Alltagsprobleme an Bord: Autopilot

Über Weltumseglungen gibt es viel zu Lesen. Zwei Dinge haben sich bei mir eingeprägt:

  1. Warte nicht, bis du perfekt vorbereitet bist sondern setz Dir ein Datum und fahr los… ansonsten wird das nichts. Daran haben wir uns gehalten und dementsprechend mit einer zwar kurzen, aber doch vorhandenen Liste abzuarbeitender Punkte die Leinen los geworfen.
  2. Eine Weltumseglung bedeutet, an den schönsten Orten der Welt improvisieren und reparieren. Sicherlich geht es schlimmer, aber auch das können wir im Grundsatz bestätigen. Also abgesehen davon, dass es nicht immer die schönsten Orte der Welt sind.

Dementsprechend haben wir vorsorglich recht viele Ersatzteile an Bord. Für den Motor liegen Bowdenzüge (Verbindung zwischen Motorhebel an Deck und Motor), mehrere Impeller (wichtig für die interne Kühlung), Keilriemen, Filter und sogar eine neue Lichtmaschine unter meinem Bett. Des Weiteren eine Wasserpumpe, natürlich Opferanoden, Dieselfilter und -pumpe für die Heizung, Wartungsset und Filter für den Wassermacher, sogar Schrauben für das Bugstrahlruder und so manch eine andere Kleinigkeit.

Eine Sache, die wir in letzter Minute dann doch nicht mitgenommen hatten, war ein Ersatzautopilot. Und nun dürft Ihr mal raten, welche größere Komponente an Bord als erstes den Geist aufgab: richtig, der Autopilot.

Es war mitten in der Nacht, als die Samai ohne erkennbaren Grund den Kurs änderte. Der Skipper stürmte ans Ruder. Es hakte, ließ sich aber mit etwas Gefühl und Ruckelei wieder mittig bringen. Zurück auf Kurs den Autopilot wieder eingeschaltet, doch der Kurs wurde partout nicht gehalten. Somit hatten wir keine andere Wahl, als ganz gefühlvoll (schließlich hakte es immer noch sporadisch) von Hand weiter zu steuern. In der nächsten Ankerbucht erbrachte dann die Fehleranalyse, dass sich zum Glück nichts im Ruder verfangen hatte, sondern es zum Pech tatsächlich am Autopiloten lag. Der sonst so leichtgängige Steuerarm hakte, ja blockierte teilweise ganz.

Ich weiß nicht, wie das bei anderen Booten ist. An Bord der Samai zeichnet sich der (technisch weitgehend vorgegebene) Einbauort des Autopiloten nicht gerade durch gute Erreichbarkeit aus. Und dazu ist das Ding echt schwer. Endlich ausgebaut, hatte ich dann mal ganz unverbindlich versucht, den schwarzen Kasten zu öffnen. Ein gutes Dutzend Schrauben raus, doch der Kasten hielt dicht.

Es war an der Zeit, eine E-Mail an den Hersteller Jefa in Dänemark zu schicken. Im Voraus liegenden Buenos Aires müsste es doch eine Möglichkeit geben, das Ding reparieren zu lassen?! Falsch gedacht. Es gibt weltweit genau ein Servicecenter von Jefa… daheim in Dänemark. Ich könne das Gerät gerne einschicken und erhalte es dann nach Durchsicht und Reparatur umgehen zurück. Das war jedoch keine echte Option für uns hier in Südamerika. Doch es wurden netter Weise ja auch noch eine Explosionszeichnung und andere Unterlagen mitgeschickt. Mit deren Hilfe (sowie unter Hinzunahme von Messer und Hammer!) bekam ich das Gerät dann tatsächlich auf und das Problem war recht schnell erkannt:

Natürlich gibt es dieses Teil als Ersatz zu kaufen… direkt bei Jefa. Natürlich schicken sie es gerne zu… nach Argentinien. Natürlich gibt es bezüglich „Post nach Argentinien“ praktisch nur negative Erfahrungsberichte und Warnungen… von horrendem Zoll bis hin zu Totalverlust. Aber wir hatten keine Wahl. Unter Segeln steuert der mechanische Windpilot solange es nicht zu böig ist zwar weitgehend zuverlässig, doch unter Maschine musste nun immer jemand am Steuer sein. Bei einer kleinen Familiencrew ist das auf Dauer nicht darstellbar.

Ich bestellte also das benötigte Teil gleich zweimal (sicher ist sicher ;-) und dazu noch einen Dichtungsring, nach dessen Zustand ich von Jefa gefragt wurde (die Frage alleine war Grund genug für die Bestellung). Und dann wurde die, das sei an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt, sehr gute und schnelle Unterstützung aus Dänemark zu einem herausragenden Service. Auf meine Bitte hin wurden die Teile ohne spezielle Verpackung, Rechnung oder Lieferschein mit einem privaten Absender und extrem hilfreicher Zollinhaltserklärung als „gebrauchte Ersatzteile“ mit UPS Express auf den Weg zum per Email informierten Yacht Club Argentina in Buenos Aires geschickt.

Die Sendungsverfolgung ließ uns fast jubilieren. Das Paket war schneller als wir, passierte den Zoll anscheinend ohne Probleme und war zur Auslieferung eingeplant, als wir noch in Uruguay weilten. Dann die Ernüchterung: der Empfänger hatte die Annahme verweigert. Über eine Zufallsbekanntschaft erfuhren wir, dass der Vorstand des YCA von unserem Paket wisse, aber die Ablehnung auch nur damit erklären könne, dass da wohl etwas zu bezahlen gewesen sei.

Über den UPS-Service habe ich es dann geschafft das Paket in eine nahegelegene Pickup-Station umzuleiten und in der Bestätigungs-Email stand die mutmaßlich Erklärung für die Annahmeverweigerung: Tatsächlich müsse ich Zoll bezahlen… umgerechnet ganze 11€! Über die Rechnung von Jefa bewahre ich jetzt mal lieber Stillschweigen.

In Buenos Aires angekommen hatte ich mich gleich auf das Fahrrad geschwungen und das Paket abgeholt. Ausgerechnet in Argentinien haben wir damit eine unserer besseren Posterfahrungen gemacht.

Zu guter Letzt stand noch der Zusammen- und Einbau des Autopiloten auf dem Programm. Doch dieser ging, auch dank der guten fotografischen Dokumentation des Auseinanderbauens, recht problemlos von statten. Der Steuerarm war wieder leichtgängig, der schwere schwarze Kasten nach ein paar Verrenkungen auch wieder an Ort und Stelle angebracht sowie verkabelt und ein erster Testlauf im Hafen verlief vielversprechend. Abgesehen davon, dass der Ruderwinkel nicht angezeigt wurde. Und wie sollte ein Autopilot ohne Kenntnis des Ruderwinkels auch nur halbwegs auf Kurs bleiben? Ich war kurz verzweifelt, der Geber hatte doch die ganze Zeit funktioniert. Wo bekomme ich Ersatz her? Letztlich machte es sich mal wieder bezahlt, eine Nacht über ein Problem zu schlafen. Am nächsten Morgen ließ ich im System nochmal nach Geräten und Datenquellen suchen und da war der Ruderwinkel wieder.

Langer Rede kurzer Sinn: Der Autopilot funktioniert wieder und so ein kleines bisschen bin ich sogar stolz, das (natürlich mit dänischer Hilfe) selbst hinbekommen zu haben. Wieder ein weißer Fleck, eine unbekannte Stelle weniger an Bord der Samai.

Bürokratie in Südamerika: Uruguay

Prefectura Naval – Stufe 1: Uruguay

Nach dem gerade zwischen den Häfen und Ankerplätzen noch sehr entspannten Brasilien beginnt hier nun das in Europa unbekannte Konzept einer “Prefectura Naval”. In Uruguay ist diese Teil der Marine und wacht (natürlich nur aus Sicherheitsgründen) über den Schiffsverkehr an der Küste, bietet (spanischen) Wetterservice und bei Bedarf wohl auch Hilfeleistung. Dementsprechend wird von Schiffen in den Hoheitsgewässer erwartet, dass sie sich regelmäßig melden.

Häfen und Ankern

Die Häfen in Uruguay sind sämtlich staatlich geführt  und es wird erwartet, dass man etwa eine Stunde vor der Ankunft über Funk die entsprechende “Port Control” (oft gleichbedeutend mit der Prefectura) kontaktiert. Ob man darauf eine (nicht-spanische) Antwort erhält ist jedoch alles andere als sicher. Ein weiterer Anruf sollte dann direkt beim Einlaufen in den Hafen erfolgen.

Bevor man wieder ausläuft, muss man zunächst natürlich die fällige Hafengebühr entrichten. Darüber bekommt man eine schriftliche Bestätigung, mit der man zur Prefectura Naval geht um sich abzumelden. Man erhält ein Zeitfenster von 3 Stunden für das Auslaufen, wobei man das tatsächliche “Leinen los” wiederum über Funk melden muss.

Fast etwas ungläubig las ich im Nautischen Führer, dass freies Ankern in Uruguay grundsätzlich nicht erlaubt sei. Erstaunt habe ich diesbezüglich mal bei der Prefectura nachgefragt und erhielt als Antwort, dass man natürlich auch ankern dürfe… also zum Beispiel wetterbedingt oder in einem Notfall und selbstverständlich nur nach Rücksprache und mit Erlaubnis der Prefectura. Nun ja, “freies Ankern” ist für uns schon etwas anderes.

Unkompliziertes Einklarieren in La Paloma

La Paloma ist zwar ein „Port of Entry“, beherbergt jedoch keine „Migración“. Das macht das Einklarieren hier recht einfach. Man spricht bei der Prefectura direkt beim Hafen vor und schon an der Anmeldung werden alle Formalitäten erledigt. Ich bekomme zwar ein säuberlich ausgefülltes und gestempeltes Papier (ich sage mal „Laufzettel“), aber keine Stempel im Pass. Trotzdem seien wir hiermit offiziell eingereist.

Hin und her in Piriápolis

Am Samstagabend angekommen, ging ich am Sonntag pflichtbewusst zu der hier leider etwas weiter entfernten Prefectura. Dort bekam ich einen weiteren Stempel auf den Laufzettel. Die eigentliche Einreise könne ich erst am Montag von 9-14 Uhr durchführen.

Achtung: die Kopien von Laufzettel, Schiffspapieren und Pässen müssen hier wohlgemerkt selbst mitgebracht werden! Wieder einmal waren wir froh über unseren kompakten HP-Drucker-Scanner an Bord.

Am Montagmittag sprach ich erneut bei der Prefectura vor, wurde jedoch gleich wieder weg geschickt. Ich müsse erst zur am Hafen gelegenen Migración, die mich wiederum darauf hinwies, dass die gesamte Besatzung vorsprechen müsse. Irgendwann war die fällige Gebühr bezahlt (nur Bares ist Wahres!) und die Pässe gestempelt. Damit am nächsten Tag wieder zu den Damen bei der Prefectura, die sich das Ganze aber eigentlich nur nochmal kurz anschauten. Der Laufzettel war ja schon gestempelt.

Beim Ausklarieren dann das gleiche Spiel. Zuerst zur Migración, nochmal bezahlen (glücklich ist, wer etwas Bargeld übrig behalten hat… ich musste erst nochmal in die Stadt zum Geldautomaten), mit den gestempelten Pässen und Laufzettel sowie natürlich dem Nachweis der gezahlten Hafengebühr zurück zur Prefectura, dort noch einen Stempel auf das offizielle Papier und endlich waren wir bürokratisch wieder ausgereist.

Ok, es war einiges an „Hin und her“, aber auch hier waren alle Damen und Herren in den offiziellen Stellen ausgesprochen freundlich und im Rahmen Ihrer Möglichkeiten (also nicht, was die Benutzung des durchaus vorhandenen, eigenen Kopierers angeht) hilfsbereit.

Montevideo

Wenn wir schon mal in Uruguay sind, ist ein Besucht der Hauptstadt natürlich Pflicht. Montevideo gilt in Lateinamerika als eine der sichersten Städte mit sehr hoher Lebensqualität (je nach Studie Platz 1 oder 3). Nicht umsonst wohnt hier etwa die Hälfte der Bevölkerung des Landes. Trotzdem sind wir immer noch in Südamerika und damit einer anderen, mit Europa oft nur schwerlich zu vergleichenden Welt. Und das betrifft nicht nur die Möglichkeit, sich als Werbetreibender auf den Straßenschildern zu verewigen!

Mit dem Überlandbus ging die Fahrt von Piriápolis bis zum zentralen Busbahnhof  (mit angeschlossenem Einkaufszentrum) „Tres Cruces“ und von dort zunächst zu Fuß zur zentralen „Avenida 18 de Julio“. Kein Vergleich zu den bisher in Uruguay besuchten, eher ruhigen Orten. Ja, hier waren wir mal wieder in einer richtigen Stadt. Vertraut blieb jedoch der Anblick von Thermoskannen und Mate-Bechern.

Mit dem Linienbus fuhren wir dann vorbei an einigen der wichtigsten Gebäude und Plätze der Stadt sowie zahllosen Geschäften, Banken etc. weiter zum westlichen Ende der 3km langen Avenida zum unbestritten wichtigsten Platz der Stadt, dem „Plaza Independencia“. Im Zentrum steht das 17m hohe Reiterstandbild des Nationalhelden José Gervasio Artigas über seinem Mausoleum, in dem zwei Wachsoldaten einen echt harten Job erledigen.

Rund um den Platz liegen weitere wichtige und oft fotografierte Gebäude, allen voran der „Palacio Salvo“. Heute ein Wahrzeichen der Stadt empfahl der bekannte Architekt Le Corbusier kurz nach der Einweihung 1928 wörtlich seinen „dringenden Abriss als Beitrag zur Stadtverschönerung“.

Des Weiteren finden sich hier das das 1856 eröffnete, als einziges aus seiner Epoche erhaltene „Teatro Solis“…

… der oberste Gerichtshof, das Regierungsmuseum(!), das beste Hotel der Stadt (5*) sowie die „Puerta de la Ciudadela“ als Übergang zwischen Alt- und Neustadt.

Durch dieses Tor ging es dann weiter in die historische Altstadt. In der Fußgängerzone schlenderten wir vorbei an Straßenständen (der Skipper erwarb eine obligatorische Schirmmütze und auch die Kinder wurden fündig!) zur „Plaza de la Constitution“ (auch „Plaza Matriz“). Hier gibt es zunächst einmal den obligatorischen Vertreter einer bekannten Schottisch-Amerikanischen Diner-Kette… die Begeisterung des Skippers hielt sich in Grenzen, aber die Kinder fanden es super. Auf diesem Platz fand dann aber auch 1830 der Schwur auf die erste Verfassung des Landes statt und auf der Westseite steht die Cetedral Metropolitana de Montevideo „Iglesia de la Inmaculada Conceptión“ (auch „Iglesia Matriz“), in deren Taufbecken unter anderem Volksheld Artigas getauft wurde.

Weiter ging es durch die Altstadt, die Ihrer Bezeichnung an so mancher Ecke Ehre machte, …

… zum Hafenmarkt „Mercado del Puerto“. Den Status als Touristenmagnet bezeugten die vielen Souvenierläden rund herum und darin sowie die Restaurants. Es war unmöglich, einmal durch die 10m hohe Halle zu gehen, ohne mindestens ein halbes Dutzend Mal auf die besonderen Vorzüge der gerade passierten Lokalität angesprochen zu werden. Ganz ehrlich: DAS NERVT!

Mercada del Puerto…
… gleich um die Ecke!

Zurück machten wir dann noch einen Abstecher an die Küste bevor uns der Bus letztlich wieder zurück nach Piriápolis brachte.

Erwähnte ich schon, dass wir im Dunkeln dort ankamen? Über den damit verbundenen nächtlichen Spaziergang war insbesondere La Skipper alles andere als erfreut. Allerdings fanden wir uns in guter Gesellschaft, so dass wir nach einem langen und anstrengenden Tag wohlbehalten wieder an Bord der Samai ankamen.

Maila über Hafenbewohner in Piriápolis

Wir haben gelesen, dass es in dem Hafen auch große Seelöwen geben soll. Am zweiten Tag haben wir wirklich einen gesehen, der auf dem Weg lag. Wir sind natürlich hingegangen. Auch andere Leute waren dort. Der lag ganz entspannt da und hat manchmal so gehustet. Sonst hat er geschlafen.

Als wir dann ein bisschen weiter gegangen sind und Papi zurück zum Boot gegangen ist, haben wir noch zwei Seelöwen gesehen. Die waren hinten auch auf so einem Steg. Der eine war im Wasser und der andere saß da. Natürlich wollten wir sofort dort hin. Wir sind zurück zu Papa gerannt, also ich und Samuel, und haben ihm erzählt, dass da Seelöwen sind. Dann sind wir auch dort hingegangen und haben auf dem auch noch einen Seelöwen im Wasser gesehen, der dort rumgeschwommen ist. Wir haben natürlich Fotos gemacht.

Wir haben diese Seelöwen öfters gesehen. Da konnten sie auch gut leben, weil die Fischer ihnen von dem Fisch etwas abgegeben haben. Es waren insgesamt fünf Tiere die wir immer wieder gesehen haben.

Ich hätte nie gedacht, dass ich kaum mehr als einen Meter an einem großen Seelöwen dran war.

Maila

Nicht ohne meine Thermoskanne

„Schau mal, der Mann da vorne hat ja eine Thermoskanne unter dem Arm.“ – „Ja… lustig… die Frau da drüben auch!“ – „Stimmt… und selbst in der Gruppe Jugendlicher am Strand hat jeder Zweite eine Thermoskanne dabei.“ – „Und dann noch so einen Becher mit Strohhalm!“ – „Was ist das???“

Dieser Dialog ist zugegebener Maßen erfunden, hätte sich aber genau so abspielen können. Denn die darin geschilderte Beobachtung machten wir wirklich erstmals in Piriápolis. Egal ob jung oder alt, Thermoskannen und Becher (vereinzelt sogar in Form von Kuhhufen… mit Fell!) nebst oft metallenem Strohhalm waren überall zu sehen. Die Becher grundsätzlich randvoll mit grünem Zeug gefüllt, in das immer mal wieder Wasser aus der Thermoskanne nachgefüllt wurde.

Unsere erste Ahnung wurde auf freundliche Nachfrage bestätigt: Mate! Dieser nette Mann ließ mich auch gerne mal probieren: lauwarm und verdammt kräftig, sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht.

Spätestens in Montevideo zeigten dann die in praktisch jedem Souvenierladen erhältlichen Becher, dass es sich hierbei ganz offensichtlich um eine uns bisher unbekannte, nationale Eigenart handelt. Auch Thermoskannen gibt es in jeder Preislage nahezu überall zu kaufen. Am beeindruckendsten aber war die Mate-Auswahl in den einschlägigen Supermärkten nicht nur in Uruguay, sondern auch noch in Buenos Aires.

Kleine Mate-Auswahl.

Allerdings war die Tradition im Argentinischen Straßenbild bei weitem nicht so präsent wie beim kleineren Nachbarn, wo einem selbst in der Hauptstadt Montevideo immer wieder dieses Bild begegnet. Einzig der Umstand, dass durch Thermoskanne und Becher für die sonstigen Verrichtungen praktisch nur noch ein Arm zur Verfügung steht, scheint etwas unpraktisch zu sein. Eigentlich verwunderlich, dass hier noch keine alltagstaugliche Halterung erfunden wurde. Aber das ist wahrscheinlich viel zu deutsch gedacht und würde diese liebenswerte Tradition nur zerstören. In diesem Sinne: „Prost-Mate!“