Quarantäne-Update… lasst uns doch einfach raus!

Ushuaia, 17. Mai 2020

Vor ziemlich genau zwei Monaten wollten wir hier ablegen und in den chilenischen Kanälen Richtung Norden fahren. Doch dann wurden die Grenzen geschlossen. Und so liegen wir hier nun fest. Seit zwei Monaten. Das ist nicht unbedingt das, was man sich unter einer Weltumseglung vorstellt, aber immer noch besser als so manch andere Option in diesen Zeiten. Immerhin ist Feuerland nun schon sechs Tage in Folge ohne neuen Fall und ab morgen können hier in Ushuaia auch die Geschäfte wieder öffnen. Selbstredend unter Einhaltung „rigurosos métodos de higiene“.

Das ändert jedoch nichts an der grundsätzlichen Problematik, dass wir endlich weiter wollen. Darum sind wir mit den deutschen Honorarkonsuln in Ushuaia und Valdivia in Kontakt getreten. Letzterer hat auch schon eine mündliche Bestätigung der chilenischen „Gobernación Marítima de Valdivia“ erhalten, dass wir gerne von Ushuaia nach Valdivia kommen können. Wir müssten uns lediglich ein paar Tage vorher per Funk anmelden und mit einer 2-wöchigen Quarantäne rechnen. Das klingt ja nicht schlecht, reicht aber leider nicht. Schließlich wollen wir ja nicht nur nach Chile rein, sondern müssen auch erst mal aus Argentinien raus.

Immer noch in Ushuaia (die Boote sind von Clubmitgliedern und nicht bewohnt)

Inzwischen konnten wir (mit brasilianischer Hilfe) bei der hiesigen Prefectura Naval das aus argentinischer Sicht administrativ notwendige Vorgehen klären. Dabei halte man sich immer vor Augen, dass es sich hierbei um die von Argentinien gestellten Bedingungen handelt, damit wir das Land verlassen(!!!) dürfen.

  • Zunächst brauchen wir von der chilenischen Armada (=Marine) ein sogenanntes „Salvo Conducto“. In diesem „signed and stamped document“ wird bestätigt, dass unser Boot mit vier Personen nach Chile fahren darf. Des Weiteren muss es natürlich die üblichen Informationen zu Segelboot und Crew enthalten. Bei diesem nicht trivialen Thema, schließlich ist die chilenische Grenze offiziell immer noch  geschlossen, bekommen wir bemerkenswerte Hilfe von unserem Honorarkonsul in Valdivia.
  • Wenn dieses Dokument denn mal ausgestellt wurde, muss es über das deutsche Konsulat in Argentinien an das „Ministerio de Seguridad“ (Sicherheitsministerium!) in Buenos Aires geschickt werden. Dort wird dann entschieden, ob wir das Land verlassen dürfen oder nicht.
  • Die Entscheidung geht uns dann wiederum über das deutsche Konsulat zu. Sollten wir die Genehmigung erhalten, geht der Papierkram vor Ort los. Neben den bei Ausreise ohnehin notwendigen Besuchen bei der Prefectura Naval, Immigration und Zoll kommt aktuell noch die lokale „Health & Sanitary“. Und wenn das alles dann mal erledigt ist, tickt die Uhr… danach bleiben 20 Stunden bis zum Leinen los.
Der Beagle-Kanal… hinten rechts ist schon Chile!

Ich sage mal so, in den nächsten 2-3 Tagen wird das wohl sicher nichts mit der Abfahrt. Immerhin gilt unser verlängertes Visum noch bis Mitte Juni, so dass wir von dieser Seite her noch einen Monat diesseits der Legalität bleiben. Aber keiner an Bord ist motiviert, diese Frist auch nur einen Tag länger als unbedingt nötig auszunutzen.  Insofern hoffen wir weiterhin auf gesunden Menschenverstand bei allen Beteiligten Entscheidungsträgern und sagen an dieser Stelle auch allen, die uns letztlich selbstlos unterstützen…

DANKE!

Samai am Steg des AFASyN

Die Entdeckung der Langsamkeit im patagonischen Supermarkt

Viele von zu Hause gewohnte Dinge nimmt man als selbstverständlich an. Beispiel: der Deutsche Supermarkt. Extreme Variante: der Nachmittag vor einem langen Wochenende. Achtung: Eventuell sind dramaturgisch bedingte, minimale Überspitzungen möglich.

Es beginnt schon auf dem Parkplatz. Ein hupendes Hauen und pöbelndes Stechen um die letzten freien Parkplätze stimmt auf das Folgende ein… im Markt selbst dann eine Mischung aus…

  • Ignoranz – Warum sonst sollte jemand seinen Wagen minutenlang mitten im Gang stehen lassen?
  • Eile – Genau diese Leute rufen schon von weitem gerne mal „Kann ich mal hier durch?“
  • Egoismus – Hier stehe ich am Regel und hier bin ich auch… und bevor mir jemand die letzten Frühlingszwiebeln wegnimmt, kommt die Blutgrätsche!
  • Ungeduld – Bei unserem Lidl genügten in der Regel schon vier Wagen an der Kasse für den eindringlichen Ruf „KASSE BITTE!!!“ Und mal ganz ehrlich: die Damen und Herren an einer durchschnittlichen Deutschen Supermarktkasse sind echt flott!!

Tja, und dann geht man mal in einen La Anonima (große Supermarktkette) in Ushuaia. Alles wahre, in keiner Weise überspitzte Geschichten!

  • Auf dem Parkplatz herrscht entspannte Stille. Es kann noch so voll sein, aber keiner hupt oder drängelt. Da vorne steht einer im Weg? Ok, dann warten wir halt kurz.
  • Die Einkaufswagen sind eher ungewohnt. Da die hinteren Räder nicht wie bei uns beweglich, sondern fest angebracht sind, bedarf es eines deutlich anderen Steuerns, um halbwegs unfallfrei durch die Gänge zu kommen.
  • Aber selbst solche Unfälle oder Verzögerungen sind keinesfalls ein Grund zur Aufregung. Eventuell hört man ein freundliches „Permiso“, bevor jemand vorsichtig vorbei geht.
Unser Supermarkt um die Ecke…

Das mit Abstand Beste sind aber die Kassen!!!

  • Normalerweise stehen gar nicht mal so viele Leute an . Aber selbst wenn, dann ist das kein Grund für den Kunden etwas anderes zu tun, als ruhig zu warten. Denn auch an einer kurzen Schlange kann man lange stehen.
  • Es ist auch kein Problem, sein Telefonat erst einmal in Ruhe zu beenden… selbst wenn man schon dran ist. Die Kassiererin ist fertig und wartet, die junge Dame legt auch irgendwann auf und bespricht erst einmal einige Posten der eingebuchten Liste… und dann wird bezahlt.
  • Wie auch bei uns, bezahlt man gerne mit Karte. Wenn bei uns allerdings das beliebte Kramen nach Kleingeld bei Barzahlung gerne zu einem leichten Adrenalinschub führt, so ist es hier eben dieses Bezahlen mit Karte, dass unverhältnismäßig lange dauert. Grundsätzlich muss man sich in Argentinien bei Kartenzahlung mit Lichtbildausweis identifizieren. Die Nummer dieses Ausweises wird in der Kasse erfasst. Problem: die erwartete Argentinische Nummer ist numerisch, sowohl der Deutsche Pass als auch der Führerschein haben alphanumerische Nummern. Das führt durchaus zu einiger Kreativität. Mal werden die Buchstaben weggelassen, mal geht das Geburtsdatum ein, manchmal auch nur eine Abfolge von Nullen und manchmal wird man aufgefordert, die Nummer manuell auf dem Kassenzettel einzutragen. Unterschreiben muss man den Zettel natürlich auch… selbst, wenn vorher die PIN abgefragt wurden.
  • Den Super-GAU erlebten wir allerdings bei einem kurzen Einkauf noch vor dem Frühstück. Es waren dann doch ein voller Bollerwagen plus drei große Ikea-Taschen geworden. Alles eingescannt, eingepackt und dann nur noch bezahlen. Ging aber nicht. Kasse hing sich auf. Der Versuch, den Bon bei einer anderen Kasse abzurufen sorgte dann auch für deren Ausfall. Schließlich die Bitte, dass das alles nochmal eingescannt werden müsse. Die Koordinatorin hing am Telefon, Kassen wurden neu gestartet, wir saßen nur daneben und taten, was man hier ohnehin gerne tut: Warten! Es dauerte dann tatsächlich fast eine ganze Stunde (sic!), bis ich an einer dritten Kasse dann doch noch bezahlen konnte. Danach dann nochmal zur Fleischtheke, um Ersatz für das die ganze Zeit im warmen Laden vor sich hin gammelnde Hackfleisch zu bekommen und dann endlich raus. Muss ich erwähnen, dass es inzwischen angefangen hatte zu regnen?

Das war aber auch das einzige Mal, dass ich in einem lokalen Geschäft so etwas wie verständnislose Ungeduld spürte, und das auch nur relativ kurz. Es wich einer gewissen Resignation und letztlich dann irgendwie auch der Gewissheit, dass wir uns durchaus schon ein Stück weit angepasst und sie selbst auch schon entdeckt hatten: die Langsamkeit im Supermarkt.

Frohe Ostern!

Ushuaia, 12. April 2020

Es ist dieses Jahr wahrlich mal ein anderes Osterfest. Ganz abgesehen davon, dass es unser erstes Ostern auf großer Fahrt ist, hätten wir uns auch nicht vorgestellt, jetzt immer noch in Patagonien zu sein. Ja, es ist schön hier… also zumindest das, was man vom Boot aus so sehen kann. Das Weiß der kleinen Gletscher auf den Bergen harmoniert wunderschön mit den sich verfärbenden Wäldern. Ja, hier unten kommt der Herbst mit großen Schritten heran. Auch darum stellt sich – wie schon am Heiligen Abend mit über 30 Grad – nun ein sehr ungewohntes Ostergefühl ein.

Trotzdem wurde den Traditionen natürlich Genüge getan. Wir haben gefärbte und bemalte Eier, selbstgebastelte Häschen an den Wänden und noch einigen anderen “klassischen” Osterschmuck unter Deck verteilt. Leider waren jedoch die fast zehn süßen kleinen Häschen hier auf dem Gelände des AFASyN nicht sehr hilfswillig. So mussten also gestern Abend zunächst wieder einmal die Eltern ran ans Verstecken und gleich heute Morgen nach dem Aufstehen (also so gegen 10 Uhr ;-) die Kinder ans Suchen. So langsam kennen sie die Ecken und Winkel der Samai sehr gut.

Natürlich gibt es auch Neuigkeiten von der Quarantäne-Front. Diese wurde in Argentinien nun (wie erwartet) bis zum 26. April verlängert. Zwar gibt es einige neue Ausnahmeregelungen (z.B. für die Hilfe von Menschen mit Behinderung oder andere Hilfsbedürftige bzw. auch diverse andere “Dienste”). Allerdings wird gerade in Feuerland (mit seinen 83 bestätigten Fällen) aktuell recht streng durchgegriffen. Rückkehrer in die Provinz müssen verpflichtend zwei Wochen in obligatorische Isolation, ab Dienstag gilt in Ushuaia die Pflicht zum Mundschutz, die Polizei macht sich teilweise an die Desinfektion von Privatfahrzeugen und nach dem Bekanntwerden eines Videos mit Quarantäneverletzungen sind für Feuerland “extreme Verkehrsmaßnahmen” angekündigt. So richtig haben wir die holprige Google-Übersetzung des Artikels zwar nicht verstanden, aber es hat wohl irgendwie damit zu tun, dass man in Abhängigkeit der letzten Ziffer von Führerschein oder Ausweis (also 0-9) nur an bestimmten Tagen unterwegs sein darf. Keine Ahnung, was das für uns bedeuten könnte… mein Pass endet auf “F” :-)

Letzte Nacht ist dann auch der Bus nach Buenos Aires mit dem Großteil der anderen gestrandeten deutschen (Nicht-Segler-)Touristen abgefahren. Damit sollte der Honorarkonsul nächste Woche eigentlich etwas mehr Zeit für uns haben. Er schlug schon vor, dass wir den Chilenischen Vertreter hier in Ushuaia hinzuziehen. Mal sehen, ob das was bringt… wir halten Euch auf dem Laufenden.

Hier versteckt der Osterhase sogar Nutella :-)

Doch jetzt feiern wir erst einmal Ostern… nicht nur bei und für uns ganz anders als gewohnt. Aber trotzdem ist es jedes Jahr wieder ein Fest der Hoffnung und Zuversicht… und das können wir alle gut gebrauchen!

„It’s a beautiful day…


The sun is shining
I feel good
And no-one’s gonna stop me now, oh yeah“
(Queen, 1980)

Guten Morgen!

Ushuaia, 9. April 2020

Tja, schön wär’s. Gestern gab es zwar tatsächlich einen wirklich schönen, sonnigen Tag. So ein wenig gestoppt werden wir aktuell aber schon. Wie die ganze Welt. Also fast. Zwei Segelboote haben es tatsächlich geschafft und Ihr Zarpe, also die offizielle Genehmigung zur Weiterfahrt erhalten. Die Selma macht sich von hier aus direkt auf den Weg nach Polen (evtl. Zwischenstopp auf den Azoren… falls möglich) und die Fernando fährt nach Brasilien. Für beide Schiffe ist das jedoch nur im Rahmen einer Rückkehr in die jeweiligen Heimatländer möglich, die den Argentinischen Behörden dann auch noch schriftlich bestätigen mussten, dass sie Ihre Bürger bei Ankunft auch aufnehmen würden.

Vorne rechts lagen gestern noch zwei große rote Segelboote… gute Fahrt!

Genau so eine Bestätigung bräuchten wir von Chile… werden uns also nach dem Honorarkonsul in Ushuaia nun also auch mal an unsere diplomatische Vertretung in Chile wenden. Die Hoffnung stirbt bekannter Maßen zuletzt.

So genießen wir hier die vorerst letzten warmen Tage, bevor die Temperaturen zu Ostern bis zum Gefrierpunkt runtergehen und es sogar schneien soll. Das mit dem Wind soll leider so bleiben, wie es schon die letzten Tage war. Die aktuell nur von einigen Atempausen durchzogene Standardvorhersage lautet:

Wind 2-3 Bft. mit Böen bis zu 9-10 Bft.

Und so ist es dann auch. Alles liegt ruhig in der Sonne, doch auf dem Wasser kann man schon die Böe rankommen sehen. Der gestrige Spitzenwert waren 52kn (96 km/h)… von der Seite. Ein abendliches Asado haben wir uns trotzdem nicht nehmen lassen.

Den beiden gestern gestarteten Segelbooten wünschen wir alles Gute auf Ihrer wochenlangen Fahrt und auch allen anderen Seglern die in diesen Zeiten notwendige Gelassenheit. Nach dem, was wir in Blogs so lesen, scheint ja zumindest die Verpflegung überall gesichert, teilweise sogar durch Lieferservice. Also wir müssen selbst zum Supermarkt stiefeln (… bekommen dafür aber immer die Marmelade, die uns schmeckt ;-). Die nächste Sorge gilt der Sicherheit und Gesundheit von Crew und Boot, doch auch das scheint zumindest auf den uns bekannten Segelbooten weitgehend gegeben zu sein. Abgesehen natürlich von der drohenden Hurrikansaison in der Karibik…doch da wird sich sicher auch eine Lösung finden. Und alles andere ist gerade von uns Seglern im Grunde doch Jammern auf hohem Niveau… nicht wahr?

Das Gras ist grüner…

Ushuaia, 08. April 2020

… auf der anderen Seite des Hügels. Das gilt momentan für viele Menschen, die irgendwo in der Welt gestrandet sind. Und das gilt auch ganz oft völlig zu Recht. Nicht jeder ist in unserer – sagen wir, wie es ist – privilegierten Situation. Die Zahlen der Rückholprogramme sprechen Bände.

Auch hier unten in Ushuaia sind wir nicht die einzigen Deutschen. Inzwischen haben wir uns mit dem hiesigen Honorarkonsul in Verbindung gesetzt und ihn um Hilfe auf dem Weg Richtung Chile gebeten. Auf die Email selbst kam zwar noch keine inhaltlich Antwort, aber er hat aktuell auch anderes um die Ohren. Wir sind nun in der 21 Teilnehmer starken WhatsApp-Gruppe „Deutsches in Ushuaia“… insgesamt sind wohl um die 20-30 Landsleute (und sogar gut 100 Argentinier!) hier gestrandet, überwiegend mit dem verständlichen Wunsch zur Heimreise. Und diese ist durchaus mit einigen Hindernissen verbunden.

Chile ist gleich auf der anderen Seite des Beagle-Kanals.

So wurde zum Beispiel ein Argentinisches Militärflugzeug in letzter Minute angewiesen, dann doch leer wieder abzufliegen. Die bereits am Flughafen versammelten Passagiere mussten unverrichteter Dinge wieder sehen, wo sie unterkommen. Jetzt soll am Karfreitag früh um 3 Uhr ein Bus Richtung Buenos Aires abfahren… über Chile, inkl. Fähre… da werden aus den direkt knapp 3000km gut gerne über 4000km. Angesetzt sind 2 Tage Fahrt, mit Pausen aber ohne Catering. Für 310 US$ pro Person… zahlbar bei Einstieg. Und dann muss man sehen, wie es weiter geht. Die Botschaft arbeitet auf Hochtouren. Jens dokumentiert all das sehr gut und aktuell auf seinem Blog.

Wir wünschen allen Mitreisenden von Herzen eine gute Fahrt und viel Erfolg bei der Heimreise!!!

Wir haben es uns hier auf der Samai soweit eingerichtet. Die Familie erhebt sich selten vor neun Uhr aus den Betten, das Frühstück schaffen wir aber meistens schon vor 12 Uhr. Die Kinder machen Schule und halten damit natürlich auch die Eltern (insb. La Skipper) ausreichend beschäftigt. Wir arbeiten an den nächsten Blogeinträgen, gehen bei schönem Wetter auf das AFASyN-Gelände raus (gestern z.B. auf ein familiäres Fußballspiel), später wird gegessen, gerne auch an Bord gegrillt und danach versuchen wir uns auf ein gemeinsames Abendprogramm (in der Regel Film oder Spiel) zu einigen.

Hin und wieder wird der Skipper zum Einkaufen geschickt. Auch gestern waren die Regale gut gefüllt (inkl. Klopapier), nur mit einer Kleinigkeit gab es etwas Probleme: Das Laden der Argentinischen Prepaid-Karte für das Handy. Manchmal, also gaaaaaanz selten funktioniert das in der App mit Kreditkarte. Doch normalerweise geht man in einen Kiosk und macht das dort. Ja, die Kioske haben trotz Quarantäne geöffnet, allerdings kaum Prepaid-Kontingente. 50 Pesos hier, 90 Pesos dort, ganz oft nur Kopfschütteln und am Schluss dann doch noch 200 Pesos oben drauf. Zum Vergleich: das von uns bevorzugte Internetpaket „2GB für 3 Tage“ kostet 115 Pesos = 1,62€.

Und sonst haben wir hier halt immer noch Quarantäne. Weiterhin darf aus einem Haushalt nur eine Person zu wichtigen Besorgungen nach draußen. Allgemeinere Informationen dazu finden wir auf www.ushuaia24.com.ar… zum Glück übersetzt mein Handy die Artikel automatisch in zwar holpriges aber lesbares Deutsch. Demnach wird die seit 20. März, nunmehr also über zwei Wochen geltende nationale Quarantäne am Wochenende sicherlich nicht beendet werden. Man möchte sich um eine gewisse Flexibilisierung bemühen, das wird uns aber wohl nicht wirklich betreffen. Und was in Deutschland lang und breit diskutiert wird, wurde in Ushuaia per kommunalen Dekret festgeschrieben: ab dem 14. April besteht in der Öffentlichkeit die Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes (Google übersetzt das immer recht amüsant mit „Kinnriemen“ ;-).

Guten Morgen Ushuaia!

Alles in allem hat sich bei uns also, wie wohl auch bei den meisten von Euch, in den letzten Tagen nicht viel geändert. Wie (fast) alle, versuchen wir uns mit der Situation zu arrangieren und sind uns dabei bewusst, im Gegensatz zu den meisten anderen im Ausland gestrandeten Menschen in einer sehr komfortablen Situation zu sein. Das gilt nach unserer Wahrnehmung ausdrücklich auch im Vergleich zu anderen Seglern. Sicher ist in der Karibik das Wetter gerade schöner, allerdings naht dort dann auch bald die Hurrikansaison. Und selbst die Berichte aus der Südsee klingen aktuell nicht wirklich toll. So gehen unsere Gedanken und guten Wünsche natürlich auch an all die Segler rund um den Globus…

Und um den Pathos zu vervollständigen, zu guter Letzt noch alles Gute für alle anderen. Wir denken natürlich viel an unsere Familien und Freunde und sind dankbar für die Möglichkeit auch quer über die halbe Welt mit ihnen in Kontakt zu sein.

Passt alle gut auf Euch auf!