Aufrichtige Entschuldigung!

Quito, 2. März 2021

Wir haben jetzt echt lange nicht von uns lesen lassen und das tut uns auch wirklich sehr leid. Seit Tagen nehme ich mir in schöner Regelmäßigkeit vor, einen Beitrag zu schreiben. Und dann bin ich Abend für Abend zu groggy, um auf dem Handy noch veröffentlichungswürde Zeilen zu tippen… von der Bildauswahl ganz zu schweigen.

Inzwischen sind wir fast drei Wochen in Ecuador unterwegs. Erst kurz in Quito, dann eine Woche Galapagos und heute haben wir unsere Mietwagen-Tour durch die Sierra beendet. Am Vormittag waren wir noch auf über 4500 Höhenmetern am leider wolkigen Cotopaxi.

Morgen geht es in den Regenwald. Von Quito sieben Stunden mit dem Auto, dann noch mindestens zwei Stunden mit dem Motorkanu und wir kommen in unserer Lodge an. Eine weitere Woche (und drei Zeltübernachtungen im Regenwald) später werden wir wieder hier in Quito sein. Kurz entschlossen haben wir noch drei weitere Nächte im Nebelwald angehängt, bevor wir voraussichtlich am 13. März wieder zu Hause sein werden… auf unserer in Bahía de Caráquez sicher liegenden Samai.

Wir bitten also noch um ein bisschen Geduld… Berichte und Bilder werden folgen…

Bleibt alle gesund und munter und vergesst uns nicht ganz. Alles Liebe aus 🇪🇨.

Postkarten von Galapagos?

Ecuador, Februar 2021

Es ist ja eine Nahe liegenden Idee. In der Tat haben wir sogar eine einschlägige Bitte erhalten. Da war es doch selbstverständlich, bei der Gelegenheit in Puerto Ayora ein paar Postkarten zu erwerben. Ok, wir haben vergessen, nach Briefmarken zu fragen, aber das wird sich sicher noch ergeben.

So hat Samuel also eine Karte an seine Großeltern geschrieben. Unser Guide Maja bekommt das natürlich mit. Und dann die Überraschung. „Nein Samuel, Du wirst diese Karte leider nicht von Galapagos abschicken können.“ Tatsächlich ist es so, dass diese Karte auch aus dem Rest des Landes nicht abgeschickt werden kann. Warum? Im November wurde in Ecuador die Post abgeschafft.

Wow, das ist ja mal eine Ansage. Wir haben zwar schon mitbekommen, dass die Post hier nicht besonders zuverlässig sei und Inlandskorrespondenz gerne auch mal den regelmäßig verkehrenden Überlandbussen mitgegeben wird. Aber deswegen gleich komplett abschaffen? Ja, dieser Schritt wurde tatsächlich gegangen. Briefmarken gibt es hier jetzt nur noch für Sammler und Nostalgiker.

Pakete bekommt man natürlich immer noch rein und raus geschickt. Mit ausländischen Dienstleistern wie z.B. DHL Zu entsprechenden Preisen. Was Briefe angeht haben wir keine Ahnung, wie das hier jetzt funktioniert. Vielleicht gibt es hier im Gegensatz zu Deutschland (und sicher auch einigen anderen Ländern) keine wichtigen Mitteilungen… auch wir könnten auf so einige Behördenpost gerne verzichten.

Und was ist nun mit Postkarten? Eine haben wir unseren lieben Mitreisenden mitgegeben. Da kommen Briefmarke und Poststempel nun halt wenig authentisch aus Europa. Am Inhalt ändert das nichts. Die anderen werden dann wohl etwas später, aber immerhin aus Amerika abgeschickt… vielleicht Costa Rica? Wie auch immer… am Inhalt wird auch das nichts ändern… er kommt vom Herzen!

Segeln in Galapagos?

Galapagos, 21. Februar 2021

Der Gedanke drängt sich jedem Segler auf, der sein Boot auch nur ansatzweise in der Nähe hat. Unter eigenen Segeln zu den Galapagos-Inseln. Alleine die unglaubliche Flora und Faua dieser einzigartigen Inselwelt erkunden. Das ist ein Traum. Und das meine ich jetzt wörtlich… ein Traum fernab der Realität.

Die Samai liegt jetzt gerade nur knapp 600sm östlich von uns. Das ist selbst gemächlich in läppischen 4-5 Tagen zu überbrücken. Warum also haben wir das nicht gemacht? Warum sind wir lange nach Quito, von dort mit dem Fugzeug zu den Galapagos und sitzen jetzt auf einem (zwar kleinen, letztlich aber doch) Kreuzfahrer?? Wir wollen Segler sein???

Ja, wir schimpfen uns tatsächlich Segler. Trotzdem fiel die Entscheidung letztlich nicht schwer. Eine kurze Zusammenfassung unseres  Realitätschecks zum Thema „Galapagos unter eigenen Segeln“… ohne Anspruch auf letzte Wahrheit oder Vollständigkeit, doch gespickt mit hier vor Ort eingeholten Informationen:

  • Einfach mal schnell zu den Galapagos segeln geht schon mal gar nicht. Eine solche Reise ist vorab zu beantragen… umständlich und teuer. Ohne Bewilligung an Bord braucht man aber gar nicht erst den Kurs absetzen.
  • Ebenfalls vorab muss das Boot aus dem Wasser geholt werden, um den Rumpf von authorisierter Stelle zertifiziert reinigen zu lassen. Das sollte in Panama möglich sein.
  • Selbstredend muss das Boot auch „ausgegast“ werden um potenzielles – ok, sind wir ehrlich: an Bord eigentlich unvermeidlich vorhandenes – „Kleinstvieh“ loszuwerden.
  • Bei Ankunft ist mit einer umfangreichen Kontrolle zu rechnen. Es gibt sehr strenge Vorschriften was die Einfuhr von Lebensmitteln angeht. Zusammengefasst: Verboten! Am Flughafen wird das bei Abflug und Ankunft geprüft… warum sollte das an Bord des eigenen Segelbootes anders sein?
  • Wenn man dann hier ist, muss man zunächst einmal einen der drei Häfen anlaufen. Ohne weitere Genehmigung sind, wenn überhaupt, maximal Tagestouren möglich.
  • Möchte man länger die Inseln erkunden, z.B. eine Wochentour machen, so muss das beim Nationalpark beantragt werden. Im Fall einer Bewilligung hat man eine festgelegte Route. Die ist strikt einzuhalten. Flexibilität Fehlanzeige.
  • Ob nun ein Tag oder eine Woche, ein Guide ist immer mit an Bord. Ohne Führer darf man im Nationalpark praktisch nichts machen, schon gar nicht an Land gehen.
  • Abgesehen von Kost und Logis an Bord ist der Guide natürlich zu bezahlen. Die Tagessätze beginnen bei 180$.
  • Wo wir schon beim Geld sind. Die 100$ „Eintritt“ werden immer fällig, ob nun per Flugzeug oder Schiff. Besucht man die Inseln mit dem eigenen Boot, so kommt jedoch zweierlei hinzu. Zunächst natürlich die Hafengebühr. Und wenn man nicht im Hafen ist werden pro Tag und Person ca. 200$ fällig. Einfach nur dafür, dass man hier umhersegeln darf.

Ich höre an dieser Stelle mal auf… sicher kommen noch einige Auflagen (Stichworte: Abwasser, Müll u.ä.) hinzu. Man braucht sich auch nicht der Illusion hingeben, das so ein kleines Segelboot zwischen den großen Inseln schon nicht auffällt. Der Nationalpark überwacht sein Gebiet und alleine schon wenn man ein anderes Boot sieht, kann man davon ausgehen, dass der Park über eben diesen gesichteten Segler informiert wird. Da drückt definitiv keiner der hier ja allgegenwärtigen Guides ein Auge zu.

Ganz ehrlich, gegen Galapagos waren der notwendige Antrag und die zu befolgenden Regeln für die Antarktis ein Kindergartenspiel. Für uns gab es jedenfalls nicht viel zu überlegen: Die Samai wird nicht bei den Galapagos ankern!

Das sehen nach unseren Information übrigens viele Segler, die auf eigenem Rumpf hier waren, im Nachhinein ganz ähnlich. Der Tenor lautet zusammen gefasst: Nie wieder mit dem eigenen Boot… das lohnt sich nicht!

Im Gespräch vor Ort wird ein typischer Segler-Besuch dann auch so dargestellt, dass viele ihr Boot erst einmal in Puerto Ayura auf Santa Cruz liegen lassen um eine organisierte Rundreise zu machen… nennen wir es beim Namen: eine kleine Kreuzfahrt. Danach segelt man noch für ein paar Tage nach Puerto Villamil um ein paar Ausflüge auf der Isla Isabella zu machen. Danach geht es weiter in die Südsee.

Eines muss aber ganz klar gesagt werden. All das ist keine Schikane gegenüber Seglern. Die Regeln gelten für alle. Jedes Boot vor Ort braucht regelmäßig ein neues Zertifikat über die Rumpfreinigung und wird ausgegast. Und abgesehen von den wenigen Fischern, die nicht an Land gehen, ist auch auf jedem Boot mindestens ein Guide an Bord… genauer gesagt einer je 16 Passagiere. Alle Kreuzfahrtschiffe vor Ort haben ihre festgelegten, sprich genehmigten Routen, von denen sie nicht abweichen dürfen. An jeder zugelassenen Anlandungsstelle sind die zum Betreten erlaubten Wege und Bereiche gekennzeichnet. Und ausnahmslos JEDER Guide achtet penibel auf die Einhaltung der Regeln des Nationalparks.

Ziel des Ganzen ist ein kontrollierter Tourismus, um so einerseits die Möglichkeit zu eröffnen, Galapagos zu besuchen und zu entdecken. Andererseits steht der Schutz dieser – ich erwähnte es schon – einzigartigen Inselwelt an erster Stelle. Und ganz ehrlich… nicht nur, aber insbesondere auch nach allem, was wir hier sehen und erleben durften: das ist jede Mühe Wert!!!

Grüße von den Galapagos-Inseln

18. Februar 2021

Erst einmal muss ich für die Funkstille der letzten Tage entschuldigen. Ich habe zwar extra noch eine Prepaid-Karte gekauft, diese aber in der Eile der letzten Vorbereitungen noch nicht aktiviert. Und selbst wenn ist es mit der Netzabdeckung hier ohnehin nicht so toll.

Hier, das sind die Galapagos-Inseln. Ja, wir sind tatsächlich hier und machen gerade eine wunderschöne (und reichlich anstrengende) Kreuzfahrt mit der Angelito 1. Das Tolle ist, dass die anderen (lediglich) sieben Gäste (davon drei andere Kinder von 6 bis 12) sowie auch die Führerin Schweizer sind und somit die gesamte Fahrt deutschsprachig durchgeführt wird. Besser geht es doch gerade für unsere Kleinen nicht.

Es ist unglaublich, wie viele und wie schöne Eindrücke wir hier in kürzester Zeit sammeln durften. Von der obligatorischen Fotoflut fange ich besser gar nicht erst an. Das sind wir ja gar nicht mehr gewohnt.

Am Montag fliegen wir von den Galapagos wieder zurück nach Quito. Dort bekommen wir dann einen Mietwagen und machen eine Rundfahrt in den Nebelwald und die Sierra (also das Hochland). Nach dem schon krönenden Beginn bildet den krönenden Abschluss unseres insgesamt 1-monatigen Ausflugs eine Exkursion in den Amazonas-Regenwald. Ich habe die Kinder auf meine Seite gebracht und wir haben La Skipper überstimmt: es geht mit Motor- und Einbaumkanus so weit wie Touristen möglich rein ins dichte Grün… inklusive Zeltübernachtungen!

Ein Nebeneffekt ist natürlich, dass wir in dieser Zeit nur sporadisch von uns lesen lassen können. Also bitte nicht böse sein und uns aus dem Gedächtnis löschen. Es geht weiter… versprochen!

In diesem Sinne alles Gute und kommt gesund durch die Wirrungen und Abstrusitäten der aktuellen Zeit!

Albatrosse und Pelikane

Wer den Skipper etwas näher kennt oder auch nur halbwegs regelmäßiger Leser dieses Blogs ist, weiß um meine Vorliebe für Albatrosse. In den hohen Breiten sind sie häufig gesehene Begleiter. Anmutig, ja geradezu majestätisch gleiten Sie mit ihren meterweit ausgebreiteten Flügeln über die Wellen. Minimalistische Bewegung und wunderschöne Eleganz zeichnen sie aus. Einfach nur ein beeindruckend schönes Erlebnis, sie zu beobachten.

Fährt man dann in niedrigere Breiten, werden Albatrosse jedoch zunehmend rar. Dafür haben wir hier an der südamerikanischen Küste nun andere Gäste bekommen: Pelikane! Erstmals schon in Chile gesichtet, sehen wir sie inzwischen in schöner Regelmäßigkeit. Und auch wenn es erst einmal wenig glaubwürdig klingen mag, auch sie sind ein atemberaubend schöner Anblick.

Aus dem heimischen Zoo kennt man diese großschnabeligen Vögel eher nur vom Vorbeigehen. Hier dagegen fliegen Sie in voller Pracht über den Ozean, gleiten mit wenigen Flügelschlägen dicht über dem Wasser, hin und wieder kratzt eine Flügelspitze in der Welle. Ihre Proportionen sind ganz anders als bei den Albatrossen. Die Brust wölbt sich nach unten, alleine der lange Schnabel macht etwa ein Drittel der Gesamtlänge aus. Und trotzdem ist das Gesamtbild ausgesprochen elegant.

Bei einem ihrer augenscheinlichen Lieblingsmanöver kommen sie von hinten an das fahrende Boot heran, gleiten dicht überholend vorbei, kreuzen den Bug und setzten sich aufs Wasser. Dort beobachten sie dann neugierig das nun wiederum sie überholende Boot.

Hin und wieder kann man sie auch bei einer Aktion beobachten, die man ansonsten eher von kleineren Vögeln gewohnt ist. Aus einiger Höhe stürzen sie sich auf Fischjagd Schnabel-voraus ins Wasser. Was für ein Platsch! Und doch von regelmäßigem Erfolg gesegnet.

Für uns sind die Pelikane in freier Natur eine wirklich überraschende Entdeckung, die mal wieder eine Binsenweisheit bestätigt. Ein Zoo kann noch so lehrreich und auch hilfreich bei der Bewahrung bedrohter Tierarten sein. Die wahre Natur, das echte Leben findet man aber nur außerhalb aller Zäune und Gräben. Und diese Natur ist es, die zu bewahren so unermesslich wichtig ist… leider genau die Disziplin, in der wir Menschen so schlecht (geworden) sind.