Samuel schnorchelt schon wieder

12. Juli 2021

Schon wieder schnorcheln? Langsam wird es echt langweilig will man meinen, aber nichts da! Wir sind in Coco Banderas und lassen die Badeplattform ins Wasser. Anfangs spielen wir ein wenig mit der Badeplattform und fahren später mit dem Dinghy zu einem der uns umgebenden Riffe. Dort angekommen schlage ich den Anker in den drei bis vier Meter tiefen Boden. Mama und Maila kommen aus dem Dinghy und der Schnorchelausflug beginnt.

Wir sehen einige Tiere, die wir auch schon vorher gesehen haben. Zum Beispiel den Braunpelikan oder die Hirnkoralle. Auch Tannenbaumwürmer und eine Seenadel sehen wir wieder. Die gelb gestreiften Grunzer und die rot-schwarzen, gefährlich aussehenden Fische sind ebenso wieder da wie Papageifische und Blaukopfjunker. Wir haben auch einen Fisch gesehen, der meine Kamera angegriffen oder zumindest versucht hat, sie zu verscheuchen.

Es gibt aber auch wieder einige neue Fische. Beginnen wir mit einem grauen Fisch. Er ist sehr dünn und an der Hinterflosse ganz gelb. Von oben bis unten verläuft auf Augenhöhe eine schwarze Linie. Im ganzen ist er ca. 5 cm hoch würde ich sagen.

Ein anderer Fisch, den wir gesehen haben, ist ganz gelb und die Schwanzflosse ist durchzogen von braunen Streifen. Die sich vom oberen bis zum unteren Teil hinziehen

Auch neu ist ein Fisch, der ganz blau ist und nur in der Mitte des Körpers zwei hellere von oben zur Mitte verlaufende Streifen hat. Alle Flossen sind ein wenig dunkler als die Streifen von oben aber heller als der Körper. Ein ähnlich großer Fisch, aber deutlich moppeliger, ist am Grund. Seine Haut ist hellbraun mit lauter dunkelbraunen Streifen, die willkürlich über den Körper verlaufen.

Sehr viel kleinere, auf den Hirnkorallen lebende Fische haben wir bislang auch noch nicht gesehen. Sie sind ganz golden und heben sich kaum vom Untergrund ab.

Das nächste Ziel ist eine Sandbank zwischen zwei Inseln. Ich schwimme, Mama und Maila fahren mit dem Dinghy. Dort angekommen sehen wir haufenweise riesige Muscheln. Auch den Damselfish sehen wir dort wieder.

Ich hole eine solche Muschel hoch und Mama nimmt das Monsterding in die Hand. Wir hätten sie gern mitgenommen, wenn dieser Gestank von Tod und Verderben und noch mehr Tod und einer großen Menge Verwesung nicht wäre. So fliegt sie wieder ins Wasser.

Wir fahren zurück zum Boot und unser Schnorchelausflug ist zu Ende.

Samuel

Samuel schnorchelt im Swimming Pool

3. Juli 2021

In einem Swimming Pool sieht man doch keine Tiere. Werdet ihr vielleicht denken. Das stimmt auch, nur liegt die Samai ja nicht in einem Swimming Pool sondern in einer Bucht. Sie heißt ganz zufälligerweise Swimming Pool. In Buchten gibt es auch mehr Tiere, über die ich berichten kann als in einem Swimming Pool.

Begonnen hat alles mit dem ersten Schnorcheln. Ich steige ins Wasser und tauche die drei Meter bis zum Grund. Dort liegen riesige Muscheln.

Als Maila und Mama ebenfalls reinkommen wollen, sehe ich eine Bewegung. Ich drehe mich zu ihr um und mein Puls wird schneller. Das Adrenalin durchflutet meinen Körper und ich kriege nur noch schwer Luft. Äußerlich lasse ich mir nichts anmerken, aber meine Gedanken rasen. Vor meinen Augen schwimmt ein Hai entlang. Er hat eine lange Schnauze und einen sehr dicken Bauch. Sein Schwanz wird dann wieder dünn. Er sieht äußerst unförmig aus und gar nicht wie die Haie auf Galápagos. Dort wurde uns auch gesagt, dass die Haie nichts tun würden. Hier weiß ich das nicht.

Der Hai umkreist unser Boot. Ich habe bereits ein paar Bücher über Haie gelesen und weiß, dass man sich ruhig verhalten soll. Genau das tue ich auch. Die Kamera habe ich leider nicht mit unter Wasser, sodass ich kein Bild machen kann. Als die Kamera endlich da ist, ist der Hai wie vom Meer verschluckt. Papa kommt auch noch mit rein und findet den Hai. Er erzählt uns im Nachhinein davon. Währenddessen bin ich immer wieder hinuntergetaucht um die Muscheln und die dort lebenden Fische zu fotografieren.

Als wir von Land abgewiesen wurden, sind wir zu einem Korallenriff gefahren, das auch noch im „Swimming Pool“ liegt. Papa und ich wurden von den Frauen zu dem Riff gebracht und sind abgesprungen. Uns empfängt ein eher trostloser, sandiger Anblick. Das Korallenriff liegt ja auch noch etwa 20 Meter neben uns. Die Kamera ist bei diesem Schnorchelgang fast im Dauereinsatz. Wir sehen Fische, die zur sogenannte Gruppe der Grunzer gehören. Auch viele andere kleinere Fische.

Wir schwimmen gegen die Strömung und entdecken plötzlich einen Rochen. Maila hat auch schon am Vortag einige Rochen am Meeresgrund gesehen, aber die waren mehr bräunlich. Der jetzt war schwarz mit hunderten weißen Punkten. Einen solchen Rochen haben wir schon mal gesehen. In der Mangrovenfahrt auf Galápagos. Maya hat in dem Zusammenhang den Namen Adlerrochen erwähnt. Einen solchen Rochen haben wir auch jetzt vor uns. Er gleitet elegant durch das Wasser. Am Anfang seines Schwanzes befindet sich ein Giftstachel, der deutlich zu sehen war. Ich knipse Fotos und mache Videos.

Großer Rochen vom Boot aus
Adlerrochen beim Schnorcheln

Als er uns wieder verlassen hat, lassen wir uns mit der Strömung zurücktreiben. Plötzlich sehe ich eine Koralle am Boden, die die Form eines Riffhais hat. Ich deute darauf und die Koralle bewegt sich. Es war offenbar doch keine Koralle sondern ein echter Riffhai, der sich auf dem Meeresboden ausgeruht hat.

Er schwimmt weg und wir tun es ihm gleich. Der Weg zur Samai ist nicht so weit, weshalb wir zurück schwimmen. Auf dem Rückweg sehen wir einen Schwarm kleiner Kalmare sowie am Boden einige Seegurken oder so etwas in der Art.

Zum Schluss dieses Artikels möchte ich noch einige Informationen über die Tiere geben, die wir ohne Zweifel identifizieren können.

Adlerrochen: Der Adlerrochen zählt zur Gattung der Aetobatus und zu dem Stechrochenartigen. Das Verbreitungsgebiet der Adlerrochen ist Weltweit in allen tropischen und subtropischen Meeren

Riffhai: Es gibt vier Arten von Riffhaien. Den Grauen Riffhai, Karibischen Riffhai, den Weiß- und Schwarzspitzen-Riffhai. Alle Arten bis auf den Weißspitzen-Riffhai gehören zur Gattung der Carcharhinus. Der Weißspitzen-Riffhai gehört zur Gattung der Triaenodonen und wie die anderen drei Riffhaiarten zur Ordnung der Grundhaie. Sie alle werden auch zur Familie der Requiemhaie gezählt.

Unser Schnorchelgang im Swimming Pool war also durchaus mit einigen Schockmomenten verbunden, aber das Gefühl mit einem Hai zu Schwimmen ist einmalig!

Samuel

Samuel schnorchelt am Wrack

30. Juni 2021

Ist das nicht gefährlich? Und solche Wracks liegen doch normalerweise tief auf dem Meeresboden wie man es aus Filmen kennt, oder? Doch, es kann schon gefährlich sein, aber nein, das Wrack ist nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche. Es ist 1925 gesunken, als es einen Wassereinbruch gab. Die Pumpen haben das Wasser nicht mehr abpumpen können. Der Kapitän des Schiffes hat Vollgas gegeben und das Schiff auf den Strand gesetzt. Die Fracht konnte dann noch gerettet werden, das Schiff war gesunken. Aber das nur nebenbei.

In dem Reiseführer, den wir gekauft haben, steht ein Ankerplatz, der Papa nicht gefällt. Wir umrunden die Insel und sehen eine Einfahrt. Allerdings ist die Einfahrt eng und wir haben keine Wegpunkte. Ich werde wieder auf die Saling geschickt und wir fahren hinein. Mama ist die ganze Zeit am Meckern, weil das für uns zu eng wäre. Wir zirkeln uns durch die Engstelle, werfen den Anker in einem tieferen Bereich und gehen mit Schnorchelausrüstung ins Wasser. Die neue GoPro9 ist auch dabei.

Vorher hat Papa eine Bewegung im Riff querab von uns wahrgenommen. Er fotografiert und wir denken, dass es ein Krebs ist. Maila ist nicht begeistert. Später stellt sich heraus, dass es doch nur eine Pflanze ist.

Danach sind wir dann zum Wrack geschnorchelt. Auf dem Weg tauchen wir über ein Korallenriff. Es ist recht einfarbig, aber immerhin entdecken wir erste Hirnkorallen und einige Fische. Rund um das Wrack ist es sandig. Wir tauchen über die Sandstrecke und erblicken das Wrack. Es ist übersät mit Hirnkorallen und auf den Hirnkorallen sind haufenweise Weihnachtsbaumwürmer. Maila ist begeistert. Mama kennt die gar nicht. Um die Korallen herum schwimmen lauter Fische in den verschiedensten Farben.

Plötzlich bewegt sich etwas. Ich schaue genauer hin und zücke die neue Unterwasserkamera. Es ist eine große Krabbe. Sie sieht fast aus wie eine Königskrabbe, ist aber wahrscheinlich doch keine. Ich zeige sie Maila. Sie erschrickt und weicht zurück. Als ich mich wieder zurückdrehe um die Krabbe zu fotografieren, ist sie wie vom Erdboden oder vom Wrack verschluckt. Sie war rot mit Auswüchsen. Ich schätze ihre Beinweite auf ca. 30 cm.

Wir sehen auch noch viele andere Fische. Die meisten kenne ich nicht. Nur den Zebrafisch erkenne ich. Es ist grau gelb gestreift und ich habe ihn bereits beim Abkratzen der Schraube in Ecuador gesehen.

Wir umrunden das Wrack mehrmals und entdecken einen Fisch am Boden, der vorne am Kopf hornartige Auswüchse hat. Vor seiner Schwanzflosse sind auch noch zwei. Seine Färbung ist gelblich mit in der Sonne blau leuchtenden Streifen.

Kuhfisch / kleiner gehörnter Kofferfisch

Ein anderer Fisch, der gut getarnt ist, liegt regungslos am Boden. Er ist langgestreckt und hat eine gescheckte Färbung. Seine Grundfarbe ist die des Sandes mit braunen Punkten. Super Tarnung.

Eidechsenfisch

Wir sehen außerdem kleine Fischchen, die gerade mal zwei Zentimeter lang sind, einen gelben Bauch und einen blauen Rücken haben.

Damselfish

Ein etwas größerer Fisch ist ganz gelb mit blauen Augenringen.

Grunzer

Dann arbeiten wir uns in der Größe mal hoch. Ein etwa fünf Zentimeter großer Fisch hat einen grell hellblauen Kopf, dahinter einen schwarzen Streifen, wieder einen Stelle mit diesem blau und dann noch ein schwarzer Streifen. Der Rest des Fisches ist schillernd türkis. Ein echt überaus hübscher Fisch. Man muss aber sagen, dass es einen Hübscheren gibt!

Blaukopfjunker

Ein ähnlich großer, aber deutlich höherer Fisch ist dunkelblau mit hellblauen Flossen, die in der Sonne schimmern.

Doktorfisch

Wieder in der Größe gibt es einen Schwarmfisch, der hier wohnt. Es handelt sich um graue Fische mit einer gelben Schwanzflosse und einem gelben Seitenlinienorgan.

Yellowtailsnapper

Kommen wir nun zu den großen Fischen. Sie haben ein deutlich sichtbares Schuppenmuster und einen knallroten Bauch. Ihre Rückenflosse war auch leicht rötlich.

Papageifisch-Weibchen (Stoplight-Parrotfish)

Auf dem Rückweg habe ich auch noch eine Seenadel gesehen, die sich in einem Strauch versteckt hat, den man eher an Land vermutet.

DCIM\100GOPRO\GOPR0212.JPG

Das waren die hübschesten der Fische die wir gesehen haben. Noch mehr will ich jetzt nicht beschreiben. Wie sagt man so schön? Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

Blaurücken-Stachelmakrele
Vieraugen-Falterfisch

Ein Hinweis zum Schluss: Wir würden uns sehr über Kommentare freuen, in denen wir erfahren, welche Fischarten genau wir gesehen haben. Auch über andere Kommentare freuen wir uns natürlich!

Samuel

Maila unter Waschbären

Panama, Anfang Juni 2021

Ja, dieses Mal geht es um Waschbären. Wir liegen gemütlich in einer Marina. Da erzählt Papa, dass er hinter dem Tor, dort wo die Duschen und der Parkplatz sind, Waschbären gesehen hat. Natürlich waschen die Bären keine Wäsche. Man hat aber beobachtet, wie sie ihr Essen waschen. Daher der Name: Waschbären.

Als Papa uns das erzählt hat, wollten wir natürlich auch einmal die Waschbären sehen. Wir brauchten eine Chipkarte. Mit der konnte man vorne das Tor öffnen. Und wirklich liefen dort Waschbären rum. Ich wusste aus Tierbücher, dass Waschbären auch mal kratzen oder zubeißen können. Deswegen war ich vorsichtig. Wir haben als erstes drei gezählt. Ihr Aussehen war wie ein Waschbär halt aussieht. Ein leicht gestreifter Schwanz, eine schwarze Augenmaske, darum etwas weiss und sonst grau. Und sehr scharfe Krallen.

Zum Glück haben die Waschbären erstmal Abstand gehalten. Immer wenn wir in die Stadt wollten, waren sie da und kommen auch einmal neugierig näher. Samuel und Mama fanden sie sehr süß und verstanden mein Misstrauen überhaupt nicht. Mit jedem Tag hatte ich das Gefühl, dass es mehr wurden. Wir laufen gerade über den Parkplatz und entdecken vier Waschbären. Sie laufen einfach hier in der Marina herum. Aber meistens ignorieren sie uns.

Einmal als wir den Steg hoch gegangen sind, haben wir an den Steinen, die am Wasser liegen, etwas entdeckt. Da sind ein paar Höhlen. Da kam gerade ein Waschbär raus und kletterte die Steine hoch. Ein anderes Mal war Mama gerade Müll entsorgen und hat erzählt, dass sie gerade den Müllsack in die Mülltonne tun wollte. Dann kam plötzlich aus der Mülltonne ein Waschbär. Cool! Das hätte ich gerne gesehen.

Sie wurden immer neugieriger. Letztendlich haben wir fünf gezählt. Nach einem Großeinkauf von Mama und Papa musste ich im Hafen auf das Gekaufte aufpassen. Leider bin ich die Kleinste. Schon kommen zwei Waschbären und sind immer näher gekommen. Einer hat sich unter einem Auto angeschlichen. Ich habe mir ein Schubkarre in die Hand und die beiden genau ins Auge genommen. Endlich sind sie gegangen. Dann kam auch Mama und hat mich abgelöst. Erst dann habe ich gemerkt, dass ich elf Mückenstiche bekommen habe. Na toll! Danach war meine Laune nicht mehr so gut.

Auch sonst haben wir sie immer wieder gesehen. Langsam wurde ich mir sicherer, dass sie uns wohl nicht attackieren. Ich war aber immer auf der Hut wenn Waschbären in der Nähe waren. Und das war im Hafen fast immer.

Im Wasser bei uns am Steg war auch etwas Interessantes. Nämlich Kugelfische. Ja Kugelfische! Als wir als das erste Mal einen gesehen haben, waren wir sehr erstaunt. Ich wusste gar nicht, dass es hier Kugelfische gibt. Aber warum nicht ? Aber hier im Hafen? Das Rätsel bleibt ungeklärt. Obwohl wir uns nicht ganz einig sind ob es Kugelfische oder Kofferfische sind. Es könnte auch ein Kofferfisch sein. Der Kugelfisch, ich nenne ihn so, war braun mit dunklen Flecken. Er hatte Stacheln. Da sind wir uns sicher! Der Kugelfisch hat am Steg die Algen und Muscheln gegessen. Dabei war auch mal eine Flosse aus dem Wasser. Er war gerade nicht aufgeblasen. Warum auch?

Immer wieder haben wir ihn gesehen. Auch mal auf der anderen Seite des Stegs. Am Abend haben wir zwei im Wasser gesehen. Einer war etwas größer. Am Tag haben wir dann auch den größeren gesehen. Nur am Abend haben wir sie zu zweit gesehen. Sonst immer einzeln. Komisch. Warum nur? Die beiden, zumindest glauben wir das es zwei waren, konnte man gut an der Größe unterscheiden. Der große und der kleine sahen sich ziemlich ähnlich. Obwohl ich mir nicht 100% sicher bin, ob der große auch Stacheln hatte. Zumindest haben beide uns immer mal wieder besucht.

Andere Fische haben wir auch gesehen, nämlich unter unserem Boot. Dort knabbern sie die Algen ab. So vermuten wir. Es sind verschiedene. Ein paar haben schwarz-gelbe Zebrastreifen. Und andere sind ganz grau.

Auch in der Luft sind ein paar Tiere hier. Am meisten Geier. Sie fliegen über uns hinweg, setzten sich auf Bäume und beobachten ihre Umgebung. Sie heißen Rabengeier. Sie haben auch eine ähnliche Färbung wie Raben. Immer waren sie da und haben beobachtet. Doch es gab auch kleinere Vögel. Einer hieß Bindenmeisenwürger. Er ist ziemlich klein und weiß-schwarz gestreift. Sieht schick aus! Es war ein Männchen. Auf dem Kopf hat er eine schwarz Krone. Zumindest sieht es so aus. Ihn haben wir leider nur einmal gesehen und kein Foto gemacht. Dafür von anderen Vögeln.

Silberreiher
Humboldtscharbe
Weibliche Großschwanzgrackeln
Aztekenmöve

Hier im Hafen gibt es überraschende Tiere.

Maila

Samuels tierische Überfahrt nach Panama

Anfang Juni 2021

Es geht los nach Panama! Der Tank war voll und wenig Wind angesagt. Wir rechneten mit einer langen Motorfahrt. Die Angel ließen wir wie immer im Wasser und hofften auf Fische. Direkt an der Einfahrt von unserem Hafen hatten wir auch einen Biss! Nur leider löste er sich vom Haken, ehe ich bei der Angel war. Der Motor dröhnte, während ich mich an die Schule setzte. Den Tag über sahen wir noch einige Braunpelikane. Mehr aber nicht.

Vor dem ersten vollen Tag auf See, gegen 23Uhr nachts, hatten wir einen Vogel. Nein! Nicht im Kopf, sondern an Bord. Es handelte sich um einen Galápagossturmtaucher.

Wir hatten noch weitere neue Tierarten, zum Beispiel die grünen Meeresschildkröten! Schon morgens um 7:10 Uhr hat Mama eine gesehen. Ich machte Schule, während Maila wieder neben dem Cockpit saß und Musik hörte. Am Abend hatte sie bei der hiesigen Sonne einen Sonnenbrand! Doch um einen Sonnenbrand geht es nicht. Maila sah immer wieder eine Flosse aus dem Wasser kommen. Natürlich mussten wir dort hin. Wir fuhren zu den Flossen und sahen immer wieder grüne Meeresschildkröten. Sie waren etwa 50 cm lang. Als wir bei ihnen waren, sahen wir auch ab und zu ein paar Quallen, die die Schildkröten wahrscheinlich essen wollten.

Gleich die erste muss die Samai natürlich umfahren. Also die Samai die Schildkröte. Das Wasser ist glasklar und die Schildkröte gleitete knapp an unserem Rumpf vorbei. Maila machte sich Sorgen, dass sie unter das Boot gekommen ist und dann vom Propeller verletzt wurde, dem war aber nicht so. Wir fuhren an drei weiteren Schildkröten vorbei, die aber schnell Reißaus nahmen. Die Samai hatte offenbar den Spitznamen Schildkrötenschreck verdient, den wir ihr dann auch gaben.

Mama und Maila sagten, dass eine Libelle bei uns an Bord sei. Kurze Zeit später fanden wir sie tot unter einer Leine liegen.

Kurz darauf sagte Maila: „Delfine voraus!“ wir sahen die Schule und fuhren hin. Die Tiere spielten und wir bestaunten sie. Sie hatten kleine weiße Punkte auf einem dunkeln Körper. Auch einige kleine waren dabei. Aber die waren ausschließlich grau. Als sie weggeschwommen waren, schaute Maila in unserem Delfinbuch nach. Die gepunkteten Delfine waren Schlankdelfine, während die kleinen eher zu einer Große Tümmler Gruppe gehörten, die nicht weit weg von unserem Boot entfernt schwamm.

Es gab dort aber nicht nur Delfine, sondern auch weitere Vögel! Ganz viele Weißbauchtölpel! Wie die, die es in Galápagos gab, nur mit einem weißen Bauch, einem weißen Gesicht und Schnabel und braunem Gefieder. Also im Grunde doch ganz anders, aber es sind Tölpel. Das reicht doch als Gemeinsamkeit.

An diesem Tag sahen wir auch noch eine weitere Delfinschule, die ausschließlich aus Großen Tümmlern bestand. Die begleiteten uns dann eine ganze Weile.

Der Galápagossturmtaucher, der die ganze Strecke hinter unserem linken Steuerrad gesessen und Brot sowie Wasser nicht angerührt hat, wurde von Papa sanft auf einen Teller geschoben und dann hoch genommen. Papa hielt den Teller über Bord und wartete. Der Vogel, der anfangs noch aufgeregt gewankt war setzt sich wieder. Daraufhin wackelte Papa ein wenig mit dem Teller auf und ab. Der Vogel wippt mit und fällt schließlich über Bord. Er gleitet aufs Wasser und treibt nun dort ein wenig. Wir waren nah an einer Inselgruppe dran er hatte also super Chance. Es handelte sich bei dem Vogel ja um einen Hochseevogel.

Der zweite Tag verlief ruhig und langweilig. Die Angel bleib ruhig, nur ein paar Delfine, aber keine Schildkröten waren in Sicht.

Tag drei brach an und die Samai fuhr durch dreckige Gewässer mit viel Plastik. Plötzlich die Angel! Ich stürmte von der Schule an Deck zur Angel und riss den Motorhebel nach hinten. Ich verstärkte die Bremse und holte Leine ein. Der Fisch zog gleichmäßig, aber nicht sehr stark. Ich wunderte mich, weil ich ein solches Verhalten noch nicht kannte. Ich sah hinten wo sich der Hacken befand etwas Schillerndes. Ich holte die Leine schneller ein. Als die Leine ganz eingeholt ist erkenne ich, was wir geangelt haben. Es war kein schwacher Fisch. Es war… eine Plastiktüte. Wir hatten eine Plastiktüte geangelt. Na toll! Aber etwas Gutes hatte dieser Fang schon. Das Meer muss nun mit einer Plastiktüte weniger klar kommen.

Manchmal mache ich auch Spiegeleier zum Frühstück!

Der vierte und letzte Tag unserer Motorfahrt nach Panama brach an. Dort sahen wir auf dem Weg kaum etwas. Fische bissen auch keine an. Schon von weitem sahen wir Panamas Hochhäuser und merkten, wie die Luft schlechter wurde. Dann, kurz bevor wir die auf Reede liegenden Frachter und das eine Kreuzfahrtschiff erreichten… die Angel! Sie zog wieder. Dann hörte sie plötzlich auf. Ich schaute hin und die Angel war gebogen! Der Fisch war definitiv noch dran! Aber wieso wurde keine Leine mehr gezogen? Ich schaltete den Motor runter und der Fisch löste sich vom Haken! Schon wieder nichts. Mist!

Nach genauerer Betrachtung der Angel und besonders der Rolle stellte ich eines missmutig fest. Der Fisch hatte keine Leine mehr ziehen können, weil die Bremse die Angelleine verhakt hatte. Das tat sie seit Neuestem häufiger! Die Bremse an sich hätte den Fisch nicht halten können, aber wenn die Leine verhakt ist, schafft es kein Fisch Leine zu ziehen. Eine sehr gefährliche Angelegenheit für die Angel, die der Kraft vielleicht nicht standhält.

Wieso genau bei der Verhakung die Leine so stark gehalten wird ist mir unbekannt. Ich löste sie und hole die Leine ein. Während des Einholens verhakte sie sich ständig und ich löste auch sie jedes mal. Dann, wo nur noch wenige Meter Leine draußen waren, endgültig. Ich konnte die Verhakung nicht mehr lösen. Papa schaltete den Motor wieder an und schaute sich die Angel an. Die Bremse hatte sich verdreht und ist so dann unlösbar geworden. Er hatte sie wieder richtig hingedreht und befestigt.

Ein paar Pelikane begleiteten unseren Weg noch bis zu unserem Ankerplatz. Dort schalteten wir den Motor aus und erfreuten uns an der Stille!!!

Samuel