Viele Menschen haben das innere Bedürfnis, ihr Eigentum ab- und andere damit auszugrenzen. Klassisch sind Holzbretter oder ein Maschendrahtzaun. Mal geht es ohne, mal nur mit Stacheldraht. Mancherorts sind auch diese ästhetisch fragwürdigen Steinmauern im Drahtverhau in Mode gekommen. Überwachungskameras und Alarmanlagen runden das Ganze gerne ab. Doch es gibt eine Alternative: Kakteen!
Erstmals haben wir das in Aruba gesehen, doch auch hier in Bonaire zeigen immer mal wieder Kaktus-Zäune eine Grenze an. Für Menschen sind das dann auch sicher stachlige Hindernisse. Trotzdem sind sie alles andere als unüberwindbar. Mit einem hungrigen Esel an der Hand kann der saftigste Kaktus nicht lange widerstehen. ;-)
Regelmäßige Leser unseres Blogs und Kenner der Familie wissen, wie ein Geburtstag an Bord der Samai beginnt: mit Kuchen und Gesang am Bett der gefeierten Hauptperson des Tages. So natürlich auch am 10. Geburtstag unserer Jüngsten. Kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht. Bei unserer Abfahrt in Deutschland war sie noch süße sieben!
Der Salon ist geschmückt, der Geburtstagstisch bereitet, das Frühstück mit Omelett und Kuchen darf serviert werden. So kann man schon mal in den Tag starten.
Wir haben uns ja extra einen Pickup gemietet, damit Maila bei ihren Geburtstagsaktivitäten die freie Wahl hat. Sie entscheidet sich für einen weiteren Ausflug in den Süden von Bonaire. Dort hatte es ihr einfach so gut gefallen. Entspannt auf der Ladefläche sitzen, eine Cola in der Hand, etwas Musik und dabei Sonne sowie Aussicht genießen…
Wieder kommen wir am Salzpier vorbei. Heute haben wir jedoch Schnorchelsachen im Gepäck. Also rein ins Wasser und Ausschau gehalten. Natürlich sehen wir schnell die erste „Geburtstagsschildkröte“…
… und auf dem Weg zum Pier dann auch ganz viele Fische umherschwimmen.
Auf der Weiterfahrt werden wir Zeuge, wie gerade eine der Salzpfannen abgeerntet wird. Immer wieder fahren große Laster vor und werden mit dem weißen Gold der Insel beladen. Unglaublich, was da für Mengen zusammenkommen.
Weiter geht es Richtung Süden. Ok, einmal drehen wir kurz um, damit die Kinder auf der Ladefläche nicht allzu nass werden. Doch es klart sich schnell wieder auf.
Natürlich zeigen sich im Pekelmeer auch reichlich „Geburtstagsflamingos“. Dank mitgenommenem Vogelfernrohr können wir die riesigen Schwärme in der Ferne etwas besser beobachten und auch die näheren Flamingos noch dichter ranholen.
Es wäre kein echter Feiertag, wenn uns nicht auch noch ein paar „Geburtstagsesel“ über den Weg laufen würden. Doch da brauchen wir uns hier in Bonaire keine Sorgen zu machen.
Als tierischen Abschluss laufen uns noch ein paar „Geburtstagsziegen“ über den Weg. Dabei hat es unserer Jüngsten wenig überraschend das kleine, ihrer Mutter hinterher laufende Zicklein besonders angetan.
Puhhh… so ein Ausflug kann ganz schön anstrengend sein. Doch für Erfrischung ist gesorgt, heute gibt es „Cola satt“. Und zum Abendessen kommen selbst gemachte Wraps auf den Tisch. Mailas Lieblingsgericht! Und für ein Stückchen Kuchen findet sich beim den Tag beschließenden Spieleabend auch noch Platz… ja, so lässt es sich wahrlich gut Geburtstag feiern!
Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass es hier in Bonaire eine echt tolle Unterwasserwelt gibt? Dafür müssen wir auch gar nicht unbedingt irgendwo hinfahren. Es reicht aus, einfach hier im Mooringfeld vor Kralendijk ins Wasser zu springen. Davon habe ich ja schon berichtet. Doch hier gibt es sooooo viel zu sehen, dass ich da mit einem Fotobericht nicht auskomme. Heute geht es also weiter…
Direkt beim Boot ist es etwas tiefer. Da sieht man größere Fische und manchmal ganze Schwärme.
Bermuda-Döbel
Bermuda-Döbel
Gelbflossen-Morajja
Gelbflossen-Morajja
Toll ist auch der große, mit Hirnkorallen bewachsene Mooringblock, an dem wir hängen.
Hirnkorallen…… mit einem Blaukopf-Junker
Näher am Ufer sehe ich schnell wieder die etwas gefährlicheren Fische. Eine Kettenmuräne hat ihr Versteck verlassen und auch ein junger Rotfeuerfisch schwimmt offen umher.
Die Kettenmuräne…… kommt aus ihrem Versteck!
Junger Pazifik-RotfeuerfischDer erwachsene Rotfeuerfisch versteckt sich zumindest etwas.
Igelfische können echt süß aussehen. Aber wenn sie sich dick aufblasen, halte ich besser Abstand.
Braunflecken-Igelfisch
Braunflecken-Igelfisch
Aufgeblasener Braunflecken-Igelfisch
Die Kofferfische sind dagegen harmlos.
Bienenwaben-Kofferfisch
Perlen-Kofferfisch
Perlen-Kofferfisch
Am Boden liegen Eidechsenfische, die ganz schön grimmig schauen und auch scharfe Zähne haben. Aber sie jagen nur Beute bis zu ihrer eigenen Größe.
Ich freue mich immer wieder über die Artenvielfalt. Nach und nach schwimmen mir alle in unserem Fischbestimmungsbuch genannten Falter- und Feilenfische über den Weg.
Heute holen wir uns zum zweiten Mal für ein paar Tage einen Pickup. Dabei bekommen wir auch eine neue Karte von Bonaire. Auf dieser sind einige für uns neue, Cartrail genannte Pisten eingezeichnet. Das müssen wir gleich heute noch ausprobieren. Da die zweite Hälfte der gewählten Tour im Osten etwas langweilig aussieht, wollen wir nur den ersten Teil machen. Und das dann auch noch rückwärts, um anschließend vielleicht noch weiter nach Norden an die Küste zu fahren. Der Plan geht gründlich daneben.
Wir fahren die Ausfallstraße Richtung Osten. Die Kinder sitzen natürlich an ihrem bevorzugten Platz, der Ladefläche des Pickups. Irgendwann zeigt ein kleiner gelber Pfeil den Weg an. Was wir nicht wissen ist, dass diese Pfeile die Route nur in eine Richtung weisen. Wir fahren also prompt den eigentlich nicht erwünschten zweiten Teil. Da können wir natürlich lange nach den angeführten Attraktionen suchen. Irgendwann kommen wir auf eine asphaltierte Straße, biegen zweimal rechts ab und passieren ein Haus, das uns irgendwie bekannt vorkommt. Déjà-vu.
Ok, fahren wir also wieder im großen Bogen zurück zum eigentlichen Beginn der Route. Doch vorher schauen wir noch kurz bei einer großen Lagune an der Ostküste vorbei. Nun ja… nett. ;-) Aber wenn wir schon einmal hier sind, dann fahren wir nun doch noch ein Stückchen weiter die Küste entlang nach Norden. Wir zwängen den Wagen durch ein enges Tor auf Privatgrund, der die Zufahrt ausdrücklich gestattet. Ab hier ist die Bezeichnung „Piste“ in Teilen ausgesprochen freundlich gewählt. Über wenige Stöcke, dafür viele Steine schaukeln wir voran bis zu unserem Zwischenstopp bei Boka Chikitu. Die Küste ist ein scharfkantig ausgewaschenes Riff. Selbst mit Schuhen pickst jeder Schritt in den Fußsohlen. Immer mal wieder spritzen Wellen hoch. In und rund um die kleinen, wassergefüllten Kuhlen wuseln Krebse. In der Ferne ragt der Leuchtturm empor.
Nun geht es endlich auf den eigentlichen Bara di karta – Cartrail. Ganze zwölf Highlights werden angeführt. Nicht jeder weiß zu begeistern. Spaß macht die Tour trotzdem. Nicht zuletzt natürlich auf aufgrund der immer wieder süßen Esel! ;-)
Wir stoppen das erste Mal beim längsten Baum von Bonaire. Jawohl, er ist lang. Ganze 28 Meter… liegt die Mangrove auf dem Boden. Die Höhe ist vernachlässigbar.
Weiter geht es entlang der rauen Ostküste. Überall liegen große, vor hunderten bis tausenden von Jahren von mächtigen Tsunamis hier verstreute Felsbrocken. Eine surreale Landschaft.
Die Piste ist gut ausgeschildert. Kleine gelbe Pfeile weisen den Weg und nach einer kleinen Steigung werden die Insassen des Fahrzeugs fast schon fürsorglich darauf hingewiesen, dass der Blick nach hinten lohnt. Das Schild hat absolut recht!
Die restlichen Punkte (zwei Farmen, ein Brunnen und eine kleine Wanderung) lassen wir beidseits der Piste liegen. Der Tag neigt sich dem Ende zu und die Kinder sind auch schon ordentlich durchgeschüttelt. Ein netter kleiner Ausflug in den rauen Osten von Bonaire.
Nach einem schönen Mittag am Salzpier, wollen wir den Ausflug entspannt bei Klein Bonaire ausklingen lassen. Es ist ja nur ein Hüpfer, schnell ist die Südwestecke der kleinen Insel erreicht. Die nächsten zwei Moorings an der Südküste sind schon belegt, aber da wollen wir sowieso nicht hin. Wir halten Kurs zur Westküste.
Da entschließt sich der Katamaran Dué, seine Mooring zu wechseln. Er macht los und hält ebenfalls Kurs auf die Südwestecke. Also eigentlich fährt er mit Volldampf („Hebel on the table!“) auf uns zu. Zufälliger Weise ist die Mooring vor uns frei. Wir wollen da gar nicht ran, aber in Anbetracht der Fahrweise des Kats, herrscht bei ihm an Bord wohl schon grenzwertige Panik. In einem halsbrecherischem Manöver quetscht er sich dicht zwischen uns und einem anderen Mooringlieger durch, setzt sich direkt vor uns und uns stoppt auf. What the f…?!? Nun, da die „Beute“ gesichert ist, lässt der Cowboy es deutlich entspannter angehen. In aller Ruhe macht er an der Mooring fest. Uns würdigt er dabei keines Blickes oder gar Grußes. Sollte er unser kleines Boot vielleicht gar während seiner ganzen Harakiri-Aktion übersehen haben? Das wäre zumindest eine Erklärung. Das Boot fährt übrigens eine US-Amerikanische Flagge.
Wir tingeln weiter die gut besuchte Westküste entlang. Leider ist auch die von uns angepeilte Mooring schon von einem kleinen Boot belegt. Die Kinder stehen am Bug und halten weiter Ausschau. Da winkt uns von dem kleinen Boot, das an unserer Wunschmooring liegt, ein älterer Mann zu und fragt gestisch, ob wir hier ran möchten. Ja, das wäre echt super. Keine zwei Minuten später ist die Mooring frei. Wir winken und bedanken uns herzlich. Das Boot fährt übrigens die Flagge von Bonaire.
Tja und dann gehen wir natürlich wieder ins Wasser. Samuel findet auch heute kein Maß bei der GoPro-Nutzung und wir sind heilfroh, dass da eine 64GB-Karte drin steckt. Hier nur eine kleine Auswahl schöner Schnappschüsse im Umfeld dieser Tauchmooring vor Klein Bonaire: