Maila feiert Geburtstag

Bei meinem letzten Geburtstag hatte ich in Berlin mit meinen Freundinnen eine Übernachtungsparty mit Schnitzeljagd gemacht. Jetzt geht das leider nicht, weil wir in Deseado an Bord sind.

Ich wurde mit Gesang und Kuchen mit Kerzen geweckt. Das Boot war auch mit Luftballons drinnen geschmückt und mit Happy-Birthday-Ketten.

Es gab viele tolle Geschenke. Darunter eine CD, die ich mir gewünscht habe und von Samuel einen tollen Becher, den ich den ganzen Tag und am Abend bei der Pizza auch benutzt habe. Der Becher ist immer noch mein Lieblingsbecher.

Ich habe dann noch mit meinen Omas und Opas telefoniert. An meinem Geburtstag habe ich mein Lieblingskleid angezogen.

Ich habe mit Franz, Samuel, Mama und Papa gefeiert. Wir haben erstmal gespielt und zu lauter Musik von Shakira getanzt. Nicht alle der Familie haben mitgetanzt. Der Schokokuchen war lecker, aber auch ziemlich schokrig (Rezept unten). Wir haben dann Pizza gegessen, die ich mir gewünscht habe, und am Abend noch einen Marvel-Film geguckt. Ich habe ihn mir ausgesucht. Zum Film gab es selbstgemachtes Popcorn. Fast wie immer.

Mein Geburtstag war toll mit den vielen tollen Geschenken. Mit meinen Freunden wäre es auch toll gewesen.

Maila


Bordschokokuchen der SY Samai

  • 200g Zartbitterschokolade und 200g Butter im Topf schmelzen
  • 100g Mehl, 200g Zucker und 4 Eier verrühren
  • geschmolzene Butter-Schokolade mit Schneebesen untermischen
  • Teig in gefette und leicht gemehlte Springform füllen
  • ca. 15min im vorgeheizten Ofen backen

Alltagsprobleme von Samuel: Langeweile

Es gibt, wie die Überschrift vielleicht verrät, nicht viel zu tun. Zumindest nicht auf See. Wie sollen wir uns dann die Langeweile, die auf See früher oder später jeden plagt, vertreiben? Es gibt ein paar Möglichkeiten, welche die Kinder nicht immer mögen. Das ist hauptsächlich Schule. Ja Schule muss sein, aber das heißt ja nicht, dass es Spaß macht.

Es gibt an Bord auch noch andere Möglichkeiten, das sind aber nicht viele. Maila und ich lesen sehr gerne.

Maila spielt auch noch, dass sie eine Hauptfigur des Buches ist. Ich mache das nicht so gerne. Eine andere Möglichkeit sich die Langeweile zu vertreiben ist, dass man mit dem wenigen Spielzeug, was vorhanden ist, spielt. Man kann seine Eltern auch nett fragen, ob man auf dem iPad spielen darf. Aber man braucht sie nicht vor Beendung der Schule zu fragen, weil sie dann fast immer mit einem klaren „ Nein“ antworten. Nach der Schule stehen die Chancen besser. Eine andere Möglichkeit ist, auf dem Computer eine Geschichte zu schreiben (was ich sehr gerne mache), Spiele zu „erfinden“ oder PC zu spielen. Letzteres mag Mama nicht so. Auch ist nicht immer genug Strom vorhanden.

Eine von Maila sehr bevorzugte Variante die Langeweile fern zu halten ist ganz einfach… man benötigt nur eine einzige Sache: einen Bruder. Könnt ihr euch schon denken wie das Spiel heißt? Für die, die es nicht wissen sage ich es: es heißt „Bruder ärgern“. Ist sehr effektiv, zum Vertreiben der Langeweile, zumindest für Maila. Manchmal ist es auch für den Geärgerten ein bisschen lustig. Das ganze Spiel gibt es auch umgekehrt. Das heißt dann „Schwester ärgern“.

Niemand hat die Absicht, irgendjemanden zu ärgern!

Eine andere Methode, der blöden Langeweile zu entgehen ist: Kochen. Diese Aufgabe übernimmt aber Papa, der eigentlich immer etwas zu tun hat. Ihm ist also fast nie langweilig. Bei Pfannkuchen kocht auch mal der Sohn, dem eigentlich recht häufig langweilig ist. Blogeinträge schreiben, verhindert die Langeweile auch. Mama legt sich einfach gerne in den Segelmodus (das ist ein Modus von Mama, wo sie die ganze Zeit einfach nur rumliegt), wo ich nicht weiß, inwiefern das gegen Langeweile hilft. Als ich das mal ausprobiert habe, war mir todlangweilig. Dann habe ich freiwillig Schule gemacht. Das kommt sehr sehr sehr selten vor, man kann sagen fast nie.

Schule macht Spaß?

In der Antarktis konnte man jederzeit raus schauen und sah immer Eisberge, Pinguine, Wale oder Gletscher. Man kann auch jederzeit seine eigenen Andenken noch mal bewundern. In den wärmeren Regionen kann man auch mal aus Spaß, Lust und Laune oder Langeweile ins Wasser springen. Und noch mal zu Mamas Lieblingsbeschäftigungen, die gegen Langeweile helfen sollen: Kinder an- und ausmeckern ist für sie nicht nur sehr unterhaltsam sondern auch (weil es so unterhaltsam ist) Langeweile fernhaltend.

Zur Zeit hängen wir hier in Ushuaia fest, und was soll ich sagen?! …

Samuel

Maila grüßt ihre Klasse 3a!

Hallo nach Berlin!!!

Franz und ich sind gerade in Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt. Als wir im Januar das erste Mal hier waren, besuchten wir ein Gefängnis. Das ist die wichtigste Sehenswürdigkeit hier.

Es sah wie ein Stern aus und in einer Sternecke haben sie es so gelassen, wie es früher war. Das war gruselig. Mir ist ein kalter Schauer den Rücken runtergelaufen. Dort gab es auch wenig Klos.

Im Februar waren wir in der Antarktis und sind durch Eselspinguin- und Adeliepinguinkolonien gelaufen. Zügelpinguine haben wir nur vom Boot aus gesehen.

Eselspinguine bei einer Chilenischen Station

Wir haben sehr viele Buckel- und Minkwale gesehen, die manchmal auch ziemlich dicht im Boot langgeschwommen sind.

Mink und Maila

Wir haben Robben im Wasser und auf den Eisschollen gesehen. Auf den Eisschollen manchmal auch ziemlich viele, bis zu 20.

Ganz viele Robben!
Pelzrobben, Adeliepinguine, Blauaugenkomorane und ein Zebra!

Seeleoparden haben wir auch gesehen, einen zum Beispiel auf einer Eisscholle… er war wach und er musste auch auf Toilette… das war ekelig!

Seeleopard

Ihr wärt bestimmt auch gerne mal in der Antarktis gerutscht. Wir haben das dreimal gemacht, nicht auf einem Kissen sondern auf der Hose und manchmal sind wir den Hügel richtig runtergerast und manchmal war in der Nähe auch eine Pelzrobbe. Die sind nicht so nett! Auf einem Hügel haben wir sogar einen Schneemann gebaut.

Rutschhügel mit Schneemann

Wir haben auch riesige Eisberge gesehen, die oft ganz verrückte Formen hatten.

Jetzt sind wir wieder in Argentinien und können nicht nach Chile weiterfahren. Wegen der Krankheit ist auch hier alles zu. Wie bei Euch. Ihr müsst ja jetzt auch zu Hause Schule machen… wie ich an Bord. Ist schon komisch.

Tschüss aus…

Maila

Maila über Hafenbewohner in Piriápolis

Wir haben gelesen, dass es in dem Hafen auch große Seelöwen geben soll. Am zweiten Tag haben wir wirklich einen gesehen, der auf dem Weg lag. Wir sind natürlich hingegangen. Auch andere Leute waren dort. Der lag ganz entspannt da und hat manchmal so gehustet. Sonst hat er geschlafen.

Als wir dann ein bisschen weiter gegangen sind und Papi zurück zum Boot gegangen ist, haben wir noch zwei Seelöwen gesehen. Die waren hinten auch auf so einem Steg. Der eine war im Wasser und der andere saß da. Natürlich wollten wir sofort dort hin. Wir sind zurück zu Papa gerannt, also ich und Samuel, und haben ihm erzählt, dass da Seelöwen sind. Dann sind wir auch dort hingegangen und haben auf dem auch noch einen Seelöwen im Wasser gesehen, der dort rumgeschwommen ist. Wir haben natürlich Fotos gemacht.

Wir haben diese Seelöwen öfters gesehen. Da konnten sie auch gut leben, weil die Fischer ihnen von dem Fisch etwas abgegeben haben. Es waren insgesamt fünf Tiere die wir immer wieder gesehen haben.

Ich hätte nie gedacht, dass ich kaum mehr als einen Meter an einem großen Seelöwen dran war.

Maila

Samuel über die Tierwelt in Brasilien (2)

Nach dem erfolgreichen ersten Teil hier nun weitere Eindrücke von der Tierwelt in Brasilien.

Auf der Inselgruppe Abrolhos gab es ein Korallenriff und wie ihr sicher wisst, gibt es in Korallenriffen viele Tiere. Wir sind eigentlich dorthin gekommen um einen kurzen Badestopp zu machen und dann hat Papa auf dem Plotter das Korallenriff entdeckt. Natürlich mussten wir uns das angucken. Als erstes sind Mama, Maila und ich dorthin geschwommen und haben es uns angesehen. Der erste Fisch, den ich gesehen habe war gelb mit schwarzen Pünktchen. Die Farbenpracht der Korallen hielt sich zwar in Grenzen, aber die Fische waren wunderschön.

Später sind Papa und ich dann nochmal hingeschwommen und sind dort länger geblieben. Wir haben noch viele andere Fische gesehen, zum Beispiel einen Fisch, der etwas gefährlich aussah mit seinen Zähnen und mit seinem schwarz-weißen Muster. Es gab auch blaue Fische mit einem „Schnabel“, wo mein Finger lieber nicht rein geraten sollte. Damit haben sie Stückchen der ziemlich hart aussehenden Korallen abgeknabbert. Die größten Fische waren ungefähr so lang wie mein Arm. Es gab auch Seeigel, die zwar niedlich aussahen, aber heimtückisch spitze Stacheln hatten. Das kann ich beurteilen, weil ich mit ihnen leicht in Kontakt gekommen bin.

Papa und ich sind auch noch weiter geschnorchelt, bis ich von Papa lautes Geschrei hörte. Ich habe aufgeblickt und gesehen, dass Papa wollte, dass ich zu ihm schwimme. Als ich dann da war, sah ich sofort die große Schildkröte, die Papa mir zeigen wollte. Sie hatte einen zerkratzten Panzer. Ich habe mit der Unterwasserkamera, die ich dabei hatte, auf jeden Fall zu viele Fotos gemacht. Einmal bin ich sogar so nahe ran getaucht, dass ich die Schildkröte hätte berühren können.

Die nächsten Meeresschildkröten haben wir gesehen, als wir im Hafen bei Rio de Janeiro lagen. Am Anfang dachten wir, es wäre nur eine, die ungefähr so groß war, wie mein Unterarm. Wir haben sie auch einmal Grünzeug vom Stein fressen sehen, wobei sie uns den Popo entgegengestreckt hat. Wir haben später herausgefunden, dass es sogar zwei Schildkröten waren.

Im selben Hafen entdeckten wir wieder Mamas geliebten Herbert (weißer Vogel), der gewachsen war. Komischer Weise folgte er uns immer weiter, zumindest behaupten Mama, Maila und ich das immer scherzhaft.

Nach Rio de Janeiro haben wir ein paarmal geankert, unter anderem bei der Ilha do Mel. Da gab es zwei „schöne“ Tierarten:

  1. Mücken! Zumindest vermuten wir, dass es so welche waren. Wir haben immer wieder gehört, dass man in Brasilien keinen Mückenstich bekommen soll. Na ja, das hat nicht ganz geklappt. Die Mücken haben unser Boot und uns geliebt. Glücklicherweise waren es nicht solche Mücken wie bei uns, sondern man konnte sie recht gut sehen und jagen. Wir hatten zwar einen Mückenschutz, doch der hat gegen diese intelligenten Mücken wenig gebracht. Jedenfalls bin ich jetzt auch mal dran, Tieren einen Namen zu geben. Darum nenne ich sie „Ms. Piks“.
  2. Delfine! Die ganze Familie mag Delfine. Es sind ja auch wirklich schöne Tiere. Und diese haben uns an dem Ankerplatz immer wieder besucht. Manchmal hatten sie einen Fisch im Maul, den sie zu meiner Enttäuschung selbst verspeist haben.

Im nächsten Hafen bei Laguna gab es ebenfalls Delfine. Es waren recht große, hübsche Flussdelfine, die dort anscheinend wohnten und lustig drauf waren. Es gab hier auch eine kleine Insel, die ab und zu überspült war. Immer wenn sie nicht mit Wasser bedeckt war, begann anscheinend das Festessen für viele Vögel, die dann in Schwärmen ankamen.

Als wir von Laguna weiter fuhren, dachte Papa nach einiger Zeit, eine Meeresschildkröte gesehen zu haben. Mama dachte, es wäre Holz. Als wir dann dorthin fuhren, sahen wir ein Flosse, die auf dem Wasser hin und her platschte. Allerdings, als wir noch näher heran fuhren, stellte sich heraus, dass es auch keine Meeresschildkröte war, da es nur zwei Flossen hatte. Zu unserer Überraschung war es ein Mondfisch. Er war zwar nicht sehr groß, aber trotzdem sehr cool. Später entdeckten wir noch einen zweiten Mondfisch.

Auf derselben Fahrt hatten wir auch noch einen blinden Passagier an Bord. Es war ein kleiner, süßer Vogel. Der sich vorne auf dem Bugspriet hingesetzt hatte. Dieses knuffige Tier verließ uns leider nach ein paar Stunden wieder. Ich hätte ihn gerne als Bootsvogel behalten. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass Mama und Papa dagegen wären.

In Rio Grande lagen wir an einem Museumssteg und da gab es auch zwei Tierarten: vier Pinguine und ein Seelöwen in einem kleinen Tierkrankenhaus. Die haben wir öfters besucht. Die Pinguine hatten sogar einen Sonnenschirm.

Auf dem Weg zum Museum lag plötzlich ein Leguan faul in der Sonne. Ich habe noch nie so einen großen Leguan in freier Wildbahn gesehen und zu meinem Erstaunen hat er, als er gegangen ist, den Fußweg benutzt bevor er dann in die Büsche abgehauen ist.

Das war die Tierwelt in Brasilien.

Samuel