Ancora Boat Show in Neustadt

Nach den guten Erfahrungen im letzten Jahr sind wir auch 2018 wieder nach Neustadt (Holstein). Ankunft Samstagmorgen 2:30 Uhr. Hafen ist voll… also haben wir uns einfach gut geschützt vor Anker gelegt. Ist günstiger und extrem entspannt. Messebesuch mit Dinghy ist kein Problem… Dank an Uli Schürg für den Platz zum Festmachen.

Die Kinder haben noch mehr Holzsegelboote gebastelt als letztes Jahr, dieses Mal haben wir unser eigenes iSUP zum Paddeln an den Strand gebracht, viele nette Gespräche… und zurück an Bord gleich wird der Grill angeworfen. Ganz ohne Lärm und neugierige Blicke. So schön kann ein Kurzurlaubswochenende an der Ostsee sein!

Winterblues

Nun ist der letzte Törn auch schon wieder mehr als vier Monate her. Von Rødbyhavn sind wir noch die Warnow hoch in den Rostocker Stadthafen gefahren. Die Liegeplatzsuche war natürlich wieder sehr entspannt. Dafür hat man Dank der Möwen auch dem Steg die Nachsaison schon deutlich angesehen… nächtlicher Slalom auf weiß marmoriertem Untergrund.

Wieder in Kühlungsborn angekommen haben wir dann gleich am „Wintersteg B“ festgemacht. Segel und Sprayhood abgeschlagen, alle Leitungen frostsicher gemacht, Polster und Matrazen ausgeräumt… so liegt sie nun da im Winterschlaf.

Einen kurzen Besuch in Düsseldorf war auch dieses Jahr wieder möglich. Dank an Nils für die Organisation eines wirklich netten Eigner- und Blauwasser-Treffens am Allures-Stand. Gute Gespräche, viele Anregungen und natürlich weitere Pläne für die Vorbereitung… es sind nur noch 15 Monate! Dieses Jahr sollten also schon noch eine Punkte der langen Liste abgearbeitet werden.

Inzwischen ist es März und wir haben immer noch Frost. Trotzdem soll es in der Woche nach Ostern endlich mal wieder an Bord gehen: Saisonvorbereitung!

Und einige Eckpunkte für 2018 stehen ja auch schon fest:

  • ab 27. April erster Familien-Frühlingstörn
  • 11.-13. Mai Trans Ocean Sommertreffen in Orth/Fehrmarn
  • 25.-27. Mai Ancora Boat Show in Neustadt
  • Juli/August Sommertörn an der Schwedischen Westküste

 

Herbsttörn… Freud und Leid der Nachsaison

Kühlungsborn… unser Heimathafen… immer wieder schön… mehr noch, wenn das Vielmeer mal nicht mit der Livemusik den ganzen Hafen bis 1 Uhr nachts unterhält. Aber das gehört in der Saison dazu. Unlängst wurde uns mal gesagt: „Wohin wollt ihr eigentlich segeln? Ihr seid doch schon da!“ Sowas hört man über seinen Heimathafen natürlich gerne. Und so war es auch zu verschmerzen, dass unser Herbsttörn mit einem ausgedehnten Hafenaufenthalt begann. Nun war es nachts ruhig. Zumindest was von Menschenhand geschaffene Musik angeht. Rassmus hat die Wanten heulen lassen.

Leid: Ich sage mal so… wir haben unseren ersten Sturm auf der Samai abgewettert. Gut vertäut in unserer Box D45. Unser Windmesser zeigt ja leider immer noch nichts an. Daher nur ein zufällig gemessener Wert mit dem Hand-Anemometer am frühesten Sonntagmorgen: 50kn (und da kamen noch ein paar durchaus intensivere Böen vorbeigefegt).

Travemünde: Montag war es dann soweit. Der vorherrschende Westwind hat eine Nordkomponente erhalten, und diese haben wir für einen Schlag in die Lübecker Bucht genutzt. Nicht zuletzt die durch Schleswig-Holsteiner Abdeckung versprochen Wellenarmut war ein Argument… also nachdem wir hoch am Wind nach Travemünde gesegelt sind. Eigentliches Ziel war der Passathafen. Aber diese Gegend hat mit den aktuellen(!) Hafenführern ja wenig gemein. Es wird gebaut was das Zeug hält… und dort wo der Gästesteg – gleich neben Kran und Hafenmeisterhaus – sein sollte, sehen wir im Schein des Lichtkegels nur eine Spundwand und Baustelle. Also weiter rein in die Trave und einen Steg neben der SY Alaya (Trans Ocean) festgemacht.

Freud: Der Hafenmeister war am erstmals bundeseinheitlichen Reformationsfeiertag natürlich(?!) geschlossen. Auch unter den angegebenen Telefonnummern konnte uns beim Thema „Hafengebühr“ nicht wirklich weiter geholfen werden. Es war also eine günstige Nacht.

Grömitz: Nur ein kurzer Schlag bei anfangs leichter Brise, später auch bei mehr Wind mit gut 7kn Fahrt. Und nein, es regnet nicht! Das sind die Wassertröpfchen im dunstigen Neben, der unsere Gesichter benetzt. In Grömitz hatten wir schon so manche ausgiebige Liegeplatzsuche. Anders sieht das offensichtlich in der Nachsaison aus.

Freud: Nicht mehr als ein Dutzend Masten in Grömitz! Sowas haben wir noch nicht gesehen. Qual der Wahl… letztlich gehen wir am Kopf von Steg 5 längsseits. Nachts kommt dann noch ein Einhandsegler auf Überführung ins Winterlager rein, die helfende Hand ist selbstverständlich. Und dann natürlich noch der obligatorische Besuch beim Hafenmeister: am heutigen Dienstag war er bis 12:30 vor Ort, ab 1. November ist geschlossen. Keine Telefonnummer angegeben… es bleibt günstig.

Rødbyhavn: Wenn man mit Kindern segelt, soll man ja auf deren Wünsche und Bedürfnisse eingehen. Und diese lauteten recht eindeutig: „Rutschen!“. Damit war jetzt leider nicht der Spielplatz von nebenan, sondern die Tornado-, Wildwasser- und sonstige bunte Rutschen im Lalandia von Rødbyhavn gemeint.

Freud: Und schon wieder konnten wir bei zwar wolkenverhangenem, aber weitgehend trockenem Himmel fast die ganze Strecke nach Dänemark segeln. Und auch hier gibt es natürlich einen Hafenmeister. Brav bin ich am nächsten Morgen hingegangen und erzählte etwas von „sailing boat“ und „harbour fee“. Seine Reaktion war jedoch nur ein undefinierbares Grunzen mit abwehrender Handbewegung… auch hier also wieder sehr günstiges Liegen.

Erstes Leid: Die Fähren in Rødbyhavn haben ja bekannter Maßen Vorfahrt. Und ebenso bekannt ist deren Stringenz in der Durchsetzung derselben. Aber muss das wirklich sein? Wir waren noch unter Segeln bei 5-6 Bft. und in Landnähe durchaus merklicher Welle am Tonnenpaar direkt vor der Hafeneinfahrt und schwenken ein. In diesem Moment legt die Fähre ab. Voraussichtliches Treffen genau zwischen den Molen. Keine Wahl… nach Backbord ausgewichen, quer zur Welle durchgeschüttelt, den grinsenden Fährkapitän passieren lassen und schließlich reingesegelt. Schön ist anders.

Zweites Leid: Der Aquadom vom Lalandia, nur gut 20min Spaziergang vom Hafen entfernt, ist insbesondere für Kinder wirklich eine tolle Sache. Allerdings muss vor den Preisen gewarnt werden: eine Familie mit zwei Kindern – mangels Familienticket besser gesagt 2 Erwachsene und 2 Kinder – zahlt über 100€ Eintritt. Selbstredend muss drin natürlich auch noch etwas gegessen werden… man mag nicht darüber nachdenken. Aber was machen fürsorgliche Eltern nicht alles für das strahlende Lachen ihren Nachwuchses?! ;-)

P.S.: Vielen Dank an Holger für die Tipps zu Nysted… allerdings hast Du das allseits beliebte Softeis vergessen. Das kann man bestens auch im Nieselregen auf der Schaukel des benachbarten Spielplatzes genießen! Wenn der Wind mitspielt, führt uns unser nächste Wochenendtörn wieder in diesen wirklich schnuckligen Hafen.

Herbsttörn… wird wohl windig!

Morgen ist es endlich wieder soweit. Nach langem vier Wochen Abstinenz fahren wir endlich wieder an die Küste, geht die gesamte Crew an Bord. Eine gute Woche haben wir für unseren Herbsttörn Zeit. Vor zwei Jahren, als die Samai ebenso wie diesen Jahrenwechsel im Wasser überwintert hatte, verbrachten wir schöne Tage im von Seglern weitgehend verlassenen Greifswalder Bodden. Der wesentliche Unterschied ist zumindest laut aktueller Vorhersage, dass wir dereinst nur wenig Wind hatten. Das wird in den nächsten Tagen wohl nicht wirklich ein Problem sein.

Ich habe gerade nochmal nachgeschaut und ja, es ist dabei geblieben. Für Sonntag und (Achtung: Kaffeesatz ;-) Donnerstag sind weiterhin Böen von 50kn vorhergesagt. Für nicht-Segler: das sind freundlich >90km/h = Windstärke 10… einfach mal auf der Stadtautbahn die Hand aus dem Fenster halten. Dazu über die gesamte Woche recht konstanter Westwind (mit Nordeinschlag). Hmmmm… und nun?

Ok, kein Jammern. Sonst könnte man ja noch denken, dass man es uns Seglern überhaupt nicht recht machen kann. Wir haben ein wunderschönes Revier vor dem Bug, das Boot ist absolut vertrauenswürdig bei jedem Wetter, es gibt eine Heizung und die Familiencrew ist perfekt (insbesondere die Kinder sind ja sooooo süüüüß… wenn sie schlafen :-). Lassen wir uns überraschen…

Willkommen auf der dunklen Seite…

Dieser Eintrag wird keine Fotos enthalten. Das liegt nicht daran, dass ich diese nicht hätte. Oh nein, in der Tat habe ich viele einschlägige Fotos gemacht. Allerdings könnte es ja sein, dass der geneigte Leser es sich mit ein paar Chips auf der heimischen Couch oder auch mit einem Sun-Downer im Cockpit gemütlich gemacht hat. Und genau aus diesem Grund gibt es dieses Mal keine Fotos.

Wir Segler, mehr noch die Bootseigner neigen ja offen gesagt zu einer selektiven Erzählweise. Gegenüber Freunden und Bekannten, insbesondere den des Segelns weniger kundigen, heben wir gerne die schönen Seiten unserer Leidenschaft hervor. Derer gibt es unbestritten sehr viele: mit leichter Brise unter Vollzeug bei strahlendem Sonnenschein dem Ziel entgegen gleiten… Tümmler, Delfine oder gar Wale, die – angeregt von guter Musik (z.B. Queen Live 1978 ;-) ) – lange das Boot begleiten… idyllische Ankerbuchten… Freiheit… Erholung… das ganz besondere Etwas und nicht zuletzt der absolute Luxus, diesem „Wassersport“ huldigen zu können.

Und dann gibt es da noch Regionen des (eigenen) Bootes von denen man zwar weiß, dass es sie gibt, die man aber ebenso gerne verdrängt, wie man einen ungeliebten Verwandten (Freunde kann man sich ja immerhin selbst aussuchen) dem Schicksal des Vergessens anheim fallen lassen würde. Und damit sind wir nun endlich beim Thema: der Fäkalientank! Oft ist er im Einsatz, sei es als Durchlauf oder Auffangbecken (Stichwort MARPOL) der Dinge, die man eigentlich nicht an Bord haben möchte. Unser Tank hat wie üblich vier mit Schläuchen versehene Öffnungen: der Zulauf vom Klo, das Absaugrohr von oben, die kleine Entlüftung (mit Geruchsfilter) und der Ablauf nach unten. Tja, und wenn letzterer verstopft ist, hört der Spaß nun wirklich auf.

Lernkurve: Liebe Deinen Fäkalientank wie dich selbst! Sei nett zu ihm, gib ihm insbesondere genug zu trinken und vergiss nie, was er für Dich leistet und was es heißt, wenn er das einmal nicht mehr tut.

Wie heißt es so schön?! Es ist nicht die Frage OB, sondern nur WANN der Skipper die Toilette auseinanderbauen muss. Dieses Thema habe ich mal ganz galant übersprungen und bin gleich zum Ausbau des ganzen Tanks übergegangen. Ich möchte uns die Details ebenso wie die Fotos ersparen, aber es ist nun einmal ein Thema, mit dem man sich früher oder später befassen muss.

Die ersten Versuche beinhalteten noch einen biegsamen Stock, Corega Tabs sowie ein noch intensiveres „Schlauchfrei“ von Yachticon. Durch die mit 12(!) Schrauben verschlossene Wartungsluke passte der Arm gerade so durch… aber so verrenkt in der Dusche hängend ist für sich genommen schon keine Freude. Immerhin konnte damit die letzte, nach dem Absaugen übrig geblieben Flüssigkeit beseitigt werden. Am Ende gab es jedoch nur eine nachhaltige Lösung: die vier mit jeweils zwei Schellen gesicherten Schläuche mussten weg und der Tank nebst unterem Schlauch raus. Nur einer gehörigen Portion – von Vorsicht unterstütztem – Glück ist es zu verdanken, dass die Bilge nichts abbekommen hat.

Der Rest ist – wie man so schön sagt – Geschichte. Die eigentliche Verstopfung war mit einem Klopfen am Steg schnell behoben. Etwas länger dauerte die Grundreinigung unter Zuhilfenahme von Ikea-Holzschaber und Topfschwamm (die zur Freude aller den Weg in die Küche NICHT wieder gefunden haben ;-). Nur der linke, weil anscheinend weniger muskulöse Arm passte komplett durch das Loch und auch die von meiner lieben Frau kürzlich organisierten 1x-Handschuhe haben gute Dienste geleistet. Es hat sich gelohnt! „Wie neu“ wäre vielleicht etwas übertrieben, aber wir sind wirklich dicht dran gekommen.

Mit dieser zumindest für uns mehr als erfreulichen Nachricht endet auch schon diese kurze Notiz. Jeder, der das Prozedere schon einmal durchgemacht hat, genießt mein volles Verständnis und Mitgefühl. Allen Charter-Crews, die diesem Thema gerne und völlig verständlich weniger Aufmerksamkeit widmen (müssen) mein offen bekundeter Neid. Aber am Ende des Tages gehört das nun einmal dazu und unter dem Strich ist es nur ein vernachlässigbarer Schatten im Licht der Freude, die uns die Zeit auf dem Wasser beschert!

P.S. Auch für Sportboote ist es in unseren Gewässern Pflicht, einen Ausdruck der „Regeln zur Verhütung der Verschmutzung durch Schiffsmüll“ an Bord mitzuführen. Im Gegensatz zur Berufsschifffahrt müssen wir sie immerhin nicht aushängen, aber die Seite gehört definitiv in den „wichtigen Ordner“… Details beim DSV.