Was ist euer bevorzugtes Frühstück? Müsli… Toast mit Marmelade… ein Kaffee ist sicher Pflicht… eher deftig mit Wurst und Käse… gerne mal Rühr- oder Spiegeleier… oder sogar „full english breakfast“? Ja, das haben wir alles schon mal gehabt und probiert. Doch dann wird uns in Costa Rica ein „desayuno tipico“ angeboten.
In allen Lodges und Hotel gibt es mindestens zwei der folgenden drei Frühstücksoptionen… und die letzte ist immer dabei.
Pancakes. Sicher ein Zugeständnis an die oft nordamerikanischen Touristen. Wie auch immer, es ist die perfekte Wahl für unsere Jüngste… gerne mit einer Extraportion Sirup!
Kontinental. Dabei ist klarzustellen, dass hiermit natürlich der nordamerikanische Kontinent gemeint ist. Es handelt es sich im Wesentlichen um Toast mit Ei und Marmelade.
Tipico. Nun wird es interessant… Gallo Pinto! Auf dem Teller findet sich bei diesem wörtlich übersetzt „gefleckten Hahn“ eine ordentlich präsentierte Portion Reis mit Bohnen. Dazu gibt es Ei „según el gusto“ (also gerührt oder gespiegelt), zugegebenermaßen oft recht geschmacklose Tortillas, etwas Käse (der gerne mal zwischen den Zähnen quietscht) und frittierte Kochbanan.
Gallo Pinto = gefleckter Hahn
Unabhängig von der Wahl kommt natürlich immer auch frisches Obst auf den Tisch. Na damit kann man doch den Tag beginnen?!
Heute soll es zu den Schildkröten an der atlantischen Karibikküste Costa Rica gehen. Allerdings nicht auf den üblichen, touristisch ausgetretenen Pfaden. Wir haben einen Besuch im Pacuare Reserve eingeplant. Inklusive Begleitung der nächtlichen Schildkrötenzählung am Strand. Sicher ein Höhepunkt unserer kleinen Rundfahrt.
Es ist kurz nach 9 Uhr. Nur noch die letzten Sachen ins Auto räumen und los geht es. Doch dann kommt der Anruf. Zwei freiwillige Helfer im Reservat sind verschollen. Nachts haben sich die jungen Franzosen ohne Abmeldung unerlaubt aus dem Camp rausgeschlichen… und sind nicht zurück gekehrt. Die Polizei ist aktuell vor Ort und geht vom Schlimmsten aus.
Ganz ehrlich, wir sind frustriert! Erst Lockdown in der Zentralregion und jetzt zwei leichtsinnige *** im Dschungel. Könnte nicht einmal etwas laufen wie geplant? Aber vielleicht ist das ja auch nur viel zu deutsch gedacht…
Wir überlegen hin und her. Hierbleiben und dann wohl (noch mehr) verlängern oder weitere Wege in Kauf nehmen? Wir entscheiden uns für letzteres und fahren in die Guayabo Lodge in der Nähe des aktiven Volcano Turrialba. Das ist zwar erst für später vorgesehen, scheint nun aber das geringste Übel. Falls das Reservat zeitnah wieder freigegeben wird, bedeutet dass für uns neben Aufregung und Koordnationsaufwand insgesamt gut 3 Stunden mehr Autofahrt…
Am nächsten Tag kommt dann die Information, dass die Franzosen wieder aufgetaucht sind. Hatten sich im Dschungel verlaufen. Ganz toll. Wenn man Mist baut, sollte man doch zusehen, dass Unbeteiligte nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Na wenigstens haben die zwei jetzt eine tolle Geschichte zu erzählen. Von uns dazu nur ein nicht ganz ernst gemeintes „Merci beaucoup!“
Update vom 7. Mai 2021
Heute mittag sind wir im Parcuare Reserve angekommen. Die Begrüßung ist ausgesprochen freundlich. Unter anderem von einem Briten. Natürlich kommt das Gespräch auf den oben beschriebenen Vorfall. Ich erzähle wenig begeistert, was das für uns bedeutet hat und merke an, dass er es ja nicht war, der sich verlaufen habe.
Da wird er etwas leise und meinte überraschend: „Yes, it was me and a guy from Costa Rica“. Sie seien noch bei Tageslicht losgelaufen, haben den Pfad verloren und dann war es schnell dunkel. Nach 18 Stunden im Dschungel wurden sie gefunden.
Da ist es nun also natürlich an uns, allen Franzosen erst einmal „Pardon!“ zu sagen. Zu einem ironischen „Many thanks!“ kann ich mich trotzdem nur bedingt hinreißen lassen. Dazu ist er einfach zu nett und kümmert sich wirklich toll um uns. Natürlich entschuldigt er sich vielfach und recht schnell ist die Episode weitgehend vergessen.
Was nicht vergessen werden sollte ist jedoch, wie sich schon bei so einer – im Grunde – Kleinigkeit und ausgesprochen kurzen Informationswegen eine Geschichte komplett verändern kann. Das Spiel „Stille Post“ hat keine Chance, die Realität zu schlagen. Eine dezente Erinnerung daran, Informationen im Zweifel kritisch zu hinterfragen…
Stehpissoirs sind zwar praktisch, aber oft nicht gerade wassersparend… insbesondere, wenn ein Defekt für ständig laufendes Nass sorgt. Seit Jahren werden daher immer öfter wasserlose Installationen angebracht. Spart Wasser, aber man muss in deren Nähe normalerweise auch SEHR flach atmen.
In Costa Rica ist uns sozusagen ein Mittelweg begegnet. Es läuft im eigentlichen Sinne kein Wasser. Dafür ist die gesamte Rinne voller Eiswürfel. Der stetige Rinnsal an Schmelzwasser sorgt für geruchsarmen Abfluss. Ganz ehrlich, das haben wir vorher so noch nicht gesehen.
Herrentoilette im La Paz Waterfall Gardens Nature Park (Costa Rica)
Nein, ich meine jetzt nicht die „große-ganze“ Planung unserer kleinen Segelreise. Dazu kommt schon bald eine „offizielle Bekanntmachung“. Auch im Kleinen können sich Pläne ändern.
Wir sind ja gerade mit dem Mietwagen auf Rundreise in Costa Rica. Als wir heute morgen aufwachen, erwarten wir noch am Abend in der Hauptstadt San José wieder einzuschlafen. Doch dann beginnen die Hirnzellen zu kreisen. Unser Hotel beim Volcano Poás, nördlich von San José, muss nächste Woche sein angeschlossenes Restaurant zumachen. In der zentralen Region von Costa Rica wird das Leben wegen hoher Fallzahlen eine Woche lang runter gefahren. Betrifft das auch die Museen?
Ja. Geschlossen. Bis einschließlich 9. Mai. Nun ist San José nicht gerade für eine malerische Altstadt mit eindrucksvollen Spaziergängen bekannt. Die drei wichtigsten Museen sind fest eingeplant. Man nehme das alles zusammen und kommt schnell zum Schluß, dass die aktuelle Planung unserer kleinen Rundreise keinen Sinn mehr macht.
Was nun? Den für die Rückfahrt eingeplanten Volcano Turrialba vorziehen? Doch dessen Webseite verkündet ebenso überraschend, dass der Park aus Gründen der Sicherheit aktuell geschlossen sei. Es ist halt ein aktiver Vulkan.
Zum Glück sind wir nicht alleine. Wir machen die Fahrt in Begleitung von puravida.travel. Das ist unsere Rettung. Planänderung. Das Hotel in der Hauptstadt wird problemlos storniert. Stattdessen fahren wir ein gutes Stück länger bis an die gesundheitlich unbedenklich Karibikküste. In Cahuita wird in Absprache eine günstige Eco-Lodge für uns reserviert. Bei Ankunft sind wir begeistert. Großer, gemütlicher Bungalow mit Küche. Dazu noch ein Pool. Zur Begrüßung turnt eine Gruppe Klammeraffem durch die Bäume. Hier fühlen wir uns wohl.
So sind wir nun also in einem Ort, der nicht eingeplant war. So wie auch die Länder Ecuador und Costa Rica nicht in unserem ursprünglichen „großen Plan“ standen. Es lohnt sich trotzdem… es sind tolle Länder und Erfahrungen, die wir ohne die aktuellen Ereignisse nicht gesehen und gemacht hätten. Das gilt sicher auch für das, was noch vor uns liegt. Doch davon ein anderes Mal mehr.
Nach langem Liegen in dem Fluss von Ecuador, sieht unser Unterwasserschiff aus wie Hölle. Das kostet uns auch einige Knoten Geschwindigkeit, weshalb wir zwei Tage später als geplant in Costa Rica angekommen sind.
Da ist es naheliegend, dass der Bewuchs weg muss. Es gibt eine einfache Lösung. Samuel mag das Wasser, kann gut tauchen und ist recht kräftig. Ich habe mich also bereiterklärt, unter das Boot zu tauchen und die Pocken, die den Rumpf säumen, zu entfernen. Leider ist das Wasser in der Bucht, in der wir liegen, nicht sehr viel klarer als in Ecuador. Trotzdem nehme ich mir einen Holzspachtel und kratze drauf los.
Die Pocken sind sehr zäh und wollen nicht abgekratzt werden. Zu allem Überfluss nutzt sich das Holz ab und gerade, als ich mein Ziel den Propeller erreicht habe, beginnt die Strömung und ich muss das Wasser verlassen. Wir liegen vor Anker und treiben an ihm hin und her. Mein Ziel war der Propeller, um ihn zu säubern, aber wie gesagt, begann die Strömung und es ging nicht.
Es grenzt an ein Wunder, …… dass wir überhaupt noch angekommen sind!
Am folgenden Tag gehe ich wieder runter. Die Samai hat sich an einen Schwimmsteg verholt. Leider genau mit der Seite zum Steg, an dem ich angefangen habe zu kratzen. Ich kann dort also nicht weitermachen und fange erneut an. Diesmal beginne ich hinten. Der Weg ist zwar deutlich weiter und ich muss länger die Luft anhalten, aber es sind auch weniger Pocken auf diesem Weg. Genau vor dem Propeller sind dabei die wenigsten und somit ist es doch dankbar.
Die Ruder sehen richtig gut aus!
Als ich anfangen will, den Propeller zu entpocken, dreht er sich aber einfach weg. Eine Frechheit! Der Holzspachtel ist inzwischen auch schon so ausgenudelt, dass es mich doppelt so viel Kraft und Luft kostet, um die Hälfte der Pocken zu entfernen. Da erinnere ich mich, das Papa mir einen Metallspachtel angeboten hat. Ich tauche wieder auf und bitte Papa darum. Damit geht die Arbeit deutlich leichter und mir fällt etwas auf, was mir vorher entgangen ist. Die ganze Zeit sind kleine Fische um die herunterfallenden Pocken geschwommen und haben etwas gegessen.
Am nächsten Tag gehe ich schon wieder runter. Ich habe mir die Hände an den Pocken aufgeratscht und komme eigentlich jeden Tag mit neuen Verletzungen aus dem Wasser. Heute sehe ich noch mehr Fische, die mich unter Wasser erwarten. Es sind wieder die schwarz-gelben Fische, die auch am Tag zuvor dabei waren. Dann sehe ich dieselbe Fischart in winzig und eine andere Art mit spitzen Zähnen. Dann sehe ich die Fische mit den spitzen Zähnen mit einem roten Bauch. Zwischenzeitig taucht auch ein Fisch auf, der so hoch ist wie meine ausgestreckte Hand, aber der ist schnell wieder weg.
Also fange ich an zu kratzten in der Gewissheit, dass ich damit die Fische füttere. Ich arbeite wieder mit dem Metallspachtel, zumindest so lange, bis er mir aus der Hand fällt und in dem drei Meter tiefen Wasser versinkt. „Dann tauche doch einfach hinterher!“, sagt ihr? Könnte ich, aber die Sicht ist so schlecht, dass man nur maximal einen halben Meter sehen kann.
Am darauffolgenden Tag nehme ich einen neuen Spachtel von Papa und binde ihn an meiner Hose fest. Außerdem nehme ich die GoPro mit unter Wasser. Alle Bilder in diesem Eintrag stammen von ihr!
Ich werde auch in den folgenden Tagen ins Wasser gehen, um das Boot zu reinigen. Zu meiner Freude bekomme ich für jeden vernünftigen Tauchgang auch ein kleines Geschenk. Bei den ersten beiden war es ein Puzzle und bei den anderen ein wenig mehr iPad-Zeit und ein Kindle-Buch.