Pockenplage

Ganze drei Wochen lag die Samai in Kühlungsborn, nicht zuletzt um ein paar Punkte der 2do-Liste abzuarbeiten… so können wir uns nun (dank dem Gripper der Segelmacherei Z-Line) endlich auf dem Weg zum Vorschiff außen an der Sprayhood festhalten.

Dann kam Besuch für seinen ersten Segeltörn an Bord und am 22. Juli hieß es endlich wieder „Leinen los“. Doch was ist das? Der Motor kommt vorwärts eingekuppelt nur noch auf knapp 1600 U/min und auch rückwärts kommen wir nicht wirklich gut „voran“. Am Wochenende können wir da allerdings wenig machen und die Windvorhersage ist segelfreundlich. Also geht es auf eine kurze Runde über Nysted und Gedser.

Anfang der Woche war dann wieder die Stammbesatzung der Samai an Bord und wir mussten etwas tun. Ohne funktionierende „eiserne Genua“ können wir nicht auf den Sommertörn gehen! Diverse Anrufe sorgten schließlich für einen Abstecher nach Grömitz. Nur hier war kurzfristig jemand vom Volvo Service für einen Blick auf den Motor verfügbar und Taucher gibt es hier auch… und sei es, dass er nach seinem Feierabend noch vorbei kommt. Und dieser nette Taucher hat das Problem dann auch mit einem hölzernen Kochutensil gelöst, besser abgeschabt. Viele werde es schon erraten haben: Der Propeller war voller kleiner Pocken, hat sich nicht einmal mehr zusammengefaltet. Auch der Shaft Shark war verkrustet, der Saildrive gut bewachsen, der Geber völlig überwuchert („Habt hier eigentlich noch Tiefe bekommen?“), die Ränder der Ruderblätter sowie die Kanten längs des Rumpfes mit dicken Pockenkolonien verziert… und auch das Bugstrahlruder macht nach einer Reinigung wieder mehr als nur Geräusche. Vor dem Winter hatten wir die Samai für zwei Jahre im Wasser, was zwar zu reichlich Bewuchs, aber nie solchen Problemen führte. Und nun, nur wenige Wochen nach dem Winterlager…

Zurück ging es dann über einen Ankerstopp im Salzhaff vor Rerik. Der Ankergrund dort ist völlig zu Recht berüchtigt und wenn dann auch noch die Ausläufer einer vorbeiziehenden Front mit gut 30kn Wind mitspielen wird es etwas unfair. Im dritten Versuch waren wir dann aber doch fest. Der sogenannte Sommer macht aktuell so weiter, wie er begonnen hat.

Erste Meilen 2017… Danke!

Danke dem Hafenmeister in Neustadt. Am Wochenende der Hanseboot Ancora Boat Show haben wir uns spontan zu einem Besuch dort entschlossen und nach einem netten Telefonat mit dem Hafenmeister haben wir im brechend vollen Hafen doch tatsächlich noch einen Liegeplatz zwei Stege neben der Messe bekommen. In diesem Bereich mit dem übergroßen Boxen und ebensolchen Booten wirkten wir zwar etwas verloren, aber die Festmacher waren lang genug. Das Wetter war traumhaft und die Boat Show ist immer wieder einen Besuch wert… auf Wiedersehen 2018

Danke dem Hafenmeister in Kloster auf Hiddensee. In diese Gegend ging unser Pfingsttörn und hier hatte uns auch das 2017 hinlänglich bekannte wechselhafte Wetter dieser Saison wieder im Griff. Die gegen den Wind gelegene Box war für uns zwar gerade so lang genug, aber leider etwas zu schmal. Daraufhin sollten wir ganz pragmatisch seitlich einfahren und unser Heck dann rein ziehen… ein perfekter Liegeplatz!

Danke dem Trans Ocean und der Yacht. Auch in diesem Jahr hatten wir die Möglichkeit zu einem Besuch des Yacht Bluewater in Hohe Düne, dieses Mal als Trans Ocean Boot. Zu der Veranstaltung wurde schon viel geschrieben, an dieser Stelle also nur ein paar Highlights aus Sicht der Samai:

  • Sehr informativer Sicherheitscheck durch Wilhelm Greiff (Sicherheitsinspektor der ARC). Die offenen Punkte wurden und werden angegangen!
  • Dieses Jahr ein Galadiner, das den Namen verdient hat. Sehr gutes Essen, sehr informative und kurzweilige Vorträge und das (geplante) Glück den Abend am Tisch mit Burghard Pieske verbringen zu können… Hut ab vor diesem Mann!
  • Der schwimmende TO-Stützpunkt und die vielen netten und informativen Gespräche mit Seglern und Referenten waren auch dieses Jahr wieder ein echter Mehrwert.

Danke Thomas Wibberenz. Die ersten Probeschläge mit unserem neuen 156qm Parasailor waren phantastisch. Bei 11kn AWS sind unsere 11 Tonnen mit 8kn SOG durch das Wasser gepflügt… da eröffnen sich ganz neue Dimensionen.

Last but not least: Danke Nils Schürg! Das ist eigentlich schon lange mal überfällig. Immer erreichbar, und immer um pragmatische Lösungen zu allen möglichen Problemen und Fragestellungen bemüht bist Du uns eine unschätzbare Hilfe!

Saisonstart 2017

Ende April war es endlich soweit. Nachdem unsere Samai Ihren zweiten Winter zur Abwechslung nicht im Wasser sondern hoch und trocken verbrachte – was dem Unterwasserschiff SEHR gut tat – konnten nun endlich die Segel wieder angeschlagen und die Leinen gelöst werden. Es an der Zeit die neue Saison zu beginnen: Überführung von Bremerhaven via Helgoland und NOK nach Kühlungsborn. Und es war für jeden Wettergeschmack etwas dabei dabei, vom Hagelschauer bis zur Langen Anna in strahlendem Sonnenschein… nur ein schöner Wind aus der richtigen(!) Richtung machte sich rar.

Von Helgoland kommend sind wir dann gegen 1 Uhr nachts an der Schleuse in Brunsbüttel eingetroffen, doch mein Funkruf wurde nicht erwidert. Nun gut, machen wir also erst einmal das Boot klar zum Schleusen und versuchen es dann nochmal. Doch weit gefehlt: der erste Fender hing noch nicht, da wurde „Das Freizeitboot im Wartebereich“ in die bereits offen stehende Kammer gerufen. Alleine in den NOK geschleust und keine halbe Stunde vom Eintreffen im Wartebereich bis zum Leinen fest in Brunsbüttel… das habe ich auch noch nicht erlebt!

Und dann wird da ja gerade noch die Fehmarnsundbrücke erneuert. Überall steht geschrieben, dass die Durchfahrtshöhe auf für uns recht knappe 20m verringert ist. Auch der Hafenmeister von Burgtiefe konnte keine anderweitigen Infos geben, so dass wir uns für den Umweg „rund um“ via Lolland entschieden haben. Dabei war die nächtliche Nähe zum viel befahrenen Kiel-Ostsee-Weg besonders für meinen Mitsegler ein besonderes Erlebnis und hat wieder einmal den Wert von AIS und Funkbereitschaft gezeigt.

Erst einige Wochen später haben wir erfahren, dass die Einschränkung der Durchfahrthöhe gar nicht auf der ganzen Breite, sondern nur unter einem beweglichen Gerüst gilt, das nachts auch noch am Rand geparkt ist. Egal, wir sind nach vier Schlägen entspannt im Heimathafen angekommen und nun bereit für neue Ausflüge… doch davon das nächste Mal mehr.

Wieder im Heimathafen

Nach Göteborg ging es via Varburg (Hallo Floreana…) und einer Nacht vor Anker in Hallands Väderö (sic!) nach Kopenhagen. Dort haben wir tatsächlich im Nyhavn den letzten freien Platz bekommen. Ok, ruhig oder auch billig ist was anderes… aber dafür absolut zentral bei toller Atmosphäre mitten in Dänemarks Hauptstadt gelegen.

Die restlichen 100sm ging es dann leider als Motorboot weiter bis Kühlungsborn. Hier angekommen galt es nur noch den besetzten Liegeplatz frei zu bekommen (warum rufe ich eigentlich vorher an???) aber kurz vor sieben Uhr abends war Samai dann nach insgesamt sechs spannenden Wochen wieder zu Hause fest.

Unterwegs bei den Klippen von Møn:

Harter Kampf im Skagerrak!

… oder auch nicht ;-)

Obwohl es am Anfang durchaus anders aussah. Nach kurzem Tankstopp im malerischen Korshamn empfing uns vor der Küste dann eine angenehme 6er-Brise mit Böen. Also Groß hoch vor Kap Lindesnes und vor dem Wind Kurs Ost Richtung Skagen. Die Welle hatte sich auch auf angenehme gut 2m aufgebaut. Also an sich alles sehr entspannt. Doch dann setzt da ja noch der Norwegenstrom mit gut 1kn nach Westen. Das Ergebnis war wie aus dem Lehrbuchkapitel „Welle gegen Strom“: auf offener See hatten wir immer wieder Brecher hinter, neben und gerne auch mal unter uns… nur surfen ist schöner!

Im Laufe der Nacht hat es sich dann beruhigt und der Vormittag empfing uns (ab 8 Uhr als Motorboot) mit Sonnenschein. Weiter bis Göteborg und Montagabend waren die gut 170sm geschafft.