicher „Qual der Wahl“. Wir haben in den letzten zwei Jahren so viele unterschiedliche Landschaften sehen dürfen. Und ich wage zu behaupten, dass da auch das ein oder andere schöne Foto bei rausgekommen ist. Die erste Frage lautete also: welche Landschaft wollen wir zeigen?

Natürlich kommt schnell die Antarktis in den Sinn. Aber aus diesem Fundus haben wir uns nun schon einige Male für die Fotochallenge bedient. Da wollen wir doch lieber mal etwas Abwechslung bieten. Aktuell wären Impressionen aus Kolumbien. Alternativ kommen die verschiedenen Landschaftstypen Ecuadors in Frage… Galápagos, Sierra, Nebelwald und natürlich Regenwald. Oder Costa Rica oder Panama… wie gesagt eine landschaftlich schöne Qual der Wahl.

Die Entscheidung fällt schließlich auf ein Motiv, das wahrscheinlich noch seltener fotografiert wird, als die Eiswüsten ganz im Süden. Wir befinden uns in Patagonien, genauer gesagt am westlichen Ende der berühmten Magellanstraße. Fast auf den Tag genau vor 501 Jahren fand der mutmaßlich erste Weltumsegler (tatsächlich starb er ja im April 1521 auf den Philippinen) die östliche Einfahrt zu dieser Passage. Wären wir Ende November 1520 hier gewesen, könnten wir seine Schiffe dort hinten auf dem Weg in den Pazifik segeln sehen.

Wir schreiben dagegen den Juni 2020. Kein anderes Schiff weit und breit. Nur unsere Samai liegt sicher in der Bahía Wodsworth, während die Crew am Ufer herumkraxelt… und den atemberaubenden Ausblick auf eine wunderschöne Landschaft genießt:

Ausführliche Berichte zu diesem imposanten Zwischenstopp finden sich hier, sowie aus Samuels (schmerzhafter) Sicht hier. Dem aufmerksamen Beobachter wird dabei nicht entgehen, dass wir offensichtlich nicht ganz so abwechslungsreis sind, wie vorgegeben. Ausgerechnet in dem allgemeinen Beitrag zur Bahía Wodsworth findet sich schließlich auch unser Foto zu einer anderen, blauen Fotochallenge… :-)

Fotochallenge #32 – Ruine/n

Santa Marta, 03. Oktober 2021

Immer sonntags gibt es im Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ von ROYUSCH-UNTERWEGS den Aufruf, zu einem Thema (genau) ein Foto zu verlinken. Aktuell geht es um „Ruine/n“.

Wir leben aktuell ja auf einem Segelboot und da ist ein gewisser maritimer Bezug natürlich naheliegend. Ein Wrack ist schließlich auch nichts anderes als eines Schiffsruine. Doch im Aufruf wird so deutlich auf die landseitige Interpretation hingewiesen, dass wir den Gedanken dann doch verwerfen. Auch Festungen und ähnliches fallen letztlich raus. Was bleibt?

Na mal überlegen, was für „klassische Bauwerksruinen“ wir in letzter Zeit so gesehen und besucht haben. Da bleibt erstaunlicherweise gar nicht so viel übrig. Vielleicht das Nationalmonument Guayabo in Costa Rica? Die größte archäologische Stätte des Landes zeigt unter anderem Überreste einer präkolumbianischen Stadt. Allerdings wollten uns bei unserem regnerischen Besuch keine wirklich schönen Fotos gelingen.

Nun gut, dann erinnern wir halt an Panamá City. Die klassischen Ruinen von Panamá Viejo haben wir zwar verpasst. Dafür zeigte sich bei unserem Spaziergang in der Altstadt Casco Viejo ein ebenso malerisches wie ruinöses ;-) Motiv der Iglesia de la Compañía de Jesús

Die Mitte des 16. Jahrhunderts in Panama gegründete Kongregation der Jesuiten hat ein lange Bildungstradition. Nach dem Umzug der Stadt beginnen sie im Jahr 1741 an dieser Stelle mit dem Bau Ihres Konvents und nur acht Jahre später wird darin die erste Universität des Landes gegründet. Leider nur bis 1767 der spanische König Karl II. die Jesuiten aus dem Land vertreiben lässt. Daher wird der eigentliche Kirchenbau auch wahrscheinlich nie beendet. Und dann kommt 1781 ein großes Feuer. Und dann kommt 1882 ein Erdbeben. Fast schon ein Wunder, dass da überhaupt noch etwas steht. Kein Wunder dagegen, dass das was noch steht nurmehr eine Ruine ist…

Fotochallenge #31 – gut

Cartagena, 26. September 2021

Immer sonntags gibt es im Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ von ROYUSCH-UNTERWEGS den Aufruf, zu einem Thema (genau) ein Foto zu verlinken. Aktuell geht es um „gut“.

Na toll… was sollen wir dazu denn nur nehmen? Wir sind inzwischen von der Rundreise zurück und haben damit noch mehr die Qual der Wahl. Die Familie diskutiert. Die Gedanken gehen zurück in besonders gute Zeiten. Irgendwann fällt das Wort „Eis“… dann „guter Whisky“… und schon steht das Motiv fest.

Wir gehen heute wieder einmal zurück in den Februar 2020. Unser Segelausflug in die Antarktis läuft wirklich gut. Auch mit dem vergleichsweise guten Wetter haben wir Glück. Wir liegen an einem guten Ankerplatz vor Port Lockroy. Die Aussicht ist schon mehr als gut. Da holen wir schließlich einen guten Tropfen Whisky raus und genießen ihn mit gutem, ehrlich gesagt perfektem, frisch aus dem Wasser geholten Gletschereis. Alles gut!