Maila feiert tierisch Geburtstag

Bonaire, 19. Januar 2022

Regelmäßige Leser unseres Blogs und Kenner der Familie wissen, wie ein Geburtstag an Bord der Samai beginnt: mit Kuchen und Gesang am Bett der gefeierten Hauptperson des Tages. So natürlich auch am 10. Geburtstag unserer Jüngsten. Kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht. Bei unserer Abfahrt in Deutschland war sie noch süße sieben!

Der Salon ist geschmückt, der Geburtstagstisch bereitet, das Frühstück mit Omelett und Kuchen darf serviert werden. So kann man schon mal in den Tag starten.

Wir haben uns ja extra einen Pickup gemietet, damit Maila bei ihren Geburtstagsaktivitäten die freie Wahl hat. Sie entscheidet sich für einen weiteren Ausflug in den Süden von Bonaire. Dort hatte es ihr einfach so gut gefallen. Entspannt auf der Ladefläche sitzen, eine Cola in der Hand, etwas Musik und dabei Sonne sowie Aussicht genießen…

Wieder kommen wir am Salzpier vorbei. Heute haben wir jedoch Schnorchelsachen im Gepäck. Also rein ins Wasser und Ausschau gehalten. Natürlich sehen wir schnell die erste „Geburtstagsschildkröte“…

… und auf dem Weg zum Pier dann auch ganz viele Fische umherschwimmen.

Auf der Weiterfahrt werden wir Zeuge, wie gerade eine der Salzpfannen abgeerntet wird. Immer wieder fahren große Laster vor und werden mit dem weißen Gold der Insel beladen. Unglaublich, was da für Mengen zusammenkommen.

Weiter geht es Richtung Süden. Ok, einmal drehen wir kurz um, damit die Kinder auf der Ladefläche nicht allzu nass werden. Doch es klart sich schnell wieder auf.

Natürlich zeigen sich im Pekelmeer auch reichlich „Geburtstagsflamingos“. Dank mitgenommenem Vogelfernrohr können wir die riesigen Schwärme in der Ferne etwas besser beobachten und auch die näheren Flamingos noch dichter ranholen.

Es wäre kein echter Feiertag, wenn uns nicht auch noch ein paar „Geburtstagsesel“ über den Weg laufen würden. Doch da brauchen wir uns hier in Bonaire keine Sorgen zu machen.

Als tierischen Abschluss laufen uns noch ein paar „Geburtstagsziegen“ über den Weg. Dabei hat es unserer Jüngsten wenig überraschend das kleine, ihrer Mutter hinterher laufende Zicklein besonders angetan.

Puhhh… so ein Ausflug kann ganz schön anstrengend sein. Doch für Erfrischung ist gesorgt, heute gibt es „Cola satt“. Und zum Abendessen kommen selbst gemachte Wraps auf den Tisch. Mailas Lieblingsgericht! Und für ein Stückchen Kuchen findet sich beim den Tag beschließenden Spieleabend auch noch Platz… ja, so lässt es sich wahrlich gut Geburtstag feiern!

Happy Birthday Maila!

So ein großes Mädchen!

Samuels Unterwasserwelt im Mooringfeld (2)

Bonaire, 14. Januar 2022

Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass es hier in Bonaire eine echt tolle Unterwasserwelt gibt? Dafür müssen wir auch gar nicht unbedingt irgendwo hinfahren. Es reicht aus, einfach hier im Mooringfeld vor Kralendijk ins Wasser zu springen. Davon habe ich ja schon berichtet. Doch hier gibt es sooooo viel zu sehen, dass ich da mit einem Fotobericht nicht auskomme. Heute geht es also weiter…

Direkt beim Boot ist es etwas tiefer. Da sieht man größere Fische und manchmal ganze Schwärme.

Toll ist auch der große, mit Hirnkorallen bewachsene Mooringblock, an dem wir hängen.

Hirnkorallen…
… mit einem Blaukopf-Junker

Näher am Ufer sehe ich schnell wieder die etwas gefährlicheren Fische. Eine Kettenmuräne hat ihr Versteck verlassen und auch ein junger Rotfeuerfisch schwimmt offen umher.

Die Kettenmuräne…
… kommt aus ihrem Versteck!
Junger Pazifik-Rotfeuerfisch
Der erwachsene Rotfeuerfisch versteckt sich zumindest etwas.

Igelfische können echt süß aussehen. Aber wenn sie sich dick aufblasen, halte ich besser Abstand.

Aufgeblasener Braunflecken-Igelfisch

Die Kofferfische sind dagegen harmlos.

Bienenwaben-Kofferfisch

Am Boden liegen Eidechsenfische, die ganz schön grimmig schauen und auch scharfe Zähne haben. Aber sie jagen nur Beute bis zu ihrer eigenen Größe.

Ich freue mich immer wieder über die Artenvielfalt. Nach und nach schwimmen mir alle in unserem Fischbestimmungsbuch genannten Falter- und Feilenfische über den Weg.

Gestreifter Falterfisch
Vieraugen-Falterfisch
Nördlicher Falterfisch
Weißflecken-Feilenfisch

Ansonsten gibt es Doktorfische, Lippfische und vieles mehr…

Blauer Doktorfisch
Ozean-Doktorfisch
Junkerlippfisch

… so viel, dass wohl doch noch ein weiterer Bericht über die Unterwasserwelt im Mooringfeld kommen muss! ;-)

Der raue Osten

Bonaire, 18. Januar 2022

Heute holen wir uns zum zweiten Mal für ein paar Tage einen Pickup. Dabei bekommen wir auch eine neue Karte von Bonaire. Auf dieser sind einige für uns neue, Cartrail genannte Pisten eingezeichnet. Das müssen wir gleich heute noch ausprobieren. Da die zweite Hälfte der gewählten Tour im Osten etwas langweilig aussieht, wollen wir nur den ersten Teil machen. Und das dann auch noch rückwärts, um anschließend vielleicht noch weiter nach Norden an die Küste zu fahren. Der Plan geht gründlich daneben.

Wir fahren die Ausfallstraße Richtung Osten. Die Kinder sitzen natürlich an ihrem bevorzugten Platz, der Ladefläche des Pickups. Irgendwann zeigt ein kleiner gelber Pfeil den Weg an. Was wir nicht wissen ist, dass diese Pfeile die Route nur in eine Richtung weisen. Wir fahren also prompt den eigentlich nicht erwünschten zweiten Teil. Da können wir natürlich lange nach den angeführten Attraktionen suchen. Irgendwann kommen wir auf eine asphaltierte Straße, biegen zweimal rechts ab und passieren ein Haus, das uns irgendwie bekannt vorkommt. Déjà-vu.

Ok, fahren wir also wieder im großen Bogen zurück zum eigentlichen Beginn der Route. Doch vorher schauen wir noch kurz bei einer großen Lagune an der Ostküste vorbei. Nun ja… nett. ;-) Aber wenn wir schon einmal hier sind, dann fahren wir nun doch noch ein Stückchen weiter die Küste entlang nach Norden. Wir zwängen den Wagen durch ein enges Tor auf Privatgrund, der die Zufahrt ausdrücklich gestattet. Ab hier ist die Bezeichnung „Piste“ in Teilen ausgesprochen freundlich gewählt. Über wenige Stöcke, dafür viele Steine schaukeln wir voran bis zu unserem Zwischenstopp bei Boka Chikitu. Die Küste ist ein scharfkantig ausgewaschenes Riff. Selbst mit Schuhen pickst jeder Schritt in den Fußsohlen. Immer mal wieder spritzen Wellen hoch. In und rund um die kleinen, wassergefüllten Kuhlen wuseln Krebse. In der Ferne ragt der Leuchtturm empor.

Nun geht es endlich auf den eigentlichen Bara di karta – Cartrail. Ganze zwölf Highlights werden angeführt. Nicht jeder weiß zu begeistern. Spaß macht die Tour trotzdem. Nicht zuletzt natürlich auf aufgrund der immer wieder süßen Esel! ;-)

Wir stoppen das erste Mal beim längsten Baum von Bonaire. Jawohl, er ist lang. Ganze 28 Meter… liegt die Mangrove auf dem Boden. Die Höhe ist vernachlässigbar.

Weiter geht es entlang der rauen Ostküste. Überall liegen große, vor hunderten bis tausenden von Jahren von mächtigen Tsunamis hier verstreute Felsbrocken. Eine surreale Landschaft.

Die Piste ist gut ausgeschildert. Kleine gelbe Pfeile weisen den Weg und nach einer kleinen Steigung werden die Insassen des Fahrzeugs fast schon fürsorglich darauf hingewiesen, dass der Blick nach hinten lohnt. Das Schild hat absolut recht!

Die restlichen Punkte (zwei Farmen, ein Brunnen und eine kleine Wanderung) lassen wir beidseits der Piste liegen. Der Tag neigt sich dem Ende zu und die Kinder sind auch schon ordentlich durchgeschüttelt. Ein netter kleiner Ausflug in den rauen Osten von Bonaire.

Noch ein Ausflug nach Klein Bonaire

Bonaire, 15. Januar 2022

Nach einem schönen Mittag am Salzpier, wollen wir den Ausflug entspannt bei Klein Bonaire ausklingen lassen. Es ist ja nur ein Hüpfer, schnell ist die Südwestecke der kleinen Insel erreicht. Die nächsten zwei Moorings an der Südküste sind schon belegt, aber da wollen wir sowieso nicht hin. Wir halten Kurs zur Westküste.

Da entschließt sich der Katamaran Dué, seine Mooring zu wechseln. Er macht los und hält ebenfalls Kurs auf die Südwestecke. Also eigentlich fährt er mit Volldampf („Hebel on the table!“) auf uns zu. Zufälliger Weise ist die Mooring vor uns frei. Wir wollen da gar nicht ran, aber in Anbetracht der Fahrweise des Kats, herrscht bei ihm an Bord wohl schon grenzwertige Panik. In einem halsbrecherischem Manöver quetscht er sich dicht zwischen uns und einem anderen Mooringlieger durch, setzt sich direkt vor uns und uns stoppt auf. What the f…?!? Nun, da die „Beute“ gesichert ist, lässt der Cowboy es deutlich entspannter angehen. In aller Ruhe macht er an der Mooring fest. Uns würdigt er dabei keines Blickes oder gar Grußes. Sollte er unser kleines Boot vielleicht gar während seiner ganzen Harakiri-Aktion übersehen haben? Das wäre zumindest eine Erklärung. Das Boot fährt übrigens eine US-Amerikanische Flagge.

Wir tingeln weiter die gut besuchte Westküste entlang. Leider ist auch die von uns angepeilte Mooring schon von einem kleinen Boot belegt. Die Kinder stehen am Bug und halten weiter Ausschau. Da winkt uns von dem kleinen Boot, das an unserer Wunschmooring liegt, ein älterer Mann zu und fragt gestisch, ob wir hier ran möchten. Ja, das wäre echt super. Keine zwei Minuten später ist die Mooring frei. Wir winken und bedanken uns herzlich. Das Boot fährt übrigens die Flagge von Bonaire.

Tja und dann gehen wir natürlich wieder ins Wasser. Samuel findet auch heute kein Maß bei der GoPro-Nutzung und wir sind heilfroh, dass da eine 64GB-Karte drin steckt. Hier nur eine kleine Auswahl schöner Schnappschüsse im Umfeld dieser Tauchmooring vor Klein Bonaire:

Schwarzer Drückerfisch
Gelbstreifen-Grunzer
Dreifarben-Kaiserfisch
Gepunkteter Igelfisch
Bienenwabenkofferfisch
Redband Parrotfish (Jungtier)
Redband Parrotfish

Meeresschildkröten am Salzpier

Bonaire, 15. Januar 2022

Der Salzpier gilt unter Tauchern als ein Pflichtbesuch in Bonaire. Doch auch für Schnorchler und Freediver (wie unserem Samuel) lohnt es sich, den Kopf hier unter Wasser zu stecken. Es ist die wohl beste Gelegenheit auf Grüne Meeresschildkröten. Wir hängen also mal wieder das Dinghy an unsere Mooring, segeln die gut 5sm die Küste runter und machen uns an einer der zwei gelben Tauchmoorings fest.

Salzpier vom Wasser aus
Samai an der Mooring
Das Kajak geht zu Wasser

Der Skipper ist ausnahmsweise als erster im Wasser und schnorchelt gleich mal rüber zum Pier. Dort zwischen den Pfeilern gibt es einiges zu sehen. Nicht zuletzt auch ein paar Taucher unter mir. Mangels Kamera bleibt all dies jedoch undokumentiert. Zurück Richtung Samai schnorchle ich etwas dichter unter Land. Der Grund ist hier sandig und nicht sehr tief. Da sehe ich auch schon die erste Meeresschildkröte, bald sind es zwei und dann auch schon drei. Ich rufe Samuel herbei und kurz danach machen sich auch unsere Mädels mit dem Kajak auf den Weg.

Tatsächlich sehen sie noch weit mehr als diese drei Meeresschildkröten. Das ist hier wirklich ein sehr beliebter Platz für diese anmutig dahingleitenden Tiere, die sich hier in aller Muße ausführlich beobachten lassen.

Ein wichtiger Grund ist offensichtlich gutes Futter. Der Boden ist zwar nicht sehr üppig bewachsen, doch augenscheinlich schmeckt es hier besonders gut.

Nur hin und wieder stecken sie ihren kleinen Kopf aus dem Wasser um Luft zu holen. Danach schweben sie wieder fast schwerelos hinunter.

Manchmal bekommen sie auch Gesellschaft, sei es nun ein junger Franzosen-Kaiserfisch oder ein Perlen-Kofferfisch.

Ein junger Franzosen-Kaiserfisch…
… knabbert am Panzer.

Doch natürlich gibt es auch hier noch andere Meeresbewohner zu sehen, als nur Meeresschildkröten.

Der kleine, rote Blackbar-Solidarfish…
… ist immer gut versteckt.
Noch besser versteckt sich diese Flunder!
Der Kalkigel dagegen braucht kein Versteck
Gelbkopf-Lippenfisch
Palometas

Letztlich sind es aber die gepanzerten Schwimmer, die uns hier am Salzpier am meisten in Ihren Bann ziehen…

Auf Wiedersehen Grüne Meeresschildkröte!