Samuels tierische Überfahrt nach Panama

Anfang Juni 2021

Es geht los nach Panama! Der Tank war voll und wenig Wind angesagt. Wir rechneten mit einer langen Motorfahrt. Die Angel ließen wir wie immer im Wasser und hofften auf Fische. Direkt an der Einfahrt von unserem Hafen hatten wir auch einen Biss! Nur leider löste er sich vom Haken, ehe ich bei der Angel war. Der Motor dröhnte, während ich mich an die Schule setzte. Den Tag über sahen wir noch einige Braunpelikane. Mehr aber nicht.

Vor dem ersten vollen Tag auf See, gegen 23Uhr nachts, hatten wir einen Vogel. Nein! Nicht im Kopf, sondern an Bord. Es handelte sich um einen Galápagossturmtaucher.

Wir hatten noch weitere neue Tierarten, zum Beispiel die grünen Meeresschildkröten! Schon morgens um 7:10 Uhr hat Mama eine gesehen. Ich machte Schule, während Maila wieder neben dem Cockpit saß und Musik hörte. Am Abend hatte sie bei der hiesigen Sonne einen Sonnenbrand! Doch um einen Sonnenbrand geht es nicht. Maila sah immer wieder eine Flosse aus dem Wasser kommen. Natürlich mussten wir dort hin. Wir fuhren zu den Flossen und sahen immer wieder grüne Meeresschildkröten. Sie waren etwa 50 cm lang. Als wir bei ihnen waren, sahen wir auch ab und zu ein paar Quallen, die die Schildkröten wahrscheinlich essen wollten.

Gleich die erste muss die Samai natürlich umfahren. Also die Samai die Schildkröte. Das Wasser ist glasklar und die Schildkröte gleitete knapp an unserem Rumpf vorbei. Maila machte sich Sorgen, dass sie unter das Boot gekommen ist und dann vom Propeller verletzt wurde, dem war aber nicht so. Wir fuhren an drei weiteren Schildkröten vorbei, die aber schnell Reißaus nahmen. Die Samai hatte offenbar den Spitznamen Schildkrötenschreck verdient, den wir ihr dann auch gaben.

Mama und Maila sagten, dass eine Libelle bei uns an Bord sei. Kurze Zeit später fanden wir sie tot unter einer Leine liegen.

Kurz darauf sagte Maila: „Delfine voraus!“ wir sahen die Schule und fuhren hin. Die Tiere spielten und wir bestaunten sie. Sie hatten kleine weiße Punkte auf einem dunkeln Körper. Auch einige kleine waren dabei. Aber die waren ausschließlich grau. Als sie weggeschwommen waren, schaute Maila in unserem Delfinbuch nach. Die gepunkteten Delfine waren Schlankdelfine, während die kleinen eher zu einer Große Tümmler Gruppe gehörten, die nicht weit weg von unserem Boot entfernt schwamm.

Es gab dort aber nicht nur Delfine, sondern auch weitere Vögel! Ganz viele Weißbauchtölpel! Wie die, die es in Galápagos gab, nur mit einem weißen Bauch, einem weißen Gesicht und Schnabel und braunem Gefieder. Also im Grunde doch ganz anders, aber es sind Tölpel. Das reicht doch als Gemeinsamkeit.

An diesem Tag sahen wir auch noch eine weitere Delfinschule, die ausschließlich aus Großen Tümmlern bestand. Die begleiteten uns dann eine ganze Weile.

Der Galápagossturmtaucher, der die ganze Strecke hinter unserem linken Steuerrad gesessen und Brot sowie Wasser nicht angerührt hat, wurde von Papa sanft auf einen Teller geschoben und dann hoch genommen. Papa hielt den Teller über Bord und wartete. Der Vogel, der anfangs noch aufgeregt gewankt war setzt sich wieder. Daraufhin wackelte Papa ein wenig mit dem Teller auf und ab. Der Vogel wippt mit und fällt schließlich über Bord. Er gleitet aufs Wasser und treibt nun dort ein wenig. Wir waren nah an einer Inselgruppe dran er hatte also super Chance. Es handelte sich bei dem Vogel ja um einen Hochseevogel.

Der zweite Tag verlief ruhig und langweilig. Die Angel bleib ruhig, nur ein paar Delfine, aber keine Schildkröten waren in Sicht.

Tag drei brach an und die Samai fuhr durch dreckige Gewässer mit viel Plastik. Plötzlich die Angel! Ich stürmte von der Schule an Deck zur Angel und riss den Motorhebel nach hinten. Ich verstärkte die Bremse und holte Leine ein. Der Fisch zog gleichmäßig, aber nicht sehr stark. Ich wunderte mich, weil ich ein solches Verhalten noch nicht kannte. Ich sah hinten wo sich der Hacken befand etwas Schillerndes. Ich holte die Leine schneller ein. Als die Leine ganz eingeholt ist erkenne ich, was wir geangelt haben. Es war kein schwacher Fisch. Es war… eine Plastiktüte. Wir hatten eine Plastiktüte geangelt. Na toll! Aber etwas Gutes hatte dieser Fang schon. Das Meer muss nun mit einer Plastiktüte weniger klar kommen.

Manchmal mache ich auch Spiegeleier zum Frühstück!

Der vierte und letzte Tag unserer Motorfahrt nach Panama brach an. Dort sahen wir auf dem Weg kaum etwas. Fische bissen auch keine an. Schon von weitem sahen wir Panamas Hochhäuser und merkten, wie die Luft schlechter wurde. Dann, kurz bevor wir die auf Reede liegenden Frachter und das eine Kreuzfahrtschiff erreichten… die Angel! Sie zog wieder. Dann hörte sie plötzlich auf. Ich schaute hin und die Angel war gebogen! Der Fisch war definitiv noch dran! Aber wieso wurde keine Leine mehr gezogen? Ich schaltete den Motor runter und der Fisch löste sich vom Haken! Schon wieder nichts. Mist!

Nach genauerer Betrachtung der Angel und besonders der Rolle stellte ich eines missmutig fest. Der Fisch hatte keine Leine mehr ziehen können, weil die Bremse die Angelleine verhakt hatte. Das tat sie seit Neuestem häufiger! Die Bremse an sich hätte den Fisch nicht halten können, aber wenn die Leine verhakt ist, schafft es kein Fisch Leine zu ziehen. Eine sehr gefährliche Angelegenheit für die Angel, die der Kraft vielleicht nicht standhält.

Wieso genau bei der Verhakung die Leine so stark gehalten wird ist mir unbekannt. Ich löste sie und hole die Leine ein. Während des Einholens verhakte sie sich ständig und ich löste auch sie jedes mal. Dann, wo nur noch wenige Meter Leine draußen waren, endgültig. Ich konnte die Verhakung nicht mehr lösen. Papa schaltete den Motor wieder an und schaute sich die Angel an. Die Bremse hatte sich verdreht und ist so dann unlösbar geworden. Er hatte sie wieder richtig hingedreht und befestigt.

Ein paar Pelikane begleiteten unseren Weg noch bis zu unserem Ankerplatz. Dort schalteten wir den Motor aus und erfreuten uns an der Stille!!!

Samuel

Alle Hunde lieben Samuel

Normalerweise bin ich kein Hundefreund. Trotzdem scheinen die Hunde mich zu mögen. Ein Beispiel war ja schon Loki aus Valdivia, der mich sofort zu mögen schien. Ähnlich verhielt es sich bei den anderen Hunden in Valdivia, wie z.B. Dimon. Aber nun sind wir nicht mehr in Valdivia sondern auf Rundreise in Ecuador.

Dabei mieten wir uns zwei Zigeunerwagen im Nebelwald. Dort wo die Wagen stehen, gibt es auch drei Hunde. Den scheuesten von ihnen durfte ich als Erster streicheln und ein sehr belliger Hund bellt bei mir nicht ganz so viel.

Yoda muss sich mal strecken…

Später gehen wir zu einem kleinen Lodge Hotel im Hochland. Als wir zur Einfahrt kommen, werden wir von fünf Hunden begrüßt: Zwei große, 9 und 11 Jahre alte Bernhardiner, eine etwas ältere Mutter sowie deren zwei 7 Monate alte Kinder. Einer sieht mit dem rostroten Fell fast aus wie ein Fuchs. Er spielt aber viel lieber als ein Fuchs. Einer der großen Hunde beschnuppert mich und ich erschrecke, als er mir bis zur Hüfte geht. Er lässt sich aber gut streicheln, bellt fast nie und braucht manchmal beim gestreichelt werden die Stütze des Körpers des Streichlers.

Der Hund mit dem rostroten Fell heißt Anouk und hat stets ein Stöckchen bei sich. Das ist zwar ständig ein anderes, trotzdem erfüllt es seinen Zweck als Spielzeug. Das Spiel von Anouk ist eigentlich immer gleich, sie legt das Stöckchen vor einen Menschen (der Erste war ich) und entfernt sich ein paar Schritte (manchmal auch nur einen). Dann stellt sie sich lauernd hin und richtet den Blick auf das Stöckchen. Wenn sich eine Person nähert, sprintet sie vor und schnappt sich das Stöckchen. Nur wenn man es schafft, den Fuß vorher auf den Stock zu stellen, kann man ihn greifen und werfen. Anouk rennt sofort hinterher und bringt ihn zurück. Dann beginnt das Spiel von Neuem.

Anouk wäre dann bereit…

Die anderen Hunde halten sich mehr im Hintergrund. Ab und zu fordern die großen Hunde Streicheleinheiten ein und lehnen sich entspannt an mir an. Ich verstehe es zwar nicht, aber die Hunde scheinen mich zu mögen. Oder zumindest scheinen sie mir nicht zu misstrauen. Ich mag zwar Hunde nicht sonderlich, doch Hunde mögen mich! Merkwürdig aber wahr!!!

Samuel

Samuel über die Tierwelt in Galápagos – Luft

Der letzte Eintrag über die Tiere in Galápagos geht über das Leben der Vögel. Direkt nach unserer Ankunft, sehen wir Pelikane, wie wir sie auch schon auf dem Pazifik gesehen haben. Na ja, genau genommen, sind wir ja auch auf dem Pazifik. Es ist kein für Galapagos spezifisches Tier, weshalb ich sie überspringe.

Wir betreten die erste Insel, wo wir mit der Angelito I hingefahren sind und werden sogleich von Vögeln begrüßt. Es sind die Vögel, die wir irgendwie auf so gut wie jeder Insel sehen. Ich spreche von den Fregattvögeln. Wir sind glücklicherweise genau in der Paarungszeit nach Galápagos gekommen. Also in der Zeit, in der die Fregattvogelmännchen Weibchen suchen. Dazu haben die Männchen ein rotes Säckchen, das vom Kinn bis zum Bauch geht. In der Paarungszeit bläht er sich auf, um den Weibchen zu imponieren. Die Weibchen sind übrigens gut zu erkennen, da sie ein weißes Federkleid an ihrem Hals haben. Leider sind die Fregattvögel auf andere Vögel angewiesen. Sie können nämlich nicht tief tauchen und ernähren sich von Fisch. Und den klauen sie von anderen. Darum geht es nun zu den bestohlenen Vögeln.

Fregattvogel vor Blaufußtölpel

Beim Überleben hilft ihnen die zweite Art Vogel. Der Blaufußtölpel. Er ist ein guter Taucher und Fischer. Das müssen sie auch sein, weil sie sonst verhungern würden. Das liegt daran, das der Fregattvogel ständig seine Beute klaut. Wie der Name schon sagt, hat der Blaufußtölpel blaue Füße sowie einen blauen Schnabel. Sehr süß. Die Männchen versuchen den Weibchen mit einem bestimmten Tanz zu imponieren, wo das Männchen seine Füße der Frau entgegenstreckt und ab und zu die Flügel ausbreitet. Ach so, der Blaufußtölpel kann sich übrigens nicht auf Äste setzen. Seine schönen blauen Füße sind einfach zu unbeweglich.

Blaufußtölpel im Tanz
Da ist dann doch noch ein Pelikan

Wenn wir schon bei Tölpeln sind, machen wir doch einfach dort weiter. Der zweite Tölpel hat rote Füße und heißt somit auch Rotfußtölpel. Der Schnabel ist aber wie der des Blaufußtölpels blau. Es gibt aber noch einen weiteren Unterschied. Der Rotfußtölpel kann im Gegensatz zu seinem blaufüßigen Verwandten auf Bäumen und Ästen sitzen. Seine Füße sind viel beweglicher! Und mindestens genau so schön.

Rotfußtölpel

Das waren viele Tölpel ja, aber es gibt noch einen. Den Galápagos-Maskentölpel oder den Nascartölpel. Es ist ein und dieselbe Art, wurde aber umbenannt. Er hat ein seltsames Gesicht, das wie eine Maske aussieht. Daher der Name. Er ist ähnlich wie die anderen Tölpel, hat aber keine farbigen Füße und keinen blauen Schnabel.

Nascartölpel

Das waren jetzt aber wirklich alle Tölpel. Kommen wir zu den nächsten Tieren. Dem Nachtreiher und dem Krabbenreiher. Es sind beides hübsche und geduldige Vögel, doch besonders der Krabbenreiher und seine Miene sehen immer gelangweilt und/oder genervt aus. Er hat ein hübsches strähniges Federkleid mit weißen Streifen auf schwarzem Grundgefieder.

Junger Nachtreiher
Erwachsener Krabbenreiher
(c) Stefan Tschumi

Es gibt aber auch flugunfähige Vögel auf Galápagos. Den Galápagos-Pinguin. Ich behandele ihn hier aber nicht. Wer etwas über ihn wissen will, schaut bitte bei Samuel über die Tierwelt in Galápagos – Land.

Der nächste Vogel ist eine Möwe. Ja, es gibt hier Möwen, aber eigentlich auch nur eine Art. Diese Art heißt Gabelschwanzmöwe und sie ist nachtaktiv. Das muss sie auch sein, weil nur dann ihre Leibspeise aus den Tiefen des Pazifiks hoch kommt. Am Tag ist ihre Leibspeise viele hundert Meter tief unter Wasser und die Möwe kann nicht so tief tauchen, auch wenn sie wollte. Die Leibspeise der Gabelschwanzmöwe ist, wie ihr vielleicht erraten konntet, der Kalmar. Bei Nacht kommt er hoch und die Möwen können ihn fangen und fressen. Dabei hilft es, dass der Kalmar hoch springt, was wir auch schon bemerkt haben. Erinnert euch an einen früheren Artikel, wo beschrieben wurde, dass Morgens auf dem Meer oft ganz viele Kalmare an Bord liegen?

Gabelschwanzmöwe

Wir haben ein Paar Gabelschwanzmöwen mit einem Baby gesehen. Leider ist das Stück Kalmar, das ein Elternteil gefangen hat, zu groß für den Kleinen und der Partner erhält ihn um ihn zu zerkleinern. Und dann bekommt auch die Babymöwe etwas ab. Die Möwe hat rote Augenlider. Wozu genau die gut sind, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass sie richtig cool aussehen. Es ist Mailas Lieblingsmöwe.

Das Futter ist zu groß für das Kleine

Ich weiß, es sind viele Vögel, aber ich fasse mich schon kurz. Nun folgt eine Taube. Manche Leute mögen sie nicht besonders, weil sie einen am Morgen immer wecken oder schöne Statuen vollscheißen. Aber die Galápagos-Taube ist anders. Sie sieht im Gegensatz zu ihren, in anderen Ländern lebenden Verwandten, echt hübsch aus. Ich sprach doch im Abschnitt mit der Gabelschwanzmöwe über farbige Augenlider oder? Warum ich das erwähne? Ganz einfach. Die Galápagos-Taube hat ebenfalls welche. Nur sind sie eben nicht rot, sondern strahlend blau.

Galápagos-Taube

Ein weiteres auf Galápagos lebendes fliegendes Tier ist eine Drossel und zwar die Galápagos-Spottdrossel. Ihre langen Beine und ihr grau-schwarzes Gefieder sind auffällig, wie ihr langer Hals.

Galápagos-Spottdrossel

Ein kleiner goldener Vogel mit dem Namen „Gold-Wald-Sänger“ ist erstens sehr süß, aber ähnlich wie die meisten kleinen Vögel. Das besondere an ihm ist, dass er knallgelb ist! Darum das „Gold“ in seinem Namen.

Zu meiner Überraschung haben wir auf Galápagos auch Austernfischer gesehen, die ich dort nicht vermutet hätte. Sie haben lange Beine und einen langen roten Schnabel. Ihr Gefieder ist pechschwarz.

Eine weitere Überraschung ist eine dort lebende Eule. Die Sumpfohreule. Sie ernährt sich von den Wellenläufern. Die Wellenläufer brüten gerade, was der Eule die Gelegenheit bietet, die Jungtiere oder Eltern, die in Hektik sind, zu fangen und zu fressen.

Eine andere Eule ist die Schleiereule, die wir aber nur in einem künstlichen Käfig sehen, den die Eule aber immer verlassen kann.

Ein ebenfalls sehr süßer Vogel ist der Rotschnabel Tropic Vogel. Es ist aber schwer ihn zu beschreiben, also seht selbst:

„Man, kann der nicht mal fertig werden?“ fragt ihr vielleicht, aber keine Angst, es gibt nur noch eine letzte Vogelart. Die Darwinfinken. Es gibt ca. ein Dutzend Unterarten mit verschiedenen Schnäbeln, verschiedenen Größen und dementsprechend verschiedener Nahrung. Aber zusammengefasst kann man sie als klein, süß und dunkelbraun bis pechschwarz bezeichnen.

Überstanden! Das waren die wichtigsten Vogelarten auf Galápagos. Die anderen Tiere, die im Wasser oder an Land leben, beschreibe ich in meinen vorherigen Artikeln über die Tierwelt in Galápagos… Wasser und Land.

Samuel (Text & Fotos)

Samuel über die Tierwelt in Galápagos – Land

Nicht nur im Wasser, sondern auch an Land gibt es einige Tiere. Viele von ihnen sind nur auf einer, maximal zwei oder drei Inseln vertreten. Zum Beispiel der Landleguan. Es gibt ihn zwar auf fast jeder Insel, aber eben nur eine Unterart pro Insel. Zum Beispiel auf Santa Fee. Dort gibt es Leguane, die eine einzigartige Blässe haben und alle Stacheln am Nacken eines Tieres sind nach rechts abgeklappt.

Es gibt auch Meeresleguane, die haben einen deutlich flacheren Schwanz als ihre an Land lebenden Verwandten. Sie ernähren sich ausschließlich von Algen, während Landleguane von den Kaktusfrüchten und Kaktusblättern leben. Meeresleguane sind eigentlich immer schwarz, um sich am Tag schön in der Sonne aufwärmen zu können. Da das Wasser im Vergleich zur Luft recht kalt ist, muss ein Meeresleguan etwa zwei Stunden aufwärmen, während er nur 10-20 Minuten unter Wasser nach Nahrung suchen kann.

Glücklicherweise gibt es auf Galápagos, wie überall an den Küsten der großen Ozeane, ebenfalls Ebbe und Flut. Das macht es den Meeresleguanen einfacher. Bei Niedrigwasser können die Leguane einfach an der normalerweise überfluteten Küste entlang spazieren, sich die an den Steinen wachsenden Algen in den Mund stecken und genießen. Dafür müssen sie nicht einmal die Luft anhalten.

Es gibt auf Galápagos aber nicht nur Leguane, die an Land oder im Wasser leben. Es gibt auch noch andere interessante Tiere. Dazu gehören unter anderem die Lavaechsen. Sie sind sehr klein und ich könnte sie, wenn sie es zulassen würden, bequem auf meiner Hand platzieren. Der Schwanz würde zwar herunterhängen, aber das ist ja bei solchen Tieren normal. Interessant ist übrigens, dass die Lavaechsen ihren Schwanz bei Bedarf abwerfen können (z.B. bei Gefahr). Er wächst dann in etwa einem Monat nach und die Echse ist wieder wie vorher. Weibliche Lavaechsen haben im Gegensatz zu den Männchen einen roten Streifen an ihrem Hals. Er dient natürlich dazu, die Männchen anzulocken! Wozu auch sonst.

Ein weiteres und sehr seltenes reines Landtier auf Galápagos ist eine Schlange. Sie kommt nur auf der Insel Española vor, weshalb sie auch Española-Schlange genannt wird. Sie ist etwa zeigefingerdick und wird bis zu einem Meter lang. Wir haben sie aber nur ein mal gesehen und da war sie weg, bevor die Kamera zum Einsatz kommen konnte.

Ein halbes Landtier sind die Robben und Seebären. Hier auf Galápagos sind sie aber ungefährlich und wir gehen recht dicht an ihnen vorbei. Manche sind sogar neugierig und kommen auf uns zu. Wir müssen aber leider zurückweichen, weil wir ihnen nicht zu nahe kommen dürfen. Babys liegen den Tag über in der Sonne und baden dort, während ihre Eltern ihnen Fische fangen.

Ein anderes halb an Land lebende Tier ist der Einsiedlerkrebs. Es ist ein kleiner Krebs, der sein in Schneckenhäusern wohnt. Das schleppt er mit sich herum, bis es zu klein wird. Dann sucht er sich ein Neues. Es sind dämmerungsaktive Tiere, weshalb es uns wundert bei praller Sonne diese Tiere überhaupt zu sehen. Ach so, da ist noch etwas. Gute Schneckenhäuser sind knapp und passende noch viel knapper! Da kommt es gelegentlich zu einem kleinen Streit oder zumindest einem Gerangel.

Ein weiteres erstaunliches Tier ist der Pinguin. Einer, der am Äquator auf Galápagos lebt. Er hat den einfallsreichen Namen Galápagos-Pinguin, sieht aber nicht viel anders aus, als die in der Antarktis. Nur etwas kleiner.

Auf Galápagos gibt es auch die legendären Landschildkröten. Sie sind wirklich riesig und haben einen Panzer, der wie ein Sattel geformt ist. Zumindest die eine Art. Eine andere hat einen gewöhnliche Panzerform, ist aber um ein vielfaches größer.

Kommen wir zu unserem letzten Tier. Es ist das Tier, welches wir auf Galápagos noch öfter gesehen haben, als alle anderen. Ich meine die rote Klippenkrabbe. Auf dem Panzer der Krabbe ist ein schönes Muster! Ich muss zugeben, dass ich nicht wusste, dass Krabben sich häuten. Erst durch die rote Klippenkrabbe habe ich das gelernt. Dazu schäumen sie und dann sind sie kurze Zeit schutzlos ohne Panzer.

Das waren die Landtiere. Wenn ihr fragt, wo denn all die Vögel geblieben sind, kann ich euch beruhigen! Es sind so viele Vögel, dass sie einen eigenen Artikel erhalten.

Samuel (Text & Fotos)

Samuel über die Tierwelt in Galápagos – Wasser

In Galápagos waren wir fast jeden Tag baden oder eher schnorcheln. Wir bekamen Flossen und eine Taucherbrille mit Schnorchel, wurden dann in eine Schnorchelbucht gefahren und sind ins Wasser gesprungen.

Einmal sind wir in einem Vulkankrater schnorcheln. Dort geht es schnell tief ins Wasser, weshalb es da hilfreich ist, tauchen zu können. Bei uns an Bord auf der Angelito I gibt es einen Fotografen. Er heißt Stefan und er hat mir angeboten, die Kamera für Unterwasserbilder zu nehmen. Ich habe dieses Angebot dankend angenommen und bekam nach einiger Zeit im Wasser auch die Kamera. Dort mache ich super Bilder der herumschwimmenden Tiere.

Es gibt große Fische mit einem seltsamen Gnubbel auf dem Kopf und es gibt große Schwärme an Doktorfischen, durch die ich durchtauche. An anderen Orten sehen wir größtenteils dieselben Fische, aber auch immer mindestens eine neue Fischart.

In einer Bucht gab es auch Pelzrobben. Sie waren in der Antarktis die „pissigen“ Robben, denen man nicht zu nahe kommen sollte. Aber hier kann man gar nicht verhindern, dass sie ins Wasser gehen wo wir Schnorcheln. Nun, wie es kommen muss geht eine von ihnen ins Wasser. Wir alle schwimmen hin und ich schieße recht gute Fotos. Seltsam war, dass er die ganze Zeit auf dem Kopf steht oder eher schwimmt. Ihr fragt, wieso wir alle dort hingeschwommen sind? Ganz einfach! Vor dem Schnorcheln hat Maja, unsere Führerin uns erklärt, dass sie hier in Galápagos total harmlos sind. Nur streicheln sollte man sie nicht. Dann hauen sie ab, beißen aber nicht.

Zurück zu den Fischen. Wir sehen welche, mit gelbe Flossenspitzen und eine gelbe, über Rückenflosse und Bauchflosse verlaufende Linie haben. Sie sind sonst komplett schwarz mit einem weißen Streifen hinter den Kiemen. Diese Fische heißen Galápagos-Kaiserfische. Das sind die absolut Schönsten von allen.

Es gab aber auch Fische, die auf Tarnung setzen. Da ist beispielsweise einer, mit einem komplett grün-schwarzen Körper. Der auf leicht bewachsenen Felsen so gut wie unsichtbar ist. Es gibt aber auch andere. Es gibt immer mal wieder kleine, schwarze Fische mit großen Augen. Solange sie sich auf Felsen nicht bewegen, erkennt man sie wie die gerade besprochenen Fische nicht.

Etwas Gefährliches, zumindest denken das viele, ist das Schnorcheln mit Haien! Ja, ich meine Haie! Überall außer auf Galapagos ist es auch nicht ungefährlich! Wir schnorcheln mit erwachsenen Weißspitzenriffhaien sowie mit kleinen Babyhaien. Mit den kleinen Babyhaien sind auch einige Schildkröten im Wasser gewesen, an die ich fast einen halben Meter heran schwimmen kann. Eine der Schildkröten hat wohl Hunger, weshalb sie Algen vom Stein abfrisst.

In der selben Bucht spielen etwa zehn Galápagos-Seelöwen. Papa ist genau dort hinein geschwommen. Ich habe es aber verpasst das zu fotografieren. Auf dem Spielplatz für die Seelöwen habe ich trotzdem super süße Bilder gemacht. Eines davon ist eine Robbe mit einem Stück Alge im Mund. Einige der Seelöwen sind außerdem so dicht an mir vorbei geschwommen, dass mich ihre Tasthaaren – oder wie man die bei Seelöwen nennt – berührt haben.

In einer anderen Ankerbucht sind zwei sehr lustiges Ereignisse an der Tagesordnung. Erstens sehen wir, wie ein erwachsener Weißspitzenriffhai von einem erwachsenen Seelöwen weggejagt wird. Zweitens, wie ich durch einen Schwarm kleiner roter Fischchen schwimme. Sie heißen Soldatenfisch und werden ausgewachsen etwa so groß wie ein Fingernagel.

Aber das ist nicht das lustige, sondern das. dass mich plötzlich ein Gesicht mit spitzen Zähnen anblickt. Es sieht gespenstisch aus und auch etwas gefährlich. Es handelt sich dabei aber lediglich um einen augenscheinlich schlecht gelaunten Fisch, der sich in einer Steinnische verkrochen hat und dessen Zähne vorn aus dem Mund schauen.

Ein neugieriger Seelöwe
Samuel auf Fototauchgang

In der letzten Schnorchelbucht passiert noch etwas sehr Cooles! Zum einen sehen wir einen schwarz-weißen Kugelfisch sowie ein paar Pelzrobben. Nach einiger Zeit fängt es an stark zu Regnen, was von unter Wasser richtig cool aussieht. Aber das ist nicht das Coolste. Das Coolste war mit Abstand ein Erlebnis mit der Kamera. Hat von euch schon mal jemand in das Maul einer Pelzrobbe geschaut? Ich glaube nicht. Das konnte ich von mir auch noch nicht behaupten. Bis zu diesem Tag. Eine Pelzrobbe ist höchst interessiert an die Kamera geschwommen und kommt auf weniger als 10 cm heran. Dort vollführt sie einige Akrobatikübungen und präsentiert dann ihr Maul. Sie schwimmt einen Scheinangriff auf die Kamera, dreht aber kurz davor ab. Ich schwimme zurück und sehe, dass sie mir nicht folgt. Wahrscheinlich hat sie ihr Spiegelbild in der Kamera verscheuchen wollen. Das hat ja auch irgendwie geklappt.

Vielen Dank an Stefan Tschumi und Stephanie Bernhard für die Kamera, mit der ich sämtliche Bilder in diesem Beitrag gemacht habe.

Samuel (Text & Fotos)