Samuel über (unnütze?) Neuanschaffungen auf der Samai

Was? Keine Tiere? Richtig! In diesem Artikel spielen Tiere keine Rolle. Aber nun zum Thema. Wieso sollte sich die Samai Sachen anschaffen, die sie nicht braucht? Das ergibt doch keinen Sinn! Wieder richtig! Das macht keinen Sinn. Sie sind auch nicht direkt unnütz. Sie sind einfach nicht wichtig für das Boot, wie zum Beispiel eine Funkantenne.

Aber mal wieder zum Anfang. In der Nähe unseres Hafens liegt die Albrook Mall mit mehr als 700 Geschäften. Dort gibt es auch Apple Geschäfte. Maila hat vor circa eineinhalb Jahren in Brasilien meinen iPad Mini aus der Hängematte fallen lassen und das Display ist gesprungen. Wir haben ihn in eine wasserdichte Hülle gelegt, um das Display später reparieren zu lassen. Dies gelang, bis wir nach Panama gekommen sind, nicht.

In den Apple Geschäften in der Albrook Mall in Panama heißt es erstaunlicherweise, dass man nur umtauschen könne, dafür aber nur 80 Prozent des Preises für ein Neugerät bezahlen muss. Am darauf folgenden Tag wollen wir ihn nach einem Backup umtauschen, aber nichts da! Uns teilte man mit, dass es mindestens 10 Tage dauern würde, eines aus der USA herzubestellen. Aber wir können das neue iPad Air hier sofort kaufen. Das ist mir aber viel zu klobig und auch einen ganzen Zacken teurer. Die 10 Tage sind natürlich zu viel, wenn wir in etwa einer Woche durch den Panamakanal durch wollen.

Direkt gegenüber gibt es ein anderes Geschäft mit Elektronik und wir fragen dort nach. Auch sie haben keinen iPad Mini. Was für eine Überraschung! Allerdings sehen wir dort GoPros. Die Ausgaben 6 bis 9. Wir erinnern uns, dass Stefan, den wir in Galápagos kennen gelernt haben, auch eine hat, die von sich aus wasserdicht ist. Das ist sehr praktisch. Da fragen wir nach und kaufen schließlich die GoPro 9 für einen heruntergesetzten Preis. Super! Korallenriffe ich komme!

Das war unsere erste unnütze Anschaffung.

Zwar eine sehr coole, aber sie ist trotzdem irgendwie unnütz, weil wir ja auch noch eine alte GoPro haben. Zwar ist sie weder so gut noch ohne Schutzhülle wasserdicht, aber sie funktioniert trotzdem.

Uns wird in dem Laden noch ein anderer Shop empfohlen, in dem wir vielleicht den iPad Mini bekommen. Er heißt Panafoto. Alles in allem sind wir nicht begeistert und gehen erst einmal in den Supermarkt.

Danach gehen wir zur Straße, um uns Uber zu bestellen, als wir einen großen Laden an der Ecke sehen, mit den dicken Buchstaben PANAFOTO. Natürlich bitte ich Papa noch mal hineinzuschauen und er willigt ein. Wir gehen mit unserem Gepäck hin und schauen uns darin um. Sie haben zwei verschiedene iPads aber keinen Mini. Panafoto hat sehr viele Elektronik. Von Handys bis zu großen Waschmaschinen und Kühlschränken. Um das unterzubringen, sind zwei Etagen nötig.

Wir schauen mal zu den Tablets von Samsung und sehen dort zwei Modelle. Das S6 lite und das S7. Das S6 ist nicht sehr viel älter, aber nur halb so teuer. Nach einer kurzen Überlegung entscheiden wir uns für den. Er macht einen guten Eindruck und ist blau. Es muss ja nicht immer Apple sein.

Da also die zweite unnütze Anschaffung auf der Samai.

Papa schaut sich noch einmal um, bevor er zum Bezahlen geht. Dabei sieht er auch ein Fernrohr. Es ist wie das, was die Birdwatcher immer benutzen oder generell die Guides. Damit kann man unter einer tollen Vergrößerung super Fotos von Vögeln machen. Papa und ich grübeln ob wir eine der drei Möglichen mitnehmen sollen. Anfangs ist gleich klar: wenn dann das kleinste für nur knapp 160 Dollar. Die der Birdwatcher kosten über 1000 Dollar.

Nach einiger Grübelei ist die Entscheidung für das Fernrohr gefallen. Es hat einen 15-45 fachen Zoom. Cool!!!

Die dritte und letzte unnütze Neuanschaffung.

Wir bezahlen und bestellen dann unser Uber-Taxi. Wieder auf der Samai zeigen wir es dem Rest der Crew und sie freuen sich auch über die Neuanschaffungen. Bis zum heutigen Zeitpunkt haben wir das Fernrohr bereits oft verwendet und mein neues Tablet sowieso. Die GoPro ist eingerichtet und aufgeladen und wartet auf ihren ersten Einsatz unter Wasser auf den San Blas Inseln. Schon bald geht es los zu den Korallenriffen.

Samuel

Maila unter Waschbären

Panama, Anfang Juni 2021

Ja, dieses Mal geht es um Waschbären. Wir liegen gemütlich in einer Marina. Da erzählt Papa, dass er hinter dem Tor, dort wo die Duschen und der Parkplatz sind, Waschbären gesehen hat. Natürlich waschen die Bären keine Wäsche. Man hat aber beobachtet, wie sie ihr Essen waschen. Daher der Name: Waschbären.

Als Papa uns das erzählt hat, wollten wir natürlich auch einmal die Waschbären sehen. Wir brauchten eine Chipkarte. Mit der konnte man vorne das Tor öffnen. Und wirklich liefen dort Waschbären rum. Ich wusste aus Tierbücher, dass Waschbären auch mal kratzen oder zubeißen können. Deswegen war ich vorsichtig. Wir haben als erstes drei gezählt. Ihr Aussehen war wie ein Waschbär halt aussieht. Ein leicht gestreifter Schwanz, eine schwarze Augenmaske, darum etwas weiss und sonst grau. Und sehr scharfe Krallen.

Zum Glück haben die Waschbären erstmal Abstand gehalten. Immer wenn wir in die Stadt wollten, waren sie da und kommen auch einmal neugierig näher. Samuel und Mama fanden sie sehr süß und verstanden mein Misstrauen überhaupt nicht. Mit jedem Tag hatte ich das Gefühl, dass es mehr wurden. Wir laufen gerade über den Parkplatz und entdecken vier Waschbären. Sie laufen einfach hier in der Marina herum. Aber meistens ignorieren sie uns.

Einmal als wir den Steg hoch gegangen sind, haben wir an den Steinen, die am Wasser liegen, etwas entdeckt. Da sind ein paar Höhlen. Da kam gerade ein Waschbär raus und kletterte die Steine hoch. Ein anderes Mal war Mama gerade Müll entsorgen und hat erzählt, dass sie gerade den Müllsack in die Mülltonne tun wollte. Dann kam plötzlich aus der Mülltonne ein Waschbär. Cool! Das hätte ich gerne gesehen.

Sie wurden immer neugieriger. Letztendlich haben wir fünf gezählt. Nach einem Großeinkauf von Mama und Papa musste ich im Hafen auf das Gekaufte aufpassen. Leider bin ich die Kleinste. Schon kommen zwei Waschbären und sind immer näher gekommen. Einer hat sich unter einem Auto angeschlichen. Ich habe mir ein Schubkarre in die Hand und die beiden genau ins Auge genommen. Endlich sind sie gegangen. Dann kam auch Mama und hat mich abgelöst. Erst dann habe ich gemerkt, dass ich elf Mückenstiche bekommen habe. Na toll! Danach war meine Laune nicht mehr so gut.

Auch sonst haben wir sie immer wieder gesehen. Langsam wurde ich mir sicherer, dass sie uns wohl nicht attackieren. Ich war aber immer auf der Hut wenn Waschbären in der Nähe waren. Und das war im Hafen fast immer.

Im Wasser bei uns am Steg war auch etwas Interessantes. Nämlich Kugelfische. Ja Kugelfische! Als wir als das erste Mal einen gesehen haben, waren wir sehr erstaunt. Ich wusste gar nicht, dass es hier Kugelfische gibt. Aber warum nicht ? Aber hier im Hafen? Das Rätsel bleibt ungeklärt. Obwohl wir uns nicht ganz einig sind ob es Kugelfische oder Kofferfische sind. Es könnte auch ein Kofferfisch sein. Der Kugelfisch, ich nenne ihn so, war braun mit dunklen Flecken. Er hatte Stacheln. Da sind wir uns sicher! Der Kugelfisch hat am Steg die Algen und Muscheln gegessen. Dabei war auch mal eine Flosse aus dem Wasser. Er war gerade nicht aufgeblasen. Warum auch?

Immer wieder haben wir ihn gesehen. Auch mal auf der anderen Seite des Stegs. Am Abend haben wir zwei im Wasser gesehen. Einer war etwas größer. Am Tag haben wir dann auch den größeren gesehen. Nur am Abend haben wir sie zu zweit gesehen. Sonst immer einzeln. Komisch. Warum nur? Die beiden, zumindest glauben wir das es zwei waren, konnte man gut an der Größe unterscheiden. Der große und der kleine sahen sich ziemlich ähnlich. Obwohl ich mir nicht 100% sicher bin, ob der große auch Stacheln hatte. Zumindest haben beide uns immer mal wieder besucht.

Andere Fische haben wir auch gesehen, nämlich unter unserem Boot. Dort knabbern sie die Algen ab. So vermuten wir. Es sind verschiedene. Ein paar haben schwarz-gelbe Zebrastreifen. Und andere sind ganz grau.

Auch in der Luft sind ein paar Tiere hier. Am meisten Geier. Sie fliegen über uns hinweg, setzten sich auf Bäume und beobachten ihre Umgebung. Sie heißen Rabengeier. Sie haben auch eine ähnliche Färbung wie Raben. Immer waren sie da und haben beobachtet. Doch es gab auch kleinere Vögel. Einer hieß Bindenmeisenwürger. Er ist ziemlich klein und weiß-schwarz gestreift. Sieht schick aus! Es war ein Männchen. Auf dem Kopf hat er eine schwarz Krone. Zumindest sieht es so aus. Ihn haben wir leider nur einmal gesehen und kein Foto gemacht. Dafür von anderen Vögeln.

Silberreiher
Humboldtscharbe
Weibliche Großschwanzgrackeln
Aztekenmöve

Hier im Hafen gibt es überraschende Tiere.

Maila

Samuels tierische Überfahrt nach Panama

Anfang Juni 2021

Es geht los nach Panama! Der Tank war voll und wenig Wind angesagt. Wir rechneten mit einer langen Motorfahrt. Die Angel ließen wir wie immer im Wasser und hofften auf Fische. Direkt an der Einfahrt von unserem Hafen hatten wir auch einen Biss! Nur leider löste er sich vom Haken, ehe ich bei der Angel war. Der Motor dröhnte, während ich mich an die Schule setzte. Den Tag über sahen wir noch einige Braunpelikane. Mehr aber nicht.

Vor dem ersten vollen Tag auf See, gegen 23Uhr nachts, hatten wir einen Vogel. Nein! Nicht im Kopf, sondern an Bord. Es handelte sich um einen Galápagossturmtaucher.

Wir hatten noch weitere neue Tierarten, zum Beispiel die grünen Meeresschildkröten! Schon morgens um 7:10 Uhr hat Mama eine gesehen. Ich machte Schule, während Maila wieder neben dem Cockpit saß und Musik hörte. Am Abend hatte sie bei der hiesigen Sonne einen Sonnenbrand! Doch um einen Sonnenbrand geht es nicht. Maila sah immer wieder eine Flosse aus dem Wasser kommen. Natürlich mussten wir dort hin. Wir fuhren zu den Flossen und sahen immer wieder grüne Meeresschildkröten. Sie waren etwa 50 cm lang. Als wir bei ihnen waren, sahen wir auch ab und zu ein paar Quallen, die die Schildkröten wahrscheinlich essen wollten.

Gleich die erste muss die Samai natürlich umfahren. Also die Samai die Schildkröte. Das Wasser ist glasklar und die Schildkröte gleitete knapp an unserem Rumpf vorbei. Maila machte sich Sorgen, dass sie unter das Boot gekommen ist und dann vom Propeller verletzt wurde, dem war aber nicht so. Wir fuhren an drei weiteren Schildkröten vorbei, die aber schnell Reißaus nahmen. Die Samai hatte offenbar den Spitznamen Schildkrötenschreck verdient, den wir ihr dann auch gaben.

Mama und Maila sagten, dass eine Libelle bei uns an Bord sei. Kurze Zeit später fanden wir sie tot unter einer Leine liegen.

Kurz darauf sagte Maila: „Delfine voraus!“ wir sahen die Schule und fuhren hin. Die Tiere spielten und wir bestaunten sie. Sie hatten kleine weiße Punkte auf einem dunkeln Körper. Auch einige kleine waren dabei. Aber die waren ausschließlich grau. Als sie weggeschwommen waren, schaute Maila in unserem Delfinbuch nach. Die gepunkteten Delfine waren Schlankdelfine, während die kleinen eher zu einer Große Tümmler Gruppe gehörten, die nicht weit weg von unserem Boot entfernt schwamm.

Es gab dort aber nicht nur Delfine, sondern auch weitere Vögel! Ganz viele Weißbauchtölpel! Wie die, die es in Galápagos gab, nur mit einem weißen Bauch, einem weißen Gesicht und Schnabel und braunem Gefieder. Also im Grunde doch ganz anders, aber es sind Tölpel. Das reicht doch als Gemeinsamkeit.

An diesem Tag sahen wir auch noch eine weitere Delfinschule, die ausschließlich aus Großen Tümmlern bestand. Die begleiteten uns dann eine ganze Weile.

Der Galápagossturmtaucher, der die ganze Strecke hinter unserem linken Steuerrad gesessen und Brot sowie Wasser nicht angerührt hat, wurde von Papa sanft auf einen Teller geschoben und dann hoch genommen. Papa hielt den Teller über Bord und wartete. Der Vogel, der anfangs noch aufgeregt gewankt war setzt sich wieder. Daraufhin wackelte Papa ein wenig mit dem Teller auf und ab. Der Vogel wippt mit und fällt schließlich über Bord. Er gleitet aufs Wasser und treibt nun dort ein wenig. Wir waren nah an einer Inselgruppe dran er hatte also super Chance. Es handelte sich bei dem Vogel ja um einen Hochseevogel.

Der zweite Tag verlief ruhig und langweilig. Die Angel bleib ruhig, nur ein paar Delfine, aber keine Schildkröten waren in Sicht.

Tag drei brach an und die Samai fuhr durch dreckige Gewässer mit viel Plastik. Plötzlich die Angel! Ich stürmte von der Schule an Deck zur Angel und riss den Motorhebel nach hinten. Ich verstärkte die Bremse und holte Leine ein. Der Fisch zog gleichmäßig, aber nicht sehr stark. Ich wunderte mich, weil ich ein solches Verhalten noch nicht kannte. Ich sah hinten wo sich der Hacken befand etwas Schillerndes. Ich holte die Leine schneller ein. Als die Leine ganz eingeholt ist erkenne ich, was wir geangelt haben. Es war kein schwacher Fisch. Es war… eine Plastiktüte. Wir hatten eine Plastiktüte geangelt. Na toll! Aber etwas Gutes hatte dieser Fang schon. Das Meer muss nun mit einer Plastiktüte weniger klar kommen.

Manchmal mache ich auch Spiegeleier zum Frühstück!

Der vierte und letzte Tag unserer Motorfahrt nach Panama brach an. Dort sahen wir auf dem Weg kaum etwas. Fische bissen auch keine an. Schon von weitem sahen wir Panamas Hochhäuser und merkten, wie die Luft schlechter wurde. Dann, kurz bevor wir die auf Reede liegenden Frachter und das eine Kreuzfahrtschiff erreichten… die Angel! Sie zog wieder. Dann hörte sie plötzlich auf. Ich schaute hin und die Angel war gebogen! Der Fisch war definitiv noch dran! Aber wieso wurde keine Leine mehr gezogen? Ich schaltete den Motor runter und der Fisch löste sich vom Haken! Schon wieder nichts. Mist!

Nach genauerer Betrachtung der Angel und besonders der Rolle stellte ich eines missmutig fest. Der Fisch hatte keine Leine mehr ziehen können, weil die Bremse die Angelleine verhakt hatte. Das tat sie seit Neuestem häufiger! Die Bremse an sich hätte den Fisch nicht halten können, aber wenn die Leine verhakt ist, schafft es kein Fisch Leine zu ziehen. Eine sehr gefährliche Angelegenheit für die Angel, die der Kraft vielleicht nicht standhält.

Wieso genau bei der Verhakung die Leine so stark gehalten wird ist mir unbekannt. Ich löste sie und hole die Leine ein. Während des Einholens verhakte sie sich ständig und ich löste auch sie jedes mal. Dann, wo nur noch wenige Meter Leine draußen waren, endgültig. Ich konnte die Verhakung nicht mehr lösen. Papa schaltete den Motor wieder an und schaute sich die Angel an. Die Bremse hatte sich verdreht und ist so dann unlösbar geworden. Er hatte sie wieder richtig hingedreht und befestigt.

Ein paar Pelikane begleiteten unseren Weg noch bis zu unserem Ankerplatz. Dort schalteten wir den Motor aus und erfreuten uns an der Stille!!!

Samuel

Kinderaugen nachts im Dschungel

Samuel: Der Dschungel bei Nacht ist schon etwas besonderes! Es ist stockdunkel ohne eine Taschenlampe. Man erkennt seine Hand 3cm vor seinem Gesicht nicht mehr. Wer hat schon gerne eine so finstere Nacht, wenn um einen herum Giftige Tiere laufen? Keiner! Allerdings gibt es keine Probleme. Wir haben auch kaum giftige Tiere gesehen, aber der Reihe nach.

Maila: Eines Abends hat uns Rom gefragt, ob wir um die Niki Lodge ein kleinen Nachtausflug machen wollen. Es war schon stockdunkel. Trotzdem sind wir mitgegangen. Natürlich mit Taschenlampen. Drei an der Zahl. Vorher bekamen wir noch Gummistiefel für die Sicherheit und aufgrund des schlammigen Weges. Dann sind wir los. Den Anfang sollte Samuel erzählen.

Samuel: Wir sind am hinteren Ende losgegangen und haben dort schon einen Regenwurm gesehen. Beim Weitergehen in den Wald kommen wir an einem großen Netz vorbei. In ihm sind lauter kleine Punkte. Es waren alles Spinnen! Die sogenannte „soziale Spinne“. Sie baut riesige Netze und lebt dort in Gruppen von mehreren hundert Spinnentieren.

Beim Weitergehen, wo eine Palme über dem Weg hing, sagt Rom plötzlich: „Spider!“. Wir schauen dahin, wo er hinzeigt und sehen an dem Ast eine. Rom meint, dass der Biss von ihr schmerzhaft und giftig sei. Er hat das schon zweimal selber erlebt. Es ist die Bananenspinne. Beim Weitergehen sehen wir auch noch eine Wasserspinne und eine gold-glitzernde im ihrem Netz.

Wir sehen außerdem einige Grashüpfer. Sie haben wirklich riesig lange Fühler! Manche sind grün manche sind braun.

Gegen Ende dieser Nachtwanderung läuft noch eine der gefürchtetsten Spinnen einen Baum hoch. Die größte aller Spinnen, die Vogelspinne! Sie baut kein Netz. Dafür ist sie viel zu groß. Aber dafür springt sie ihre Beute an. Schnell weg!

Maila: Samuel hat mal wieder die Hälfte der Tiere die wir gesehen haben, vergessen. Ein braunes, eingerolltes Blatt auf einem schönen grünen Blatt? Da kann man schon mal genauer hinsehen. Und wirklich, das braune eingerollte Blatt ist ein Insekt. Das ist aber gut getarnt.

Gut versteckt ist auch ein grüner Frosch, der auf einem grünem Blatt sitzt. Doch trotzdem entdecken wir in. Toll anzusehen ist er. Ob er giftig ist? Das ist ungeklärt. Einen anderen Frosch entdecken wir leichter. Der ist dieses mal braun. Immer wieder haben wir nach oben geleuchtet. Vielleicht sehen wir einen Vogel?

Samuel: Die nächste Nachtwanderung war bei einem riesigen Baum. Dem größten hier heimischen Baum. Dem Kapokbaum! Wir gehen am Abend auf ihn und lauschen dem Gebrülle der Brüllaffen. Als es dunkel ist machen wir noch einen Nachtwanderung um ihn herum. Wir gehen los. Gleich zu Anfang entdecken wir nichts. Dann ein schwaches Leuchten im Schein der Taschenlampe. Wenige Augenblicke später erneut. Ein Glühwürmchen!

Eine Fledermaus flattert an uns vorbei und ein Ball sitzt auf einem Ast. Moment mal… ein Ball? Es sieht wirklich aus wie ein Plüschball, aber Rom meint, dass es sich hierbei um einen Vogel handelt, der auf einem Ast sitzt und schläft. Vögel sind auch süß, wenn sie schlafen!

Am Ende unserer Tour machen wir die Taschenlampen aus und lauschen. Es ist schon etwas gruselig! Als wir sie wider anschalten, gehen wir zurück und sehen noch ein paar Frösche sowie eine am Boden laufende, große Spinne. Wieder Am Baum sieht Rom ein Loch im Boden. Er holt einen Stock, spuckt darauf und hält ihn hinein. Ein Tarantel kommt heraus und wird fotografiert. Maila sollte die nächste Wanderung oder Seefahrt erzählen.

Maila: Wir sind in das Motorkanu gestiegen und sind losgefahren. Es ist wieder dunkel und Samuel und Papa rudern. Rom macht die Geräusche nach, die ein Kaiman macht und ihm wird sogar geantwortet. Einige Vögel und Fledermäuse fliegen auch im Licht der Taschenlampen umher. Wir fahren einige Zeit und drehen dann wieder um.

Rom leuchtet den Rand ab und sieht plötzlich eine Bewegung. Er ist ganz außer sich. Er sagt, wir sollen dorthin fahren. Ich habe dort nichts außer Gestrüpp gesehen. Aber dort angekommen sehen wir was, Rom gesehen hat. Eine knallgrüne Schlange! Er erzählt, dass sie bis zu zwei Meter lang werden und normalerweise hoch oben in den Bäumen leben. Wir haben ein Riesenglück, eine so große Boa Esmeralda so nah am Wasser zu sehen! Die Letzte Wanderung sollte dann wieder Samuel erzählen.

Samuel: Die nächste Nachtwanderung war wieder in der Niki Lodge. Dort gehen wir dieses mal tiefer in den Wald hinein. Wir sehen auch dort wieder einige Tiere. Unter anderem wieder Heuschrecken und Spinnen. Sogar ein Wespennest haben wir unter einem Blatt gesehen. Allerdings sonst keine wirklich interessante Tiere.

Maila: Ich erwähne, dass wir bei der Nachtwanderung noch mehr von den Heuschrecken gesehen haben. Wie viele gibt es von denen bitte schön im Regenwald???

Es war spannend, in den Nächten durch den Regenwald zu laufen, Spinnen, Heuschrecken und Schlangen zu sehen und natürlich den Grusel der Nacht in diesem Wald zu genießen.

Maila und Samuel finden Piranhas lecker!

5. März 2021

Samuel: Piranhas! Ja ihr habt euch nicht verlesen. Wir finden Piranhas lecker? Was soll das denn heißen? Sagen wir das nur so oder meinen wir das ernst? Wer schon länger dabei ist, wird sicher auf letzteres Tippen! Und dem ist tatsächlich so!

Es begann schon auf der längeren Fahrt zu unserem Zeltplatz. Dort hat Rom gesagt, dass wir möglicherweise Angeln gehen können. Natürlich mit selbst gebauten Angeln! Wir haben uns alle riesig darauf gefreut. Doch nun soll Maila weiter erzählen.

Maila: Wir haben zwei Arten von Angeln gebaut. Für eine brauchte man nur ein kleines Holzstück. Da hat man dann die Leine herumgewunden, die Rom dabei hatte. Köder durften auch nicht fehlen. Alle Angeln bekamen am Ende der Schnur einen Haken, wo man dann Hühnchen oder etwas anderes drauf machen konnte. (Beim Angeln habe ich immer Samuel gefragt ob er das machen könnte weil das schon etwas eklig war.) Von der Wurfangel haben wir zwei gemacht. Die andere Angel war ein längeres Holzstück, wo vorne die Leine drum gewickelt wird und runter hängt. Am Ende auch mit einem Haken versehen. Davon haben wir zwei gemacht. Den Anfang unserer Angeltour darf Samuel erzählen

Samuel: Anfangs, wo es noch regnete, blieben wir bei unserem Zeltplatz. Doch vom Motorkanu aus haben wir schon mit unserer Angeln geangelt.

Wir haben, wie von Maila beschrieben, Hühnchen an die Hacken gemacht, auf dem Wasser herum geplantscht und die Angel ins Wasser gehalten. Nestor, der indigene Motorkanufahrer hat natürlich gleich zu Anfang zwei Piranhas herausgeholt. Sie sind doch echt putzig! Aber später erfahren wir, dass es nur die kleinen sind. Die großen sind schon etwas größer.

Rom hat schließlich von Land auch noch einen gefangen und ihm seltsamerweise einen Löffel in den Mund gesteckt.

Bei uns hat es ständig gezuppelt, als wenn unser Köder abgefressen wird. Leider haben wir keinen dieser Fische herausgeholt. Es waren auch keine Piranhas. Es waren winzig kleine Fischchen, die offenbar auch gerne Hühnchen essen!Bei diesem Motorkanu-Angeln hat die Familie Gramse keinen einzigen Piranha gefangen. Leider! Doch das ändert sich bald.

Maila: Was ich noch erwähnen will, sie haben die Piranhas lebend in ein Topf getan. Das fand ich nicht so toll! Am Nachmittag sind wir dann mit Rom und Nestor rudernd etwas in die Flüsse rein. Es war entspannend ruhig. Samuel und Nestor haben gepaddelt. Es war manchmal ziemlich eng. Ich konnte die Wurfangel bei breiteren Stellen auswerfen. Leider ohne Erfolg.

Dann sind wir zu einer sehr engen Stelle gekommen und da sind wir Stecken geblieben. Dann hieß es endlich: „Angel raus!“ Ich habe weiter die Wurfangel benutzt. Rom hat nur ein Seil mit einem Haken benutzt. Nestor die andere Wurfangel. Papa und Samuel haben die Stockangeln benutzt. Mama hat gar nicht geangelt. Nestor hat ein herausgeholt.

Papa tut auch so, als ob er rudert ;-)

Plötzlich zieht Samuel an seiner Angel und daran ist ein Piranha. Die Angel ist ziemlich geschwankt, trotzdem haben wir es geschafft, den Fisch ins Boot zu holen und Samuel hat den ersten Fisch der Familie festgehalten. Natürlich haben wir dann ein Foto gemacht. Das blieb von der Familie Gramse bei diesem Angelplatz aber der einzige Erfolg.

Dann blieb mein Haken auch noch an einem Ast unter Wasser hängen. Es wurde schwierig, sie zu befreien. Als ich wieder frei war sind wir lieber weiter. Es war sowieso kein guter Angelplatz. Jetzt ist Samuel mit Erzählen dran.

Samuel: Wir sind zu einem anderen Angelplatz gefahren und haben dort wieder unsere Angeln ausgeworfen. Nach wenigen Versuchen der erste Biss bei Maila! Sie wirft die Angel hoch und der Piranha an der Angel hat einen seltsam roten Bauch. Es war ein Rotbauch-Piranha! Maila weigert sich zu Anfang natürlich den zappelnden Fisch an ihrer Angel anzufassen, um den sich so viele Horrorgeschichten wanken. Aber zur Beruhigung kann man sagen, dass vieles Quatsch ist! Piranhas sind sogar wie die Polizei und die Müllentsorgung für die Flüsse zusammen! Schließlich halte ich den Piranha für Mailas Foto. Und dann in den Eimer.

Nach einiger Zeit fange auch ich einen anderen Piranha. Wieder schnell herausgeholt und wieder zum Beweis ein Foto. Zwischendurch fängt Nestor ständig Piranhas! Seine Angel zieht die Piranhas offenbar magisch an!

Papa fängt nichts!

Maila fängt auch noch weitere Piranhas. Es ist ziemlich schwierig, dass der Piranha auch im Boot landet. Zwei an der Zahl! Ich fange dort auch noch einen Piranha. Es scheint wirklich ein guter Platz zu sein. Nun hat jeder von uns beiden drei Piranhas gefangen! Nestor ist irgendwie bei neun oder so. Rom hat auch erst zwei Piranhas geangelt! Papa liegt bei null. Mama will immer noch nicht!

Kurz bevor wir weiter fahren ruft Papa aus: „Ich habe einen Fisch!“ Alle drehen sich zu Papa um, um den Piranha zu sehen, den er geangelt hat. Aber nichts da! Er hat nämlich gar keinen Piranha! Er hat einfach nur einen kleinen Fisch, der uns ständig den Köder weggefressen hat! Aber der ganze Fisch (mit Schwanz und Kopf) war so lang wie der Haken! Wie er den wieder herausgeholt hat? Papa erzählt, dass er sich lediglich an den Kiemen verhakt hätte und das er mehr Glück als Verstand gehabt hat. Ein Foto von dem tollem Fisch machen wir auch noch.

Sieger der Herzen!!!

Wir lachen als Papa sagt, das sei „der einzig wahre Fang“!

Wir angelten in einer Einbuchtung des Flusses. Es gab dort viele kleinere Bäume und Sträucher. Schilf war auch an den Rändern zu sehen. Es war ein herrlicher Angelplatz und auch der ertragreichste! Bestimmt mehr als ein Dutzend Piranhas haben wir dort gefangen! Die meisten wieder von Nestor!

Maila: Ich bin extrem stolz auf meine Piranhas – 3 Stück! Papa hat seinen super Fisch als Köder benutzt. Leider hat sich der an einen Stock verfangen. Da war der Fisch ab. Schade! Ich und Samuel haben ja Gleichstand. Wir rudern weiter.

Es wird Abend. Der Regen hat lange aufgehört. Es ist still und idyllisch. Das einzig Blöde ist, dass jetzt langsam die Mücken kommen. Am nächsten Angelplatz, der ziemlich offen ist, hat keiner von uns (außer Nestor) etwas gefangen. Als nächstes fahren wir in eine große Lagune zu einem Baum mit Früchten, die die Haut blau färben. Rom pflückt gleich welche zum mitnehmen.

Angel raus. Schon hat Nestor den ersten Fisch. Wenig später den zweiten und so geht es weiter… na toll! Da fange ich auch einen!! Das macht vier!!!

Rein in den Topf. Nestor hat schon so viele Fische gefangen. Langsam wird es langweilig. Wir rudern zurück. Papa hat leider keinen einzigen Piranha gefangen. Die Sonne ist so gut wie untergegangen, als wir ankommen. Das Abendessen kann Samuel erzählen.

Aufgeben zählt nicht!

Samuel: Zum Abendessen gibt es zerriges Rindfleisch. Es ist kalt! Glücklicherweise machen wir ein Feuer, womit man das Fleisch aufwärmen kann. Aber Moment mal! Was ist nun mit den Piranhas? Natürlich! Sie werden in Bananenblätter gewickelt und neben das Feuer gehängt. Nestor und Rom haben sie davor ausgenommen und ausgewaschen. 24 Piranhas haben wir insgesamt gefangen! Davon haben wir zwei als Köder benutzt. Wir haben auch einige durch die Kiemen auf einen Stock gespießt und den Stock dann neben das Feuer gehalten.

Erst ausnehmen….
… dann vorbereiten…
… und ans Feuer… links im Bananenblatt, rechts am Spieß

Als die Piranhas fertig waren, haben wir auch unser Fleisch vertilgt. Nun kommt das eigentliche Hauptgericht! Die frischen Piranhas! Papa nimmt den Stock vom Feuer und gibt mir zwei Piranhas auf den Teller.

Ich beiße herzhaft in den Rücken hinein. Gerade soweit, dass ich auf die Wirbelsäule treffe. Das Piranhafleisch schmeckt herrlich! Es ist leicht fettig und doch nicht zu sehr.

LECKER!!!

Als wir alle vom Stock weg gefuttert haben werden die Bananenblätter geöffnet. Sie riechen wie die anderen geschmeckt haben! Ich beiße auch in sie hinein und stelle fest, dass sie ähnlich schmecken – ergibt bei ein und der selben Fischart einfach Sinn – aber doch anderes. Sie schmeckten auch ein super kleines bisschen nach Banane. Aber das kann auch Einbildung gewesen sein. Der Bauch, wo die Rippen auch sind, sind leicht grätig, aber der Rücken überhaupt nicht! Den kann man in einem großen Biss genießen. Die Rippen nage ich ab und versuche, dabei nicht aus Versehen eine abzubrechen. Dass ist im Mund immer unangenehm.

Auch wenn die Piranhas klein sind, sind sie doch enorm sättigend! Nach 7 Piranhas (sie sind nur etwa 10 cm lang und verdammt schlank!) bin ich dann aber satt! Es war echt ein sehr leckeres, selbst gefangenes Abendessen im Dschungel! Und was noch besser war, ich habe das Holz gesammelt, bevor der große Regen begann, was wir in dem Lagerfeuer dann verbrannt haben. Das ließ es dann noch besser schmecken. Am nächsten Tag gehen wir noch einmal raus, aber das ist jetzt wieder Mailas Teil!

Maila: Wir haben in Zelten geschlafen das war cool und aufregend. Sie waren auch etwas eng. Es passten gerade noch die Matratzen hinein. Es gab ein dunkles und eines mit Fliegengitter zum durchschauen. Ich bin ins dunkle gegangen mit Mama. Aber es geht ja jetzt um die Piranhas. Zwei Tage später sind wir, dieses mal mit dem Motor, erneut Angeln gefahren. Beim ersten Platz hat niemand etwas gefangen. Es hat nicht mal gezuppelt. Es war ziemlich eng mit Gebüsch. Auch der zweite Angelplatz lässt uns hängen. Kein Fisch! Dieses mal war es in einer Lagune. Danach sind wir in einen engen Fluss gefahren. Manchmal hat ein umgekippter Baum mehr als die Hälfte abgesperrt. Da mussten wir ganz nah an das Ufer fahren, damit wir die Stelle passieren konnten. Wir mussten uns bei so einer Stelle auch einmal ducken, weil ein Ast über dem Wasser hing.

Das wird heute wieder nichts…

Am letztem Angelplatz hat die ganze Zeit bei mir etwas gezuppelt. Da habe ich die Angel raus gezogen. Ich sah einen grauen Fisch am Hacken. Bevor ich in ins Boot holen konnte ist er allerdings abgegangen und ins Wasser gefallen. Schade! Was war das überhaupt für ein Fisch? Wir sind kurze Zeit später zurück gefahren ohne auch nur ein Fisch in unserem Topf. Das Abendmahl vor zwei Tagen war super! Ich habe an dem Abend auch Piranha gegessen, wie die ganze Familie… nicht nur Samuel. Sehr lecker!!!

Heute leider kein Erfolg!

Das war echt ein super-schönes Piranha-Angeln im Regenwald!